1944 November

 

 

 

November 1944
Nordsee / Funkaufklärung
Die dt. Seestreitkräfte in der Nordsee erhalten ihren eigenen Funkschlüssel »Barbara«, der von den Alliierten bis Kriegsende nicht entschlüsselt wird.

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1. Halbinsel Walcheren - Schelde - Antwerpen

1.11.1944
Luftkrieg Japan

Erstmals ein von Saipan gestartetes amerikanisches Aufklärungsflugzeug über Tokio.

1.11.1944
Nordsee
Operation »Infatuate«: Landung der 152. Brigade der 52. brit. Inf. Div. (MajGen. Hakewell-Smith), des 4. Commandos, des 10. Interalliierten Commandos und der 4. Special Service Brigade (RM Cdos. 41, 47, 48) auf der Insel Walcheren in der Scheldemündung. Die von der dt. 70. Inf. Div. (LtGen. Daser) verteidigte Insel sperrt mit ihren Küstenbatterien die Zufahrt nach Antwerpen. Beschießung durch das Schlachtschiff Warspite und die Monitore Erebus und Roberts. Bei der Operation, die am 8.11. mit der Kapitulation der dt. Besatzung endet, gehen folgende alliierte Landungsfahrzeuge verloren: LCT 789, LCT 839, LCT 1133, LCT 7011, LCG 1, LCG 2, LCG 101, LCG 102, LCF 37, LCF 38, 10 LCA, 1 LCI, 2 LCP und 3 LCS. Auf deutscher Seite erfolgt in der Nacht zum 1.11. in der Westerschelde ein Einsatz der K-Flottille 215 mit 2 »Linsen«- Rotten, die aus dem feindlichen Übersetzverkehr einen Munitionstransporter von 1500-2000 BRT, einen Scheinwerferprahm und einen Flakleichter vernichten.

1.– 13.11.1944
Westliches Mittelmeer
US Minensucher operieren vor der französischen Côte d'Azur, abwechselnd gedeckt von den Zerstörer USS Benson und FFS Forbin. Sie geraten unter Beschuss feindlicher Küstenbatterien. USS Benson trifft Vorbereitung zur Beschießung feindlicher Truppenansammlungen, Unterkünfte und Kommandoposten, gerät jedoch unter heftiges Abwehrfeuer. Im Schutz einer Nebelwand läuft der Zerstörer ab und verlegt nach kurzem Aufenthalt in Toulon vor die italienische Riviera.

1.– 16.11.1944
Nordsee

Zur Abwehr der brit. Operation »Infatuate« gehen die 8., 9. und 10. S-Flottille am Abend des 1.11. in See. Als einzige Flottille kommt die 9. S-Flottille (KKpt. von Mirbach) mit S 175, S 207 und S 167 zum Schuss. Die Boote versenken am 2.11. vor Ostende den brit. Tanker Rio Bravo (1141 BRT) und den Navy-Trawler Colsay (554 BRT). In der gleichen Nacht kommt es zu einem Gefecht zwischen brit. MTBs und dt. Vp.-Booten. Am 15./16.11. erfassen brit. MTB und die Geleitzerstörer Retalick und Thornborough in der Scheldemündung 6 Boote der dt. 9. S-Flottille, die zu einem Minenunternehmen ausgelaufen waren, und zwingen sie im Gefecht zur Umkehr, S 168 wird beschädigt. Am 16./17.11. Minenunternehmung der 8. S-Flottille (KKpt. Zymalkowski) mit 5 Booten an der englischen Ostküste vor der Humber-Mündung (Hümmelchen, S. 194/1). Auf diesen Minen werden am 19.11. die niederl. Saparoea (6668 BRT), am 12.2. die brit. City of Lincoln (8039 BRT) und am 28.2. die brit. Cydonia (3517 BRT) beschädigt. Wegen der Wetterlage finden weitere S-Boot-Einsätze bis zum Monatsende nicht statt.

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2. Minenleger Kiebitz (ex Ramb III) sinkt

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1.– 20.11.1944
Mittelmeer / Adria

Die brit. Geleitzerstörer Wheatland und Avon Vale versenken am 1.11. südlich Lussino aus einem Hinterhalt heraus das dt. T-Boot TA 20 (ex-ital. Audace) und die Korvetten UJ 202 (ex-ital. Melpomene) und UJ 208 (ex-ital. Spingarda). Am 3.11. führt das Minenschiff Kiebitz (ex-ital. Ramb III), gesichert durch die T-Boote TA 40, TA 44 und TA 45 eine Minenunternehmung in der nördlichen Adria durch, dabei Abwehr von Jaboangriffen. Bei einem US-Luftangriff auf Fiume werden am 5.11. das T-Boot TA 21 (ex-ital. Insidioso), die Kiebitz und das Geleitboot G 104 versenkt. Vom März bis November 1944 hatte die Kiebitz, teilweise mit Unterstützung des Minenschiffs Fasana, ca. 5000 Minen in der Adria gelegt. Am 14.11. beschießen die brit. Zerstörer Brocklesby und Wheatland Bar (Montenegro) in der Adria. Am 17.11. wiederholen die Zerstörer Eggesford und Lauderdale den Vorstoß. Am 20.11. versenkt eine Rotte der 3. S-Flottille (Kptlt. G. Schulz) vor Ancona 2 jugosl. Motorsegler.

1.– 25.11.1944
Nordatlantik / Kanal
Vor Reykjavik verfehlt U 300 (Oblt.z.S. Hein) am 1.11 einen Einzelfahrer und versenkt am 10.11. aus dem Konvoi UR.142 den brit. Tanker Shirvan (6070 BRT) und auch den isländischen Frachter Godafoss (1542 BRT), der zur Rettung Überlebender herankommt. Ebenfalls im Gebiet vor Reykjavik verfehlt U 979 (Kptlt. Meermeier) vom 23.11.-1.12. je einen bewaffneten Trawler, 1 Einzelfahrer und 1 Fregatte. Ab 10.11. wird U 396 (Oblt.z.S. Unterhorst) zum Wetterboot im Nordatlantik.

Im Nordkanal torpediert U 483 (Kptlt. v. Morstein) am 1.11. in der Irischen See den brit. DE Whitaker, der eingeschleppt, aber Totalverlust wird. Am 11.11. wird U 1200 (Oblt.z.S. Mangels) südlich von Irland von den Korvetten Pevensey Castle, Portchester Castle, Launceston Castle und Kenilworth Castle versenkt.

Im Kanal greift U 978 (Kptlt. Pulst) am 19.11. einen Frachter von 7000 BRT an und beobachtet die Versenkung, der Erfolg bleibt aber ungeklärt, am 21.11. sinkt die brit. Empire Cutless (7177 BRT) auf einem US-Minenfeld vor der Normandie, am 23.11. vernichtet U 978 aus dem Konvoi TMC.44 den amerikan. Liberty-Frachter William D. Burnham (7176 BRT). U 773 und U 722 führen Transportunternehmen zu der eingeschlossenen Festung St. Nazaire durch.

Gegen dt. Schnorchel-U-Boote operieren seit Ende September brit. und kanad. Support Groups in der Shetland-Faröer-Island-Enge. Auf dem Ausmarsch in den Nordatlantik wird am 24.11. U 482 (Kptlt. Graf von Matuschka) westlich der Shetlands durch die norweg. Sunderland ‚G' der Sq. 330 mit Radar geortet und am 25.11. früh von der herbei geführten Fregatte Ascension der 5th Support Group versenkt. Vor der Cabot-Straße versenkt U 1228 (Oblt.z.S. Marienfeld) am 25.11. die einzeln fahrende Korvette Shawinigan.

1.– 28.11.1944
Norwegen
Angriffe auf die dt. Küstenschiffahrt. Am 1.11. versenken die norweg. MTB 712 und MTB 709 im Sogne-Fjord die dt. Vorpostenboote V 5525 und V 5531. Am 13.11. greifen die brit. MTB 688 und MTB 627 am Südausgang des Krakhelle Sund im Sogne-Fjord einen dt. Geleitzug an. Von den 2 Dampfern werden 4 Torpedos ausmanövriert. Die Sicherungsboote KUJ 2 (leicht beschädigt), KUJ 4 und V 1512 drängen die Schnellboote ab. Am 27.-28.11. greifen die norweg. MTB 715 und MTB 623 vor Sognefjord erfolglos einen dt. Vp.-Verband mit V 5514, V 5527 und RA 203 an. Eine zweite Gruppe mit MTB 717 und MTB 627 greift einen dt. Geleitzug an und torpediert den Dampfer Weilheim (5455 BRT), der aufgesetzt werden muss, später aber ins tiefe Wasser rutscht und sinkt. Die Geleitfahrzeuge V 5303, V 5312 und R 312 erzielen Treffer auf den MTBs.

Am 8.11. sichten 25 Beaufighter der 144 RAF Sqn. und 404 RCAF Sqn. des »Dallachy Strike Wing« im Midtgulenfjord einen dt. Konvoi. Beim folgenden Angriff versenken sie die Dampfer Aquila (3495 BRT) und Helga Ferdinand (2566 BRT) mit Raketen und beschädigen die Geleitboote V 5114 und V 5115. Dem Luftangriff fällt ungewollt auch der norw. Routendampfer Famnaeses (307 BRT) zum Opfer. Mittschiffs bricht Feuer aus, das Schiff muß auf Strand gesetzt werden und 8 Personen werden getötet.

