Alte Drucke
Profil
In der Buchgeschichte kennt man zwei große Zeitgrenzen. Die Erfindung des Buchdrucks durch Johannes Gutenberg um 1450. Und das Jahr 1800 (manchmal auch das Jahr 1850) als Grenze für das „Alte Buch“.
Darüber hinaus gibt es nach 1800 auch Wertvolles und Schützenswertes. Z.B.:
- handkolorierte Pflanzenbücher
- handwerklich und künstlerisch gestaltete Einbände
- Erstausgaben der Romantik und andere Rara
- Bücher mit Einträgen besonderer Vorbesitzer u.a.
Der Umfang des Altbestandes an der Württembergischen Landesbibliothek kann nur geschätzt werden. Im „Handbuch der historischen Buchbestände“ wird die Zahl der Titel mit mehr als 350.000 angegeben. Die WLB verfügt damit über eine der umfangreichsten Sammlungen in Deutschland.
Die Bibelsammlung, die Weltbedeutung besitzt, bildet eine eigene Sammlung.
Nutzung
Unsere alten Drucke können Sie im Sonderlesesaal nach Voranmeldung einsehen. Bestimmte Teilbestände können nicht über den WLB-Katalog bestellt werden. Bitte wenden Sie sich zur Bestellung direkt an uns.
In unserenDigitalen Sammlungen finden Sie einen Ausschnitt des Bestands.
Weitere Informationen finden Sie in unseremWLB-Wiki.
Bestände
Aus der Sammlung Alte Drucke sind einige Teilsammlungen hervorzuheben. Sie tragen zur Bedeutung der Sondersammlungen der WLB bei. Die Stuttgarter Sammlung frühester Drucke (Inkunabeln) ist mit ca. 7.100 Titeln die zweitgrößte in Deutschland.
Die meisten alten Drucke lassen sich entweder den alten Fachgruppen, der ehemaligen Hofbibliothek oder den Rara zuordnen. Hinzu kommen Sammlungen, die durch den Bezug auf Personen, Institutionen, Textgattungen oder Themen definiert sind.
Ein historisch gewachsener Sammelschwerpunkt der WLB liegt bei verziertenBucheinbänden. Diese lassen sich unterschiedlichen Epochen und Stilrichtungen, Künstlern, Werkstätten oder Themen zuordnen.
Zu den wertvollen neueren Drucken gehört die Sammlung von Pressendrucken und Künstlerbüchern. Vor allem deutsche bzw. südwestdeutsche Stücke bilden den Schwerpunkt der Sammlung vonModerner Buchkunst.
Manche Stücke der Sammlung sind aus unterschiedlichen Gründen beschädigt. Sie bedürfen der Restaurierung. Mit demBuchpatenschaftsprogramm können Sie die Rettung einzelner Objekte ermöglichen.
Recherche
Der größte Teil der alten Drucke ist über den Katalog recherchierbar. Inkunabeln (Drucke bis zum Erscheinungsjahr 1500) sind in der Spezialdatenbank INKA dokumentiert (gedruckter Katalog im Sonderlesesaal: AN 22613 U58-5). Digitalisierte alte Drucke finden Sie in den Digitalen Sammlungen. Viele verzierte Einbände des 15./16. Jahrhunderts sind in der Einbanddatenbank nachgewiesen. Für die Sammlung Borst liegt ein gedruckter Katalog vor.
- Inkunabelkatalog deutscher Bibliotheken (INKA):Inkunabeln der WLB
- Katalog der WLB
- Familienpredigten der WLB
Bei alten Drucken sind für die Dokumentation und Recherche Kenntnisse der spezifischen Signaturen von Nutzen. Formale Angaben zur Ausgabe (z.B. Titel, Druckort) sind wichtig. Daneben spielen Merkmale des jeweiligen Exemplars eine Rolle. Diese betreffen z.B. Angaben zu früheren Besitzverhältnissen (Provenienzen), etwa in Gestalt eingeklebter Exlibris. Auch die Gestaltung von Einbänden zeichnet das einzelne Buchexemplar aus.