1943 Januar

 

 

 

Jan / Feb 1943
Nordatlantik

Neue Zuweisung der Einheiten der Mid Ocean und Western Local Escort Groups (siehe Tabelle).

1.1.1943
Funkaufklärung
Umbenennung der dt. »Enigma«-Funkschlüssel:
»Heimische Gewässer« wird zu »Hydra« (entschlüsselt als »Dolphin« und für den Gebrauch durch Offiziere als »Oyster«); »Außerheimische Gewässer« wird zu »Aegir« (dieser von den Handelsstörkreuzern in entfernten Gebieten eingesetzte Code wird wegen der geringen Anzahl an Nachrichten nicht gebrochen); »U-Bootübungsschlüssel« wird zu »Thetis« (nicht entziffert); »Tokyo« wird »Bertok« (nur im September 1943 als »Seahorse«/ »Barnacle« entschlüsselt); »Süd« wird »Hermes« (entziffert als »Porpoise«); »Kernflotte« wird »Neptun« (nicht entschlüsselt); »Ostland Ostsee« wird »Potsdam« (nur im Januar 1944 entschlüsselt). »Versorgung Fernost« wird zu »Tibet« (nur im August 1943 entziffert). »Triton« bleibt unverändert und wird als »Shark« ab Mitte Dezember 1942 bis Mitte Januar 1943 mit Unterbrechungen und Verzögerungen, anschließend bis zum 8. März mit kurzen Verzögerung und nach einem kurzen Blackout erneut ab dem 19. März mit kurzer Verzögerung entziffert. Die Einführung einer weiteren Griechenwalze »Gamma« am 1. Juli führt erneut zu einem dreiwöchigen Blackout (siehe 1.7.43).

  S/S Rhakotis (ge)
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3. Kombifrachter Rhakotis wird im Krieg als Blockadebrecher eingesetzt

1.1.1943
Biskaya
Bereits im Dezember meldete »Ultra«einen von Japan zurückkehrenden deutschen Blockadebrecher. Daraufhin wurden die US U-Boote Barb, Shad, Herring, Blackfish sowie das niederl. Dolfijn, das sich auf dem Weg ins Mittelmeer befand, in einen Vorpostenstreifen befohlen, um das Schiff abzufangen. — Auf deutscher Seite musste ein am 31.12. angesetzter Aufklärungflug zur Ortung gegnerischer Schiffe auf der Fahrtroute der anlaufenden Rhakotis wegen technischer Mängel an 2 Flugzeugen des Typs FW 200 ausfallen. Weitere Maschinen standen nicht zur Verfügung, da 11 Flugzeuge für einen in der vorausgegangenen Nacht geführten Angriff auf Casablanca abgezogen worden waren. — Auf alliierter Seite führen Verständigungsprobleme dazu, dass der Vp-Streifen nicht rechtzeitig zustande kommt. Doch ein Sunderland-Flugboot sichtet die Rhakotis (6753 BRT, Kpt. Jakobs) 200 sm NW Cap Finisterre. Von dem herangeführten Kreuzer Scylla wird der Frachter mit seiner für die deutsche Rüstung wertvollen Ladung am 1.1.1943 versenkt.

1.1.1943
Mittelmeer
Das mit Hilfsmitteln des Roten Kreuzes beladene schwedische Motorschiff Eros (3152 BRT) geht auf dem Weg nach Griechenland durch Strandung an der Nordwestspitze der Insel Polykandros verloren verursacht durch einen Navigationsfehler wegen der kriegsbedingten Verringerung der Reichweite eines Leuchtfeuers durch deutsche Dienststellen.

1.– 5.1.1943
Nordmeer
Vor dem Kongsfjord versenkt das sowj. U-Boot L-20 (Kpt. 3. Rg. Tamman) am 1.1. den im Geleit von V 5909 laufenden Dampfer Muansa (5472 BRT) und setzt am 5.1. an der Küste Nordnorwegens Agenten ab. M-171 verfehlt am 5.1. einen Dampfer vor dem Syltefjord, M-119 operiert ohne Erfolg. K-3 und K-22 kehren nach kurzem Ausmarsch zurück.

1.– 9.1.1943
Nordmeer
Konvoi RA.51 läuft seit dem 30.12. mit 14 Schiffen, begleitet vom Minensucher Gleaner, den UJ-Trawlern Cape Argona, Cape Mariato, Daneman, St.Kennan, den Zerstörern Faulknor, Fury, Inglefield, Echo, Eclipse und Beagle, ohne Feindberührung nach Westen. Nahsicherung bis zum 2.1. durch Kreuzer Jamaica und Sheffield, abgelöst von den Kreuzern Berwick und Kent. Ferndeckung durch die Schlachtschiffe King George V und Howe, Kreuzer Bermuda und die Zerstörer Montrose, Musketeer, Piorun, Queenborough, Raider, Worcester. Der Konvoi trifft am 9.1.1943 in Loch Ewe ein. U 354 (Kptlt. Herbschleb) verfehlt am 5.1.43 den sowj. Einzelfahrer Vanzetti, der den T-Angriff mit Artillerie erwidert und entkommt.

1.– 12.1.1943
Mittelatlantik
Rückkehrender Konvoi GUF.3 (22 Schiffe) wird durch US Task Force 35 mit Zerstörer Parker gesichert.

1.– 13.1.1943
Südatlantik
In brasilianischen Gewässern versenken U 164 (KKpt. Fechner) die schwed. Brageland (2608 BRT) und U 507 (KKpt. Schacht) die brit. Einzelfahrer Baron Dechmont (3675 BRT) und Yorkwood (5401 BRT). Am 6.1. bzw. 13.1. werden die beiden U-Boote durch Geleitsicherung fliegende Catalina-Flugboote der USN-VP-83 versenkt.

1.– 19.1.1943
Nordatlantik
Im mittleren Nordatlantik operiert die Gruppe »Falke« mit den U-Booten U 257, U 404, U 572, U 71, U 444, U 384, U 631, U 333, U 167, U 706, U 441, U 525, U 563, U 632, U 584, U 607, U 606, U 226, U 69, U 201, U 414 und U 403 gegen die Geleitzüge ONS.158, Sicherung durch die EG C4 mit den Zerstörer Churchill (RN) und Restigouche (RCN) sowie den Korvetten Amherst, Brandon, Collingwood, Sherbrooke (RCN) und Celandine (RN); ON.159, Sicherung durch die EG B2 mit den Zerstörern Hesperus, Vanessa und Whitehall sowie den Korvetten Campanula, Clematis, Gentian, Heather, Mignonette und Sweetbriar; sowie gegen den Konvoi ONS.160, Sicherung durch die EG C2 mit dem Zerstörer Sherwood (RN), den Fregatten Lagan und Waveney (RN) sowie den Korvetten Morden, Orillia (RCN) und Polyanthus und Primrose (RN). Nach Entschlüsselung der dt. Funkbefehle an die Gruppe »Falke« durch »Ultra«, werden die Geleitzüge umgeleitet. Am 9. und 10.1. verfehlt U 441 (Kptlt. Klaus Hartmann) die einzeln fahrende Washington Express. Am 9.1. versenkt U 384 (Oblt.z.S. v. Rosenberg-Gruszczynski) die Louise Lykes (6155 BRT) und am 10.1. schießt U 632 (Kptlt. Karpf) auf einen Tanker der Abbeydale-Klasse (ungeklärt). Nach Abfahrt aus New York am 12.1. geht der panam. Tanker C.J. Barkdull (6773 BRT), ein Nachzügler des Konvois UGS.3, aus ebenfalls ungeklärter Ursache verloren.

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1. Japan Sende- und Empfangsgerät von 1942
Japan. Electrical Apparatus Co.Ltd.

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1.– 31.1.1943
Pazifik
Amerik. U-Boot-Operationen werden durch Entschlüsselung des japan. Funkverkehrs erleichtert. Dies gilt besonders seit Einbruch in den »Maru«-Funkcode und in den Schlüssel des Hafenkommandanten von Truk Anfang 1943. Im Januar 1943 führen 57 abgefangene »Ultra«-Meldungen zu 15 Zielsichtungen, 11 Angriffen und 4 Versenkungserfolgen. Von den im Januar in ihren Operationsgebieten eintreffenden US-U-Booten versenken vor Japan Porpoise (LtCdr. McKnight) am 1.1. Reuzan M. (4999 BRT), Trigger (LtCdr. Benson) am 10.1. den japan. Zerstörer Okikaze, Finback (LtCdr. Hull) am 17.1. Yachiyo M. ( 271 BRT), Haddock (LtCdr. Taylor) am 19.1. den Tanker Genyo M. (10.018 BRT), Pollack (LtCdr. Lewellen) am 19.1. Seikai M. (3109 BRT) und am 21.1. Asama M. (4891 BRT), Drum, Sailfish, Kingfish und Pike bleiben erfolglos.