Operation »Counterblast«: In der Nacht vom 12./13.11. greift, gestützt auf »Ultra«-Meldungen, ein brit. Flottenverband (RAdm McGrigor) mit dem Schweren Kreuzer Kent, dem Leichten Kreuzer Bellona sowie den Zerstörern Myngs, Verulam, Zambesi und Algonquin (kanad.) vor dem Lister-Fjord (südöstl. Egersund) den dt. Geleitzug KS-357-ST an. Von den 4 Frachtern des Geleits sinken Greif (996 BRT) und Cornouaille (frz.., 3324 BRT), von den 6 Sicherungsfahrzeugen die Minensuchboote M 427 und M 416 sowie die Kriegs-U-Jäger UJ 1221 (ex KUJ 15), UJ 1223 (ex KUJ 25) und UJ 1713 (ex KUJ 14). Rettungsmaßnahmen am Vormittag des 13.11. werden durch Luftangriffe von Mosquitos der 235 und 248 RAF Sq »Banff Strike Wing« unterbrochen. Räumboot R 32 und Flugsicherungsboot Fl.B 529 gehen verloren, UJ 1754 wird beschädigt. Beaufighter der 144 RAF Sq. schießen im Rekkefjord den norw. Frachter Rosenburg (1964 BRT) in Brand. Am 14.11. versenken Mosquitos der 143, 235 und 248 Sq. RAF den norw. Trawler Sardinen (177 BRT) und beschädigen den kleinen Frachter Gula (264 BRT).

Bei einem Raid von Flugzeugen des brit. Geleitträgers Pursuer, Sicherung durch Kreuzer Euryalus und die Zerstörer Caesar, Nubian, Venus und Zephyr, wird am 14.11. vor Trondheim das dt. Vp.-Boot V 6413 versenkt. Am 20.11. werfen 8 Avenger der FAA-Sq. 856 des Trägers Premier unter der Sicherung von 16 Wildcats der FAA-Sq. 881 der Pursuer Minen vor Haugesund. Die Träger werden vom Kreuzer Diadem und den Zerstörern Onslaught, Scorpion, Scourge und Zealous gesichert. Am 27.11. greifen Flugzeuge des brit. Trägers Implacable vor Mosjöen (nördl. Namsos) ein südgehendes dt. Geleit an und vernichten die norweg. Frachter Rigel (3828 BRT) – von 2721 Mann, darunter 2248 russische Gefangene, werden nur 415 gerettet – und Korsnes (1795 BRT) sowie den ankernden dt. Frachter Spree (2867 BRT). Sicherung des Trägers durch den Leichten Kreuzer Dido und die Zerstörer Myngs, Scourge, Zephyr, Scorpion, Sioux (kanad.) und Algonquin (kanad.). Am 27.11. versenken brit. Torpedoflugzeuge bei Aalesund den dt. Frachter Fidelitas (5739 BRT) und beschädigen die Jersbek (2800 BRT).

Vier neue brit. U-Boote unternehmen Aufklärungspatrouillen vor Norwegen, bleiben aber, ebenso wie die norw. Ula und die poln. Sokol, ohne Feindberührung. Nur Venturer (Lt. Launders) versenkt am 11.11. nördl. der Lofoten das dt. U 771 bei dessen Rückkehr aus dem Nordmeer (U-Gruppe »Panther«). Das franz. U-Boot Rubis (CLdr Rousselot) wirft am 24.11. im Egersund eine Minensperre, auf der am gleichen Tag der norw. Dampfer Castor (1683 BRT) beschädigt wird.

1.– 29.11.1944
Südwestpazifik
Fortsetzung der Kämpfe um Leyte. Im Leyte-Golf richten sich Angriffe jap. Flugzeuge und Kamikaze-Flieger gegen die zur Unterstützung der 6. Armee eingesetzten Schiffe. Am 1.11. greifen 7 Kamikazes an und versenken den Zerstörer Abner Read und beschädigen die Zerstörer Anderson, Claxton und Ammen; Killen und Bush erhalten Bombentreffer von Flugzeugen der 702 Kokutai. Am 2.11. greifen jap. Bomber der 701 Kokutai den Flugplatz Tacloban an und versenken das Geleitboot PCER 848 und beschädigen 1 Transporter. Auf Leyte werden die jap. Verteidiger (16. Inf. Div., GenLt. Makino †) durch Einheiten der 35. Armee (GenLt. Suzuki), Teile der 102. und der 1. Inf. Div. sowie kleinere Kontingente verstärkt, die in Ormoc gelandet werden. Die Task Force 38 (VAdm. Mitscher) muß erneut eingreifen. Zur Unterstützung der Schiffe im Leyte-Golf werden am 1.11. die TG.34.5 mit den Schlachtschiffen New Jersey, Iowa, den Kreuzern Biloxi, Vincennes, Miami und 6 Zerstörern mit der TG.38.2 entsandt, jedoch am 2.11. zurück gerufen, um mit der Task Force 38 (3 Gruppen ohne 38.4) Luzon anzugreifen. Auf dem Marsch wird am 3.11. der Kreuzer Reno durch das jap. U-Boot I-41 (Kptlt. Kondo) torpediert, er wird mit 4 Zerstörern nach Ulithi detachiert. Am 3.11 wird der Frachter Matthew P. Dready bei einem Kamikaze-Angriff beschädigt.

Am 5. und 6.11. greifen die TG.38.1 mit Wasp, Hornet, Monterey, Cowpens, die TG.38.2 mit Intrepid, Hancock, Cabot, Independence und die TG.38.3 mit Lexington, Langley und der neuen Ticonderoga Luzon an. Bei 25 eigenen Verlusten werden über 400 jap. Flugzeuge zerstört, außerdem werden in der Manila-Bucht der Kreuzer Nachi und das Wachboot No.107 durch Flugzeuge der Lexington, Essex und Langley versenkt. An der Westküste von Luzon vor Santa Cruz trifft TG.38.1 mit der Artillerie den Zerstörer Akebono, die Fregatte Okinawa, das Landungsschiff T-111 und drei weitere Schiffe, der Kreuzer Kumano wird durch eine U-Boot-Gruppe (Cdr. Chapple) mit Guitarro, Bream, Raton und Ray mit nicht weniger als 9 Torpedos von 23 getroffen, kann jedoch noch aufgesetzt werden. 12 jap. Kamikaze-Flugzeuge greifen die TG.38.3 an und beschädigen die Lexington schwer. Am 6.11. versenken Flugzeuge des Trägers Ticonderoga einen beschädigten Tanker. Weitere 5 Kamikaze-Flieger können am 7.11. die rasch ablaufende TF.38 nicht mehr fassen. 

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3. Amerikan. Schlachtschiff New Jersey im Sturm

Jap. Konvois bringen Anfang November trotz häufiger Luftangriffe der 5. USAAF Truppen und Nachschub nach Ormoc. Am 9.11. wird ein Konvoi mit 2000 Mann der 26. Inf.-Div. von den Schnellbooten PT 492, PT 497, PT 524 and PT 525, die die Fregatten Okinawa and Shimushu torpedieren, und von 30 Bombern B-25 angegriffen, kann aber die meisten Truppen landen. Am folgenden Tage versenken B 24 Liberators und P-38 Lightnings der 13. Luftflotte USAAF zwei Transporter und beschädigen den Zerstörer Akishimo, die Korvette Kaibokan 13 und einen weiteren Transporter, die Korvette Kaibokan 11 läuft auf Grund und 2 Dampfer des zurückkehrenden Konvois werden versenkt. Die Geleitzerstörer Take und Kasumi entkommen nach Manila, ebenso wie die Zerstörer Naganami, Asashimo und die Schnelltransporter T-6, T-9 and T-10, die zuvor Überlebende der versenkten Transporter retten konnten. Gegen die Verstärkungs-Transporte führt die TF.38 (RAdm. Sherman) am 11.11. starke Angriffe mit 347 Einsätzen der TG.38.1 – Hornet, Monterey, Cowpens, TG.38.3 – Essex, Ticonderoga, Langley und TG.38.4 – Enterprise, San Jacinto, Bunker Hill. Bei 11 Verlusten werden die jap. Zerstörer Hamanami, Naganami, Shimakaze und Wakatsuki, das M-Boot W-30 und 5 Transporter versenkt, von 10000 Mann eingeschiffter Truppen kommt nur ein Bruchteil an Land. Ein jap. Versuch am 12.11., mit 11 Kamikazes die TF.38 zu fassen, schlägt fehl, doch vor Leyte werden zwei Werkstattschiffe und sechs Transporter von Kamikazes getroffen (250 Tote unter den eingeschifften Soldaten). Am gleichen Tage beschießt eine Kampfgruppe (RAdm. Smith) mit den Kreuzern Chester, Pensacola, Salt Lake City and fünf Zerstörern Iwojima.

