1942 Juli

 

 

 

1.7.1942
Deutschland / Ostsee
Das am 27.2.1942 schwer beschädigte dt. Schlachtschiff Gneisenau wird in Gotenhafen endgültig außer Dienst gestellt. Reparaturarbeiten werden in Angriff genommen, aber im Jahr 1943 wieder gestoppt. Im März 1945 wird Gneisenau als Blockschiff gesprengt und 1947-1951 abgebrochen und verschrottet.

1.7.1942
Mittelmeer
Britische U-Boot-Situation: In Gibraltar ist die 8. U-Flottille mit Depot-Schiff Maidstone verstärkt worden durch 2 Boote der neuen S-Klasse, P.211/ Safari und P.222. Die beiden anderen Boote, Parthian und Clyde, werden für Versorgungsmärsche nach Malta eingesetzt. In Haifa liegt die 1. U-Flottille mit Turbulent, Taku, Thorn, Traveller, Thrasher, außerdem Proteus und Porpoise, das für Versorgungsmärsche nach Malta eingesetzt wird. Otus und Osiris sind nicht einsatzbereit. Zur 1. U-Flottille gehören auch noch die griech. U-Boote Katsonis, Papanikolis, Triton sowie Nereus, das sich derzeit in Reparatur befindet. Anfang des Monats kreuzt Taku erfolglos vor der libyschen Küste, Turbulent im Sirte-Golf, Thrasher befindet sich auf dem Rückmarsch nach Haifa. In Port Said liegt vorübergehend die 10. U-Flottille mit Una, Uproar, Ultimatum und Umbra. Darüber hinaus stehen in Gibraltar 5 weitere Boote der U-Klasse für die 10. U-Flottille in Bereitschaft, und zwar Unbending, Unbroken, Unison, United und Unruffled.

1.7.1942
Westatlantik
US Frachter Edward Luckenbach (7934 BRT) läuft vor Florida auf eine amerik. Minensperre und sinkt (vgl. 26.4.42)

1.– 2.7.1942
Schwarzes Meer
Am 1.7. Einnahme von Sevastopol durch die 11. deutsche Armee. Auf dem Weg Odessa-Ochakov sinkt Sperrbrecher 191 / Motor auf einer sowj. Minensperre. Am 2.7. Luftangriff des I./KG.100 (Hptm. Heise) auf Novorossisk. Das Wrack des sowj. Flottillenführers Tashkent wird zerstört, die Zerstörer Bditelny, Transporter Ukraina (4727 BRT) und Proletari (1123 BRT) werden versenkt. Schulkreuzer Komintern, Zerstörer Soobrazitelny, Nezamozhnik, Wachboote Shtorm, Shkval, Unterseeboot L-24 sowie Transporter Voroshilov (3908 BRT) und Kursk (5801 BRT) werden beschädigt. Bei weiteren Luftangriffen werden der Minensucher T-404/ Shchit vor Sevastopol versenkt und das Kanonenboot Krasnaya Abchaziya vor Anapa beschädigt. In einem Gefecht mit drei sowjetischen Kanonenbooten versenken Boote der 1. S-Flottille in der Nacht zum 3.7. SKA 0112 und SKA 0124. Durch einen Treffer am Torpedorohr und die Explosion des Luftzylinders wird S 40 schwer beschädigt (Reparatur in Linz bis Dezember 1942). Die deutschen S-Boote fischen 37 Überlebende der beiden sowjet. Boote aus dem Wasser, darunter GenMaj. Nowikov, den stellvertretenden Befehlshaber in Sevastopol, und bringen sie nach Jalta.

1.– 9.7.1942
Nordsee

Mehrere Minenunternehmungen der 2. S-Fl. (am 1./2., 5./6. und 14./15.6.) und der 4. S.Fl. (am 3./4., 6./7., 7./8., 9./10., 14/15. und 15/16.6.) gegen den Geleitzugweg vor der brit. Ostküste, bei denen insgesamt 263 LMB geworfen werden, erbringen keine Erfolge, da die Boote von brit. Landstellen mit Radar erfasst und die Sperren unverzüglich von Minensuchern geräumt werden.

1.– 9.7.1942
Indischer Ozean
Japan. 8. U-Boot-Geschwader operiert weiterhin vor der afrikan.Ostküste. Es versenken: I-16 (KKpt. K. Yamada) am 1.7. die schwed. Eknaren (5243 BRT); I-18 (KKpt. Otani) am 1.7. die niederl. De Weert (1809 BRT) und am 6.7. die brit. Mundra (7341 BRT); I-10 (KKpt. Kayahara) am 6.7. die griech Nymphe (4504 BRT), am 8.7. die brit. Hartismere (5498 BRT) und in der Nacht zum 9.7. die niederl. Alchiba (4472 BRT). I-20 (KKpt. T. Yamada) bleibt ohne Erfolg.

1.– 14.7.1942
Mittelmeer
U-Boot-Situation der Achsenmächte: Vor der Küste Palästinas versenkt U 97 (Oblt.z.S. Bürgel) die brit. Marilyse Moller (786 BRT) und wird anschließend von einem Geleitschiff verfolgt. Am 4.7 beendet es seine Feindfahrt am Stützpunkt Salamis. Das am 1.7. von Messina ausgelaufene U 375 (Kptlt. Könenkamp) versenkt am 6.7. südl. Zypern aus einem Geleitzug den norw. Dampfer Hero (1376 BRT), wird einige Stunden später von einer U-Jagdgruppe aufgespürt und 4 Stunden lang mit Wasserbomben verfolgt, kann aber unbeschadet entkommen. Vor Port Said legt U 561 (Oblt.z.S. Schomburg) am 9.7. eine weitere Minensperre. In der folgenden Woche wird das Boot mehrfach Flugzeugangriffen unterzogen, am 15.7. gelingt es ihm, eine Liberator der 159 Sq. RAF (W/O Pottie †) abzuschießen. Nach Verfolgung durch eine U-Jagdgruppe am 16.7. tritt es den Rückmarsch nach Messina an. U 562 (Oblt.z.S. Hamm) übernimmt nach missglücktem Angriff auf einen Konvoi die Bewachung des Hafens Sidon (Libanon), wird dort durch Luftangriff und eine U-Jagdgruppe vertrieben, torpediert am 14.7. aus einem großen Geleitzug den niederl. Tanker Adinda (3359 BRT) und verfehlt am 19.7. einen Truppentransporter, bevor es am 23.7. nach La Spezia zurückkehrt. U 372 (Kptlt. Neumann) bleibt ohne Erfolg. Vor der syrischen Küste verfehlt das ital. U-Boot Perla (Kptlt. Ventura) am 9.7. den brit. Transporter Manchester City und wird anschließend vor Beirut durch die brit. Korvette Hyacinth aufgebracht; später (am 5.12.42) wird es als P.712 / Matrozos für die griechische Marine von den Briten in Dienst gestellt. Alagi (Kptlt. Puccini) versenkt am 12.7. den türk. Tanker Antares (3723 BRT). Ondina, Nereide und Asteria sind erfolglos. Am 11.7. wird Ondina (Kptlt. Andolfi) durch die südafrik. U-Jagd-Trawler Southern Maid und Protea mit Unterstützung eines Walrus-Flugbootes der 700. Sqn FAA versenkt.

. PC 452 (am.)
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1. Amerikanisches Patrouillenboot PC 452

1.– 19.7.1942
Westatlantik
Zum letzten Male sind 7 dt. U-Boote (U 132, U 158, U 202, U 332, U 404, U 576, U 701) an der amerikan. Ostküste eingesetzt. Sie finden außerhalb von Konvois keine lohnenden Ziele mehr. Nur U 202 (Kptlt. Linder) versenkt am 1.7. die amerik. City of Birmingham (5851 BRT). Nach Verlust von 3 Booten (U 215, U 576, U 701) erhalten die restlichen am 19.7. den Befehl zum Absetzen von der Küste. U 402 tritt den Rückmarsch an, U 89, U 132, U 458 und U 754 gehen ins Gebiet südostwärts Nova Scotia (siehe unten).

Von den im Gebiet von Kuba, im Golf von Mexiko und vor den Großen Antillen operierenden U-Booten versenken U 154 (KKpt. Kölle) am 6.7. den panam. Fischkutter Lalita (65 BRT); U 571 (Kptlt. Möhlmann) am 7.7. die brit. Umtata (8141 BRT) und am 9.7. die hondur. Nicholas Cuneo (1051), der US-Tanker J.A. Moffet Jr. (9788 BRT) wird am 8.7. unreparabel zerstört und der US-Tanker Pennsylvania Sun (11.394 BRT) beschädigt; U 84 (Kptlt. Uphoff) versenkt am 13.7. die amerik. Andrew Jackson (5990 BRT) und die hondur. Baja California (1648 BRT), die amerik. William Cullen Bryant (7176 BRT) wird torpediert. U 134 und U 437 haben bei ihren Angriffen keinen Erfolg. 

Von den im Gebiet vor Trinidad, in der Karibik und vor Panama operierenden U-Booten versenken U 575 (Kptlt. Heydemann) am 4.7. die amerik. Norlandia (2689 BRT) und am 9.7. die brit. Empire Explorer (5345 BRT), am 18.7. werden der brit. Tanker San Gaspar (12.910 BRT) torpediert und 2 brit. Frachtsegler, Glacier (130 BRT) und Comrade (110 BRT), mit Artillerie versenkt; U 203 (Kptlt. Mützelburg) versenkt am 9.7. die brit. Cape Verde (6914 BRT) und am 11.7. den panam. Tanker Stanvac Palembang (10.013 BRT); U 505 (Kptlt. Loewe) am 22.7. mit Artillerie den kolumb. Frachtsegler Roamar (110 BRT). U 153 (Kptlt. Reichmann) wird nach missglücktem Angriff auf den griech. Netzleger Imosa vor dem Panama-Kanal von dem amerik. U-Jäger PC 458 unter Wasser gedrückt und gemeinsam mit USN- und USAAF-Flugzeugen beschädigt, am 13.7. wird es von dem Zerstörer Lansdowne (LtCdr. Smedberg) vernichtet.

1.– 20.7.1942
Südpazifik
Konzentration aller Kräfte für die Landung auf Guadalcanal (Operation »Watchtower«). Am 1.7. läuft ein Konvoi mit sechs Transportern und den letzten Einheiten des US Marine-Corps an Bord von San Diego aus. Begleitung durch die neu aufgestellte Task Force TF.18 (siehe: 10.-15.6.). Am 7.7. stechen TF.11 und TF.16 von Pearl Harbor aus in See, um sich mit den anderen Verbänden am 20.7. im Gebiet der Fiji-Inseln zu vereinigen (Fortsetzung: 7.- 9.8.)