Im Zentralpazifik versenkt Whale (LtCdr. Azer) am 13.1. Iwashiro M. (3559 BRT) und am 17.1. Heiyo M. (9816 BRT) mit Unterstützung durch »Ultra«, am 27.1. wird Shoan M. (5624 BRT) beschädigt. Silversides (LtCdr. Burlingame) versenkt am 18.1. den Tanker Toei M. (10.022 BRT) nach »Ultra«-Meldung und am 20.1. aus einem Nachschubkonvoi die Transporter Meiu Maru (8320 BRT), Somedono Maru (5154 BRT) und Surabaya Maru (4392 BRT); Wahoo (LtCdr. Morton) versenkt am 24.1. den Zerstörer Harusame westlich von Wewak, am 26.1. aus einem Konvoi Fukuei Maru Nr.2 (1901 BRT) und Buyo Maru (5446 BRT, siehe Verletzung der Menschenrechte), Ukishima Maru (4730 BRT) und Pacific Maru (5872 BRT) werden leicht beschädigt. Flying Fish (LtCdr. Donaho) beschädigt am 26.1. Tokai M. (8359 BRT) zusammen mit Pompano (LtCdr. Thomas). Im Südpazifik versenkt Argonaut (LtCdr. Pierce) am 2.1. das Wachboot Ebon M. (198 BRT), und Spearfish (LtCdr. Dempsey) torpediert Akagisan M. (4634 BRT), Nautilus (LtCdr. Brockman) versenkt am 9.1. Yoshinogawa M. (1422 BRT) und torpediert am 19.1. den Zerstörer Akizuki 270 sm westl. Tulagi, Guardfish (LtCdr. Klakring) versenkt am 12.1. den Schnelltransporter P-1 (ex Zerstörer Shimkaze, 1215 t) und am 23.1. den Zerstörer Hakaze vor Kavieng. Triton (LtCdr. Kirkpatrick) beschädigt am 13.1. Akebono M. (10.182 BRT). Growler (LtCdr. Gilmore) versenkt am 16.1. Chifuku M. (5857 BRT), Greenling (LtCdr. Bruton) versenkt am 16.1. Kinposan M. (3261 BRT), beschädigt am 18.1. das japan. Spähschiff Soya (3800 BRT) und am 19.1. Shinai M. (3793 BRT). Swordfish (LtCdr. Lewis) versenkt am 19.1. Myoho M. (4122 BRT), Gato (LtCdr. Foley) am 21.1. Kenkon M. (4575 BRT) und am 29.1. Nichiun M. (2723 BRT), Tuna bleibt erfolglos, Grayback und Greenling führen Aufklärungsunternehmen durch. Beim Angriff auf einen Konvoi südöstl. New Britain am 10.1. geht das Transport-Unterseeboot Argonaut durch Luftangriff (582 Kokutai) und anschließender Wasserbombenattacke der japan. Zerstörer Isokaze und Maikaze verloren. Im Südwestpazifik torpediert Tautog (LtCdr. Sieglaff) am 9.1. den japan. Leichten Kreuzer Natori und versenkt am 22.1. Yashima M. (1873 BRT), Gar (LtCdr. Quirk) beschädigt am 9.1. den Marinetanker Natoro (14.050 BRT) in der Straße von Makassar, Searaven torpediert am 9.1. Yubae M. (3217 BRT) und versenkt am 14.1. aus einem Konvoi das einzige Geleitfahrzeug, den UJ-Trawler Ganjitsu M. (216 BRT), sowie Shiraha M. (5682 BRT). Grenadier (LtCdr. Lent) versenkt am 10.1. einen Segler und feuert am 12.1. und 22.1. Fehlschüsse auf drei weitere Segler, Trout (LtCdr. Ramage) beschädigt am 11.1. Kyokuyo M. (17.549 BRT), am 21.1. Eifuku M. (3520 BRT) und versenkt am 18.1. zwei Segler (unbestätigt). Grayling (LtCdr. Lee) versenkt am 26.1. Ushio M. (749 BRT). Gudgeon führt eine Operation zur Unterstützung von Guerilla-Einheiten.

1.– 31.1.1943
Südpazifik
Nachhut-Gefechte um Guadalcanal.
Im Januar setzen die japan. Zerstörer ihre Nachschubunternehmen für Guadalcanal fort, ab 1.2. führen sie die am 4.1. angeordnete Räumung der Insel durch. Daran nimmt die 2. Z-Flottille (KAdm. Koyanagi) mit Kreuzer Isuzu und den Zerstörern Kuroshio, Oyashio, Kagero, Shiranui, Umikaze, Kawakaze, Suzukaze, Naganami und Makinami sowie die 4. Z-Flottille (KAdm. Tanaka) mit Kreuzer Agano und den Zerstörern Arashi, Hagikaze, Nowake, Maikaze, Akigumo, Yugumo, Makigumo, Kazegumo, Hatsukaze, Yukikaze, Amatsukaze, Tokitsukaze, Urakaze, Isokaze, Tanikaze, Hamakaze und Akizuki teil. Jap. Zerstörer bringen in wiederholten nächtlichen Unternehmungen (»Tokyo Express«) Nachschub von Rabaul nach Cape Esperance (Guadalcanal). Zur Luftsicherung werden Flugzeuge von den auf New Georgia gebauten Flugplätzen Munda und Vila eingesetzt.

 
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2. Landung amerikanischer Streitkräfte mit 
Higgins-Booten bei Lunga Point

1./2.1.: Nachschubunternehmen für Guadalcanal mit 10 japan. Zerstörern. Angriffe von B-17 Bombern bleiben erfolglos, SBD-Marine-Sturzkampfbomber beschädigen die Suzukaze. Ein Angriff von Torpedoschnellbooten der US Navy von Tulagi schlägt fehl. Die japan. Zerstörer werfen die Nachschubbehälter über Bord. 4./5.1.: US Task Force 67 (RAdm. Ainsworth) mit den Kreuzern Nashville, St. Louis, Helena und den Zerstörern Fletcher und O´Bannon beschießt Munda, wo das U-Boot Grayback als Signalboot aufgestellt ist. RAdm. Tisdale mit den Kreuzern Honolulu, Achilles (neuseel., durch Bombentreffer beschädigt), Columbia, Louisville und den Zerstörern Drayton, Lamson, Nicholas bildet eine Deckungsgruppe südwestlich der Salomonen. Bei diesem Unternehmen setzt Helena erstmals Annäherungszünder mit Erfolg bei der Flugzeugabwehr ein. 6.1.: B-17 und B-24 Bomber der 5. US Luftflotte bombardieren Rabaul, versenken dabei den Transporter Keifuku Maru (5833 BRT) und beschädigen den Zerstörer Tanikaze und ein weiteres Schiff. 7.1.: B-17, B-24, B-25 and B-26 Bomber von Luftwaffeneinheiten der USAAF , RAAF und RNZAF greifen einen japan. Konvoi nach Neuguinea an, dabei werden die Frachter Nichiryu Maru (5447 BRT) und Myoko Maru (4103 BRT) versenkt. 8.1.: Die Angriffe werden bei Lae fortgesetzt. 10./11.1.: Acht japan. Zerstörer führen ein weiteres Unternehmen nach Guadalcanal durch. Aufklärungsmeldungen folgend, werden die US-Torpedoschnellboote PT 45, PT 39, PT 48, PT 115, PT 112, PT 43, PT 40, PT 59, PT 46 und PT 36 von Tulagi aus angesetzt. 6 Boote feuern insgesamt 21 Torpedos, der Zerstörer Hatsukaze wird durch einen Torpedotreffer leicht beschädigt, PT 112 und PT 43 gehen im japan. Abwehrfeuer verloren. 14./15.1.: Neun japan. Zerstörer führen eine Operation nach Guadalcanal durch. Unterwegs werden sie von SBD-Sturzkampfbombern der US Navy vom Henderson Field angegriffen, Arashi, Urakaze, Tanikaze und Hamakaze werden leicht beschädigt, setzten ihre Fahrt aber fort. Die US-Torpedoschnellboote PT 36, PT 37, PT 38, PT 39, PT 40, PT 45, PT 46, PT 47, PT 48, PT 59, PT 109, PT 115 und PT 123 werden von Tulagi angesetzt. 7 Boote feuern erfolglos 17 Torpedos. 19.1.: Die »Cactus Striking Force« (Cpt. Briscoe), bestehend aus den Zerstörern Nicholas, O'Bannon, Radford und De Haven wird nach Tulagi verlegt und nutzt die Insel als Stützpunkt für wiederholte Beschießungen der japan. Stellungen auf Guadalcanal. 23./24.1.: In der Nacht wiederholt TF.67 (RAdm. Ainsworth) mit den Kreuzern Nashville, Helena und der »Cactus Striking Force« die Beschießung von Vila, als Deckungsgruppe ist bei Guadalcanal RAdm. Tisdale mit Honolulu, St. Louis, Drayton, Lamson und Hughes bereitgestellt. TF.11 (RAdm. DeWitt C. Ramsey) mit Träger Saratoga und 59 Flugzeugen leistet Luftsicherung von Süden her, nachdem sie ihre Sicherungsflüge nach Henderson Field unterbrochen haben. 29.1.: Bei einer Nachschuboperation wird vor Cape Esperance das japan. U-Boot I-1 (Kptlt. Sakamoto) durch die neuseel. Korvetten Kiwi und Moa vernichtet. Dabei werden wichtige Dokumente und Unterlagen für die Funkaufklärung erbeutet. Zur Deckung der geplanten Landung auf Guadalcanal (siehe 1.- 9.2.) und zu einem Vorstoß gegen die Zentral-Salomonen nähert sich am Abend von Süden TF.18 (RAdm. Giffen) mit den Kreuzern Wichita, Chicago, Louisville, Montpelier, Cleveland, Columbia und den Zerstörern La Valette, Waller, Conway, Frazier, Chevalier, Edwards, Meade und Taylor sowie abgesetzt den Geleitträgern Chenango und Suwanee. Bei der Rennell-Insel wird der Verband durch japan. Torpedoflugzeuge (701 und 705 Kokutai) angegriffen, welche die Chicago schwer beschädigen und Wichita sowie Louisville mit Blindgängern treffen. Am 30./31.1. bringen 4 amerik. Truppen- und Materialtransporter Verstärkungen für die USMC-Verbände nach Guadalcanal. Bei einem zweiten Angriff japan. Torpedoflugzeuge (751 Kokutai) auf TF.18 am 30.1. wird die Chicago (Capt. Davis) versenkt und La Valette torpediert. 1049 Überlebende werden gerettet. Die weiter südlich stehenden Trägergruppen mit Enterprise (RAdm. Sherman) und Saratoga (RAdm. Ramsey) sowie die Schlachtschiffgruppe (RAdm. Lee) mit North Carolina, Indiana und Washington können nicht eingreifen. US-Flugzeuge versenken am 31.1. bei Vella Lavella den Transporter Toa Maru (6732 BRT).