Nach einer Versorgung am 12.11. richten die 3 Kampfgruppen der TF.38 am 13. und 14.11. neue Angriffe gegen den Raum Luzon, insbesondere Schiffe in der Manila Bay (Bild). Ab 14.11. ist die mit einer neuen Air Group von Guam zurückgekehrte Wasp mit VAdm. McCain wieder dabei. Es werden der jap. Kreuzer Kiso, die Zerstörer Akebono, Akishimo, Hatsuharu und Okinami sowie 16 Dampfer und der Flottentanker Ondo (14.050 BRT) versenkt, der Zerstörer Ushio und 5 Dampfer beschädigt. Kamikaze-Angriffe mit je 4 Maschinen werden abgefangen. Am 17.11. werden vor Leyte 2 Transporter von Kamikazes beschädigt. Nach einer neuen Versorgung am 16.11. und Ablösung der TG.38.3 durch die 38.2 - Intrepid, Hancock, Cabot, Independence - greifen die Träger am 19.11. erneut Luzon und Schiffe in der Manila-Bay an, der Kreuzer Isuzu wird beschädigt, 2 Dampfer und 1 U-Jäger versenkt. 4 Kamikaze-Flugzeuge werden abgefangen. Beim Versuch, an die TG.38.2 heranzukommen, wird am 18.11. das japan. Unterseeboot I-41 (Kptlt. Kondo) von einem Flugzeug (Sqn. VC.82) des Geleitträgers Anzio und dem DE Lawrence C.Taylor versenkt. Die am 8.11. von Japan ausgelaufene »Kikusui«-Gruppe verliert am 12.11. das Unterseeboot I-38 (Kptlt. Shimose) bei einem Angriff des Zerstörers Nicholas vor Palau. Die Gruppe versucht am 20.11. erstmalig »Kaiten«-Einmann-Torpedos einzusetzen. Bei der Annäherung an die Kossol-Passage (Palau) wird aber I-37 am 19.11. von den DEs McCoy, Reynolds und Conklin versenkt. I-36 (Kptlt. Teramoto) und I-47 (Kptlt. Orita) setzen am 20.11. vor Ulithi 1 bzw. 4 Kaiten aus, von denen einer (Lt. Nishida) den Tanker Mississinewa (11316 BRT) vernichtet, zwei werden bei Angriffsversuchen gegen die Kreuzer Mobile und Biloxi mit Artillerie dicht vor den Schiffen, 1 durch den Zerstörer Case und 1 durch ein USMC-Flugzeug vernichtet. Erhebliche Überschätzung des Erfolges in Japan. Kamikazes und andere japan. Flugzeuge attackieren den Schiffsverkehr vor Leyte und Samar. Am 23.11. wird ein Landungstransporter (APA) von einem Kamikaze-Flieger vor Leyte getroffen und ein Frachter vor Samar torpediert, beide werden aber nur beschädigt.

Nach zwei Versorgungen am 20. und 23.11. greifen die TG.38.2 (RAdm. Bogan) und 38.3 (RAdm. Sherman) am 25.11. nochmals Luzon an, beteiligt 4 Flottenträger, 3 Leichte Träger, 6 Schlachtschiffe, 5 Leichte Kreuzer, Zerstörer. Flugzeuge der Ticonderoga versenken den Kreuzer Kumano in der Bucht von Santa Cruz, Flugzeuge von Ticonderoga, Essex und Langley versenken südwestl. Santa Cruz den Leichten Kreuzer Yasoshima (ex-chines. Ping Hai) und die Landungsschiffe T-112, T-142 und T-161, Flugzeuge der Intrepid versenken die Schnelltransporter T-6, T-10 und beschädigen T-9 und den DE Take. Flugzeuge von Essex und Langley versenken 1 Transporter und beschädigen 2 weitere Schiffe. Eine jap. U-Boot-Gruppe mit Ro-41, Ro-43, Ro-49, Ro-50, Ro-109 und Ro-112 versucht, an die Träger heranzukommen, aber nur Ro-50 (Kptlt. Kimura) schießt einen Fehlfächer. 25 Kamikaze-Flugzeuge haben jedoch mehr Erfolg, die Intrepid und Cabot werden schwer, die Hancock und Essex leicht beschädigt. Die Independence wird durch ein landendes Trägerflugzeug beschädigt, das in die Inselaufbauten hinein rast. Die Task Force 38 marschiert nach Ulithi, TG.38.4 läuft am 23.11. ein, TG.38.1 am 25.11., TG.38.2 und TG.38.3 laufen am 27.11. ein. Die Erfolge der Kamikaze führen zu einer Änderung der Flugzeugausstattung der US-Träger: Die Anzahl der Torpedoflugzeuge wird verringert, die Anzahl der Jäger erhöht.

Am 27.11. wird U-Jäger SC 744 versenkt, das Schlachtschiff Colorado und die Kreuzer St.Louis und Montpelier beschädigt. Am 29.11. beschädigen Kamikazes das Schlachtschiff Maryland undn die Zerstörer Saufley and Aulick. Bei Angriffen gegen den japan. Schiffsverkehr in the Ormoc Bucht versnken the Schnellboote PT 127, PT 128 and PT 191 das Wachboot P.105 (ex Philippine Arayat) und den Hilfsminenleger Kusentai 105. Flugzeuge der 5. Luftflotte USAAF versenken dort den U-Jäger Ch.45 und 2 Frachter. Am 28.11. versenken die Zerstörer Saufley (Cdr. Cochran), Waller (Cdr. Thompson), Pringle (LtCdr. Kelley) and Renshaw (Cdr. Cairnes) das japan. Unterseeboot I-41 (Kptlt. Kondo) im Golf von Leyte.

1.– 30.11.1944
Indischer Ozean
Im November operieren brit. U-Boote in der Malakka-Straße und in westlichen Teilen des Malaya-Archipels mit folgenden Erfolgen: Storm (Lt. Young) versenkt am 1.-2.11. südl. Celebes neun Segler. Tantalus (LtCdr. Mackenzie) versenkt am 2.11. ca.225 sm östl. Singapore den Frachter Hachijin Maru (1918 BRT) und beschädigt den U-Jäger Ch-1, am 11.11. versenkt es an der Ostküste von Malaya den Küstenfrachter Palang Maru (ca. 200 BRT). Terrapin (LtCdr. Brunner) versenkt am 2.11. in der Straße von Malakka den Hilfsnetzleger Kumano Maru (872 BRT), am 4.11. aus einem Konvoi den Minensucher W 5.

Am 2.11. beschießt das brit. U-Boot Shalimar (LtCdr. Meeke) Ziele auf Car Nikobar, dabei werden im Hafen 5 Landungsfahrzeuge beschädigt. Tradewind (LtCdr. Maydon) versenkt am 8.11. vor der Westküste Burmas fünf Dschunken, am 10.11. zwei weitere, am 12.11. beschädigt es ein Küstenfahrzeug und versenkt ein Motorboot. Spirit (Lt. Langridge) beschädigt am 12.11. vor den Andaman Inseln einen kleinen Marinetanker und einen U-Jäger. Thorough (LtCdr. Hopkins) versenkt am 13.-14.11. in der Malakka-Straße eine Dschunke sowie zwei Küstenschiffe und beschädigt ein weiteres, am 19.11. legt es eine Minensperre, am 21.-22.11. versenkt es zwei Dschunken, Tudor (Lt. Porter) versenkt am 16.11. westl. Sumatra ein kleines Frachtschiff, das niederl. O-19 (LtCdr. v. Karnebeek) versenkt am 16.11. in der Java See den Küstenfrachter Kaishin Maru No. 2 (ca. 150 BRT), Tally Ho! (Cdr. Bennington) versenkt am 17-18.11. in der Straße von Malakka zehn Dschunken, am 20.11. versenkt es in der Andaman See den Hilfsminenleger Ma 4 (288 BRT), Stratagem (Lt. Pelly) versenkt am 19.11. in der Straße von Malakka den Tanker Nichinan Maru (1945 BRT), am 22.11. wird es aber von einem jap. Zerstörer versenkt.

Spark (Lt. Kent) versenkt am 20.11. und 28.11. vor Mergui jeweils einen Segler, Sturdy (Lt. Andersen) versenkt am 25.11. südöstl. Borneo ein Küstenschiff, am 26.11. zwei Dschunken, am 29.11. zwei kleine Fahrzeuge, Supreme (LtCdr. Barlow) versenkt am 26.11. vor den Andaman Inseln zwei Dschunken, am 27.11. und 29.11. vier weitere, Stygian (Lt. Clarabut) versenkt am 28.11. vor Sabang ein Küstenschiff, Strongbow (LtCdr. Troup) versenkt am gleichen Tag vor der Westküste Sumatras einen Schlepper und einen Leichter, am 30.11. drei Dschunken.

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4. Der größte japan. Flugzeugträger Shinano

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1.– 30.11.1944
Pazifik
Operationen der US U-Boote gegen den japan. Schiffsverkehr werden mit Unterstützung durch »Ultra« und teilweise unter Bildung von »Wolfsrudeln« fortgesetzt.
Im Gebiet der Kurilen versenkt Seal (LtCdr. Turner) am 13.11. den Frachter Gassan Maru (887 BRT). Ohne Erfolg operieren Apogon, Dragonet and Spikefish. 