1.– 27.7.1942
Südwestpazifik
US U-Boot-Operationen im Südchinesischen Meer. Sturgeon (LtCdr. Nimitz) versenkt am 1.7. den japan. Truppentransporter Montevideo Maru (7266 BRT), auf ihm befanden sich 853 austral. Kriegsgefangene und 205 Zivilinternierte, was an Bord des U-Bootes nicht bekannt war. Sculpin (LtCdr. Chappell) beschädigt am 7.7. den Frachter San Pedro Maru (7268 BRT), Sailfish (LtCdr. Voge) am 9.7. Aobasan Maru (8811 BRT), Seadragon (LtCdr. Ferrall) versenkt am 12.7. Hiyama Maru (6171 BRT), am 13.7. Shinyo Maru (4163 BRT) und am 16.7. Hakodate Maru (5302 BRT). Spearfish (LtCdr. Dempsey) torpediert am 27.7. Rio de Janeiro Maru (9626 BRT). Vor Rabaul versenkt S 37 (LtCdr. Reynolds) am 8.7. Tenzan Maru (2775 BRT).

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2. Kreuzer USS Wichita und HMS London.
Nahdeckungsgruppe für den Konvoi PQ.17

1.– 28.7.1942
Nordmeer
Geleitzugschlacht gegen den Konvoi PQ.17:
Konvoi PQ.17 (Commodore Dowding) von Reykjavik mit noch 33 Schiffen, 1 Flottentanker und 3 Rettungsschiffen.
Ocean Escort: Zerstörer Middleton, Minensucher Britomart, Halcyon, Salamander, UJ-Trawler Ayrshire, Lord Austin, Lord Middleton, Northern Gem. Nahsicherung: Cdr. Broome mit Zerstörern Keppel (F), Offa, Fury, Leamington, Ledbury, Wilton, Korvetten Lotus, Poppy, Dianella, La Malouine, Flakschiffen Pozarica, Palomares, U-Boote P.614, P.615. Fern-Deckungsgruppe (Adm. Tovey) mit Schlachtschiffen Duke of York, Träger Victorious, den Kreuzern Cumberland, Nigeria und den Zerstörern Ashanti, Blankney, Escapade, Faulknor, Marne, Martin, Middleton, Onslaught, Onslow, Wheatland, verstärkt durch US Task Force TF.99 mit Schlachtschiff Washington und den Zerstörern Mayrant, Rhind läuft in der Nacht zum 29.6. von Scapa Flow ins Gebiet zwischen Island und Bären-Insel. Nah-Deckungsgruppe (RAdm. Hamilton) mit Kreuzern London, Norfolk (RN), Tuscaloosa, Wichita (USN) und den Zerstörern Somali (RN), Rowan und Wainwright (USN) läuft am 30.6. von Seidisfjord (Island) auf Position nördlich des PQ.17.

1.7.: Dt. B-Dienst erfaßt den PQ.17, der vormittags auch von U 255 (Kptlt. Reche) und U 408 (Kptlt. v. Hymmen) etwa 60 sm ostwärts Jan Mayen gesichtet wird. U 334 (Oblt.z.S. Siemon), U 456 (Kptlt. Teichert) werden direkt angesetzt, U 251 (Kptlt. Timm), U 355 (Kptlt. La Baume), U 657 (Kptlt. Göllnitz), U 88 (Kptlt. Bohmann), U 457 (KKpt. Brandenburg), U 376 (Kptl. Marks) bilden als Gruppe »Eisteufel« weiter ostwärts einen Vorpostenstreifen. PQ.17 und Ferndeckungsgruppe werden durch dt. Luftaufklärung am Nachmittag erfaßt.
2.7.:
Sichtung zweier Konvois (QP.13 / PQ.17) und der fälschlich als Fernsicherung gemeldeten Nahdeckungsgruppe durch dt. Luftaufklärung stiften Verwirrung. U 456 hält Fühlung am PQ.17, U 457, U 657, U 376, U 255 werden z. T. bei Angriffen abgedrängt. Am Nachmittag Absprung deutscher Überwasserstreitkräfte zur Operation »Rösselsprung« (siehe: 2.- 5.7.). Abends Angriff von 7 He 115 der 1./K.Fl.Gr.906 ohne Erfolg.
3.7.: Luftfühlung in unsichtigem Wetter abgerissen. U 88 greift erfolglos Zerstörer an. U 456, U 255, U 657, U 703 und U 334 gewinnen meist nur kurzfristig Fühlung. Die britische Luftaufklärung erfasst den Abmarsch dt. Überwasserstreitkräfte nach Norden. Zur Deckung des Konvois werden die brit. U-Boote Sahib, Sturgeon, Minerve (FFN), Unrivalled, Unshaken sowie Ursula, Tribune, Seawolf, Trident in zwei Linien südlich der Bären-Insel aufgestellt. Dazu stoßen die sowj. U-Boote D-3, K-2, K-22, K-21, Shch-402, Shch-403. Vor dem Varanger-Fjord u.a. M-176. Bei diesen Operationen gehen D-3 und M-176 vermutlich auf dt. Flankensperren verloren. Kreuzer Manchester und Zerstörer Eclipse von Spitzbergen zur Ferndeckungsgruppe gestoßen.

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3. Die Nordmeer-Konvois steuern hart an der Packeisgrenze (John Hamilton)

 

4.7.: Einzelnes T-Flugzeug He-115 der 1./K.Fl.Gr. 906 erzielt Treffer auf Dampfer Christopher Newport (7191 BRT), der später durch Fangschüsse des brit. U-Bootes P.614 und des dt. U 457 versenkt wird. U 88, U 255, U 334 haben zeitweise Fühlung am Konvoi, U 457 an der Kreuzergruppe. 2 Angriffe von U 88 schlagen fehl. Die Deutschen sind über die Positionen der brit. Schweren Streitkräfte im Unklaren, deshalb erhält die Flotte keinen Marschbefehl. Abends Angriff einer Staffel des KG.30 ohne Erfolg. Torpedoflugzeuge der I./KG.26 (Hptm. Eicke) versenken Frachter Navarino (4841 BRT), William Hooper (7177 BRT) beschädigt und durch Fangschuss von U 334 versenkt, sowj. Tanker Azerbaidzhan (6114 BRT) torpediert. Von 25 angreifenden He 111 werden 3 abgeschossen. Noch am Abend gibt der 1. Seelord (Adm. Pound) in Erwartung eines dt. Überwasserangriffs mit überlegenen Kräften der Kreuzer-Gruppe und den Zerstörern der Sicherung Befehl zum Ablaufen nach Westen und löst den Konvoi auf.
5.7.: Dt. Luftaufklärung und U-Boote melden Auflösung des Konvois PQ.17 und Ablaufen der Kreuzer nach Westen. Daraufhin gehen Tirpitz (Kpt.z.S. Karl Topp), Admiral Hipper (Kpt.z.S. Meisel), Admiral Scheer (Kpt.z.S. Meendsen-Bohlken), 7 Zerstörer und 2 T-Boote in See. Vor Ingöy erfolgloser Angriff des sowj. U-Bootes K-21 (Kpt. 2.Rg. Lunin) auf Tirpitz. Im Laufe des Tages greifen die Gruppen I-III (Hptm. Kahl, Stoffregen und Herrmann) des KG.30 (Maj. Bloedorn) die einzeln und in Gruppen fahrenden Transporter des Konvois an und versenken die Frachter Washington (5564 BRT), Bolton Castle (5203 BRT), Pan Kraft (5644 BRT), Peter Kerr (6476 BRT), Fairfield City (5686 BRT) und das Rettungsschiff Zaafaran (1559 BRT) und beschädigen Paulus Potter (7168 BRT), Earlston (7195 BRT, durch Fangschuss von U 334 versenkt), Empire Byron (6645 BRT, durch Fangschuss von U 703 versenkt) und den Flottentanker Aldersdale. U 88 versenkt Carlton (5127 BRT) und Daniel Morgan (7177 BRT), U 456 die Honomu (6977 BRT) und U 703 die River Afton (5479 BRT). Ein Catalina-Flugboot der RAF-Squadron 210 und brit. U-Boot Unshaken sichten und melden dt. Flottenverband. Unshaken (Lt Oxborrow) wird daraufhin von Zerstörer Z 27 mit Wasserbomben angegriffen, bleibt aber unbeschädigt. Nach frühzeitiger Aufklärung durch die brit. U-Boote befiehlt der Ob.d.M., Admiral Raeder, den Abbruch des Flotten-Unternehmens »Rösselsprung«. Die Vernichtung der restlichen Schiffe des Konvois sollen U-Boote und Flugzeuge übernehmen.
6.7.: Dt. Flottenverband läuft in den Kaa-Fjord ein. Der brit. Kreuzer-Verband vereinigt sich mit der Fern-Deckungsgruppe. Flugzeuge des KG.30 versenken den Tanker Pan Atlantic (5411 BRT), U 255 die John Witherspoon (7191 BRT).
7.7.: Von den zur Jagd auf Einzelfahrer angesetzten U-Booten versenken U 255 die Alcoa Ranger (5116 BRT), U 355 die Hartlebury (5082 BRT) und U 457 das verlassene Tankerwrack Aldersdale (8402 BRT). 5 Schiffe und einige Sicherungs-Fahrzeuge des Konvois treffen in der Matochkin-Straße ein.
8.7.: U 255 versenkt vor Novaja Zemlja den Dampfer Olopana (6069 BRT). Commodore Dowding bildet in der Matochkin-Straße aus 5 Dampfern, je 3 Korvetten, Minensuchern und Trawlern, den Flakschiffen Palomares und Pozarica und dem Rettungsschiff Zamalek einen Konvoi, der an der Westküste Novaja Zemljas und der Eisgrenze nach Süden marschiert. Die sowj. Zerstörer Gremjashchi und Grozny verstärken die Sicherung.
9.7.: Teil des Konvois mit dem Rettungsschiff Rathlin und dem Motortanker Donbass und Dampfer Bellingham trifft in Archangelsk ein. U 255 gewinnt Fühlung an Restgeleit, auf das U 457, U 703, U 376 und U 251 operieren.
10.7.: Bei Angriffen des II./KG.30 gegen das Restgeleit vor der Einfahrt des Weißen Meeres werden die Dampfer Hoosier (5060 BRT) und El Capitan (5255 BRT) beschädigt und anschließend durch U 376 bzw. U 251 mit Fangschuss versenkt, der Dampfer Samuel Chase wird durch Bombentreffer beschädigt.
11.7.: Restgeleit mit Zamalek, Dampfern Ocean Freedom und Samuel Chase trifft in Archangelsk ein. Eine weitere Gruppe von Schiffen mit dem Trawler Ayrshire trifft in der Matochkin-Straße ein.
12.7.: U 376 greift ohne Erfolg einen Trawler vor Kanin Nos an.
13.7.: Von den auf dem Rückmarsch befindlichen U-Booten versenkt U 255 das verlassene Wrack des Dampfers Paulus Potter.
15.7.: Dt. U-Boote laufen ein.
16.7.: Comm. Dowding läuft mit den Korvetten Poppy, Lotus und La Malouine, begleitet von dem sowj. Zerstörer Gremjashchi aus, um die an der Küste Novaja Zemljas liegenden Schiffe einzuholen.
20.7.-24.7.: Marsch des zweiten Restkonvois mit den genannten Geleitfahrzeugen und den Dampfern Benjamin Harrison, Silver Sword, Troubador, Ironclad und Azerbaidzhan unter Führung des sowj. Minenlegers Murman (Comm. Dowding) und des Trawlers Kirov von der Matochkin-Straße nach Archangelsk. Unterwegs in der Moller-Bucht Dampfer Empire Tide aufgenommen.
28.7.: Als letzter Nachzügler trifft der vorübergehend auf Strand gesetzte Dampfer Winston Salem in Molotovsk ein.