1.1.– 8.2.1943
Mittelmeer
Geleitzüge der Alliierten nach franz. Nordafrika. Von USA kommen die von amerik. Verbänden gesicherte UGF und UGS-Konvois, brit. und kanad. Escort Groups sichern die von Großbritannien kommenden KMF und KMS-Konvois. Die US-Geleitzüge werden westlich von Gibraltar von brit. und kanad. Escort Groups übernommen und bis Oran, Algier und Bône geführt, teilweise unter der Bezeichnung TE (= Tunisia, eastward). Die zurücklaufenden (unbeladenen) Geleitzüge GUF, GUS, MKF und MKS werden ebenfalls gesichert. Konvoi UGS.3 (39 Schiffe und TF.33 mit den US-Zerstörern Wainwright, Mayrant, Rhind, Trippe, Rowan) hat bereits am 30.12. Casablanca erreicht. Auf dem Weitermarsch mit brit. Sicherungsfahrzeugen nach Oran wird er am 1.1. von U 73 (Oblt.z.S. Deckert) angegriffen, der US Liberty-Frachter Arthur Middleton (7176 BRT) mit Landungsboot LCT 21 an Deck versenkt. Ein Angriff des ital. U-Bootes Dandolo vor Bougie am gleichen Tag schlägt fehl.

br CA Ajax  

4. Britischer Kreuzer HMS Ajax

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Bei Angriffen von Ju 87 des II./StG.3 (Hptm. Schiller) und Fw 190 Jagdbombern des III./SG.10 (Hptm. Schröter) am 1.1. und 2.1. auf den Hafen von Bône sinken die brit. Frachter St. Merriel (4980 BRT) und Empire Metal (8201 BRT), der Minensucher Alarm muss nach Bombentreffern auf Stand gesetzt werden, der Kreuzer Ajax wird von einer Ju 87 mit einer 500-kg-Bombe getroffen (Reparaturen bis Okt. 1943), 3 Schiffe mit 18.973 BRT, darunter die brit. Frachter Novelist und Dalhanna, werden beschädigt.

Aus Geleitzügen versenkt am 7.1. U 371 (Kptlt Mehl) ostwärts Algier den A/S-Trawler Jura und torpediert aus dem MKS.5 die brit. Ville de Strasbourg (7159 BRT), die später in Algier durch Bomben versenkt wird. Torpedoflugzeuge des KG.26 versenken vor Bougie aus dem KMS.6 die norw. Akabahra (1524 BRT) und die brit. Benalbanach (7153 BRT, 410 Tote) und beschädigen den US Frachter William Wirt (7191 BRT) und den brit. Geleiter Acute. Bei einem Vorstoß der dt. 3. S-Flottille gegen die alger. Küste versenkt S 58 (mit Flo.Chef Kptlt. Kemnade an Bord) den brit. A/S-Trawler Horatio. Am 13.1. wird U 224 (Oblt.z.S. Kosbadt) von der den Konvoi TE.13 sichernden kanad. Korvette Ville de Quebec versenkt. Bei einem Luftangriff auf Bône wird am 17.1. die brit. Recorder (5982 BRT) beschädigt, am 18.1. verfehlt U 83 vor Oran einen Geleitzug. Am 19.1 wird nahe Bougie das ital. U-Boot Tritone (KKpt. Monecchi) von der den Konvoi MKS.6 sichernden kanad. Korvette Port Arthur versenkt. Am 20./21.1.wird bei Luftangriffen der III./KG.26 vor der algerischen Küste die brit. Hampton Lodge (3645 BRT) mit Bomben versenkt, des weiteren die amerik. Walt Whitman (7176 BRT) von der I./KG.26 und die brit. Ocean Rider (7176 BRT) von der III./KG.26 mit Torpedos beschädigt. Am 20.1. versenkt U 453 (Kptlt. Frhr. v. Schlippenbach) die belg. Jean Jadot (5859 BRT) aus einem Konvoi vor Oran, ein Angriff von U 83 am 21.1. weiter nördlich schlägt fehl. Auch Angriffe der ital. U-Boote Dandolo, Malachite und Giada am 22. und 23.1. westl. Bône und vor Oran schlagen fehl. Am 20.1. erreicht der Konvoi GUS.3 unbehelligt Gibraltar. Er wird dort von der TF.33 und zusätzlich dem Zerstörer Champlin übernommen.

Der brit. Truppen-Geleitzug KMF.6 wird zwischen Gibraltar und Algier durch Force H (VAdm. Syfret) mit den Schlachtschiffen Nelson und Rodney sowie dem Flugzeugträger Formidable gesichert. Am 25.1. wird der Geleitzug UGF.4 (18 Transporter, Sicherung durch die TF.34, Schlachtschiff Texas und die Zerstörer Buck, Wilkes, Swanson, Ludlow, Roe, Woolsey, Edison, Bristol und Butler) vor Gibraltar von einer brit. Geleitgruppe mit den Zerstörern Brilliant und Antelope und den kanad. Korvetten Baddeck, Alberni, Summerside, Lunenburg, Felixstowe und Port Arthur übernommen und erreicht am 27.1. Oran. Bei einem Torpedoangriff von 8 SM 79 der ital. Gruppos 105, 130 und 132 sowie zehn He 111 der I./KG.26 am 29.1. vor Bougie werden das brit. Flakschiff Pozarica (4540 ts) und der Zerstörer Avon Vale torpediert, Pozarica wird am 13.2. zum Totalverlust.

Am 30.1. versenkt das ital. U-Boot Platino (Kptlt. Patrelli-Campagnone) beim Angriff auf den Konvoi TE.14 die kanad. Korvette Samphire. Am 31.1. läuft der Geleitzug GUF.4 mit 30 Schiffen und einer brit. Escort Group mit den Sloops Erne und Scarborough und mit Unterstützung durch die franz. Großzerstörer Le Terrible und Le Fantasque von Oran aus. Die Sicherung wird am 1.2. westlich Gibraltar von der TF.34 übernommen. Am 2.2. wird der Konvoi UGS.4 (48 Schiffe gesichert durch die TF.38 mit den Zerstörern Plunkett, Niblack, Benson, Gleaves, Mayo und Kendrick) westl. Gibraltar von einem brit. Sicherungsverband übernommen und anschließend nach Oran geführt, wo er am 3.2. ankommt.

 
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5. Kokoda-Pfad auf Neu-Guinea

2.1.1943
Luftkrieg Nordafrika
B-17 Bomber der USAAF, gesichert von P-38 Jägern, bombardieren den Hafen von La Goulette (Tunesien) und beschädigen 2 Schiffe.

