Hölderlin-Archiv
Profil
Das Hölderlin-Archiv ist die zentrale Arbeitsstelle für die internationale Forschung zu Friedrich Hölderlin.
Gegründet wurde das Hölderlin-Archiv am 7. Juni 1941 als Arbeitsstelle für die Stuttgarter Hölderlin-Ausgabe. Grundlage für diese Aufgabe war die 1883 erhaltene Schenkung der von Christoph Theodor Schwab gesammelten Hölderlin-Handschriften.
Die Sammlungen des Archivs umfassen den Großteil aller bekannten Hölderlin-Handschriften, die Erstdrucke der Werke Hölderlins, Lebensdokumente, Werkausgaben und Übersetzungen in über 80 Sprachen, dazu die erreichbare internationale Forschungsliteratur sowie ein teilweise bis 1943 zurückreichendes Pressearchiv.
Nutzung
Das Archiv dient vor allem der wissenschaftlichen Arbeit und Forschung. Es steht darüber hinaus jedem Interessenten offen. Bei Besuchen bitten wir um eine Benachrichtigung im Voraus – mit Angaben zu Zeitpunkt und Dauer des Aufenthalts sowie zu Ihrem Vorhaben.
Unsere Bestände aus dem Hölderlin-Archiv können Sie im Sonderlesesaal nach Voranmeldung einsehen. Die Nutzung der Hölderlin-Handschriften im Original ist nur in begründeten Ausnahmefällen möglich. Nutzen Sie bitte darum alternativ unsereDigitalen Sammlungen.
Weitere Informationen finden Sie in unseremWLB-Wiki.
Bestände
Alle Hölderlin-Handschriften aus dem Tresorbestand der WLB (Stuttgarter und Homburger Bestand) wurden digitalisiert. Erläuterungen und weitere Informationen zu den einzelnen digitalisierten Handschriften basieren auf dem Handschriftenkatalog von 1961. Die Erläuterungen sind hier abrufbar.
Die Stuttgarter Ausgabe erschien in einem Zeitraum von über 40 Jahren (1943–1985) in 15 Bänden. Lange war sie die zentrale Gesamtausgabe zu Hölderlin, bis in den 1970er Jahren die Frankfurter Ausgabe an ihre Seite trat, deren 20. und letzter Band 2008 herausgekommen ist.
Auch wenn die Frankfurter Hölderlin-Ausgabe einen neuen Meilenstein gesetzt hat, ist die Stuttgarter Ausgabe für die Hölderlin-Forschung immer noch unersetzlich. Deshalb wurde zum 70. Geburtstag des Hölderlin-Archivs die Große Stuttgarter Ausgabe ins Netz gestellt sowie in die Digitalen Sammlungen der Bibliothek integriert.
Forscher können durch eine Volltextsuche in den PDF-Dateien (PDF-Download über den Button oben rechts „Ganzes Werk herunterladen“) nach speziellen Textstellen suchen bzw. Zitate nachprüfen (Phrasensuche ohne Anführungszeichen).
Hölderlins Homburger Folioheft gilt als die wichtigste Sammelhandschrift im Spätwerk des Dichters. Die Württembergische Landesbibliothek verwahrt es seit 1975 als Depositum der Stadt Bad Homburg v.d.H. Die AbteilungFriedrich Hölderlin, Homburger Folioheft. Diachrone Darstellung ist ein Werkzeug zur genetischen Erschließung des Dokuments.
Das von der A und A Kulturstiftung ermöglichte Projekt rekonstruiert für jede Seite versuchsweise die Phasen der Beschriftung und zeigt sie separat an. Grundlage sind die Aufnahmen der Württembergischen Landesbibliothek, die auch unbearbeitet zu sehen sind. Zur Visualisierung der Arbeitsphasen werden die jeweiligen Schriftzüge farblich hervorgehoben. Auf diese Weise können Sie die Beschriftung der Seite Schritt für Schritt mitverfolgen. Jede Arbeitsphase lässt sich aber auch einzeln anzeigen sowie in beliebiger Kombination mit anderen. So können Sie mit verschiedenen Eintragsfolgen experimentieren. Zu jedem Zustand steht eine diplomatische Umschrift zur Verfügung.
Zusätzlich zu diesem Kern der Plattform, der Abteilung „Handschrift“, verweist die Abteilung „Editionen“ zu jeder Seite des Homburger Foliohefts auf die Edition des Inhalts in der Großen Stuttgarter Ausgabe (mit Verknüpfung zum Digitalisat in der Stuttgarter Hölderlin-Ausgabe online), der Frankfurter Ausgabe und der von Michael Knaupp herausgegebenen Münchener Hölderlin-Ausgabe. In der Abteilung „Register“ ermöglicht ein alphabetisches Verzeichnis der Titel beziehungsweise Textanfänge in den genannten Ausgaben umgekehrt das Auffinden der gedruckten Gedichte in der Handschrift.
Link: Ergebnisse zur Röntgenfluoreszenzanalyse (Schwerpunkt Homburger Folioheft)
Nach dem Tod von Hölderlins Halbbruder Carl Gok im Jahr 1849 ging dessen Nachlass an seine Tochter Ida Eberhardine Arnold und blieb fortan in Familienbesitz. Mehr als hundert Jahre später übergab Prof. Dr. O. H. Arnold am 11. April 1969 das Material zunächst zur treuhänderischen Verwaltung an die Württembergische Landesbibliothek, 1984 ging der Nachlass durch Kauf ganz in den Besitz der Bibliothek über.
Das Herzstück dieses einzigartigen Bestandes bilden zweifellos die erhaltenen Briefe von Hölderlins großer Liebe Susette Gontard. Die Hölderlin betreffende Korrespondenz von und an Carl Gok sowie weitere Materialien aus seinem Besitz kommen hinzu.
Das Nachlassverzeichnis liefert eine detaillierte inhaltliche Übersicht.
Manche Stücke der Sammlung sind aus unterschiedlichen Gründen beschädigt. Sie bedürfen der Restaurierung. Mit demBuchpatenschaftsprogramm können Sie die Rettung einzelner Objekte ermöglichen.
Recherche
Internationale Hölderlin-Bibliographie im Katalog Plus
Auf der Grundlage der Bestände und Neuerwerbungen des Hölderlin-Archivs wird dieInternationale Hölderlin-Bibliographie (IHB) erstellt. Nachgewiesen ist der Bestand des Hölderlin-Archivs ab Zugangsjahr 1984; eine rückwirkende Ergänzung durch Konversion ist in Arbeit. Sie ist integriert in den Katalog Plus der WLB. Über eine lokale Ebene sind auch die spezifischen Schlagwörter der IHB sowie die zugrundeliegende Systematik recherchierbar.
Hinweis zur Suche
Wir empfehlen die Funktion Erweiterte Suche (rechts neben dem Eingabeschlitz "Erweitert") mit folgenden Schritten:
- Eingabe Suchbegriff mit der Einstellung Alle Felder (z.B. Hälfte des Lebens).
- Eingrenzen auf Internationale Hölderlin-Bibliographie (IHB).
- Suche einschränken (rechte Spalte): IHB Schlagwörter.
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- Die sogenannten gewichteten Schlagwörter (Themenschwerpunkt) sind gekennzeichnet durch das Zeichen v. Diese führen zu einer größeren Relevanz der Treffermenge (z.B. Hälfte des Lebens / v).
Wenn technisch realisierbar, ist zu einem späteren Zeitpunkt zudem der Wiederaufbau des Thesaurus der IHB (die alphabetische und systematische Ordnung aller Schlagwörter) geplant.