Gesamtverlust des PQ.17: 24 Schiffe mit 142.695 BRT. Auf dt. Seite bei 202 Einsätzen fünf Flugzeuge. Durch U-Boote versenkt: 8 Schiffe mit 48.218 BRT, durch die Luftwaffe 8 Schiffe mit 40.376 BRT. Außerdem werden von U-Booten 8 durch Luftangriffe beschädigte Schiffe mit 54.093 BRT durch Fangschüsse versenkt. Mit den Frachtern gehen unter: 3350 Kraftfahrzeuge, 430 Panzer, 210 Flugzeuge und 99.316 ts sonstiges Kriegsmaterial.

. Details
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4. Die Entwicklung des "Seeigel"- Sperrgebietes

1.– 31.7.1942
Ostsee
Von den in die Ostsee durchgebrochenen sowj. U-Booten der ersten Welle operieren: Shch-304 im Finnenbusen, Shch-317 und Shch-406 an der schwed. Küste, Shch-320 vor Memel, S-4 in der Danziger Bucht. Sowj. Räumverbände und Torpedokutter unterstützen am 4. bzw. 8.7. den Ausbruch von S-7 und Shch-303 durch die Minensperren im Finnenbusen. S-7 operiert zunächst an der schwed. Küste, dann vor Windau, Shch-303 vor Utö. Folgende Erfolge werden erzielt: Shch-320 (Kpt. 3.Rg. Vishnevski) versenkt am 5.7. die dt. Anna Katrin Fritzen (676 BRT); Shch-317 (Kptlt. Mokhov) versenkt am 8.7. die dt. Otto Cords (966 BRT). Auf dem Rückmarsch wird Shch-317 (an Bord der Div.-Chef, Kpt. 3.Rg. Egorov) am 12.-15.7. zwischen der »Nashorn«- und »Seeigel«-Sperre mehrfach von finn. und dt. U-Jägern angegriffen und am 19.7. schließlich vom finn. Minenleger Ruotsinsalmi und Wachboot VMV 16 versenkt. Shch-406 (Kpt. 3.Rg. Osipov) beschädigt am 8.7. den dt. Frachtsegler Fides (ex-finn. Madare, 545 BRT); S-7 (Kpt. 3. Rg. Lisin) versenkt am 9.7. die schwed. Margarete (1272 BRT), am 11.7. die schwed. Luleå (5611 BRT), beschädigt am 27.7. die dt. Ellen Larsen (1938 BRT), versenkt am 30.7. die dt. Käthe (1599 BRT) und auf dem Rückmarsch am 5.8. die finn. Pohjanlahti (682 BRT); Shch-303 (Kpt. 3.Rg. Travkin) beschädigt am 20.7. die dt. Aldebaran (7891 BRT). Von russischen U-Booten werden zahlreiche schwedische Dampfer angegriffen, ein weiterer, die Hannah (1196 BRT), sinkt am 10.7. in der Bucht von Han (Schweden) nach Kollision mit einem ungeklärten Unterwasser-Gegenstand, eventuell einem Unterseeboot.

1.7.– 5.8.1942
Mittel- und Südatlantik

Der als Flugzeugtransporter eingesetzte US Träger Ranger bringt im Geleit der Zerstörer Hobson, Corry, Forrest, Fitch und Ellyson eine Ladung Flugzeuge von Newport (R.I.) über Trinidad nach Accra (West-Afrika). Am 19.7. startet Ranger die 72 P-40 Jäger. Von Accra verlegen die Flugzeuge über Afrika in den Nahen Osten sowie Indien und Burma. Rückkehr aller Schiffe nach Hampton Roads am 5.8.42.

2.– 4.7.1942
Mittelmeer
Ital. Konvoi von Tarent nach Bengasi mit den Transportern Ankara, Nino Bixio und Monviso, begleitet von den Zerstörern Da Verazzano, Turbine, Euro und den T-Booten Antares, Polluce, Pegaso, Castore, San Martino, wird mehrfach von Flugzeugen wie auch vom brit. U-Boot Turbulent angegriffen, erreicht sein Ziel jedoch ohne Verluste. Thrasher verfehlt am 4.7. vor Palästina U 77.

2.– 5.7.1942
Nordmeer
Operation »Rösselsprung«: Vorstoß schwerer dt. Einheiten gegen den vom dt. B-Dienst, U-Booten und Luftaufklärung erfassten Konvoi PQ.17.

5. Im Altafjord stehen Tirpitz, Hipper und Zerstörer bereit zum Unternehmen "Rösselsprung".

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Am 2.7. nachmittags Abmarsch der Kampfgruppe I (GenAdm. Schniewind) mit Schlachtschiff Tirpitz, Kreuzer Admiral Hipper, Zerstörern Karl Galster, Friedrich Ihn, Hans Lody, Theodor Riedel, Torpedobooten T 7 und T 15 von Trondheim nach Nordnorwegen zum Absprung für Operation »Rösselsprung«. Am 3.7. Abmarsch der Kampfgruppe II (VAdm. Kummetz) mit Schwerem Kreuzer Lützow, Admiral Scheer, Zerstörer Z 24, Z 27, Z 28, Z 29, Z 30, Richard Beitzen von Narvik zum Altafjord zur Vereinigung mit dort eintreffender Kampfgruppe I und den Zerstörern Friedrich Eckoldt und Erich Steinbrinck. Dabei fallen im Grimsöystraumen Lützow, Karl Galster, Hans Lody und Theodor Riedel durch Grundberührung aus. Britische Luftaufklärung erkennt Abmarsch dt. Überwasserstreitkräfte nach Norden. Dagegen Aufstellung brit. und sowj. U-Boote in zwei Linien südlich der Bären-Insel zur Deckung des Konvois.

Am 4.7. besteht auf dt. Seite noch immer ein unklares Bild über die Position der schweren brit. Streitkräfte, daher noch kein Auslaufbefehl für die Flotte. Abends gibt der 1. Seelord (Adm. Pound) in Erwartung eines dt. Überwasserangriffs mit überlegenen Kräften der Kreuzer-Gruppe und den Zerstörern der Sicherung Befehl zum Ablaufen nach Westen und löst den Konvoi auf. Nicht die grundsätzlich ‚pessimistisch’ eingestellte Einstellung des OIC (»Operational Intelligence Center«) hatte ihn dazu bewogen. Vielmehr hatte die schwed. Funkaufklärung ein deutsches T-52c Fernschreiben mit Details des Operationsbefehl entziffert, und der Marine-Attaché in Stockholm hatte diese Details weitergeleitet.

Am 5.7. melden dt. Luftaufklärung und U-Boote die Auflösung des Konvois PQ.17 und das Ablaufen der Kreuzer nach Westen. Daraufhin gehen Tirpitz (Kpt.z.S. Karl Topp), Admiral Hipper (Kpt.z.S. Meisel), Admiral Scheer (Kpt.z.S. Meendsen-Bohlken), 7 Zerstörer und 2 T-Boote in See. Vor Ingöy erfolgloser Angriff des sowj. U-Bootes K-21 (Kpt. 2.Rg. Lunin) auf Tirpitz. Ein Catalina-Flugboot der RAF-Squadron 210 und das brit. U-Boot Unshaken sichten und melden dt. Flottenverband. Nach der erkannten frühzeitigen Meldung durch die U-Boote befiehlt der Ob.d.M. in Übereinstimmung mit Hitler, kein Risiko einzugehen, den Abbruch der Flotten-Unternehmung. Die Vernichtung des Konvois PQ.17 sollen U-Boote und Flugzeuge übernehmen. (Einzelheiten dazu: 1.- 28.7.)

2.– 9.7.1942
Zentralpazifik
Vor Japan versenkt Plunger (LtCdr. White) am 2.7. aus einem Konvoi den Armeetransporter Unyo Maru No.3 (2977 BRT). Vor Rabaul versenkt S 37 (LtCdr. Reynolds) am 8.7. Tenzan Maru (2775 BRT). Im Gebiet von Truk versenkt Thresher (LtCdr. Millican) am 9.7. den japan. Torpedotransporter Shinsho Maru (4836 BRT), wird anschließend durch Flugzeuge und Überwassereinheiten verfolgt, kann aber entkommen.

3.7.1942
Indischer Ozean

In der Malakka-Straße torpediert das brit. U-Boot Truant (LtCdr. Haggard) am 3.7. die jap. Tamon Maru No.1 (3019 BRT).