2.1.1943
Südwestpazifik
Truppen des I. US-Korps (LtGen. Eichelberger) erobern Buna auf Neu-Guinea. Bis Ende Januar fallen auch die japan. Stützpunkte Goa und Sananda. Damit ist die Bedrohung von Port Moresby ausgeschaltet.

2./3.1.1943
Mittelmeer
Operation »Principal«: Gegen 2 ital. Schwere Kreuzer in Maddalena werden die brit U-Boote P.311/ Tutankhamen (LtCdr. Cayley) mit den Chariots X und XVIII angesetzt, gegen den Nachschubverkehr der Achsenmächte in Palermo Trooper (Lt. Wraith) mit den Chariots XVI, XIX und XXIII sowie Thunderbolt (LtCdr. Crouch) mit den Chariots XV und XXII. Zur Bergung der Torpedoreiter wird Unison vor Maddalena, Unruffled vor Palermo stationiert. Der Angriffstermin wird auf den 2./3.1.1943 um Mitternacht festgelegt.

Auf dem Weg in den Angriffsraum geht P.311 (geplanter Name: Tutankhamen) nach einem letzten Funkspruch in der Nacht zum 31.12. verloren – wahrscheinlich auf einer Mine vor Maddalena. Trooper und Thunderbolt setzem ihre Chariots aus, doch nur 2 erreichen ihr Ziel: XXII (Lt Greenland) befestigt seine Sprengladung unter dem neuen Leichten Kreuzer Ulpio Traiano, der daraufhin im Hafen von Palermo sinkt. XVI (SubLt. Dove) heftet seine Sprengladung an den Frachter Viminale (8657 BRT), der durch die Detonation schwer beschädigt und nochmals am 23.1.43 auf dem Überführungsmarsch nach Messina vom U-Boot Unbending torpediert wird.

2.– 30.1.1943
Luftkrieg Westeuropa
Minenoffensive des RAF Bomber Command. In 13 Nächten fliegen Wellingtons, Stirlings, Halifaxes und Lancaster der 3. und 4. Gruppe 538 Einsätze gegen Häfen der Biskaya, die franz. und niederl. Küsten, die friesische Küste und bis zum Kattegat. 15 Flugzeuge gehen verloren. Auf den Minen gehen vor Terschelling am 13.1. der schwedische Erzfrachter Virgo (3040 BRT), am 26.1. das Vorpostenboot V 1105 / Ernst Gröschel verloren und wird am 29.1. V 2018 / Vogtland schwer beschädigt. Beim Einschleppen erhält das Boot einen 2. Minentreffer und sinkt.

Luftangriffe auf dt. U-Boot-Stützpunkte in Westfrankreich. Die 8. Luftflotte USAAF bombardiert am 3.1. mit B-17 und B-24 Bombern St.Nazaire. Am 15./16.1 bombardiert das RAF Bomber Command Lorient. Am 23.1. US Luftangriffe auf Lorient und Brest.

3.1.1943
Südatlantik
Dt. Hilfskreuzer Schiff 28 / Michel (Kpt.z.S. von Ruckteschell) versenkt im Südatlantik den brit. Frachter Empire March (7040 BRT).

3.– 14.1.1943
Mittelatlantik
Am 3.1. meldet U 514 (Kptlt. Auffermann) den 1100 sm ostwärts Trinidad nach Gibraltar marschierenden Tanker-Konvoi TM.1 (9 Tanker, EG B5 [Cdr. Boyle] mit Zerstörer Havelock und den Korvetten Pimpernel, Saxifrage, Godetia) und torpediert die British Vigilance (8093 BRT), deren Wrack am 24.1. durch das zurücklaufende U 105 (Oblt.z.S. Nissen) versenkt wird. Der B.d.U. befiehlt U 514 die Fühlungshalterrolle und führt U 105 vom Osten her an den Konvoi heran.
Nach kurzem vergeblichen Angriff auf den Konvoi GUS.2 (siehe 22.12.42-10.1.43) werden die südlich der Azoren operierende U-Gruppe »Delphin« mit U 571, U 620, U 575, U 381, U 436 und U 442 und die auf dem Marsch in der Nähe befindlichen U 134, U 181, U 511 und U 522 für den 7.1. in einem Aufklärungsstreifen quer zur Marschroute des Konvois angesetzt. Da ein Befehl des »Submarine Tracking Room« zur Kursänderung vom Konvoi TM.1 nicht durchgeführt wird, trifft dieser auf die Gruppe »Delphin« und wird am 8.1. von U 381 (Kptlt. Graf Pückler) erneut gesichtet.

Copyright: Jürgen Rohwer  

6. Tankerkonvoi TM.1 wird abgefangen  
- und zerschlagen

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U 436 (KKpt. Seibicke) greift als erstes Boot an, torpediert Albert L. Ellsworth (8309 BRT) und versenkt Oltenia II (6394 BRT), wird aber durch Havelock mit Wasserbomben beschädigt. U 571 (Kptlt. Möhlmann) wird von Pimpernel abgedrängt, und Godetia vereitelt mit Wasserbomben einen Angriff von U 575 (Kptlt. Heydemann), das am 9.1. morgens erneut angreift und Minister Wedel (6833 BRT) und Norvik (10.034 BRT) torpediert. Bald darauf beschädigt U 442 (KKpt. Hesse) die Empire Lytton (9807 BRT). Am 9.1. tags verhindern die Sicherungsfahrzeuge Angriffsversuche von U 181 (Kptlt. Lüth). Ein Angriff von U 134 (Kptlt. Schendel) gegen die Vanja schlägt fehl, es wird nun selber durch Wasserbomben der Godetia beschädigt. U 381 wird von Harvester und Pimpernel angegriffen. U 620 (Kptlt. Stein) kann inzwischen die Fühlung halten. Am Abend versenkt U 522 (Kptlt. Schneider) die beschädigten Minister Wedel und Norvik, U 442 versenkt das Wrack der Empire Lytton und U 436 das Wrack der Albert L. Ellsworth. Am 10.1. abends verfehlt U 620 den Restkonvoi, U 522 torpediert die British Dominion (6983 BRT), die von U 620 später versenkt wird. U 571 greift am 10. und 11.1. abends die beiden übrig gebliebenen Tanker Vanja und Cliona an, doch sie weichen rechtzeitig aus, ebenso einem Angriff von U 511 am 12.1. morgens. Einsetzende Luftsicherung von Gibraltar und die Verstärkung der Sicherung durch den Zerstörer Quiberon und die Korvetten Pentstemon und Samphire drängt die U-Boote ab, die beiden verbliebenen Tanker laufen am 14.1. in Gibraltar ein.

3.1.– 3.2.1943
Westatlantik
Vom 3.1.-23.1. dringen U 214 (Kptlt. G. Reeder) und U 105 (Oblt.z.S. Nissen) in die Karibik ein. Am 11.1. versenkt U 105 dort lediglich den brit. Segler C.S. Flight (67 BRT). U 109 muß vorzeitig umkehren. U 214 bleibt ohne Erfolg. Von den U-Booten, die ostwärts der Karibik operieren, versenken U 124 (Kptlt. Mohr) am 9.1. aus dem von US-Korvetten und U-Jägern gesicherten amerik. Konvoi TB.1 (12 Schiffe) den Tanker Broad Arrow (7718 BRT) sowie die Frachter Birmingham City (6194 BRT), Collingsworth (5125 BRT) und Minotaur (4553 BRT).

Während der Schlacht am Konvoi TM.1 versenkt U 511 (Kptlt. Schneewind) den Einzelfahrer William Wilberforce (5004 BRT), U 105 (Oblt.z.S. Nissen) am 24.1. mit Fangschuss das verlassen treibende Wrack des Tankers British Vigilance (siehe 3.-14.1.) und am 27.1. den amerik. Einzelfahrer Cape Decision (5106 BRT). U 217 (Kptlt. Reichenbach-Klinke) versenkt am 3.2. die brit. Rhexenor (7957 BRT) mit Torpedo und Artillerie.

4.1.– 7.2.1943
Biskaya
Die US U-Boote Barb, Shad, Herring, Blackfish (siehe Dezember 1942) operieren weiter in der Biskaya. Am 4.1. sichtet Shad (LtCdr. MacGregor) einen kleinen Schleppzug mit 1 Leichter, der mit Artillerie versenkt wird. (Der als Erfolg zugerechnete dt. Minensucher M 4242 (ex-franz. Odet, 212 BRT) wird wahrscheinlich am 3.1.bei einem alliierten Vorstoß auf St. Nazaire versenkt, später aber gehoben und repariert). Am 9.1. führt Shad einen missglückten Angriff (Torpedoversager) auf einen Dampfer. Vom 10. bis 15.1. verlegt der dt. Versorgungstanker Spichern zur Reparatur von Schäden nach einem Luftangriff von El Ferrol nach Brest. Am 12.1. kehren Barb und Blackfish den Rückmarsch an. Am 25.1. greift Shad vor Bilbao die dt. Erztransporter Livadia und Nordfels an; während Livadia abdreht und nach Bilbao zurückkehrt, wird Nordfels (1214 BRT) zwar von einem Torpedo getroffen, doch wieder versagt ein Aufschlagzünder und der Frachter kann seine Fahrt fortsetzen. Am 4. bzw. 7.2. beenden auch Herring und Shad ihre Feindfahrt.

