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Was sind Blockbücher?

Blockbücher sind zugespitzt gesagt Bündel thematisch zusammenhängender, notwendig einseitig gedruckter Holzschnitte von begrenztem Umfang. Mit Einblattdrucken verbindet sie, dass das gesamte Druckbild auf einer seitenverkehrt in einen Holzblock bzw. eine Holztafel (daher auch „Xylographen“) eingebrachten  Vorlage beruht (Hochdruckverfahren), die jede Seite einzeln, vom Block druckt (daher „Blockbuch“). Das zu bedruckende Papier wurde auf den mit Schreibtinte eingefärbten Holzblock aufgelegt und dann meistens von hinten mit Hilfe eines mit Rosshaaren ausgestopften Lederballens berieben („Reiberdruck“); die Umrisse wurden dabei so stark in das Papier eingedrückt, dass wegen des entstehenden Reliefs und der häufig durchschlagenden Tinte das Bedrucken der Rückseite unmöglich wurde. Die Rückseiten zweier Blätter wurden meistens zusammengeklebt. Im Unterschied dazu basiert der Typendruck auf einer variablen Kombination unterschiedlicher, beweglicher Einzelelemente (v.a. Typen für den Abdruck von Buchstaben), die um Holzschnitte für illustrierende Segmente ergänzt werden konnten. Von Einblattdrucken sind die Blockbücher verschieden durch den größeren Umfang; sie sind in Buchform (durch Blockheftung) gebrachte Folgen von Bilddrucken mit kurzen Begleittexten – in manchem durchaus verwandt mit den Comics des 20. Jahrhunderts. Motiviert waren die Einblattdrucke und die etwas später aufkommenden Blockbücher durch den im 15. Jahrhundert immer weiter anwachsenden Bedarf nach erschwinglichem, schnell verfügbarem, überwiegend bildlichem und qualitativ nicht allzu anspruchsvollem Material an Erbauungsliteratur, Lehrmitteln, Andachtsbildern, Kalendern und Spielkarten. Dieser Bedarf konnte durch Handschriften und manuell angefertigte Illustrationen nicht mehr gestillt werden. Die Holztafeldrucke ermöglichten eine serielle Produktion in größeren Stückzahlen und in kurzen Zeiträumen.

Die Blockbücher stellen technisch ein Zwischenglied zwischen Handschriften und Buchdruck im engeren Sinne dar. Sie sind vor allem in Deutschland (besonders in den Gebieten am Rhein) und den Niederlanden im Zeitraum von etwa 1430 bis 1470 entstanden. Allerdings ist diese Technik zuvor schon in China seit dem 12. Jahrhundert zur Anwendung gekommen.

Charakteristisch für viele Blockbücher ist der enge Zusammenhang zwischen bildlicher Darstellung und erläuterndem Text, wobei der Akzent eher auf der bidlichen Seite liegt. Der erklärende Text erscheint häufig auf Spruchbändern, die in die bildliche Darstellung integriert werden.

 


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Letzte Änderung: 29.01.2015   © 2007 WLB
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