3.– 10.7.1942
Allgemeine Lage / Nordafrika
Feldmarschall Rommel bricht den dreitägigen Versuch, die El-Alamein-Stellung der 8. britischen Armee (Gen. Auchinleck) zu durchstoßen, ab und geht mit seinen erheblich geschwächten Verbänden zur Verteidigung über. Im Verlaufe des Juli führen britische Angriffe zu tiefen Einbrüchen in die italien. Abschnitte der Front. Das X. ital. Korps wird aufgerieben. Mussolini kehrt von seiner Wartestellung in Derna, von wo aus er seinen Einzug in Kairo halten wollte, wieder nach Rom zurück. Bis Ende des Monats erlahmt aber auch die Kraft der 8. brit. Armee, die daraufhin ihre Angriffe einstellt. -- Am 2.7. verlegt die 3. S-Flottille (KptLt. Kemnade) mit 5 Booten von Derna nach Marsa Matruh. Von dort werden in den Nächten 4./5.7. und 9./10.7. Einsätze vor Alexandria bzw. vor der Nilmündung gefahren. Aber schon im August verlegt die Flottille zur Bekämpfung des Konvois "Pedestal" wieder nach Sizilien und im September dann endgültig zurück ins Westliche Mittelmeer.

3.– 20.7.1942
Westatlantik
Aus dem Zubringer-Konvoi BX.27 (New York – Halifax) versenkt U 215 (Kptlt. Hoeckner) südlich Nova Scotia den US Liberty-Frachter Alexander Macomb (7191 BRT) und wird anschließend von der Sicherung, dem brit. UJ-Trawler Le Tiger (Lt. Hoodless), vernichtet. Das in den St.-Lawrence-Golf eingedrungene U 132 (Kptlt. Vogelsang) versenkt am 6.7. aus dem Konvoi QS.15 (Quebec – Sidney; Sicherung durch die Minensucher Bangor und Drummondville) 3 Schiffe mit 10.249 BRT, die griech. Anastassios Pateras, die belg. Hainaut und die brit. Dinaric, und am 20.7. aus dem Konvoi QS.19 (Sicherung durch die Korvetten Weyburn und Chedabucto sowie die Motor-Launches Q 071, Q 059 und Q 064) die dän. Frederika Lensen (4367 BRT).Am 7.7. wird U 701 (Kptlt. Degen) vor der Küste von North Carolina von Hudson ,9-29’ der 396. Bmb.Sq. USAAF versenkt.

3.– 31.7.1942
Nordpazifik

Kampf um die Alëuten. Am 3.7. beschädigen B-17 Bomber der 11. Luftflotte USAAF vor Attu die japan. Seeflugzeugträger Kamikawa Maru (6853 BRT), Kimikawa Maru (6863 BRT) und den Transporter Fujisan Maru (9524 BRT). Tags darauf erreicht der 2. Konvoi zur Verstärkung der japan. Streitkräfte mit dem Seeflugzeugträger Chiyoda (Wasserflugzeuge und Klein-U-Boote an Bord) Kiska. -- Am 4.7. versenkt das US U-Boot Triton (LtCdr. Kirkpatrick) vor Agattu den jap. Zerstörer Nenohi; am 5.7. versenkt Growler (LtCdr. Gilmore) vor Kiska den japan. Zerstörer Arare und torpediert die Zerstörer Kasumi und Shiranui. Beim Gegenangriff wird Growler durch Wasserbomben beschädigt, kann aber seine Feindfahrt fortsetzen. Finback verfehlt einen weiteren Zerstörer. (Forts. 15.7.1942)

4.7.1942
Nordsee
Der dt. Sperrbrecher 61 / Iris sinkt vor Schiermonnikoog auf einer Mine.

4.7.1942
Indischer Ozean
Das mitgeführte Bordflugzeug des dt. Hilfskreuzers Schiff 10/ Thor sichtet den norw. Tanker Madrono (5894 BRT), in Ballast unterwegs nach Abadan. Das Schiff wird unbeschädigt aufgebracht und mit einer Prisenbesatzung nach Japan geschickt. Die Madrono wird später in Rossbach umbenannt und dem Marinesonderdienst als Blockadebrecher überlassen.

4.– 5.7.1942
Allgemeine Lage / Schwarzes Meer
Mit der Einnahme der Halbinsel Chersones ist die gesamte Krim in der Hand der 11. deutschen Armee. Sie meldet seit dem 7.6. (= Beginn des Unternehmens »Störfang«) 97.000 Gefangene der sowjet. Küstenarmee eingebracht und 631 Geschütze und 26 Panzer erbeutet bzw. vernichtet. Deutsch-/rumänische Verluste: 5211 Gefallene, über 2000 Vermisste. Am 5.7. versenkt ein Flugzeug des dt. II./KG.26 vor der Halbinsel Zemesskaya das sowj. Wachschiff KM-0106.

4.– 27.7.1942
Nordmeer
Auf einer Mine im Varanger-Fjord geht am 4.7. das sowj. U-Boot M-176 (Kptlt. Bondarevich) verloren. Vom der Schlacht am Konvoi PQ.17 kehren die U-Boote auf ihre Eismeer-Positionen zurück: am 8 .7. Shch-403, am 9.7. K-21, am 13.7. K-22 und am 17.7. K-2. Das am 2.7. neu auslaufende Shch-402 verfehlt am 22.7. den dt. Dampfer Pompeji und am 26.7. das dt. U 209. Am 6.7. läuft Shch-422 und am 5.7. M-173 aus.

4.– 28.7.1942
Mittelmeer
Das brit. Unterseeboot P.211/ Safari (Cdr. Bryant) operiert vom 4.- 24.7. vor Sardinien, versenkt dort am 12.7. den ital. Küstendampfer Adda (792 BRT) und beschädigt am 15.7. mit Artillerie die ital. Tigrai (1302 BRT). P.222 (LtCdr. Mackenzie) läuft am 18.7. von Gibraltar aus. Von Sardinien wird es nach Kap Palos dirigiert und auf den vichy-franz. Dampfer Mitidja angesetzt. Das Schiff wird am 25.7. angehalten und durchsucht, doch der Entertrupp findet nicht die erwartete Konterbande. Als sich ein französ. Kampfflugzeug und später auch ein Zerstörer annähern, muss das U-Boot den Dampfer ziehen lassen und taucht ab. Der Zerstörer Wrestler begleitet die Mitidja anschließend nach Gibraltar.

5.7.1942
Nordatlantik
Konvoi QP.13 (35 Schiffe) gerät auf dem Weg von Murmansk nach Reykjavik bei Sturm und Nebel in der Dänemark-Straße auf ein britisches Minenfeld und verliert den Minensucher Niger und die Dampfer Heffron, Hybert, Massmar und Rodina. Außerdem werden John Randolph und Exterminator schwer beschädigt und müssen abgeschrieben werden, insgesamt ein Verlust von 38.306 BRT. Am 7.7. läuft der Rest des Konvois in Seidisfjord ein.

5.– 7.7.1942
Biskaya
Das frei-franz. U-Boot Rubis (Cdr. Rousselot) legt 2 Minensperren vor der Bucht von Arcachon, auf der am 10.7. die Hilfsminenleger M 4401/ Imbrien und M 4457/ C.P.Andersen und am 4.8. der franz. Fischdampfer Vincent Comoleyre (246 BRT) sinken.

5.7.– 10.8.1942
Schwarzes Meer
Die sowj. U-Boote A-5, A-3, A-2 und wiederum A-5 lösen einander auf Position vor Odessa ab, dort wird A-5 am 5.7. durch Minentreffer und A-2 am 4.8. durch Wasserbombenangriff beschädigt. Vor Achtopol operieren Shch-208 und anschließend Shch-212, vor Feodosia und Sudak M-120, M-60, M-36 und M-113, vor Konstanza zunächst Shch-201 und Shch-207, später Shch-205, das am 5.8. einen missglückten Angriff auf den dt./frz Tanker Le Progrès führt, der von 2 rumän. Kanonenbooten gesichert wird.

6.– 7.7.1942
Nordsee
Die dt. Minenleger Roland und Ulm sowie die Minensucher M 82 und M 102 legen die »Thusnelda«–Sperre (6a) im Bereich des Minenwarngebietes »Westwall«. Sie werden zunächst von Sperrbrecher 173 und Flak-Jäger FJ 22, später von der 22. M-Flottille mit den Minensuchern M 301, M 321, M 322 und M 382 gesichert. --- Die von Santos (Brasilien) nach Göteborg laufenden schwedischen Frachter Argentina (5277 BRT) und Uddeholm (3628 BRT) sinken am 6.7. nach Minentreffern ca. 30 sm südwestlich Kristiansand.

6.– 27.7.1942
Biskaya
Bei Flugzeugunternehmen gegen dt. U-Boot-Routen versenkt die mit Radar und Leigh Light ausgerüstete Wellington „H" der 172. Sqn. RAF (P.O. Howell, USA) am 5./6.7. U 502 (Kptlt. von Rosenstiel) und beschädigt am 11./12.7. U 159. Beide Boote befinden sich auf dem Rückmarsch. Am 17.7. versenken die Whitley „H" der 502. Sqn und die Lancaster „F" der 61. Sqn in zwei Angriffen das auslaufende U-Boot U 751 (KKpt. Bigalk). Am 27.7. wird das auslaufende Boot U 106 von Wellington „A" der 311. Sqn. RAF (tschech.) beschädigt und zur Umkehr gezwungen.

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6. Schwere Artillerieträger (SAT) – Küstenfrachter mit 10,5cm- Schnellfeuerkanonen.

7.– 11.7.1942
Ostsee

In der Nacht vom 7./8.7. greifen, nach vorhergehendem Luftangriff, etwa 30 sowj. Fahrzeuge, hauptsächlich Torpedo- Schnellboote (TKA) und Wachboote (MO), die mit schwachen finn. Truppen besetzte Insel Someri im Finnenbusen an. Es gelingt ihnen zunächst, etwa 80 Mann zu landen und den Stützpunkt Itäpää einzunehmen, später noch einige Truppen als Verstärkung zu landen. Die finn. Verteidiger können sich jedoch bis zum Morgen halten, dann treffen die finn. Kanonenboote Hämeenmaa und Uusimaa sowie die Wachboote VMV 8, VMV 9, VMV 10, VMV 12 und VMV 17 und das S-Boot Vasama ein. Zusammen mit Küstenartillerie versenkt letzteres die sowj. TKA-83, TKA-113 und TKA-123. Gleichzeitig mit dem Eintreffen der sowj. Verstärkung auf MO-Booten bringt das finn. Kanonenboot Turunmaa zusammen mit acht Schnellbooten eine finn. Kompanie. Der Gegenangriff wird unterstützt durch den dt. Minensucher M 18 sowie die finn. Minenleger Riilahti und Ruotsinsalmi, den dt. Minensucher M 37, den Schweren Artillerieträger SAT 27 / Ostsee und den R-Boot-Tender Nettelbeck, welche nachmittags hinzustoßen. Sie verhindern auch die erfolgreiche Intervention eines sowj. Kanonenbootes, zweier Wachboote und einiger Fugas-Minensucher. Gegen Mittag des 9.7. sind die gelandeten sowj. Truppen besiegt: 149 werden gefangen genommen und es werden 126 Tote gezählt. In Artilleriegefechten mit den dt. und finn. Einheiten verlieren die Sowjets am 8.-10.7. auch TKA-121, TKA-71, TKA-31 TKA-22 und SKA-306. Kanonenboot Kama sinkt nach einem Bombentreffer des finn. Flugzeugs Le 4. Die Sowjets versuchen bis zum 11.7. Verbindung mit den angelandeten Truppen aufzunehmen.