5.– 11.1.1943
Norwegen
Auf Grund eines (irrtümlichen) Berichtes über die Verlegung des Schlachtschiffes Tirpitz von Trondheim nach Narvik werden die brit. Unterseeboote Seadog, Unruly, Graph und Trespasser vor Trondheim zusammen gezogen. Unsparing und das norw. Uredd werden am 6.1. hinzugezogen.

6.– 17.1.1943
Mittelmeer
Italien. Zerstörergruppen von 3 bis 5 Booten bringen in 14 Unternehmungen 15.580 Mann Truppenersatz nach Tunis und Bizerta und Verwundete und Gefangene zurück. Beteiligt bei 7 Unternehmungen Mitragliere, bei 5 Gioberti, Camicia Nera, bei 4 Da Noli, Granatiere, Premuda, Zeno, Corazziere, bei 3 Ascari, Pigafetta, Malocello, bei 2 Bombardiere, Legionario, bei 1 Bersagliere und Carabiniere. Bei US-Luftangriff auf Palermo am 7.1. wird Bersagliere (KKpt. Lazzarini) versenkt. Auf dem Rückmarsch am 17.1. wird Bombardiere (FKpt. Moschini) vor Marettimo durch das brit U-Boot United (Lt. Roxburgh) versenkt.

Italien. U-Boote Settimo, Narvalo, Otaria und Santarosa transportieren Munition und Brennstoff nach Tripolis, auf dem Rückmarsch am 14.1. wird Narvalo (Kptlt. Grion) durch die vom Konvoi ME.15 detachierten Zerstörer Pakenham und Hursley (mit Luftunterstützung) versenkt, und Santarosa (Kptlt. Simonetti) wird am 20.1. durch das brit. MTB 260 versenkt.

8.– 23.1.1943
Mittelmeer
Zahlreiche ital. Geleitzüge nach und von Tripolis mit einzelnen größeren, meist kleineren Schiffen und Hilfskriegsschiffen, gelegentlich durch Zerstörer Saetta, die T-Boote Fortunale, Orione, Ardito, Ardente, Groppo, Animoso, Monsone, Ciclone, Cigno, Calliope, Partenope, Sirio, Pallade, Clio, Perseo, Castore, Libra, Lira, Climene, Dezza, Montanari, Cascino und die Korvetten Antilope, Artemide, Gabbiano, Persefone sowie ital. U-Bootjäger und Fährprähme gesichert. Am 12.1. sinkt Ardente (Kptlt. Ancilotti) nach Kollision mit dem Zerstörer Grecale vor Sizilien.

 
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7. Italienischer Minensucher RD 30.

Dagegen Ansatz der brit. Force K von Malta: Am 8./9.1. versenken Zerstörer Nubian und Kelvin 3 Schoner bei Kuriat, in der Nacht vom 15./16.1. greifen sie südl. Lampedusa den von dem T-Boot Perseo gesicherten Dampfer D´Annunzio (4537 BRT) an, der sinkt, Perseo entkommt. Die Zerstörer Pakenham und Javelin versenken in der gleichen Nacht 1 Hilfsschiff. In der Nacht vom 18./19.1. versenken Pakenham, Nubian und der griech. Zerstörer Vasilissa Olga den Transporter Stromboli (475 t). Am 20.1. früh erfassen Kelvin und Javelin nördlich Tripolis einen aus 11 kleinen ital. Schiffen bestehenden Geleitzug (Minensucher RD 36, RD 31, RD 37, RD 39, 3 Hilfsminensucher, 3 kleine Schiffe) und vernichten ihn. In der Nacht vom 22./23.1. beschießt Force K mit den Kreuzern Cleopatra und Euryalus und den Zerstörern Jervis, Javelin, Nubian und Kelvin die Rückzugswege der dt.-ital. Panzerarmee bei Zuara. Nachdem am 20.1. die nicht fahrbereiten Frachter Marco Foscarini (6342 BRT), Assiria (2705 BRT), Marocchino (1524 BRT), Tevere (8289 BRT) und Giulia (5921 BRT) selbst versenkt wurden, wird Tripolis am 23.1. schließlich auch von den Nachhuteinheiten geräumt.

Erfolglos bleiben zumeist Vorstöße der brit. Force Q von Bône mit den Kreuzern Aurora, Penelope, Dido und Sirius, die Zerstörer Lightning und Loyal versenken am 18.1. südlich Sardinien den dt. Frachter Favor (ex-franz. Ste Roseline, 1323 BRT). 

7.1.– 7.2.1943
Mittelmeer
Brit. Minenunternehmungen gegen den ital. Konvoiverkehr innerhalb der Flankensperren zwischen dem Golf von Tunis und Sizilien mit den Minenkreuzern Welshman (7.1., 30.1.), Abdiel (9.1., 3.2., 7.2.) und dem Minen-U-Boot Rorqual (18.1.). Auf dem Rückmarsch von der zweiten Unternehmung wird Welshman am 1.2. durch U 617 (Kptlt. Brandi) versenkt. Am 9.1. gerät ein Konvoi auf die von Abdiel gelegte Sperre, der Zerstörer Maestrale wird beschädigt, Corsaro sinkt bei der Hilfeleistung. Auf der gleichen Sperre sinken am 3.2. der Zerstörer Saetta und das T-Boot Uragano. Auf der von Welshman gerade gelegten Sperre sinken am 31.1. die Korvette Procellaria und das T-Boot Prestinari, auf der Rorqual-Sperre sinken am 18.1. der dt. Transporter Ankara (4768 BRT).

Malta-Unterseeboote versenken vor der osttunesischen Küste Umbra (Cdr. Maydon) am 9.1. die ital. Emilio Morandi (1523 BRT); die norw. Thorsheimer (9955 BRT) dagegen wird nach einem missglückten T-Angriff mit Artillerie beschädigt. Umbra beschießt am 11.1. noch 2 Segler, die in Brand geraten und an Strand getrieben werden. Unseen (Lt. Crawford) versenkt am 17.1. die ital. Zenobia Martini (1454 BRT), am 18.1. die Sportivo (1598 BRT), in beiden Fällen waren anschließend heftige Gegenangriffe der Geleitboote, des U-Jägers Oriole bzw. des T-Bootes Calliope, zu überstehen. Unbroken (Lt. Mars) versenkt am 19.1. die Edda (6107 BRT) im Geleit des T-Bootes San Martino. Vom 19. bis 24.1. führt Unrivalled (Lt. Turner) etliche Angriffe auf Kleinfahrzeuge; es versenkt am 20.1. bei Mehedia 2 Minensucher und am 21.1. bei Kuriat 2 Küstenfrachter, Minensucher Michelino wird am 23.1. bei Susa beschädigt. Unruffled (Lt. Stevens) versenkt vom 23. bis 31.1. den dt. Transporter Lisboa (1799 BRT), den ital. Tanker Teodolinda (361 BRT) und 2 Küstenfahrzeuge mit 85 BRT.

Torpedoflugzeuge von Malta versenken aus den Konvois 3 Schiffe mit 11.929 BRT, und zwar am 21.1. den ital. Tanker Saturno (ex-franz. Massis 5022 BRT), am 24.1. die ital. Dampfer Pistoia (2448 BRT) und Verona (4459 BRT) und am 30.1. die ital. Parma (ex-franz. Villiers, 2448 BRT). Von Fliegerbomben getroffen sinkt am 22.1. der dt. Frachter Ruhr (5955 BRT) 30 sm norwestl. Kap Bon.

8.– 30.1.1943
Mittel- und Südatlantik

Der als Flugzeugtransporter eingesetzte US-Träger Ranger bringt eine Ladung von P 40-Jagdflugzeugen von Newport (R.I) nach Accra (West-Afrika), Geleit durch den Schweren Kreuzer Tuscaloosa und 5 Zerstörer, außerdem läuft der Versorgungstanker Chicopee mit. Am 19.1. startet Ranger die Jäger. Von Accra verlegen diese über Afrika in den Nahen Osten sowie nach Indien und Burma. Rückkehr der Schiffe am 30.1. nach Hampton Roads.

