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Kölner und Koberger Bibel

Die Kölner-Bibel von 1478 sowie die Koberger-Bibel von 1483

Einer der schönsten Holzschnitte in einem frühen Bibeldruck ist das Schöpfungsbild der Kölner Bibel von 1478. Der Drucker Anton Koberger hat in Nürnberg die Holzschnittserie in seiner Bibel von 1483 wiederholt.
Das Bild zeigt den gesamten Kosmos nach dem ptolemäischen, mittelalterlichen Weltbild: Gott der Schöpfer und Erhalter der Welt beherrscht das All. Ohne Raum- und Zeitprobleme stellt der mittelalterliche Künstler Gott einmal als den Segnenden, seinen Geist Ausgießenden, zum andern als den Schöpfenden dar im Paradies, wo er das zunächst geschaffene Androgyn (Adam als ungeschlechtliches Wesen) in Adam und Eva trennt, wodurch die  Geschlechtlichkeit entsteht. Dies wird gemeinhin als die nachgeordnete Erschaffung der Frau aus der Rippe Adams verstanden.
Weiterhin zeigt der Holzschnitt die noch vorneuzeitliche Vorstellung der Erde als Scheibe, die in dem von Untieren bevölkerten Urozean schwimmt. Darüber erhebt sich das Firmament mit den Gestirnen (Sonne, Mond, Sterne) Im (geistigen) Himmel beten die 24 Ältesten (Offb. 4,4) den allmächtigen Gott zu ihm hingewendet an.
Das Vollkommenheitssymbol Kreis ist eingebettet in ein Quadrat, in ein Viereck, in das vier Winde blasen, Zeichen irdischer, aber beschränkter Vollkommenheit: Das Unendliche ist bildlich nur bedingt fasslich.

Eberhard Zwink


Letzte Änderung: 18.11.2015   © 2007 WLB
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