7.– 13.7.1942
Nordmeer
6 sowj. Pe-2 Bomber greifen am 7.7. vor dem Persfjord den norw. Frachter Else Marie (1885 BRT) an, der dabei beschädigt wird. Am 13.7. greifen noch einmal 8 sowj. Pe-2 Bomber Kirkenes an und beschädigen den dt. Transporter Colmar (3992 BRT).

7.– 24.7.1942
Malta / Mittelmeer
Am 7.7. gibt das ital. »Commando Supremo« die geplante Invasion auf Malta auf, und verlegt stattdessen die vorgesehenen Landungstruppen nach Nordafrika, um die Front gegen die britischen Truppen zu verstärken. Das deutsche OKW folgt am 14.7. dieser Entscheidung.

Vom 7.- 12.7. transportiert die 1. Gruppe mit 4 italienischen Marinefährprähmen (MZ 706, MZ 707, MZ 709, MZ 710) Nachschub und leichte Panzer von Brindisi nach Marsa Matruk. Die U-Boote Santarosa, Atropo, Narvalo, Zoea, Micca, Corridoni und Bragadin werden ebenfalls für Nachschubtransporte nach Tobruk eingesetzt. Vom 12.-14.7. bringen die Zerstörer Da Recco und Da Verazzano 500 Soldaten von Brindisi nach Bengasi und Tobruk. Vom 13.- 24.7 marschiert eine 2. Gruppe mit 6 Landungsfähren (MZ 711, MZ 712, MZ 713, MZ 715, MZ 717, MZ 718) in Begleitung des T-Bootes Partenope von Brindisi nach Marsa Matruk. Am 18./19.7. verlegt eine Gruppe mit 6 Marinefährprähmen von Suda nach Tobruk.

8.– 9.7.1942
Kanal
Am 8.7. greifen dt. Flugzeuge des KG.2. vor Portland Bill den brit. Konvoi WP.183 an und versenken die brit. Gripfast (1109 BRT). In der Nacht zum 9.7. greift die kurz zuvor nach Cherbourg verlegte dt. 2. S-Flottille (Kptlt. Feldt) mit S 48, S 50, S 63, S 67, S 70, S 104 und S 109 den Konvoi WP.183 vor der Lyme-Bay an. S 67 (Kptlt. Zymalkowski) versenkt den brit. Tanker Pomella (6766 BRT), die übrigen Boote den Trawler Manor, die norweg. Frachter Kongshaug (1156 BRT), Rösten (736 BRT), Bokn (698 BRT) und die niederl. Reggestrom (2836 BRT)..

8.– 10.7.1942
Norwegen
Der durch Grundberührung beschädigte dt. Kreuzer Lützow wird von den Zerstörern Friedrich Ihn und Z 24 sowie den Torpedobooten T 7 und T 15 von der Bogen Bucht bei Narvik nach Trondheim begleitet.

8.7.– 9.8.1942
Malta / Mittelmeer

Das brit. U-Boot Parthian (LtCdr. St.Clair-Ford) verlässt Gibraltar mit 116 t Nachschub für Malta, wo es am 18.7. eintrifft und kleinere Schäden, die durch Luftangriffe zugefügt wurden, reparieren lässt. Vom 31.7.-10.8. kehrt es mit 44 Passagieren an Bord zurück. Clyde (Lt. Brookes) unternimmt vom 20.- 29.7. eine Versorgungsunternehmung mit 194 t Nachschub für Malta und kehrt vom 1.- 9.8. mit 49 Passagieren zurück.

9.– 11.7.1942
Nordmeer
Der dt. U-Jäger UJ 1110 / Mob-FD 6 (KptLt d.R. Kaden RK †) sinkt am 9.7. vor Hammerfest nach einer Explosion, eventuell noch auf einer Mine des sowj. U-Bootes K-21 vom 11.11.1941. Auf einer Sperre des deutschen Minenlegers Cobra vom 24.1.42 sinkt am 11.7. vor Andöy der norw. Kabelleger Landego.

9.– 17.7.1942
Norwegen

Der dt. Leichte Kreuzer Köln verlegt mit dem Zerstörer Friedrich Eckoldt von Kiel nach Kristiansand-Süd und legt eine Minensperre zur Verstärkung des »Westwalls« westl. des Skagerraks. Vom 12.-13.7. begleiten die Zerstörer Friedrich Ihn und Z 24 die beschädigte Karl Galster von Trondheim nach Kristiansand, und am 14.-15.7. legen Köln, Friedrich Ihn, Z 24 und Friedrich Eckoldt gemeinsam eine weitere Minensperre zur Verstärkung des »Westwalls«. Köln und Friedrich Eckoldt verlegen anschließend nach Trondheim, wo sie am 15.7. einlaufen, Friedrich Ihn und Z 24 marschieren nach Swinemünde, wo sie am 17.7. eintreffen. Zerstörer Karl Galster verlegt zu Reparaturarbeiten nach Kiel.

9.– 28.7.1942
Mittelmeer
Das griech. U-Boot Nereus (Cdr. Rallis) operiert in der Ägäis und versenkt am 15.7. vor Scarpanto (heute: Karpathos) 3 Motorsegler. Am 19.7. verfehlt es im Doro-Kanal mit einem Torpedofächer das italien. Lazarettschiff Sicilia, das irrtümlich als Nachschubtransporter angesprochen wird (vgl. dazu Kriegsverbrechen).

10.7.1942
Nordatlantik
US Task Force TF.99 entlässt den Kreuzer Washington und die Zerstörer Mayrant, Rhind, Rowan und Wainwright in die USA. In Scapa Flow bleiben zur Unterstützung der Home Fleet der Kreuzer Tuscaloosa und die Zerstörer Emmons, Hambleton, Macomb und Rodman.

10.7.– 10.9.1942
Westatlantik
Im Gebiet von Trinidad und südostwärts davon versenken U 160 (Oblt.z.S. Lassen) 6 Schiffe mit 29.281 BRT, U 66 (Kptlt. Markworth) 9 Schiffe mit 48.896 BRT. U 66 legt am 20.7. vor Port Castries (S. Lucia) Minen, auf denen ein US Küstenwachkutter und die brit. Schnellboote MTB 339 und MTB 342 beschädigt werden. U 160 torpediert ferner den norweg. Tanker Havsten (6161 BRT), der später durch das ital. U Boot Tazzoli (KKpt. Fecia di Cossato) versenkt wird.

11.– 15.7.1942
Mittelatlantik
Von der auf dem Marsch nach Süden befindlichen Gruppe »Hai« erfasst der Minenleger U 116 (KKpt. v. Schmidt) den Konvoi OS.33 (41 Schiffe), nachdem eine für Südamerika bestimmte Gruppe (6 Schiffe) entlassen war. Durch einen gleichzeitigen Angriff von U 116 und U 201 (Kptlt. Schnee) wird die brit. Cortona (7093 BRT) versenkt, U 582 (Kptlt. Schulte) versenkt die brit. Port Hunter (8826 BRT). Im Gegenangriff wird U 136 (Kptlt. Zimmermann) durch Fregatte Spey, Sloop Pelican und den frei-franz. Zerstörer Léopard versenkt. U 572 (Kptlt. Hirsacker) und U 752 (Kptlt. Schroeter) halten an dem Hauptkonvoi mit Unterbrechungen bis zum Abend des 13.7. Fühlung, U 582 versenkt am 15.7. den Nachzügler Empire Attendant (7524 BRT). Bei der Verfolgung der Westgruppe versenken U 116 am 12.7 die brit. Shaftesbury (4284 BRT), U 201 die brit. Frachter Siris (5242 BRT) und Sithonia (6723 BRT).

  

7. Der brit. 8. Armee ist es gelungen, das deutsche Afrikakorps bei El Alamein zu stoppen.

  

11.– 22.7.1942
Mittelmeer
Bomber der RAF beschädigen am 11.7. in Tobruk die mit einem Truppentransportkonvoi eingelaufene Delos (2589 BRT) und versenken im Hafen von Mersa Matruk die Brook (1225 BRT). Delos wird aus dem Hafen geschleppt und vor der Küste auf Strand gesetzt.

Die brit. Zerstörer Beaufort, Dulverton, Eridge und Hurworth beschießen in der Nacht zum 12.7. Marsa Matruh und versenken den von Albacore-Flugzeugen der 820. Sqn. FAA aus dem Hafen getriebenen Transporter Sturla (ex-dän Estrid, 1397 BRT). Es folgen weitere Angriffe auf Nachschubunternehmungen der Achsenmächte durch britische Zerstörer. In der Nacht zum 20.7. beschießen die brit. Kreuzer Dido, Euryalus sowie die Zerstörer Jervis, Javelin, Pakenham und Paladin Marsa Matruh. Die ital. Città di Agrigento (2480 BRT) wird getroffen und gerät in Brand, der Transporter wird zum konstruktiven Totalverlust (Navi perdute). Die zur Deckung eingesetzten Zerstörer Aldenham und Dulverton wehren einen Angriff der deutschen Schnellboote S 33, S 55 und S 60 (siehe 3.–10.7.1942, Abschnitt 2) ab und beschädigen S 60. Die Angriffe (FMA-link) stören den von Tobruk aus laufenden Nachschubverkehr der Achsenmächte erheblich.

11.7.– 1.8.1942
Westatlantik
Im Golf von Mexiko operieren gleichzeitig 4 deutsche Boote. U 166 (Oblt.z.S. Kuhlmann) versenkt am 13.7. den US-Frachter Oneida (2309 BRT) und außerdem mit dem Bordgeschütz 2 Fischkutter. Am 25.7. legt es vor der Mississippi-Mündung eine Minensperre, die zwar ohne Erfolg, aber nicht unbemerkt bleibt. Am 30.7. versenkt es westlich von Florida den US-Frachter Robert E. Lee (5184 BRT), wird aber selbst durch Gegenangriff des US U-Jägers PC 566 mit Wasserbomben versenkt. U 171 (Kptlt. Pfeffer) versenkt am 26.7. die mexik. Oaxaca (4351 BRT) und wird am 1.8. südl. New Orleans von einem Flugzeug der US Küstenwache angegriffen und beschädigt. Operationen von U 173 (FKpt. Beucke) vor den Großen Antillen und U 509 (KKpt. Wolff) im Golf von Mexiko bleiben erfolglos.