9.1.1943
Nordsee

Die auf dem Weg nach Südamerika befindlichen schwedischen Handelsschiffe Brasil (5368 BRT) und Svea Jarl (10.318 BRT) sinken südlich von Stavanger nach Minentreffern auf deutschen Sperren im Skagerrak.

 

8. Schwerer Kreuzer Prinz Eugen

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9.– 10.1.1943
Indonesien
Der austr. Zerstörer Arunta evakuiert 282 Soldaten und 31 Zivilisten von der von japan. Truppen besetzten Insel Timor nach Port Darwin.

9.– 12.1.1943
Ostsee / Norwegen
Dt. Schlachtschiff Scharnhorst und Schwerer Kreuzer Prinz Eugen, gesichert durch die Zerstörer Friedrich Ihn, Paul Jacobi und Z 24, beginnen in der östlichen Ostsee ihren Verlegungsmarsch nach Norwegen. Nach Passieren des Belts mit Unterstützung von Sperrbrechern werden sie westlich des Skagerrak, nach vorhergehender »Ultra«-Meldung, von der brit. Luftaufklärung erfasst. Die Seekriegsleitung bricht die Verlegung ab, die Großkampfschiffe kehren in die Ostsee zurück, die Zerstörer gehen nach Aarhus. Ansatz starker brit. Verbände des Coastal Command und der 9. U-Flottille mit Seadog, Trespasser, Unruly, Trident, Sickle und dem norw. Uredd bleibt erfolglos.

9.– 19.1.1943
Nordsee
Bei einem Vorstoß der 2. S-Flottille an die britische Ostküste sinkt S 104 vor Lowestoft durch Minentreffer. Bei einem 2. Vorstoß am 18.1. in dasselbe Seegebiet erhält S 109 vor Cromer einen Minentreffer, kann aber eingebracht werden. Brit. Bomber versenken am 18.1. vor Den Helder aus einem dt. Konvoi die schwed. Algeria (1619 BRT). Das Wachboot HH 05/ Deli geht am 19.1. bei Hoek van Holland durch Lufttorpedotreffer verloren.

10.– 31.1.1943
Mittelmeer
Von den bei Marettimo und im Tyrrhenischen Meer eingesetzten brit. U-Booten torpediert Tribune in 2 Anläufen am 10. und 11.1. die französ. Dalny (6673 BRT), Turbulent (Cdr. Linton) versenkt am 11.1. die ital. Vittorio Beraldo (547 BRT), Splendid (LtCdr. McGeogh) am 15.1. die von den T-Booten Groppo, Uragano und Clio gesicherte ital. Emma (7931 BRT), am 19.1. die Commercio (766 BRT) und das ital. Räumboot Cleopatra (72 BRT), ferner versenken Sahib (Lt. Bromage) am 14.1. die franz. Oued Tifled (1194 BRT) und am 21.1. das deutsche U 301 (Kptlt. Körner), Saracen (Lt. Lumby) am 20.1. das Wachboot Maria Angeletta (214 BRT). Unbending (Lt. Stanley) torpediert am 23.1. mit einem 4er-Fächer ein Schleppgeleit mit der ital. Viminale, die am 3.1. in Palermo durch Chariot-Angriff beschädigt worden war und nun zur Reparatur nach Neapel gebracht wird. Nur Schlepper Luni (337 BRT) sinkt, Unbending wird vom dem T-Boot Perseo anschließend mit Wasserbomben heftig unter Beschuss genommen. Am 30.1. versenkt Safari (Cdr. Bryant) bei Kap Scalea die Motorsegler Aniello (77 BRT) und Gemma (67 BRT).

11.– 15.1.1943
Nordmeer
Die brit. Zerstörer Obdurate und Obedient transportieren Schwerverwundete aus der Schlacht am 31.12.42 (Unternehmen »Regenbogen«) von Kola nach Scapa Flow.

12.1.1943
Allgemeine Lage / Kaukasus
Beginn des Rückzugs der 17. dt. Armee (GenOberst Ruoff) aus dem Kaukasus in Richtung auf den Kuban-Brückenkopf.

12.1.1943
Nordpazifik
Schwache US Heereseinheiten (Brig.Gen. Jones) besetzten die Insel Amchitka (Alëuten), um dort einen Flugplatz für Jagdflugzeuge einzurichten. Das Unternehmen wird von TF.8 (RAdm. Theobald) gedeckt. Bei den Operationen geht der Zerstörer Worden durch Strandung verloren.

12.– 19.1.1943
Nordatlantik
Westlich Irland und südlich der Gruppe »Falke« sucht die Gruppe »Habicht« mit den U-Booten U 383, U 303, U 624, U 704, U 438, U 752, U 613, U 186 und U 268 ergebnislos nach dem umgeleiteten Konvoi ONS.160 (EG C2, siehe 1.-19.1.). Schon auf dem Anmarsch versenken U 186 (Kptlt. Hesemann) den brit. Einzelfahrer Ocean Vagabond (7174 BRT), U 268 (Oblt.z.S. Heydemann) am 17.1. die zum Konvoi HX.222 gehörende Walkocherei Vestfold (14547 BRT) mit LCT 2239, LCT 2267 und LCT 2344 an Bord. Der Konvoi wird gesichert von der EG C1 mit den Zerstörern Chesterfield, Vansittart (RN) und St Croix (RCN) und den Korvetten Battleford, Chilliwack, Kenogami, Napanee und Shediac (RCN).

12.– 23.1.1943
Nordatlantik
Im Gebiet nordostwärts Neufundland operiert die Gruppe »Jaguar« mit den U-Booten U 96, U 598, U 266, U 662, U 123, U 413, U 594, U 337 und U 706 gegen die Konvois HX.222 (EG C1, siehe 12.-19.1.) und SC.116 (EG B6 mit den Zerstörern Fame, Ramsey, Viscount, den brit. Korvetten Kingcup, Vervain und den norw. Korvetten Potentilla, Acanthus, Eglantine und Rose), die sicher um die U-Boot-Gruppe umgeleitet werden. Am 15.1. geht U 337 (Oblt.z.S. Ruwiedel) durch FortressG" der RAF-Sq. 206 verloren, und zwar unweit der Konvois ONS.160 (EG C2, siehe 1.-19.1.) und ON.161 (EG B4 mit den Zerstörern Highlander, Beverle, Winchelsea und den Korvetten Anemone, Asphodel, Pennywort, Snowflake). Beide Konvois werden ebenfalls sicher um die Gruppe »Jaguar« herum geleitet. Am 22.1. sichtet U 413 (Kptlt. Poel) den Konvoi SC.117 (Escort Group B3 (Cdr. Tait) mit der neuen Fregatte Swale, dem poln. Zerstörer Garland, den brit. Korvetten Narcissus, Orchis und den franz. Roselys, Lobélia und Aconit). U 413 versenkt den griech. Nachzügler Mount Mycale (3556 BRT), Funkstörungen verhindern einen rechtzeitigen Ansatz der anderen Boote, die zur Suche angesetzte Gruppe »Jaguar« findet den Konvoi nicht wieder, obwohl U 624 (Kptlt. Graf Soden-Frauenhofen) am 25.1. einen weiteren Nachzügler, die brit. Lackenby (5112 BRT), entdeckt und versenkt.

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9. Konferenz von Casablanca: Der Sieg über die U-Boote wird oberstes Ziel der alliierten Kriegführung.

14.1.1943
Norwegen
Dt. U-Bootjäger UJ 1107 (ex-norw. Star XX, 249 BRT) sinkt nach Kollision mit dem Frachter Dessau vor Rotvaer.

14.– 25.1.1943
Allgemeine Lage / Alliierte Mächte
Konferenz von Casablanca zwischen Roosevelt und Churchill sowie den militärischen Führungsstäben der USA und Großbritanniens. Churchill und Roosevelt fordern die »bedingungslose Kapitulation« Deutschlands. Festlegung der weiteren Operationen im Mittelmeerraum: Landung auf Sizilien nach der Eroberung Tunesiens. Der Sieg über die dt. U-Boote wird an die Spitze der Prioritätsliste der alliierten Kriegführung gesetzt.

14.1.– 17.2.1943
Luftkrieg Westeuropa
Das RAF Bomber Command (Luftmarschall Arthur Harris) erhält den Befehl, Großangriffe auf die dt. U-Boot-Basen Lorient, St. Nazaire, Brest und La Pallice durchzuführen. In den Nächten vom 14./15.1., 15./.16.1., 23./24.1., 26./27.1., 29./30.1., 4./5.2., 7./8.2., 13./14.2. und 16./17.2. fliegt die RAF mit den Gruppen 1, 4 und 6 eine Serie von 9 Flächenbombardements gegen den franz. Hafen und zugleich größten dt. U-Boot-Stützpunkt Lorient. Beteiligt sind 1936 Wellingtons, Stirlings, Halifaxes und Lancasters. Bei den Angriffen gehen 27 Maschinen verloren. Beim Angriff am 14./15.1. wird der U-Boot-Jäger UJ 1406/ Mob-FD 4 versenkt. Am 23.1. fliegt die 8. US-Luftflotte Tagesangriffe gegen Lorient und Brest, bei letzterem wird das Minenräumboot R 44 versenkt. Bei einem Luftangriff am 29.1. auf St. Peter Port wird der Hilfsminensucher M 4606 versenkt.