In japan. Gewässern beschädigt Tambor (LtCdr. Germershausen) am 4.11. ein Wachboot und versenkt am 16.11. das Wachboot Taikai Maru No. 3 (95 BRT). Albacore (LtCdr. Rimmer) geht am 7.11. auf einer jap. Mine nördlich von Hokkaido verloren. Vor Honshu versenkt Greenling (LtCdr. Gerwick) am 7.11. den Tanker Kota Maru (971 BRT) und den Transporter Kiri Maru No. 8 (945 BRT) und am 10.11. das Patrouillenboot P-46 / Yugao. Vor der Bucht von Tokio wird Scamp (Cdr. Hollingworth) am 11.11. von einem japan. Flugzeug und der Korvette Kaibokan 4 versenkt. Skipjack (LtCdr. Andrews) versenkt am 14.11. angeblich ein Vorpostenboot (»picket boat«). Scabbardfish (LtCdr. Gunn) versenkt am 16.11. das Hilfsschiff Kisaragi Maru (873 BRT), am 21.11. den Versorger Hokkai Maru (407 BRT), beschädigt am 22.11. die Fregatte Oki und versenkt am 29.11. das U-Boot I-365. Vor Shionomisaki versenkt Archerfish (LtCdr. Enright) am 29.11. den Träger Shinano (1435 Tote, mit 59.000 ts das größte von einem U-Boot versenkte Kriegsschiff im 2. Weltkrieg).

Am 10.11. läuft von Saipan eine Gruppe von U-Booten unter dem Befehl von Cdr. Klarkring zur Bekämpfung von jap. Wachschiffen südöstlich von Japan aus, um so den Anmarschweg für einen geplanten Trägerraid vorzubereiten. Beteiligt sind: Silversides, Saury, Trigger, Tambor, Ronquil, Burrfish und Sterlet. Am 15.11. versenkt Silversides (LtCdr. Coye) das Wachboot Nachiryu Maru No. 12 (97 BRT), Saury (LtCdr. Waugh) versenkt am 15.11. das Wachboot Kojo Maru (91 BRT) und beschädigt am 18.11. den Frachter Asahi Maru No. 11 (100 BRT), Tambor (LtCdr. Germershausen) versenkt am 16.11. das Wachboot Taikai Maru No. 3 (95 BRT) und kommt durch Erwiderung des Artilleriefeuers zu Schaden. Am 17.11. geraten Ronquil (LtCdr. Monroe) und Burrfish (LtCdr. Perkins) in ein heftiges Artilleriegefecht mit dem Wachboot Fusa Maru (177 BRT), das dabei so stark beschädigt wird, das es nicht mehr repariert werden kann. Ronquil dagegen kommt offenbar durch das Geschützfeuer von Burrfish zu Schaden. Ohne Erfolg operieren Grouper, Spearfish and Whale.

Südlich von Kyushu und im Gelben Meer operieren »Wolfsrudel«: zunächst eines mit Queenfish (Cdr. Loughlin, Gruppenführer), Barb (Cdr. Fluckey) und Picuda (LtCdr. Shepard) und dann ein weiteres mit Spadefish (Cdr. Underwood, Gruppenführer), Peto (LtCdr. Caldwell) und Sunfish (LtCdr. Shelby). Queenfish versenkt am 8.11. die Frachter Keijo Maru (1051 BRT) und Hakko Maru (1948 BRT), wahrscheinlich auch den Hilfs-U-Jäger Ryusei Maru (99 BRT), am 9.11. das Hilfskanonenboot Chojusan Maru (2131 BRT), am 11.11. beschädigt es den Transporter Miho Maru (4667 BRT) und am 15.11. versenkt es aus dem Konvoi HI-81 den Geleitträger Akitsu Maru (9186 BRT), Barb versenkt am 10.11. den Transporter Gokoku Maru (10438 BRT), am 12.11. versenkt es den Frachter Naruo Maru (4823 BRT) und beschädigt den Frachter Gyokuyo Maru (5396 BRT), der aufgegeben wird, am 14.11. versenkt ihn dann Spadefish, Barb versenkt am 14.11. drei Segler, Picuda versenkt am 17.11. den Tender Mayasan Maru (9433 BRT) und beschädigt den Tanker Awagawa Maru (6925 BRT), am 23.11. versenkt es die Frachter Fukuju Maru (5293 BRT) und Shuyo Maru (6933 BRT). Peto versenkt am 12.11. den Frachter Tatsuaki Maru (2746 BRT), am 18.11. die Frachter Aisakasan Maru (6923 BRT) und Chinkai Maru (2827 BRT). Spadefish versenkt am 14.11. mit Fangschuss den von Barb beschädigten Frachter Gyokuyo Maru (5396 BRT), am 17.11. versenkt es den Geleitträger Shinyo (ex-dt. Passagierdampfer Scharnhorst) und beschädigt das Landungsschiff Shinshu Maru (?), wahrscheinlich beschädigt es am 18.11. den U-Jäger Cha-156, am 29.11. versenkt es den Frachter Daiboshi Maru No. 6 (3925 BRT). Sunfish versenkt am 17.11. den Transporter Edogawa Maru (6968 BRT) und entkommt dabei den Gegenangriffen der Korvette Kaibokan 61, am 18.11. den Transporter Seisho Maru (5463 BRT) und am 30.11. den Frachter Dauren Maru (3748 BRT). Darüber hinaus versenkt Billfish am 13.11. einen Segler und Sea Fox hat einen Fehlschuss.

In der Straße von Formosa und südlich von Formosa operiert eine U-Boot-Gruppe mit Redfish (Cdr. McGregor, Gruppenführer), Shad und Bang (LtCdr. Gallaher). Redfish versenkt am 20.11. und 22.11. je einen Segler, am 23.11. den Frachter Hozan Maru (2552 BRT), beschädigt am 9.12. zusammen mit Sea Devil (LtCdr. Styles) den Träger Junyo (wird nicht wieder in Dienst gestellt) und versenkt am 19.12. allein den Träger Unryu (über 1200 Tote), Bang versenkt am 23.11. den Frachter Sakae Maru (2878 BRT) und den Transporter Amakusa Maru (2345 BRT), später am gleichen Tag beschädigt es einen Segler, Sealion (LtCdr. Reich) versenkt am 21.11. das Schlachtschiff Kongo und aus der Sicherung den Zerstörer Urakaze vor Keelong. Ohne Erfolg operieren Piranha, Plaice, Sea Owl und Sea Poacher im Ostchinesischen Meer.

Im Gebiet der Philippinen operiert eine U-Boot-Gruppe mit Bream (LtCdr. McCallum), Guitarro (LtCdr. Haskins), Raton (LtCdr. Shea) und Ray (LtCdr. Kinsella) erfolgreich seit Ende Oktober. Am 1.11. versenkt Ray den Tanker Horai Maru No. 7 (834 BRT) und das Hilfsschiff Caroline Maru (320 BRT, siehe aber auch Blackfin). Bream, Guitarro und Ray versenken zusammen am 4.11. den Transporter Kagu Maru mit 6806 BRT und alle 4 Boote der Gruppe torpedieren am 6.11. den Kreuzer Kumano (siehe 1.-27.11.). Am 14.11. versenkt Ray die Korvette Kaibokan 7 und Raton den Tanker Unkai Maru No.5 (2841 BRT) sowie den Munitionstransporter Kurasaki (2371 BRT). Westl. von Luzon versenkt Blackfin (LtCdr. Laird) am 1.11. den Transporter Unkai Maru No. 12 (2745 BRT) und das Hilfsschiff Caroline Maru (320 BRT, siehe aber auch Ray). An der Nordküste Mindoros übernimmt Blackfin am 18.11. von Japanern erbeutete kryptografische Ausrüstungen. Pintado (LtCdr. Clarey) verfehlt am 3.11. nordwestl. Manila einen Träger (wohl Junyo), versenkt aber den Zerstörer Akikaze. Am 8.11. versenkt Hardhead (Cdr. Greenup) westl. von Mindoro den Tanker Banei Maru (5266 BRT). Am gleichen Tag versenkt Gunnel (LtCdr. O'Neill) westl. von Luzon das T-Boot Sagi und am 17.11. südl. von Hainan das T-Boot Hiyodari und den Tanker Shunten Maru (5623 BRT). Growler wird am 8.11. vor Mindoro von dem Zerstörer Shigure, der Fregatte Chiburi und der Korvette Kaibokan 19 versenkt, Haddo (LtCdr. Lynch) versenkt am 9.11. den Tanker Hishi Maru No. 2 (856 BRT), am 25.11. torpediert es die Fregatte Shimushu, am 19.11. beschädigt Hake (LtCdr. Hayler) den Kreuzer Isuzu vor Corregidor, Gar unternimmt eine Sondermission. Erfolglos operieren Guardfish und Sea Dog in der Straße von Luzon. 