13./ 14.7.1942
Gibraltar
Einsatz von 12 Kampfschwimmern der X. Flottiglia MAS unter Ltg. von Kptlt. Visintini mit Haftsprengladungen in der Bucht von Algeciras. Dabei werden die brit. Dampfer Meta (1578 BRT), Shuna (1490 BRT), Empire Snipe (2497 BRT) und Baron Douglas (3893 BRT) beschädigt. Nach diesem Anschlag bildet die Royal Navy ihrerseits eine Sonderkampfgruppe, die »Experimental Submarine Flotilla«.

13.– 17.7.1942
Nordsee

Im Seegebiet 30-40 sm westl. der holländischen Küste (Schwarze Bank, Nordhinder Feuerschiff) werden die Minensperren SW.6 bis SW.11 ausgelegt. Minenträger sind die Minenschiffe Ulm, Kaiser, Brummer sowie die Minensucher M 82 und M 120. Sicherung durch Sperrbrecher 173/ Baden, Sperrbrecher 169/ Ceres und die Flakjäger Fl.J 22 und 23. Zwölf Räumboote der 8. R-Flottille folgen, außerdem wird ständig durch zwei Jagdflugzeuge die Sicherung des Luftraumes gewährleistet. Bereits auf dem Anmarsch detonieren 8 britische Grundminen, fast alle in der Nähe der Haupttonnen, die den Zwangsweg vor der holländ. Küste markieren. In 3 separaten Anläufen werden insgesamt 850 EMC-Minen und über 300 Spreng- und Reißbojen ausgebracht, um die brit. Küstenstreitkräfte fernzuhalten und die zwischen Hamburg, Bremen und Rotterdam verkehrenden deutschen Geleitzüge zu sichern.

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8. Kptlt. Erich Topp (U 552) am Sehrohr

13.– 29.7.1942
Nordatlantik
Wiederaufnahme der Konvoi-Operationen auf der Nordatalantik-Route durch die U-Boot-Gruppe »Wolf« (U 454, U 704, U 597, U 71, U 552, U 43, U 379, U 86, U 90, ab 25.7. auch U 607). Am 13.7. sichtet U 71 (Oblt.z.S. Rodler v. Roithberg) südlich Island den Konvoi ON.111 (Escort Group B6), doch suchen die Boote infolge unsicherer Meldung in falscher Richtung. U 704 und U 552 werden von der Sicherung am 14.7. abgedrängt. Die Gruppe marschiert ohne Sichtung bis zum 23.7. langsam nach Südwesten und wird auf den vom B-Dienst erkannten ON.113 angesetzt, den U 552 (KKpt. Topp) am 24.7. planmäßig erfaßt. Der Konvoi besteht am 33 Schiffen und wird von der kanad. Escort Group C.2, Zerstörer Burnham (RN, Cdr Taylor) und St Croix (RCN) und Korvetten Brandon, Dauphin, Drumheller (RCN) und Polyanthus (RN), gesichert. St Croix versenkt das fühlunghaltende U 90 (Kptlt. Öldorp) mit Wasserbomben. In der ersten Nacht greift nur U 552 an, es versenkt die brit. Broompark (5136 BRT) und torpediert den BP-Tanker British Merit (8093 BRT). In unsichtigem Wetter und Sturm kommen am 25.7. nur wenige Boote in die Nähe des Konvois, Angriffe von U 597 und U 43 in der Nacht schlagen fehl, nur U 607 (Kptlt. Mengersen) versenkt zusammen mit U 704 (Kptlt. Kessler) die brit. Empire Rainbow (6942 BRT). Am 26.7. geht die Fühlung verloren, eine Suche am 27.7. bleibt ohne Erfolg. Die Gruppe »Wolf« löst sich auf und geht zum Versorger U 461 (29.-30.7.). Ein weiteres Schiff, die brit. Pacific Pioneer (6734 BRT) des nunmehr durch die Western Local Escort Group gesicherten Konvois ON.113, wird am 29.7. von dem einzeln vor der kanad. Küste operierenden U 132 (Kptlt. Vogelsang) versenkt.

13.7.– 7.8.1942
Südpazifik
Das jap. 3. U-Boot-Geschwader (KAdm. Kono) operiert mit I-11, I-24, I-174 und I-175 vor Sydney, I-169 vor Neu Kaledonien und I-171 vor Fiji. Es versenken: I-11 (FKpt. Hichiji) am 20.7. die griech. G.S. Livanos (4835 BRT) und am 21.7. die amerik. Coast Farmer (3290 BRT), I-24 (KKpt. Hanabusa) am 22.7. die amerik. William Dawes (7176 BRT). I-174 (KKpt. Kusaka) beschädigt am 23.7. die austr. Allara (3279 BRT), I-175 (KKpt. Uno) versenkt am 28.7. die franz. Cagou (2795 BRT) und am 3.8. den austr. Trawler Dureenbee (233 BRT). I-169 (FKpt. Watanabe) versenkt bei Noumea am 25.7. die niederl. Tjinegara (9227 BRT). I-171 bleibt die Konzentration von US Kampfgruppen für die Landung auf Guadalcanal (siehe dazu: 1.-20.7.) vor den Fiji-Inseln verborgen.

14.7.1942
Mittelmeer

Das türk. U-Boot Atilay läuft bei den Dardanellen vor Canakkale auf eine Mine und sinkt.

14.7.1942
Mittelatlantik
Die auf dem Weg nach Freetown befindlichen dt. U-Boote melden am 14.7. den Konvoi SL.115, der von der EG.42 mit den Sloops Londonderry, Lulworth, Bideford und Hastings gesichert wird. Das herbeigerufene ital. U-Boot Calvi (FKpt. Langobardo) wird von Lulworth geortet und durch Wasserbombenangriff zum Auftauchen gezwungen. In einem Artilleriegefecht wird Calvi, das zwei T-Fehlschüsse auf die Lulworth abfeuert, schwer beschädigt und sinkt, nachdem zuvor das dt. U-Boot U 130 (KKpt. Kals) erfolglos die Lulworth angegriffen hat und das brit. Schiff daraufhin Calvi verlässt, um U 130 anzugreifen. Vier Stunden später können noch 35 Überlebende der Calvi gerettet werden.

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9. Ausrüstung des Schlachtschiffes Yamato

14.7.1942
Pazifik

Reorganisation der jap. Vereinigten Flotte nach dem Midway-Unternehmen. Die Vereinigte Flotte (Adm. Yamamoto) besteht nun aus dem Schlachtschiff Yamato, den Geleitträgern Taiyo und Unjo, den Wasserflugzeug- Mutterschiffen Chiyoda und Nisshin sowie den Zerstörern Akebono, Ushio und Sazanami (7. Z-Division).

Die 1. Flotte (Adm. Yamamoto) besteht aus den Schlachtschiffen Nagato, Mutsu, Fuso und Yamashiro (2. Schlachtschiff-Geschwader, VAdm. Takasu) und ab dem 5.8. Musashi und Yamato (1. Schlachtschiff-Geschwader), den Kreuzern Kitakami und Oi (9. Kreuzer-Geschwader), Abukuma (1. Z-Flottille, KAdm. Omori), den Zerstörern Akatsuki, Ikazuchi und Inazuma (6. Z-Division, detachiert zu den Alëuten), Hatsuharu, Hatsushimo und Wakaba (21. Z-Division, detachiert zu den Alëuten); dem Kreuzer Sendai (3. Z-Flottille, KAdm. Hashimoto) mit den Zerstörern Fubuki, Hatsuyuki, Murakumo und Shirayuki (11. Z-Division), Ayanami, Isonami, Shikinami und Uranami (19. Z-Division) und Amagiri, Asagiri, Shirakumo und Yugiri (20. Z-Division).
Die 2. Flotte (VAdm. Kondo) besteht aus den Schweren Kreuzern Atago, Maya und Takao (4. Kreuzer-Geschwader) sowie Haguro und Myoko (5. Kreuzer-Geschwader, VAdm. Takagi), den Schlachtschiffen Haruna und Kongo (3. Schlachtschiff-Geschwader, KAdm. Kurita) und der 2. Z-Flottille (KAdm. Tanaka) mit dem Kreuzer Jintsu und den Zerstörern Kagero, Kuroshio, Oyashio und Hayashio (15. Z-Division), Umikaze, Kawakaze und Suzukaze (24. Z-Division) und der 4. Z-Flottille (KAdm. Takama) mit dem Kreuzer Yura und Zerstörern Murasame, Yudachi, Harusame und Samidare (2. Z-Division), Asagumo, Minegumo und Natsugumo (9. Z-Division) und Ariake, Yugure, Shiratsuyu und Shigure (27. Z-Division). Ebenso untersteht dem Kommando das 11. Träger-Geschwader mit den Wasserflugzeug- Mutterschiffen und -Tendern Chitose, Kamikawa Maru und Kamikaze Maru.