15.1.1943
Indischer Ozean
Bei einem Luftangriff von B-24 Bombern der 10. Luftflotte USAAF auf den japanischen Konvoi-Verkehr zwischen den Andamanen Inseln und Rangoon wird der Transporter Nichimei Maru (4693 BRT) versenkt. Das Schiff hat 965 holländische Kriegsgefangene an Bord, von denen etwa 40 ertrinken (Quelle).

15.– 19.1.1943
Nordsee
Die dt. Zerstörer Friedrich Ihn, Paul Jacobi, Z 24, Karl Galster und Z 25 suchen erfolglos nach norw. Frachtschiffen, die von Göteborg nach Großbritannien durchzubrechen versuchen. Bevor sie abgefangen werden können, kehren die Schiffe zurück.

15.1.– 19.2.1943
Mittelmeer
Vom 15. bis 21.1. fliegen B-24 Bomber der 9. Luftflotte USAAF Angriffe auf Tripolis und zerstören 5 ital. Frachter mit 27.930 BRT sowie die dt. Reichenfels (7744 BRT), die als Blockschiffe genutzt werden sollten. In der Nacht zum 19.1 entsendet das britische U-Boot Thunderbolt (LtCdr. Crouch) 2 Chariots zum Angriff auf Frachter im Hafen von Tripolis. Während Chariot XII abbrechen muss, gelingt es Chariot XIII (SubLt. Stevens) in den Hafen einzudringen. Weil das avisierte Ziel, der Frachter San Giovanni Battista, bereits als Blockschiff versenkt worden ist, torpediert es erfolgreich die Giulia (5921 BRT). Am 23.1. besetzen brit. Truppen Tripolis.

Die brit. »Inshore Squadron« versorgt die durch Tripolitanien vormarschierende brit. 8. Armee. Gegen diesen Verkehr operieren einzelne deutsche U-Boote vor der Cyrenaika. Dabei greift U 617 (Kptlt. Brandi) am 13.1 und 15.1. aus 2 Konvois 4 Schiffe an, von denen die griech Annitsa (4324 BRT) und die norw. Harboe Jensen (1862 BRT) versenkt werden. Nach der Eroberung von Tripolis durch die brit. 8. Armee laufen kombinierte Konvois Malta und Tripolis an. (Forts. 5.2.-4.3.).

Bei brit. U-Boot-Operationen in der Adria versenkt Tigris (LtCdr. Colvin) am 21.1. Città di Genova (5413 BRT). Nördl. Kreta versenkt das griech. U-Boot Papanikolis (LtCdr. Roussen) am 18.1. mit Artillerie 2 Segler. Vor der Palästina-Küste versenkt am 23. und 25.1. U 431 (Oblt.z.S. Schöneboom) 4 Segler. Am 16.1. sinkt der dt. U-Jäger UJ 2103 (ex griech. Paralos) auf einem Riff vor Euböa.

17.– 29.1.1943
Nordmeer
Konvoi JW.52 läuft am 17.1. mit 15 Schiffen von Loch Ewe aus. Western Local Escort vom 17. bis 21.1. durch die Zerstörer Blankney, Ledbury, Middleton.. Ocean Escort vom 17. bis 27.1. durch die Korvetten Lotus, Starwort, den Minensucher Britomart und die UJ-Trawler Northern Pride und St.Elstan. Ab 21.1. Geleitsicherung durch die Zerstörer Onslaught (Cdr. Shelby), Beagle, Bulldog, Matchless, Musketeer, Offa und die poln. Piorun. Nahdeckung durch die Kreuzer Bermuda, Glasgow und Kent. Ferndeckung am 23./24.1. mit Schlachtschiff Anson (Adm Fraser), Kreuzer Sheffield, Zerstörer Echo, Eclipse, Faulknor, Inglefield, Montrose, Queenborough, Raider und der poln. Orkan. Die brit. U-Boote Trident, Sickle, Tactician und die sowj. U-Boote K-3, K-22, L-20, S-102, M-119, M-171 operieren in Flankenaufstellungen vor der norweg. Küste.

 

10. BV 138 wird von Schleuderschiffen gestartet, um Treibstoff zu sparen und die Reichweite zu vergrößern

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Der Konvoi wird am 23.1. von einem BV 138-Flugboot der K.Fl.Gr.706 gemeldet. Am 24.1. greifen 4 von 5 angesetzten He 115 T-Flugzeugen der 1./K.Fl.Gr.406 den Konvoi erfolglos bei 2 Verlusten an. Die angesetzten U-Boote werden von der Escort Group unter geschickter Ausnutzung von HF/DF-Peilungen ausmanövriert, nur U 622 (Kptlt. Queck) kommt zu einem erfolglosen Angriff auf den Konvoi, U 625 (Oblt.z.S. Benker) verfehlt die Kent und Bermuda. Am 25.1. wird der Konvoi nochmals von der Luftaufklärung erfasst, jedoch nicht angegriffen. 5 sowj. Zerstörer nehmen den Konvoi auf, der am 27.1. in den Kolafjord einläuft. In der Barentssee versenkt U 255 (Kptlt. Reche) am 26.1. den sowj. Dampfer Ufa (1892 BRT) und am 29.1. die einzeln nach England laufende sowj. Krasny Partizan (2418 BRT).

Konvoi RA.52 läuft am 29.10 mit 10 Schiffen vom Kolafjord aus (Forts. 1.-5.2.). Die zu Flankenaufstellungen eingesetzten alliierten U-Boote greifen vor, zwischen und nach dem Ansatz den dt. Küstenverkehr an. Das norweg. U-Boot Uredd (Lt. Rören) verfehlt dabei vor Aalesund am 17.1. das S-Boot-Begleitschiff Adolf Lüderitz. Am 20.1. führen die sowj, Zerstörer Baku und Razumny unter Kpt. 1.Rg. Kolchin einen Vorstoß gegen die Polarküste und haben vor dem Syltefjord ein kurzes erfolgloses Gefecht mit dem zur Auslegung einer Flankenminensperre marschierenden Minenschiff Skagerrak, den M-Booten M 322, M 303 und den U-Jägern UJ 1104 und UJ 1105. Erfolglos operieren die sowj. U-Boote Shch-404 vor Svaerholt sowie Shch-402 und M-172 im Varangerfjord. Am 29.1. torpediert M-171 (Kpt. 3.Rg. Starikov) vor dem Kongsfjord den Transporter Ilona Siemers (3243 BRT) im Geleit von V 5906.

 
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11. U 66 verläßt Lorient 

17.1.– 1.2.1943
Mittelatlantik
Nach Versorgung aus U 463 (KKpt. Wolfbauer) bilden U 571, U 620, U 575, U 381, U 436, U 442, U 552, U 511, U 125 und U 514 die Gruppe »Delphin« südlich der Azoren gegen US-Gibraltar- Konvois. Ab 24.1. treten U 202, U 558, U 87, U 264 und U 258 hinzu. Vom Konvoi UGS.4 (48 Schiffe, gesichert von TF.38 mit den Zerstörern Plunkett, Niblack, Benson, Gleaves, Mayo, Kendrick) werden nur 3 Nachzügler versenkt, und zwar am 25.1. City of Flint (4963 BRT) von U 575 (Kptlt. Heydemann), am 27.1. US Liberty- Schiff Charles C. Pinckney (7177 BRT) von U 514 (Kptlt. Auffermann) und Julia Ward Howe (7176 BRT) von U 442 (KKpt. Hesse). Ab 22.1. bilden U 218, U 521, U 43, später auch U 66 und U 108 im Gebiet der Kanarischen Inseln die Gruppe »Rochen«. Nach Absetzen eines franz. Agenten und zweier V-Leute in Spanien versenkt U 66 (Kptlt. Markworth) am 1.2. den frz. Fischlogger Joseph Elise (113 BRT). 

18.– 19.1.1943
Nordpazifik
Die US TG.8.6 (RAdm. McMorris) beschießt mit den Kreuzern Indianapolis und Richmond sowie den Zerstörern Bancroft, Caldwell, Coghlan und Gillespie Attu (Alëuten).