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6. Japan CVE Shinyo ex dt. Scharnhorst

Im Südchinesischen Meer versenkt Atule (LtCdr. Maurer) am 1.11. den Transporter Asama Maru (16.975 BRT), Pomfret (Cdr. Hess) versenkt nördlich von Luzon am 2.11. den Transporter Atlas Maru (7347 BRT) und am 3.11. den Frachter Hamburg Maru (5271 BRT). Gurnard (Cdr. Gage) versenkt am 3.11. den Frachter Taimei Maru mit 6923 BRT und legt am 6.11. eine Minensperre bei Tanjong Datoe (West-Borneo). Sailfish (LtCdr. Ward) beschädigt am 4.11. in der Straße von Luzon den Zerstörer Harukaze und den Transporter T-111. Am 8.11. versenkt Redfin (LtCdr. Austin) den Tanker Nichinan Maru No. 2 (5226 BRT). Mitte des Monats operiert eine U-Boot-Gruppe mit Flounder (Cdr. Stevens, Gruppenführer), Guavina (LtCdr. Teideman) und Bashaw (LtCdr. Nichols). Auf dem Anmarschweg zum Treffpunkt mit der Gruppe versenkt Flounder am 10.11. das dt. U-Boot U 537 in der Java See, später versenkt es zusammen mit den anderen Gruppen-Booten am 21.11. den Frachter Gyosan Maru mit 5698 BRT, Guavina versenkt am 15.11. vor Mindoro den Frachter Toyo Maru (2704 BRT) und am 22.11. den Frachter Dowa Maru (1916 BRT). Im Gebiet um Hainan und an der Küste Indochinas hat Haddock mehrere Fehlschüsse. Vor Nordwest-Borneo versenkt Jack (LtCdr. Fuhrmann) am 14.11. den Frachter Hinaga Maru (5596 BRT) und den Tanker Yuzan Maru No. 2 (6859 BRT) und am 25.11. versenkt Cavalla (LtCdr. Kossler) westl. von Borneo den Zerstörer Shimotsuki. Am 14.11. versenkt Barbel (LtCdr. Keating) den Frachter Misaki Maru (4422 BRT) und am 15.11. den Transporter Sugiyama Maru (4379 BRT) und am 18.11. versenkt Pampanito (LtCdr. Fenno) das Hilfsschiff Banshu Maru No. 17 (459 BRT) und den Frachter Shinko Maru No. 1 (1200 BRT). Ende November operiert eine U-Boot-Gruppe mit Parche (Cdr. Ramage, Gruppenführer), Pomfret (LtCdr. Hess) und Sailfish (LtCdr. Ward) im Seegebiet von Luzon. Atule versenkt am 20.11. den Minensucher W-38, am 25.11. den Frachter Manju Maru (7266 BRT) und zusammen mit Pomfret das Patrouillenboot P-38 / Yomogi. Dagegen versenkt Pomfret am 25.11. den Transporter Shoho Maru (1358 BRT). In der Sulusee versenkt Besugo (LtCdr. Wogan) am 22.11. das Landungsschiff T-151. Nördlich von Sarawak versenkt Hardhead (Cdr. Greenup) am 25.11. die Korvette Kaibokan 38, westl. von Sarawak versenkt Mingo (LtCdr. Staley) am 25.11. den Transporter Manila Maru (9486 BRT) und übersteht einen Gegenangriff der Fregatte Kurahashi. Pargo (LtCdr. Bell) versenkt am 26.11. vor Miri (Borneo) den Tanker Yuho Maru (5226 BRT). Ohne Erfolg operieren Baya, Becuna und Hoe.

Im Seegebiet von Indonesien und Australien versenkt Barbero (LtCdr. Hartman) vor Makassar am 2.11. den Frachter Kuramasan Maru (1995 BRT) und am 8.11. den Tanker Shimotsu Maru (2854 BRT). Besugo, Blenny, Caiman and Sea Robin verlegen von Pearl Harbor nach Fremantle. Von Fremantle nach Pearl Harbor verlegen Lapon and Paddle.

1.11.– 4.12.1944
Ostsee
Sowjet. U-Boot-Operationen. Im November operieren Shch-307 (Kpt. 3.Rg. Kalinin), Shch-318 (Kpt. 3.Rg. Loshkarev) und Shch-309 (Kpt. 3.Rg. Vetchinkin) weiterhin vor Windau. Letzteres versenkt am 10.11 den Transporter Carl Cords (903 BRT). Der Transporter Schiffbek (2158 BRT) geht am 6.11. vor Libau wahrscheinlich auf einer Luftminen verloren.

Eine 2. Welle sowj. Unterseeboote bricht durch Sperrlücken im Finnischen Meerbusen in die Ostsee vor: vom 3.-24.11. verlegen K-51 (Kpt. 3.Rg. Drozdov), K-53 (Kpt. 3.Rg. Jaroshevich), S-4 (Kpt. 3.Rg Klyushkin), Lembit (Kpt. 3.Rg. Matiyasevich), Shch-407 (Kptlt. Bocharov), Shch-310 (Kptlt. Bogorad), L-21 (Kpt. 3.Rg. Mogilevski).

L-21 (Kpt. 3.Rg. Mogilevskij) operiert im Gebiet der Stolpe-Bank und legt am 23.11. eine Minensperre aus, auf der die deutschen Dampfer Eichberg und Elie beschädigt werden, und die Anfang Dezember ohne Verluste von R 256 sowie Einheiten der 2. Sicherungs-Flottille und der 26. M-Flottille geräumt wird. Am 24.11. wird der schwed. Dampfer Hansa (493 BRT) nordwestlich von Visby durch Torpedoangriff von L-21 versenkt. K-51 (Kpt. 3.Rg. Drozdov) greift auf dem Marsch in die Pommersche Bucht und in seinem Zielgebiet vom 27.11.-1.12. eine Reihe von Fahrzeugen erfolglos an. Auch K-52 (Kpt. 3.Rg. Travkin) bleibt vom 12.– 21.11. vor der Danziger Bucht ohne Erfolg, K-53 (Kpt. 3.Rg. Jaroshevich) operiert ab 26.11. erfolglos vor Memel.

1.11.– 6.12.1944
Ostsee
Nach Ausfall der finn. Häfen operieren deutsche U-Boote (Einsatzleiter KKpt. Brandi) von Danzig und Libau aus vor den Eingängen des Finnenbusens. Von November bis Anfang Dezember sind U 475, U 958, U 479, U 481, U 679 und U 1165 z.T. im Bottenbusen, z.T. im Gebiet Hangö-Tallinn eingesetzt. U 479 (Oblt.z.S. Sons) geht nach dem 15.11. im Finnenbusen verloren. U 679 (Oblt.z.S. Aust) versenkt am 18.11. den Bewacher SK-62 und am 27.11. vermutlich den Minensucher T-217. Am 19.11. versenkt U 481 (Oblt.z.S. Andersen) einen Leichter und am 28.11. den Minensucher T-387.

2.– 11.11.1944
Nordmeer

Am 2.11. läuft der RA.61 mit 33 Dampfern aus, gesichert durch die Deckungsgruppe des JW.61 (siehe Oktober) und die 3rd Escort Group, zusätzlich begleitet von den sowj. Zerstörern Zhguchi, Dostojnyj und einigen U-Jägern. Am Ausgang des Kolafjords (westl. Kildin) trifft U 295 den Geleitzerstörer Mounsey mit einem T-5. Die U-Boote der Gruppe »Panther« kommen gegen die starke Sicherung nicht an den Konvoi heran, aber schlechte Ortungsbedingungen vereiteln Erfolge einer offensiven U-Boot-Bekämpfung. Der Konvoi erreicht am 9.11. ohne Verluste Loch Ewe.

Ab 3.11. läuft der Konvoi KB.32 mit 5 US Transportern und 2 brit. Tankern von Murmansk nach Arkhangelsk, begleitet von den Zerstörern Baku, Gremjashchij und sechs BO-2 U-Jägern.

Vom 5. bis 8.11. bleiben weitere Angriffe dt. U-Boote — U 997 (Oblt.z.S. Lehmann), U 956 (Oblt.z.S. Mohs) and U 771 (Oblt.z.S. Block) — auf sowjetische Geleitfahrzeuge erfolglos. U 771, das zu seinem Stützpunkt zurückmarschiert, wird am 11.11. von dem brit. Unterseeboot Venturer (Lt. Launders) im Unterwasser-Angriff versenkt.

7. Veendam: Vom stolzen Nordatlantik-Liner ...

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3.– 5.11.1944
Nordsee
Die dt. Artilleriefähren AF 44 und AF 92 werden vor Zijpe bei einem Luftangriff versenkt.
  

3.– 17.11.1944
Westliches Mittelmeer
Am 3.11 beschießt der Zerstörer Woolsey Ziele an der franz.-italien. Grenze. Am 4.11. beschießen Benson und Woolsey Stellungen in der Gegend von Cap Ampeglio. Am 6.11. bombardiert der Zerstörer Plunkett betonierte Unterstände bei Ventimiglia. Am 12. und 17.11. beschießt Woolsey deutsche Stellungen bei San Remo bzw. bei Ventimiglia.

4.11.1944
Luftkrieg Italien
Bei einem Luftangriff auf La Spezia wird das in Ausrüstung befindliche dt. T-Boot TA 49 (ex-ital. Lira) zerstört.

... zum tristen Wohnschiff der 1. U-Flottille.

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4.11.1944
Luftkrieg Westeuropa
Die 8. USAAF wirft bei einem Tagesangriff auf den Hamburger Hafen 1030 ts Bomben. Dabei werden die Zerstörer Erich Steinbrinck und der U-Boot-Neubau U 2557 schwer beschädigt, Sperrbrecher 30, die Frachter Hermann Fritzen (3845 BRT) und Signal (3176 BRT) werden versenkt. Wohnschiff Veendam (15.450 BRT) brennt aus.

5.11.1944
Luftkrieg Indonesien
Bei einem Angriff auf Singapore beschädigen B-29 Bomber der USAAF den japan. Marinetanker Notoro in einem Trockendock in Selatar.