Die 3. Flotte (VAdm. Nagumo) besteht aus den Trägern Shokaku, Zuikaku und Zuiho (1. Träger-Geschwader) und ab dem 31.7 Ryujo, Junyo und Hiyo (2. Träger-Geschwader (KAdm. Kakuta), den Schlachtschiffen Hiei und Kirishima (11. Schlachtschiff-Geschwader, KAdm Abe), den Schweren Kreuzern Kumano und Suzuya (7. Kreuzer-Geschwader, KAdm. Nishimura) und Chikuma und Tone (8. Kreuzer-Geschwader, KAdm. T Hara) sowie der 10. Z-Flottille (KAdm. Kimura) mit dem Kreuzer Nagara und den Zerstörern Arashi, Hagikaze, Maikaze und Nowake (4. Z-Division), Akigumo, Yugumo, Makigumo und Kazegumo (10. Z-Division), Hatsukaze, Yukikaze, Amatsukaze und Tokitsukaze (16. Z-Division) und Urakaze, Isokaze, Tanikaze und Hamakaze (17. Z-Division).
Die 4. Flotte (VAdm. Inoue) in Truk besteht aus dem Kreuzer Kashima (Flagschiff), dem Minenleger Tokiwa, dem 2. Geleit-Geschwader mit dem Kreuzer Yubari und den Zerstörern Yuzuki, Oite, Asanagi und Yunagi (29. Z-Division), zwei Hilfskanonenbooten sowie der 4., 5. und 6. Base-Force mit leichten Einheiten sowie Hilfsschiffen im Gebiet der Mandatsinseln.
Die 5. Flotte (VAdm Hosogaya) besteht aus dem schweren Kreuzer Nachi, den Kreuzern Kiso und Tama, den Zerstörern Oboro, Usugumo, Hokaze und Shiokaze mit weiteren von der 1. Flotte detachierten Einheiten, drei Hilfskreuzern, drei Vorpostenboot-Divisionen und der 7. Base-Force im Bereich der Kurilen und Alëuten. Hinzu kommt noch das 7. U-Boot-Geschwader mit der 26. Division (Ro-61, Ro-62, Ro-65, Ro-67) und der 33. Division (Ro-63, Ro-64, Ro-68).
Die 6. Flotte (VAdm. Komatsu) besteht aus dem Kreuzer Katori sowie dem 1., 2., 3. und 8. U-Boot- Geschwader. Es bestehen das 1. U-Geschwader aus I-9, der 2. Division (I-15, I-17, I-19), der 4. Division (I-25, I-26) und der 15. Division (I-31, I-32, I-33); das 2. U-Geschwader aus I-7, der 7. Division (I-1, I-2, I-3) und der 8. Division (I-4, I-5, I-6); das 3. U-Geschwader aus I-11, der 11. Division (I-174, I-175) und der 12. Division (I-168, I-169, I-172); das 8. U-Geschwader aus I-10, der 1. Division (I-16, I-18, I-20), der 3. Division (I-21, I-22, I-24) und der 14. Division (I-27, I-29, I-30).
Die 8. Flotte (VAdm. Mikawa) besteht aus den Schweren Kreuzern Chokai (Flagschiff), Aoba, Kinugasa, Furutaka und Kako (6. Kreuzer-Geschwader, KAdm. Goto), den Leichten Kreuzern Tatsuta und Tenryu (18. Kreuzer-Geschwader, KAdm. Matsuyama), den Zerstörern Mutsuki, Yayoi, Mochizuki und Uzuki (30. Z-Division), den Minenlegern Shirataka und Tsugaru sowie leichten Einheiten der 8. Base-Force und dem 6. U-Boot-Geschwader mit dem Depotschiff Jingei, der 13. Division (I-121, I-123, I-124) und der 21. Division (Ro-33, Ro-34).
Der Südwest-Flotte angegliedert werden ein U-Boot-Geschwader mit I-8 und der 30. Division (I-162, I-165, I-166).

14.– 19.7.1942
Malta / Mittelmeer
Unternehmen »Pinpoint«. Ein Teil der brit. Force H läuft mit dem Träger Eagle, den Kreuzern Cairo und Charybdis sowie fünf Zerstörern von Gibraltar aus, um südlich der Balearen Spitfire-Jäger nach Malta zu starten. Die ital. U-Boote Emo und Otario sichten nichts. Minenkreuzer Welshman setzt mit Versorgungsgütern Fahrt nach Malta fort. Unterwegs erfolglose Angriffe von 28 ital. Bombern und 16 Ju 87 sowie durch das U-Boot Axum. Am 16.7. in Malta eingelaufen. Rückmarsch vom 18.-19.7. Die ital. Versuche, den Kreuzer mit Überwasserstreitkräften, U-Booten (Cobalto, Dessiè, Velella, Malachite, Dagabur und Bronzo vor Cap Bon) und Flugzeugen abzufangen, misslingen. Die brit. U-Boote Parthian, Regent, Rorqual und Porpoise bringen Nachschub nach Malta. Die ital. U-Boote Bragadino, Sciesa, Toti, Santarosa, Atropo, Narvalo, Micca, Zoea und Corridoni transportieren 1105 t Nachschubgüter nach Nordafrika (15 Fahrten).

15.7.1942
Nordpazifik
Einsatz des japan. 2. U-Geschwaders (KAdm. Ichioka) mit I-1, I-2, I-3, I-4, I-7 und später auch I-6 (bis 15.8.) im Gebiet der Alëuten bleibt ohne Erfolg. Lediglich I-7 (FKpt. Koizumi) versenkt in der Nacht zum 15.7. den US Frachter Arcata (2722 BRT). Mit Maschinengewehren schießt die Besatzung anschließend auf die Rettungsboote, dabei wird ein Mann tödlich verwundet (siehe Kriegsverbrechen). Am Tag versenkt Grunion (LtCdr. Abele) in der Kiska-Bucht die jap. U-Jäger Kusentai Ch 25 und Ch 27.

15.– 24.7.1942
Westatlantik
U 576 (Kptlt. Heinicke) greift vor der US-Ostküste den Konvoi KS.520 an. Es versenkt die nicarag. Bluefields (2063 BRT) und torpediert die amerikan. Chilore (8310 BRT) sowie den panam. Tanker J.A. Mowinckel (11.147 BRT). Anschließend wird es von dem im Konvoi laufenden Dampfer Unicoi mit dem Bordgeschutz angegriffen und von einem Flugzeug der VS-9 USN mit Wasserbomben versenkt. "Ursächlich für den Verlust von U 576 dürfte mangelhafte Tiefensteuerung bzw. unzureichendes Gegenfluten nach dem kurz hintereinander erfolgten Abschuß aller vier Bugrohre gewesen sein, wodurch das Boot in unmittelbarer Nähe des Gegners kurzzeitig die Wasseroberfläche durchbrach und damit exakt geortet wurde" (A. Niestlé).

Nach ihrer Torpedierung geraten Chilore und J.A. Mowinckel auf eine amerikanische Minensperre vor Kap Hatteras und werden dabei so schwer beschädigt, dass sie auf Strand gesetzt werden müssen. Während der panam. Tanker geborgen und repariert werden kann, sinkt Chilore am 24.7. im Schlepp. Bei dem Versuch, die Bergung der J.A. Mowinckel zu unterstützen, läuft der US Schlepper Keshena (427 BRT) am 19.7. ebenfalls auf eine Mine und sinkt. Dasselbe Minenfeld fordert bereits einen Monat zuvor ein Opfer: Am 11. Juni läuft US Tanker F.W. Abrams (9310 BRT), mit 90.000 Barrel Rohöl auf dem Weg von Aruba nach New York, auf drei Minen und sinkt.

15.7.– 26.8.1942
Mittelatlantik
Nach der Operation gegen den OS.33 setzt die Gruppe »Hai« in einer Harke ihren Marsch ins Gebiet von Freetown fort. U 130 (KKpt. Kals) operiert westl. von Liberia und versenkt 7 Schiffe mit 51.528 BRT, darunter die norw. Tanker Tankexpress (10.095 BRT), Malmanger (7078 BRT) und Mirlo (7455 BRT). Es versenken – zwischendurch z.T. von U 116 mit Brennstoff versorgt - außerdem: U 201 (Kptlt. Schnee) am 15.7. die brit. Yeoman (6990 BRT) und am 25.7. den UJ-Trawler Laertes, U 572 (Kptlt. Hirsacker) am 7.8. die niederl. Delfshaven (5281 BRT), U 752 (Kptlt. Schroeter) 4 Schiffe mit 21.624 BRT, U 582 (Kptlt. Schulte) am 22.7. die amerik. Honolulan (7494 BRT) und am 27.7. die amerik. Stella Lykes (6801 BRT) mit Torpedo, Artillerie und Sprenggranaten.

. Mikoyan (sj.)

10. Sowjetischer Eisbrecher Mikoyan

15.7.– 14.10.1942
Nordmeer
Operation »EON.18«: Überführung eines sowj. Zerstörerverbandes auf dem nördlichen Seeweg vom Pazifik ins Nordmeer. Am 15.7. laufen der Flottillenführer Baku und die Zerstörer Razumny, Razyarenny und Revnostny von Vladivotok aus, letzterer kollidiert am 18.7. im Tatarensund mit dem Frachter Terney und muß zurückbleiben. Die anderen Schiffe gehen am 22.7. durch die Kurilen-Passage, laufen am 26.7. Petropavlovsk an, passieren am 30.7. die Bering-Straße und erreichen im Geleit des Eisbrechers Mikoyan am 14.8. Tiksi. Am 19.9. wird die Fahrt fortgesetzt, am 24.9. Dikson, am 9.10. die Jugor-Straße erreicht. Am 14.10. werden die 3 Schiffe von der Nord-Flotte vor dem Kolafjord aufgenommen.

16.7.1942
Nordatlantik
U 161 (Kptlt. Achilles) kreuzt auf dem Rückmarsch von der Karibik am 16.7. den Kurs des US-Versorgungskonvois AS.4 [mit 40.000 Tonnen Kriegsmaterial unterwegs von New York nach Suez. Abfahrt 13.7., Schiffe: Fairport, Zaandam, Exhibitor, Tarn, Empire Oriole und Hawaiian Shipper. Sicherung: Kreuzer Omaha, Juneau und Zerstörer Davis, Gleaves, Kearny, Livermore, Mayo, Somers und Wilkes]; es versenkt die mit Sherman-Panzern beladene amerik. Fairport (6616 BRT) und verfehlt einen zweiten Frachter. –– Um den Verlust auszugleichen, wird am 29.7. die Seatrain Texas mit 250 Sherman-Panzern hinter dem Konvoi hergeschickt. Sie trifft am 2.9. wohlbehalten in Ãgypten ein (Nähere Einzelheiten).

16.7.1942
Schwarzes Meer
Bei Luftangriff auf Poti erhält der sowj. Kreuzer Komintern so schwere Treffer, dass er abgerüstet werden muss. Der Zerstörer Bodry wird schwer beschädigt, ebenso das Wachschiff Shtorm. Ein großes Schiff erhält Nahtreffer, und einige kleine Fahrzeuge werden zerstört.

16.– 17.7.1942
Südatlantik
Dtsch. Hilfskreuzer Schiff 28/ Michel (FKpt.d.R. v. Ruckteschell) versenkt 800 sm westl. des Kongo den US-Tanker William F. Humphrey (7983 BRT) und unter Einsatz des mitgeführten Leichten Schnellbootes LS.4 die norweg. Aramis (7984 BRT). Am 29.7. trifft Michel auf den im Juli gänzlich erfolglosenen Hilfskreuzer Schiff 23/ Stier (Kpt.z.S. Gerlach). Beide Kommandanten vereinbaren eine gemeinsame Suche nach Beute.

