Einsatz der französischen Flotte
Nach dem 1. Weltkrieg orientierte sich die Flottenpolitik Frankreichs vorwiegend an einem möglichen Einsatz gegen Italien.
| 1 .Flugzeugträger. |
7 .Schlachtschiffe. |
2 .Schlachtkreuzer. |
7 Schw. Kreuzer |
| 8 Leichte Kreuzer |
60 .Zerstörer. |
12 .Torpedoboote. |
78 .U-Boote. |
| Die Seeluftwaffe verfügte über 320 Träger-, Land- und Seeflugzeuge | |||
Ab Kriegsbeginn 1939 Einsatz zum Schutz des eigenen Seehandels und der Truppentransporte von Nordafrika, Sicherung der französischen Westküste und der militärischen Bewegungen zwischen Großbritannien und Frankreich im Ärmelkanal. Unterstützung Großbritanniens bei Norwegenunternehmungen.
Im Mittelmeer nach der italienischen Kriegserklärung Beschießung von kriegswichtigen Anlagen an der italienischen Riviera (15.6.1940) und Bardias/Cyrenaika (21.6.1940)
Nach der Kapitulation Frankreichs stellte sich die Frage nach dem Schicksal seiner Flotte. Für Großbritannien war es von großer Bedeutung, daß diese Schiffe nicht in die Hände der Deutschen fielen, denn sie hätten die Schlagkraft der Kriegsmarine nach ihren Verlusten in Norwegen mehr als verdoppelt. Um die Übernehme französischer Seestreitkräfte durch Deutschland zu verhindern, ging die britische Marine offensiv gegen ihren einstigen Bündnispartner vor.
Britischer Vorstoß gegen die französische Flotte
Am 3. Juli 1940 erschien die Force H (VAdm. Sir J. Somerville) vor Oran. Dem französischen Befehlshaber, Adm. Gensoul, wurde ein Ultimatum übermittelt, sich entweder den Briten anzuschließen, seine Schiffe zu entwaffnen oder an ihren Liegeplätzen selbst zu versenken. Gensoul weigerte sich zu antworten, machte seine Schiffe gefechtsbereit und rief alle anderen französischen Einheiten zu Hilfe. Nach Ablauf des Ultimatums wurden die in brit. Häfen liegenden Einheiten gewaltsam besetzt und das in Mers-el-Kebir liegende Geschwader von der Force H zusammengeschossen (1147 Tote). Allein dem Schlachtkreuzer Strasbourg gelang der Ausbruch auf die offene See, er erreichte trotz britischer Verfolgung sicher Toulon. Am 7. Juli wurde das Alexandria-Geschwader zur Abrüstung gezwungen. Am 8. Juli wurde in Dakar die Richelieu von britischen Einheiten außer Gefecht gesetzt (Chronik, 3.7.40)
Doch die Vichy-Besatzung in Dakar blieb für die alliierten Verbindungslinien im Mittleren Atlantik auch weiterhin eine Bedrohung. Deshalb sollten frei-französische Truppen - die Force M unter General de Gaulle - Dakar und das übrige Gebiet Französisch Westafrikas besetzen. Die Force M verließ England am 31. August und erreichte am 23. September Dakar. Die Hoffnung, das Unternehmen "Menace" durchführen zu können, ohne auf Widerstand der Vichy-Truppen zu stoßen, erfüllte sich nicht (Chronik, 23.-25.9.40). Als offenbar wurde, daß eine Landung nicht möglich war, wurde das Unternehmen abgebrochen.
Forces Navales Francaises Libres
Das Vorgehen der Briten hatte bei der französischen Flotte starke Ressentiments ausgelöst. Im August 1940 besetzten Angehörige der Marine, die sich General de Gaulle angeschlossen hatten, die in Großbritannien liegenden Einheiten der französischen Flotte und bildeten unter Admiral Muselier die Forces Navales Francaises Libres, die bis 1943 über 68 Einheiten mit 8000 Mann verfügte und aus brit. und amerikan. Beständen Ergänzungen erhielt.
Selbstversenkung der Flotte
Am 27. November 1942 wurde Toulon vom II. SS-Panzerkorps besetzt (Unternehmen "Lila"). Auf Befehl des Flottenchefs Admiral de Laborde versenkten sich die in Toulon liegenden französischen Kriegsschiffe selbst (Chronik, 27.11.42). Die deutsche Marine war auf Grund einer Weigerung des GAdm. Raeder an der Unternehmung nicht beteiligt.
Am 15. August 1943 wurde die F.N.F.L. aufgelöst und mit der französischen Restflotte verschmolzen. Bis dahin hatten die frei-französischen Schiffe sich an allen Unternehmungen gegen die französischen Kolonien und aktiv am Atlantikkrieg beteiligt. 1943-1945 weiterer Einsatz auf der Seite der Alliierten.
Literaturhinweise:
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