5.– 28.11.1944
Indischer Ozean
Deutsche Ostasien-U-Boote mit Rohstoffen auf dem Rückmarsch von Djakarta nach Norwegen. U 181 (KKpt. Freiwald, Ausmarsch am 19.10.) versenkt am 2.11. im mittleren Indischen Ozean den amerik. Tanker Fort Lee (10.198 BRT), muß aber südlich von Afrika wegen eines Lagerschadens umkehren und läuft am 5.1.1945 wieder ein. Am 28.11. läuft U 843 (Kptlt. Herwartz) in Richtung Heimat aus. Das als Hilfstanker zur Versorgung von U 843 vorgesehene U 196 (Oblt.z.S. Striegler) geht kurz nach dem Ausmarsch am 30.11. in der Sunda-Straße verloren. U 537 (Kptlt. Schrewe) wird am 9.11. nördlich von Bali auf dem Ausmarsch zu einer Operation vor Australien durch das US U-Boot Flounder versenkt.

Auf dem Marsch Singapore nach Penang werden die japan. Unterseeboote Ro-113 und Ro-115 am 12.10. von dem brit. Unterseeboot Strongbow verfehlt, und am 24.10. verfehlt Stygian eines der beiden U-Boote beim Ausmarsch in den Golf von Bengalen. Ro-113 (Oblt. Harada) versenkt am 5.11. die brit. Marion Moller (3827 BRT). Weder die zur Jagd angesetzten Landflugzeuge noch die Task Force 66 mit den Geleitträgern Begum und Shah können die jap. U-Boote fassen, von denen das brit. U-Boot Tally Ho! eines am 8.11. beim Einlaufen in Penang verfehlt.

6.11.1944
Zentralpazifik

Beginn einer Luftminenoffensive (Project »Mike«) mit Liberators der 42. Bomber Sqn. USAAF vor den Nansei Shoto Inseln (Hauptinsel Okinawa) und Ogasawara Shoto-Inseln (Hauptinsel Chichi Jima) .

6.– 17.11.1944
Nordmeer
Die dt. 4. Z-Flottille deckt mit Z 33, Z 31, Z 34 und Z 38 den dt. Rückzug aus dem Tanafjord.

6.– 28.11.1944
Luftkrieg Westeuropa
Minenoffensive des RAF Bomber Command. In 7 Nächten werden 126 Einsätze geflogen. Ziele sind die Deutsche Bucht, die Elbe, die Küsten Dänemarks und Norwegens (v.a. das Gebiet um Oslo und Kattegatt) und die westliche Ostsee. 2 Flugzeuge gehen verloren. Am 27.11. sinkt der norwegische Frachter Nina (1488 BRT) im Kattegat. Der dt. Minensucher M 584 sinkt am 30.11. im Kattegatt auf einer Mine, ebenso der Artilleriefährprahm AF 4 am 1.12. auf der Ems.

7.– 21.11.1944
Nordmeer
Die neuen sowjet. Unterseeboote S-16 (Kpt. 2.Rg. Lepeshkin) und S-19 (Kpt 3.Rg. Makarenko) operieren vor der norw. Polarküste.

9.– 22.11.1944
Norwegen / Dänemark
Häufung von Sabotageanschlägen der nationalen Widerstandsbewegungen: Durch Sprengungen sinken in Svendborg am 9.11. Sperrbrecher 190 (1110 BRT), in Bergen am 13.11. der norwegische Frachter Neptun (1574 BRT), in Kopenhagen am 15.11. Sperrbrecher 166 (1592 BRT) und in Oslo am 24.11. der Tanker Euroland (869 BRT) und die Frachter Troma (5502 BRT) und Taiwan (5029 BRT), dort werden außerdem der Tanker Schleswig (ex-norw. Austanger, 10.243 BRT) und die Frachter Arna (4325 BRT) und Kaprino (3249 BRT) schwer beschädigt. Am 13.11. wird in Helsingör V 1708 schwer beschädigt.

10.11.1944
Nordsee
Der brit. Minensucher Hydra wird vor Ostende durch Minentreffer so stark beschädigt, dass er nach Sheerness eingeschleppt, aber zum Totalverlust wird.

10.11.1944
Südpazifik
In Seeadler-Hafen (Manus, Admiralitäts-Inseln) explodiert das US Munitionsschiff Mount Hood. Die Geleitträger Petrof Bay und Saginaw Bay, der Zerstörer Young, die Geleitzerstörer Kyne, Lyman, Walter C.Wann und Oberrender, der Schnelltransporter Talbot, das Zerstörerbegleitschiff Piedmont sowie acht weitere Schiffe und 16 YMS-Minensucher werden durch sich fortpflanzende Explosionen beschädigt. Viele kleine Schiffe sinken oder werden beschädigt.

11.11.1944
Ostsee
Das dt. Vp.-Boot V 1802 sinkt bei einem sowj. Fliegerangriff vor Memel.

11.11.1944
Zentralpazifik
Vor Babelthuap (Palau) sinkt der jap. Minensucher W-22 auf einer Mine.

11.– 17.11.1944
Nordmeer
Rückkehr des Konvois RA.61A mit den großen Passagierdampfern Empress of Australia und Scythia, gesichert vom Kreuzer Berwick, dem Geleitträger Campania und den Zerstörern Saumarez, Savage, Scorpion, Scourge, Serapis, Cambrian, Caprice und Cassandra von Murmansk nach Clyde.

12.11.1944
Luftkrieg Italien
Bei einem Luftangriff auf Genua wird der dt. Transporter KT 35 zerstört. KT 36 wird bei dem Versuch, einem Luftangriff auszuweichen, vor Moneglia auf Grund gesetzt.

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8. Lazarettschiff Tübingen wird am 18.11. von alliierten Bomben getroffen und versenkt.  

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12.11.1944
Norwegen
Operation »Catechism«: Am 12.11. greifen 21 Lancaster der RAF-Staffeln 9 und 617 aus Lossiemouth (Schottland) das vor Tromsö liegende dt. Schlachtschiff Tirpitz (Kpt.z.S. Weber †) mit 5,4 t »Tallboy«-Bomben an und bringen es durch mehrere Treffer zum Kentern. Auf der Tirpitz fallen 28 Offiziere und 874 Mann der Besatzung, 880 können gerettet werden.

12.– 29.11.1944
Mittelmeer
Am 12.11. beschießt der brit. Zerstörer Kimberley dt. Batterien auf Alimnia im Dodekanes und zerstört am 14.11. in der Bucht von Livadia 2 Landungsprähme. Am 29.11. läuft das brit. Räumboot MMS 101 im Golf von Saloniki auf eine Mine und sinkt.

13.– 23.11.1944
Nordmeer
Konvoi AB.15 läuft in zwei Teilen, um die schweren Eisbrecher von der Kara See in Weiße Meer zu bringen. Die 1. Sektion mit Eisbrecher Stalin, gesichert von dem Zerstörer Dejatelnyj, den Minensuchern T-111, T-113, T-116, T-117, T-119, SKR-19, SKR-28, SKR-34 und den U-Jägern BO-209, BO-210, BO-218, BO-219, BO-223, BO-229, BO-230 and BO-225. Die 2. Sektion mit dem Eisbrecher Severnyj Veter, gesichert vom Zerstörerführer Baku und den Zerstörern Gremjashchij, Razumnyj, Razjarennyj, Zhguchij, Derzki, Boblestnyj und SKR-30. Am 23.11. erreichen sie Molotovsk.

14.11.1944
Südwestpazifik
Das jap. Geleitschiff Heiyo (ex-brit. Minensucher Herald) sinkt in der Java See auf einer Mine.

15.11.1944
Zentralatlantik
Das italien. U-Boot Settembrini kollidiert mit dem US Geleitzerstörer Frament und sinkt 685 sm westl. Gibraltar.

15.11.1944
Südwestpazifik
Brit. Schneller Minenleger Ariadne transportiert zusammen mit den US Zerstörern Shaw und Caldwell, dem DE Willmarth und 20 Landungsfahrzeugen ein Regiment der 31. US Inf. Div. von Morotai zur Insel Pegun in der Mapia Inselgruppe, um dort eine Wetterstation und eine »Loran«-Navigationsstation aufzubauen. Die 200 jap. Verteidiger werden von den US Truppen überwältigt.

16.– 19.11.1944
Ostsee
Am 16.11. werden die Artilleriefährprähme AF 22 vor Sventoi (Irben-Straße) und AF 26 vor Windau versenkt. AF 18 kentert am 19.11. bei einem sowj. Luftangriff vor der Halbinsel Sworbe nach Bombentreffern.

17.– 20.11.1944
Norwegen
Am 17.11. wird das dt. Hafenschutzboot NKi 01 (ex-norweg. Minenleger Glommen) im Trondheim Fjord durch Bomben versenkt. Brit. MTB versenken am 20.11. im Korsfjord den nach Minentreffer am 18.11. aufgesetzten dt. Frachter August Bolten (3665 BRT). Am gleichen Tag wird das dt. Vorpostenboot V 5107 (ex-norw. Karmöy) südl. von Bergen während eines britischen MTB-Angriffs irrtümlich von eigener Küstenartillerie versenkt.

