Vortragsreihe

Vorträge zur Zeitgeschichte

Vom 20. Oktober bis 17. Februar 2027
im Saal und auch online

Auch im Winterhalbjahr 2026/27 der Vorträge zur Zeitgeschichte stehen historische Herausforderungen für die Demokratie und die Menschenrechte im Fokus. Den Auftakt bildet Marie-Janine Calics Beschreibung der Flucht von Verfolgten des NS-Regimes auf den Balkan. Dieses Ziel deutscher Exilanten hat bisher kaum Beachtung gefunden, obwohl seine Geschichte nicht weniger spannend und lehrreich ist als das Exil in Westeuropa oder den USA.

Im November untersucht Niklas Krawinkel, wie es rechtsextremen Akteuren nach 1945 gelang, in der Bundesrepublik an die Mitte der Gesellschaft anzudocken und Diskurse mitzubestimmen, obwohl Holocaust und Krieg rechtes Denken und Handeln eigentlich tabuisiert hatten.

Im Anschluss nimmt Ute Daniel die Ursachen für den Untergang der ersten deutschen Demokratie unter die Lupe. Dass es nicht zwangsläufig so hätte enden müssen, wie es schließlich endete, wird in zahlreichen Publikationen hervorgehoben. Da diese Erkenntnis nur bedingt weiterhilft, benennt die renommierte Historikerin die für sie zentralen Faktoren für den Niedergang.

Der Holocaust war ein offenes Geheimnis. Zum Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus geht Felix Berge der oft gestellten Frage nach, wie die Deutschen mit ihrem Wissen über den Judenmord umgingen. Was wussten sie – und was nicht? Und welche Ängste provozierte die Mitwisserschaft an den Verbrechen, je weiter Krieg und Gewalt voranschritten?

In seinem bislang persönlichsten Buch folgt Andreas Kossert den Spuren seiner Großmutter Elsa ins polnische Lodz. Elsas Leben zwischen Hoffnung und Verlust jenseits nationaler Eindeutigkeiten steht beispielhaft für das große europäische Drama von Nationalismus und Krieg – und könnte damit kaum aktueller sein.Doch nicht nur bei dieser Buchvorstellung, sondern bei allen Veranstaltungen dieses Halbjahres gibt es zahlreiche Bezüge zur Gegenwart. Ob es um Flucht und Vertreibung geht, den Vormarsch des Rechtsextremismus in die Mitte der Gesellschaft, Bedrohungen für die freiheitlich-demokratische Grundordnung oder den Antisemitismus – Geschichte war vielfach nie gegenwärtiger als heute.

Vorträge

Di., 20. Oktober 2026, 18:00 Uhr

Balkan-Odyssee, 1933-1941. Auf der Flucht vor Hitler durch Südosteuropa

Hybrid-Veranstaltung
Prof. Dr. Marie-Janine Calic (München)

In Zusammenarbeit mit dem Haus der Heimat Baden-Württemberg

Mi., 11. November 2026, 18:00 Uhr

Rechter ‚Rand‘ und demokratische ‚Mitte‘. Radikalisierung und Legitimation extrem rechter Politik nach 1945

Hybrid-Veranstaltung
Dr. Niklas Krawinkel (Frankfurt a.M.)

In Zusammenarbeit mit der Landeszentrale für politische Bildung BW im Begleitprogramm der Ausstellung „Rechtsextremer Terror“ im Erinnerungsort Hotel Silber

Do., 26. November 2026, 18:00 Uhr

Im Zwischenreich. Eine Geschichte der Weimarer Republik

Hybrid-Veranstaltung
Prof. Dr. Ute Daniel (Braunschweig)

In Zusammenarbeit mit der Stiftung Bundespräsident-Theodor-Heuss-Haus

Mi., 27. Januar 2027, 18:00 Uhr

Der Holocaust: Was wussten die Deutschen von den Verbrechen?

Hybrid-Veranstaltung
Dr. Felix Berge (München)

Mi., 17. Februar 2027, 18:00 Uhr

Elsas Welt. Auf den Spuren meiner Großmutter. Eine Familiengeschichte aus Lodz

Hybrid-Veranstaltung
Dr. Andreas Kossert (Berlin)
In Zusammenarbeit mit dem Haus der Heimat Baden-Württemberg

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Weitere Vortragsreihen

Freiheit und USA?!

vom 14. Oktober bis 24. Februar 2027
im Saal und auch online

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Lesen?!

vom 12. November 2026 bis 28. Janauar 2027
im Saal und auch online

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