18.1.– 1.3.1943
Südpazifik
Bei Aufklärungsunternehmungen nach Nouméa, Auckland und in die Torres-Straße versenkt das japan. U-Boot I-10 (KKpt. T. Yamada) am 29.1. den US Frachter Samuel Gompers (7176 BRT) und torpediert am 1.3. den US Tanker Gulfwave (7141 BRT). I-8 (Kpt.z.S. Uchino) beschießt am 23.und 30.1. die Insel Canton. Vor der austral. Küste versenkt I-21 (FKpt. Matsumura) am 18.1. bei Sydney die austr. Kalingo (2051 BRT) und beschädigt den US Tanker Mobilube (10.222 BRT) so stark, dass er zum Totalverlust wird, ebenso ergeht es am 22.1. der amerik. Peter H Burnett (7176 BRT). Am 8.2. versenkt das Boot im selben Operationsgebiet die brit. Iron Knight (4812 BRT) aus dem Konvoi OC.68 und am 10.2. die amerik. Starr King (7176 BRT). I-18 (KKpt. Muraoka) setzt am 25.1. vor Espiritu Santo ein Klein-U-Boot aus (kein Erfolg) und wird am 11.2. beim Versuch, einen US-Verband mit dem Kreuzer Helena und den Zerstörern Fletcher und O´Bannon anzugreifen, versenkt. Von Rabaul aus operieren im Gebiet der Salomonen und vor Neu Guinea Ro-100, Ro-101, Ro-102 und Ro-103.

19.1.1943
Mittelmeer
Der ital. Minensucher Eso (ex jug. Sokol) sinkt östlich von Djerba durch Torpedotreffer eines brit. Marineflugzeuges.

19.– 24.1.1943
Norwegen
Die in Lerwick (Shetlands) stationierte norweg. 30. MTB-Flottille führt mit MTB 618, MTB 619, MTB 620, MTB 623, MTB 625, MTB 626, MTB 627 und MM 630 mehrere Vorstöße gegen dt. Marine-Signalstellen im Sognefjord, auf Stord und im Korsfjord. Angriffe auf Dampfer schlagen fehl.

22.– 26.1.1943
Nordatlantik
Aus den brennstoffstarken U-Booten der Gruppe »Falke« wird südostwärts Grönland die Gruppe »Haudegen« mit U 414, U 606, U 607, U 226, U 403, U 525, U 69, U 201, U 383, U 303, U 624, U 704, U 438, U 752, U 613, U 186, U 268, U 358, U 707, U 223 und U 466 gebildet. Noch auf dem Anmarsch greift U 358 (Kptlt. Manke) am 22.1. den nach Reykjavik laufenden Konvoi UR.59 an und versenkt die schwed. Neva (1456 BRT).

Am 26.1. sichten U 266 und U 383 Escorts des im Sturm teilweise zerstreuten Konvois HX.223, U 466 horcht den Konvoi (24 Schiffe, Escort Group A3 [Cdr. Heineman] USCG Cutters Spencer, Campbell, Korvetten HMS Dianthus und HMCS Rosthern, Trillium und Dauphin). U 358 versenkt einen Nachzügler, den norw. Tanker Nortind (8221 BRT), U 607 (Kptlt. Mengersen) das Wrack des im Sturm durchgebrochenen norw. Tankers Kollbjörg (8259 BRT), das bereits sinkt, als ein weiterer Fangschuss von U 594 trifft.

22.– 28.1.1943
Nordatlantik
Aus den brennstoffschwachen ehem. »Falke«-Booten wird die Gruppe »Landsknecht« mit den U-Booten U 267, U 465, U 609, U 402, U 187, U 262, U 454, U 553, U 456, U 614, U 632, U 257, U 404, U 584, U 571, U 71, U 444, U 384, U 631 und U 333 gebildet, die westl. Irland ohne Erfolg operiert. Ab 28.1. treten die meisten Boote den Rückmarsch an, U 553 (Kptlt. Thurmann) wird seither vermisst.

23.1.1943
Mittelatlantik
Bei Operationen im Gebiet von Dakar und Freetown versenkt U 175 (Kptlt. Bruns) den US Einzelfahrer Benjamin Smith (7177 BRT).

23.1.– 8.2.1943
Ostsee / Norwegen
Unternehmen »Domino«: Neuer Versuch, das dt. Schlachtschiff Scharnhorst und den Kreuzer Prinz Eugen aus der Ostsee nach Norwegen zu führen. Sicherung durch die Zerstörer Z 37 und Erich Steinbrinck aus der östl. Ostsee sowie Paul Jacobi, Z 24 und Z 25, die aus Kristiansand Süd kommen. Der Verband wird am 25.1. durch brit. Aufklärungsflieger gesichtet und kehrt zurück in die Ostsee, die Zerstörer laufen zurück nach Kristiansand Süd. Die Kreuzer Admiral Hipper und Köln verlassen zusammen mit den Zerstörern Richard Beitzen, Z 29 und Z 30 den Altafjord um nach Deutschland zu verlegen. Der Verband macht am 25.1. Halt in Narvik sowie vom 30.1.-2.2. in Trondheim, am 6.2. werden im Skagerrak norw. Blockadebrecher gesucht, am 8.2. läuft der Verband in Kiel ein. Die Zerstörer Paul Jacobi, Erich Steinbrinck, Z 24 und Z 25 werden auf ihrem Weg von Kristiansand nach Bergen durch brit. Torpedoflieger angegriffen. Am 8.2. erhalten die Zerstörer der 8. Z-Flottille, Z 23, Z 24, Z 25 und Z 37, den Befehl zur Rückkehr, um in die Biskaya zu verlegen. Gegen die deutschen Schiffbewegungen werden am 26.1. das brit. U-Boot Seadog, das niederl. O-15 und das franz. Junon aufgestellt, diese werden später vom brit. Ultor und dem poln. Sokol abgelöst.

24.1.1943
Westatlantik
US U-Jäger PC 576 rettet 3 Überlebende des niederl. Passagierschiffs Zaandam, das bereits am 2.11.42 versenkt wurde, nach 83 Seetagen, wobei sich die Überlebenden von rohem Fisch, Treibgut und Regenwasser ernährt hatten.

24.– 30.1.1943
Nordsee
Am 24.-25.1. stoßen 16 dt. S-Boote der 2., 4. und 6. S-Flottille bei einem Angriffsversuch gegen einen brit. Konvoi vor Lowestoft auf die Zerstörer Mendip und Windsor und werden abgedrängt. Vom 24.-28.1. werfen die dt. Minenschiffe Ostmark und Roland zwei Minensperren vor dem Skagerrak, 4 Boote der 17. Vp-Flottille fahren Sicherung. Am 30.1. strandet das Vorpostenboot V 1109/ Mähren im Sturm bei Hanstholm (Jütland), bei Hilfeleistung gerät V 1102 ebenfalls auf Strand. V 1109 kann geborgen werden, V 1102/ Gleiwitz geht verloren.

 
 

13. Admiral Dönitz bei einem Besuch Hitlers im FHQ »Wolfsschanze«

27.1.– 4.2.1943
Luftkrieg Deutschland
Am 27.1. führen 55 B-17-Bomber der 8. US-Luftflotte ohne Jagdschutz ihren ersten Tagesangriff auf deutschem Gebiet durch: Ziel Wilhelmshaven. U 769 und U 770 werden so schwer beschädigt, daß sie unfertig abgebrochen werden müssen. In den Nächten vom 30./31.1. und 3./4.2. erstmals Angriffe des RAF Bomber Command mit 184 bzw. 263 Flugzeugen unter Einsatz des H2S-Radars auf Hamburg. 16 Maschinen gehen verloren.

29.1.1943
Norwegen
Hampdens der Sqns 445 RAAF und 489 RNzAF versenken bei Stavanger den norw. Frachter Kaldenes (ex Mosbay, 3548 BRT); nach 3 Lufttorpedotreffern sinkt das Schiff innerhalb von 1 Minute.

30/ 31.1.1943
Luftkrieg Nordafrika
Luftangriffe der 12. Luftflotte USAAF mit B-17 Bombern auf Bizerta. Der ital. Minensucher Unie (ex jug. Kobac) wie auch der it. Frachter Noto (ex franz. Djebel Nador, 3168 BRT) werden am 30.1. zerstört. Am 31.1. sinken die ehem. franz. Unterseeboote Calypso und Nautilus und und der ital. Frachter Spoleto (ex franz. Caledonien, 7960 BRT). Bei Luftangriffen der RAF an der tunes. Küste sinken die ital. Vercelli (ex franz. Brestoise, 3097 BRT) und die Parma (ex-franz. Villiers, 2448 BRT).

31.1.1943
Allgemeine Lage / Deutschland
Hitler ernennt den Befehlshaber der U-Boote, Admiral Dönitz, unter Beförderung zum Großadmiral anstelle des zurückgetretenen Großadmirals Raeder zum Oberbefehlshaber der Kriegsmarine.

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Chronik des Seekrieges
Fortsetzung im Text