17.– 23.11.1944
Indischer Ozean
Operation »Outflank«: Am 17.11. läuft ein Kampfverband der British Eastern Fleet unter RAdm. Vian aus Trincomalee aus. Der Verband besteht aus den Trägern Indomitable und Illustrious, den Kreuzern Newcastle, Argonaut und Black Prince sowie den Zerstörern Kempenfelt, Whirlwind, Wrangler, Wessex und Wakeful. Am 18.11. erfolgt Beölung aus dem Tanker Wave King, Sicherung besteht aus den Zerstörern Wager und Whelp. Am 20.11. morgens starten 27 Avenger-Bomber und 28 Corsair- und Hellcat-Jäger zum Angriff auf Pangkalan Brandan (Nordwest Sumatra). Wegen der Wetterlage muss der Angriff nach Süden, gegen die Öl-Anlagen von Belawan Deli, verlegt werden. Am Nachmittag erfolgt ein weiterer Angriff auf Flugpätze bei Sabang. Keine Erfolge. Die Schiffe kehren am 23.11. nach Trincomalee zurück.

18.11.1944
Südwestpazifik

B-24 Bomber der USAAF beschädigen vor Labuan (Borneo) die Fregatte Okinawa .

18.11.1944
Mittelmeer / Adria
Das dt. Lazarettschiff Tübingen ist am 17.11., nachdem Kurs und Zweck der Fahrt der brit. Regierung rechtzeitig bekanntgegeben worden waren, von Bari ausgelaufen, um verwundete deutsche Soldaten von der Balkanhalbinsel abzuholen. Am 18.11. aber wird das Schiff in der Nähe von Pola, südl. Kap Promontore, von 2 britischen Beaufighters mit Raketen und Bordwaffen angegriffen und versenkt. Neun Besatzungsmitglieder werden getötet (Kriegsverbrechen).

18.– 19.11.1944
Mittelmeer / Ligurisches Meer
Ein Angriffsversuch des K-Verbandes 364 mit Einmann-Torpedos des Typs »Marder« auf den alliierten Schiffsverkehr vor der Küste von San Remo schlägt fehlt.

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9. Blick von Prinz Eugen auf Admiral Scheer

18.– 30.11.1944
Ostsee / Baltische Inseln
Sowjetische Offensive gegen die Halbinsel Sworbe. Am 18.11. tritt die sowj. 8. Armee mit Unterstützung durch starke Artillerie- und Fliegerverbände und Feuerunterstützung durch die K-Boote Volga, Bureja, Zeya und 11 Panzerkutter an der Ostseite zum Angriff an. Am 18.11. führen die 5. S-Flottille (S 116, S 65, S 68, S 69) und dt. M-Boote an der Ostseite Sworbes Gefechte mit sowj. Schiffen, von denen M 328 einen Panzerkutter versenkt. Am 19.11. meldet TKA-193 einen Torpedotreffer auf einem Minensucher. Von Westen greifen die T-Boote T 23 und T 28 in die Kämpfe ein, sie gehen am 19.11. trotz starker Luftangriffe ebenfalls an die Ostseite. An der Ostküste führen am 20./21.11. M 328, M 423, V 1713 und V 302 nochmals Gefechte mit sowj. K-Booten, Panzer- und Torpedokuttern. M 328 versenkt am 21.11. den Minensucher T-207 / Shpil. Am 20./21.11. greift von Westen her die Kampfgruppe (VAdm. Thiele) mit dem Kreuzer Prinz Eugen (Kpt.z.S. Reinicke), der 6. Z-Flottille (...) mit Z 25, Z 35, Z 36 und Z 43 sowie der 3. T-Flottille (KKpt. Verlohr) mit T 21, T 13, T 16 und T 19 in die Kämpfe ein, am 22., 23. und 24.11. löst der Kreuzer Admiral Scheer (Kpt.z.S. Thienemann) mit Z 25 und Z 35, sowie der 2. T-Flottille (KKpt. Paul) mit T 3, T 12, T 5, T 9, T 13 und T 16 den Verband ab, mehrere Luftangriffe werden abgewiesen, die für den 24.11. zur Ablösung anlaufende Lützow muss wieder umkehren, da inzwischen die Räumung abgeschlossen wird. In der Nacht vom 23./24.11. bringen 19 Marinefährprähme der 24. L-Flottille die letzten 4491 Verteidiger von Sworbe nach Kurland. Am 20.11. wird nördl. Memel der dt. Transporter Füsilier (6157 BRT) von sowj. Heeresartillerie versenkt. Am 29. und 30.11. sperren die 5. S-Flottille und die 2. S-Schulflottille den Übergang von Ösel zum Kurland durch Ausbau der Minenbarriere "Veilchen" und Verseuchung der Montu-Reede.

18.11.1944 – 15.2.1945
Australien
Das dt. U-Boot U 862 (KKpt. Timm) geht von Djakarta westlich und südlich um Australien herum bis ins Gebiet von Adelaide, wo es am 9.12. einen Artillerieangriff auf den griech. Dampfer Ilissos wegen heftiger Gegenwehr und am 15.12. den Angriff auf einen Tanker wegen starker Luftüberwachung abbrechen muss. Eine Suchaktion durch die austral. Korvetten Burnie, Lismore und Maryborough am 10.12. bleibt erfolglos. Am 24.12. versenkt U 862 in 3 Anläufen den US Frachter Robert J. Walker (7180 BRT) vor Sydney. Die an der daraufhin folgenden Suchaktion beteiligten Schiffe, der amerik. U-Jäger PC 597, der austral. Zerstörer Quickmatch, die Korvetten Ballarat, Goulbourn, Kalgoorlie und Whyalla, die Trawler Kiama und Yandra sowie die aus Melbourne kommenden brit. Zerstörer Quilliam, Quadrant und Quality finden das U-Boot nicht, können aber Überlebende retten. Einige nach HF/DF-Peilung einer Funk-Nachricht angesetzte Liberator-Bomber der RAAF finden das U-Boot am 29., 30. und 31.1.1945 vor Fremantle nicht. Am 5./6.2. versenkt U 862 den US Frachter Peter Sylvester (7176 BRT) in 3 Anläufen 820 sm westlich von Fremantle. Der Angriff wird erst nach der Bergung von ersten Überlebenden durch einen Dampfer bekannt. Die aus Fremantle angesetzten Schiffe, die US Fregatte Corpus Christi und die austral. Korvette Dubbo, finden weitere Rettungsboote. Eine vom 11.- 20.2. planmäßig durchgeführte Suchaktion nach 2 fehlenden Rettungsbooten mit Flugzeugen, mit den auf Durchmarsch befindlichen brit. Geleitträgern Slinger und Speaker und mit der US Fregatte Hutchinson sowie den austral. Korvetten Warnambool und Castlemaine führt zu keinem Erfolg. Erst am 28.2. stößt der das Gebiet passierende brit. Geleitträger Activity auf das erste Rettungsboot. Am 10.3. findet das von einem Feindeinsatz zurückmarschierende US U-Boot Rock das zweite Rettungsboot. Dieses hatte in 32 Tagen 1100 sm zurückgelegt. Alle 143 Überlebende werden gerettet.

19.11.1944
Südwestpazifik
Schiffe der Kampfgruppe TG.78.14 (Capt. Lord Ashbourne, RAN) setzen Truppen der 31. Division auf Asia Island bei Sansapor (New Guinea) an Land.

20.11.1944
Mittelmeer
Bei einem Angriff amerik. Schnellboote auf ein dt. Geleit vor Sestri-Levante (südöstl. von Genua) versenkt PT-308 den U-Jäger UJ 2207.

20.11.1944
Zentralpazifik
Japan. Flugzeuge greifen zwischen Ulithi und Eniwetok mehrere US Tanker an und beschädigen einen davon.

21.11.1944
Nordsee
Brit. Jagdbomber versenken die Wachboote DW 04/Flamingo (165 BRT) und DW 42/Lumme (169 BRT) in der Wesermündung mit Bordwaffen. Der dt. Artilleriefährprahm AF 86 wird vor Ameland durch Jagdbomber versenkt.

21.11.1944
Nordpazifik
Die Kampfgruppe TG.92 (RAdm. McCrea) mit 2 Leichten Kreuzern und 9 Zerstörern beschießt Matsuwa auf den Kurilen.

22.– 23.11.1944
Luftkrieg Norwegen
Ein Angriff der Group No. 5 des RAF Bomber Command mit 178 Flugzeugen gegen den dt. U-Boot-Bunker in Trondheim muß abgebrochen werden, da künstlicher Nebel das Ziel verdeckt. Dabei gehen 3 Flugzeuge verloren.

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10. British Pacific Fleet: Victorious mit Corsair-Jägern,
begleitet von Indomitable und Howe

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22./23.11.1944
Indischer Ozean
Reorganisation der British Eastern Fleet: VAdm. Power bildet mit den Schlachtschiffen Queen Elizabeth, Renown, 5 Geleitträgern, 8 Kreuzern und 24 Zerstörern die Brit. East Indies Fleet. Die modernen Schiffe werden unter Adm. Fraser zur Bildung der British Pacific Fleet mit den Schlachtschiffen King George V. (VAdm. Rawlings), Howe, den Trägern Indefatigable (RAdm. Vian), Illustrious, Victorious, Indomitable, den Kreuzern Swiftsure, Argonaut, Black Prince, Ceylon, New Foundland und den neuseel. Gambia und Achilles sowie 3 Zerstörer-Flottillen (4. mit Q-Klasse, 25. mit U- und die 27. mit W-Klasse) zusammengefasst. 

24.– 27.11.1944
Nordmeer
Die sowj. Zerstörer Gremjashchij, Zhguchi and Doblestnyj sowie der U-Jäger BO-206 verlegen von Iokanga zum Weißen Meer, wo sie Geleitschutz für den Konvoi BK.37 mit 3 Transportern, dem Wachboot SKR-12 und dem Minensucher T-905 nach der Halbinsel Kola übernehmen. Am gleichen Tag fährt der Konvoi BK.38 mit 6 Transportern und 3 Tankern von Arkhangelsk nach Murmansk, gesichert von den Zerstörern Baku, Razumnyj, Razjarenyj, Zhivuchij and Dejatelnyj.

24.11.– 3.12.1944
Luftkrieg Japan

Schwere amerikanische Luftoffensive gegen das japanische Mutterland von den neu errichteten Flugbasen auf Saipan. Fernbomber vom Typ B-29 Superfortress greifen Tokio an. Die Angriffe werden am 26.11., 29./30.11. und 3.12. weiter geführt.

24.11.– 5.12.1944
Ostsee
Zur Sperrung der Irben-Straße werfen die Minenschiffe Linz (KKpt. Abel) und Brummer (FKpt. Kolster) zusammen mit den Minensuchern M 17, M 155 und M 203 in den Nächten vom 24./25.11., 29./30.11. sowie 4./5.12. die Minensperre »Nordlicht«. Die Fischdampfer Spreeufer (216 BRT), Solling (260 BRT) und Saar (235 BRT) gehen im Zeitraum 24.-29.11. auf Fangfahrt vermutlich durch brit. Luft- oder sowj. U-Boot-Minentreffer verloren.

25.– 26.11.1944
Südwestpazifik / China
Bei einem Angriff von Liberators der 14. USAAF auf den Konvoi SATA.02 im Südchinesischen Meer werden ein japan. Frachter sowie die Minensucher W-17 und W-18 beschädigt, letzterer sinkt am 26.12. südlich von Hainan. Chinesische Flugzeuge versenken am 25.11. auf dem Yangtse Fluss die japan. Kanonenboote Fushimi und Sumida, und sie beschädigen am 26.11. bei Anking die Kanonenboote Hira und Hozu.

27.11.– 6.12.1944
Südwestpazifik
Versuch eines japan. Gegenangriffs auf Leyte. Luftlande-Kommandotrupps sollen die US-Flugplätze ausschalten, Kamikaze-Flieger die Schiffe treffen, um die Unterstützung der US-Truppen zu schwächen. Im Leyte-Golf steht die Task Group 77.2 (RAdm. Weyler) mit den Schlachtschiffen Maryland, West Virginia, Colorado, New Mexico, den Kreuzern Columbia, Denver, Montpelier, St. Louis und 16 Zerstörern. Die Luftlandung am 27.11. misslingt, Bomber und 5 Kamikazes beschädigen die Colorado, Montpelier und St. Louis, die Maryland manövriert einen Lufttorpedo knapp aus. Sie wird aber am 29.11. von Kamikazes getroffen, zusammen mit den Zerstörern Saufley und Aulick. Der zweite Versuch wird am 5./6.12. unternommen, 3 Kamikazes beschädigen die Zerstörer Mugford und Drayton, die Luftlandungen unter Einsatz von Fallschirmjägern gelingen z. T. besser und um den Flugplatz Burauen wird 2 Tage heftig gekämpft. In der gleichen Zeit führen US-Zerstörer Vorstöße in den Ormoc-Golf, erstmalig am 27.11. Waller, Saufley, Renshow und Pringle, sie versenken ein Transport-U-Boot der japan. Armee Maru-Yu-2 (Oblt.z.S. Ueki). Weitere Vorstöße von Waller, Renshaw, Cony und Conner am 29./30.11. und Conway, Cony, Eaton, Sigourney am 1./2.12. bleiben erfolglos. Am 3.12. fangen Allen M. Sumner, Moale und Cooper 2 jap. Geleitzerstörer mit Verstärkungen für Ormoc ab und versenken die Kuwa, die Take versenkt jedoch mit Torpedo die Cooper und entkommt. Moale wird durch Geschützfeuer beschädigt.

27.11.– 7.12.1944
Nordmeer
Alliierte Konvoi-Operation. JW.62 verläßt Loch Ewe mit 30 Handelsschiffen und einem Rettungsschiff, gesichert von den 8th und 20th Escort Groups u.a. mit den Zerstörern Keppel, Beagle, Bulldog, Westcott, den Sloops Cygnet, Lapwing, Lark und den Korvetten Allington Castle, Bamborough Castle sowie den nach Murmansk zu überführenden norweg. Korvetten Tunsberg Castle und Eglantine. Deckungsgruppe Kreuzer Bellona, 1. Div. der 7. Zerstörer-Flottille mit Caesar, Cassandra, Caprice und Cambrian und 17. Zerstörer-Flottille mit Onslow, Orwell, Obedient, Offa, Onslaught und Oribi

Da die Tirpitz seit 12.11. außer Gefecht gesetzt ist, wird in der Deckungsgruppe kein Schlachtschiff mehr eingesetzt. Als »Support Groups« werden die Geleitträger Campania und Nairana mit den Fregatten Tavy, Tortola, Bahamas und Somaliland sowie die kanad. 9th Escort Group mit den Fregatten St. John, Stormont, Monnow, Loch Alvie, Nene und Port Colborne eingesetzt.

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11. Quadratkarte der Nordmeerküste  

Am 27.11. wird der Konvoi von dt. Luftaufklärung erfasst, ein Jäger der Nairana schießt Fühlunghalter ab. Ansatz der U-Boot-Gruppe »Stock« mit U 313, U 315, U 293, U 363, U 299, U 365, U 286, U 318, U 995, U 992 westlich der Bären-Insel und der Gruppe »Grube« mit U 295, U 1163, U 387, U 997, U 668, U 310 und U 965 vor der Kola-Küste. Am 1.12. wird Gruppe »Stock« an die Kola-Küste herangezogen, da Passieren der Bären-Insel-Enge durch Konvoi angenommen. Konvoi aber macht Ausweichbewegung, während die Support Groups ohne Erfolg gegen vermutete U-Boot-Aufstellung vorstoßen.

Am 5.12 greift U 318 (Oblt.z.S. Will) Schiffe und Geleitboote des einlaufenden JW.62 an [AC88], der auf dem letzten Stück seines Weges zusätzlich von den sowjet. Zerstörern Baku, Gremjashchij, Razumnyj, Uritski, Dejatelnyj, Derzki, Doblestnyj, Zhivuchij and von 4 U-Jägern des Typs BO-2 gesichert wird. Am gleichen Tag [AC89] versenkt U365 (Oblt.z.S. Todenhagen) aus einer Kampfgruppe mit BO-219, BO-223 und BO-229 den U-Jäger BO-230 (ex-US PC 1477). U 295 (Oblt.z.S. Wieboldt) verfehlt bei Jokonga [AW21] die Zerstörer Dejatjelnyj und Zhivuchij mit T-5 und wird von ihnen mit Wasserbomben verfolgt. Am 6.12. detoniert ein T-5 Torpedo [AC8853] von U-293 (Obltz.S. Klingspor) im Kielwasser der Dejatjelnyj. Auch U 318 (Oblt.z.S. Will) attackiert [AC8825] noch erfolglos einen großen Zerstörer, und wird danach die ganze Nacht mit Wasserbomben verfolgt. Am 7.12. versenkt [AC8864] U 997 (Oblt.z.S. Lehmann) aus einer sowj. U-Jagd-Gruppe (Kpt. 3.Rg. Gritsjuk) mit BO-227, BO-228 und BO-150 den U-Jäger BO-229 (ex-US SC 1485). Am selben Tag läuft Konvoi JW.62 ohne Verluste ein.

28.11.1944
Ostsee
Bei einem sowj. Luftangriff auf Libau wird das dt. T-Boot T 10 beschädigt. Es verlegt zur Reparatur nach Gotenhafen (siehe 18./19.12.1944). Vor Pillau sinkt bei einer Tauchpanne das dt. U 80.

28.– 29.11.1944
Nordsee
In Antwerpen läuft am 28.11. der erste alliierter Konvoi mit 18 Schiffen ein. Am 29.11. versuchen dt. S-Boote vergeblich, einen nach Antwerpen gehenden alliierten Konvoi anzugreifen.

29./ 30.11.1944
Nordsee
Torpedoeinsatz der 8. S-Flottille mit 5 Booten im Seegebiet vor Dünkirchen bleibt ohne Erfolg. Mineneinsatz der 9. und 10. S-Flottille mit 7 Booten vor der Schelde. Britische Bewacher verwickeln sie in Gefechte. Doch die S-Boote können ihre Gegner abschütteln und werfen planmäßig 33 Minen.

30.11.1944
Kanal

Der brit. Geleitzerstörer Duff läuft nordwestlich von Ostende auf eine Mine. Das Schiff kehrt zurück nach Harwich, wird aufgelegt, aber nicht mehr repariert.

30.11.1944
Großbritannien

Stapellauf des letzten brit. Schlachtschiffs – der Vanguard.

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Chronik des Seekrieges

Fortsetzung im Text