17.– 20.7.1942
Mittelatlantik
Das zurückmarschierende U 202 (Kptlt. Linder) sichtet den Konvoi OS.34 (35 Schiffe), wird aber in der Nacht zum 18.7. durch eine Korvette abgedrängt. Am 18.7. morgens sichtet der verschossene Rückmarschierer U 126 (Kptlt. Bauer) den Konvoi und führt die Ausmarschierer U 564 (Kptlt. Suhren), U 108 (KKpt. Scholtz) und U 654 (Oblt.z.S. Förster) heran, die wiederholt auch während der Dunkelheit von Flugzeugen unter Wasser gedrückt werden. In der Nacht zum 19.7. versenkt U 564 die brit. Frachter Empire Hawksbill (5724 BRT) und Lavington Court (5372 BRT), U 108 wird nach einem fehlgeschlagenen Angriff mit Wasserbomben eingedeckt. Am Mittag des 19.7. werden U 108 und U 126 endgültig abgedrängt, am 20.7. wird die Operation nach vergeblicher Suche eingestellt. Die Ausmarschierer setzen ihren Marsch in die Karibik fort.

18. 20.7.42
Nordsee

Verluste durch britische Luftminen: Am 18. 7. Hans (175 BRT) bei Helgoland und am 20.7. Consul Horn (8384 BRT) und Süd (764 BRT) bei Borkum.

19.7.– 14.8.1942
Mittelmeer
Das brit. U-Boot Traveller (Lt. St.John) operiert in der Adria. Es kämpft mit einer ganzen Reihe von Torpedoversagern (5 von 17), verfehlt am 30.7. vor Pola den alten ital. Kreuzer Cattaro (ex-jug Dalmacija, ex-dt. Niobe), am 5.8 ein dt. und am 7.8. ein ital. U-Boot und kehrt schließlich ohne Erfolg zurück.

20.7.1942
Indischer Ozean
Dt. Hilfskreuzer Schiff 10/ Thor (Kpt.z.S. Gumprich) versenkt im Indischen Ozean den brit. Frachter Indus (5187 BRT). Nur die Hälfte der ihrer Besatzung kann gerettet werden. Anschließend muss Thor das Seegebiet allerdings verlassen, weil die Notsignale der Indus von verschiedenen Küstenstationen wiederholt werden und eine Suchaktion zu befürchten ist. Sie setzt sich allmählich in Richtung Indonesien ab.

20.– 22.7.1942
Kanal
Die dt. 3. Torpedoboot-Flottille (KKpt. Wilcke) führt mit T 4, T 10, T 13 und T 14 die defensiven Minenunternehmungen »Rhein« und »Stein« durch.

20.– 22.7.1942
Mittelmeer
Operation »Insect«. Die brit. Force H marschiert mit dem Träger Eagle, den Kreuzern Cairo und Charybdis sowie 5 Zerstörern von Gibraltar in das Gebiet südlich Maltas und startet dort 28 Spitfire-Jäger für Malta. Am 20.7. verfehlt das ital. U-Boot Dandolo die Eagle mit 4 Torpedos. Platino sichtet keine Ziele.

20.– 24.7.1942
Nordmeer
Marsch der brit. Zerstörer Marne, Martin, Middleton und Blankney nach Murmansk mit Munition und Versorgungsgütern für Geleitfahrzeuge des Konvois QP.14. Unterwegs werden die Schiffe von dem Tanker Black Ranger beölt, der durch den Zerstörer Wilton gesondert bewacht wird.

20.7.– 2.8.1942
Mittelmeer
Rückkehr der 10. brit. U-Flottille mit P.42/ Unbroken, P.44/ United, P.31/ Uproar, P.34/ Ultimatum, Una und P.43/ Unison an ihren Stützpunkt in Malta.

20.7.– 5.8.1942
Westatlantik
Die von der US-Küste abgezogenen 4 U-Boote operieren südostwärts Nova Scotia. Dabei versenken U 89 (Kptlt. Lohmann) am 25.7. den kanad. Fischkutter Lucille M. (54 BRT), U 754 (Kptlt. Oestermann) am 28.7. den amerik. Fischlogger Ebb (260 BRT). Am 29.7. sichtet U 132 (Kptlt. Vogelsang) den Konvoi ON.113 (Sicherung durch die Western Local Escort Group) und versenkt daraus am 30.7. die brit. Pacific Pioneer (6734 BRT). U 754 wird am 31.7. durch eine Hudson der 113. Sqn. RCAF versenkt. U 458 (Kptlt. Diggins) wird am 2.8. zweimal durch Hudson-Maschinen der 113. Sqn. RCAF beschädigt, versenkt am 5.8. den brit. Tanker Arletta (4870 BRT) und tritt anschließend den Rückmarsch an.

20.7.– 7.8.1942
Südwestpazifik
Operation »RI«: Ein japanischer Verband mit drei Transportern, gesichert durch die Leichten Kreuzer Tatsuta und Tenryu (18. Kreuzer-Geschwader), die Zerstörer Asanagi, Uzuki und Yuzuki, den Minenleger Tsugaru sowie U-Jäger und andere leichten Fahrzeuge, läuft am 20.7. von Rabaul aus. Am Nachmittag des 21.7. landen Marine-Truppen sowie Einheiten des Südsee-Detachements des Heeres nahe Buna (Neu Guinea) zum Vorstoß über Land auf Port Moresby. Alliierte B-17 und B-26 Bomber der 5th USAAF beschädigen am 22.7. das Transportschiff Ayatosan Maru (9788 BRT) und die Uzuki, am 24.7. erreichen aber alle Einheiten wieder Rabaul. Am 26. und 29.-30.7. bringen die Japaner mit den o.g. Schiffen sowie zusätzlich dem Zerstörer Yunagi weitere Einheiten nach Buna. Am 29.7. geht bei einen Luftangriff der Transporter Kotoku Maru (6701 BRT) verloren. Am 30.7. erreicht VAdm. Mikawa als neuer Befehlshaber der 8. Flotte an Bord des Kreuzers Chokai Rabaul. Am 31.7. muss ein weiterer jap. Konvoi nach Buna, bestehend aus der Tsugaru, einem Transporter sowie U-Jägern, wegen Luftangriffe umkehren. Ein am 5.8. ausgelaufener Konvoi mit drei Transportern und der Tatsuta, Uzuki und Yuzuki, wird am 7.8. auf die Nachricht von der alliierten Landung auf Guadalcanal zurückgerufen.

21.– 24.7.1942
Kanal
Bei Angriffsoperationen britischer Schnellboote auf den deutschen Geleitverkehr gehen am 21.7. MGB 326 und am 24.7. MGB 601 verloren.

21.– 31.7.1942
Mittelmeer
Eine 4. Gruppe mit 8 ital. Landungsfähren transportiert vom 21.-30.7. Nachschubgüter von Brindisi nach Tobruk, gesichert von dem Torpedoboot Castore. Vom 25.-31.7. folgt eine 5. Gruppe mit 9 Landungsfähren in Begleitung des T-Bootes Lupo. Die U-Boote Zoea, Atropo, Sciesa, Micca, Narvalo, Toti werden wiederum als Transporter eingesetzt.

21.7.– 3.8.1942
Indischer Ozean

Operation "Stab": Force A der brit. Eastern Fleet (VAdm. Somerville) mit Schlachtschiff Warspite, den Trägern Formidable, Illustrious, dem 4. Kreuzer-Geschwader mit Birmingham, Mauritius, Effingham, Jacob van Heemskerck (RNLN) und den Zerstörern Napier, Norman, Nizam (alle RAN), Inconstant und Van Galen (RNLN) simuliert eine Landung auf den Andamanen-Inseln, um die Japaner von der Landung auf Guadalcanal (siehe dazu: 1.-20.7.) abzulenken. Vom 21. bis 25.7. verlegen die Schiffe von Kilindini (Ostafrika) nach Colombo (Ceylon); dort laufen sie am 30.7. aus. Am 1.8. laufen von Vizagapatam, Madras and Trincomalee 3 Scheinkonvois aus. Eine erkannte japanische Luftaufklärung wird nicht zunächst verhindert. Erst am 2.8. wird ein jap. Flugboot durch eine Martlet der Formidable abgeschossen. Somerville entscheidet, das Unternehmen abzubrechen, nachdem das operative Ziel der Täuschung erreicht ist und die Schiffe für die Landung auf Madagaskar benötigt werden. Am 3.8. läuft Force A wieder in Colombo ein.

22.– 30.7.1942
Schwarzes Meer
Bei der Evakuierung der Hafenstädte Rostov am Don und Temryuk am Asowschen Meer gehen viele sowjetische Kleinfahrzeuge durch Luftangriffe, Artilleriebeschuss und Selbstversenkung verloren. -- Am 30.7. verlegt die dt. 1. S-Flottille von Ak Metschet zu ihrem neuen Stützpunkt Iwan Baba an der Südostküste der Krim, wo sie bis Mai 1944 verbleibt.

22.7.– 3.8.1942
Nordatlantik
Am 22.7. sichtet das ausmarschierende U 609 (Oblt.z.S. Rudloff) einen UR-Konvoi und verfolgt ihn mit U 254 (Kptlt. Gilardone) bis in die Nähe von Reykjavik. Anschließend werden die Boote im Gebiet westlich Island aufgestellt, doch schlagen Angiffsversuche auf US Task Groups am 28.7. und 1.8. fehl. Am 2.8. versenkt U 254 den brit. Einzelfahrer Flora II (1218 BRT). Im Gebiet der Faröer versenkt am 3.8. das ausmarschierende U 605 (Kptlt. Schütze) den brit. Trawler Bombay (229 BRT).

23.7.– 10.8.1942
Mittelmeer
Bei Operationen vor der Palästina-Küste melden U 77 (Kptlt. Schonder), U 565 (Kptlt. Franken) und U 375 (Kptlt. Könenkamp) die Versenkung von insgesamt 13 Fracht- und Fischereiseglern sowie des britischen Vorpostenbootes Vassiliki (190 BRT). U 372 (Kptlt. Neumann) wird am 4.8. bei dem Versuch, in der Nähe von Jaffa einen Agenten abzusetzen, von einer brit. Patrouille mit den Zerstörern Zulu, Sikh, Croome und Tetcott und mit Luftunterstützung durch Wellington „M" der 203 Sqn RAF gestellt und versenkt. Das ital. U-Boot Scirè (KKpt. Zelik) wird bei dem Versuch, Torpedoreiter für einen Angriff auf den Hafen von Haifa heran zu bringen, am 10.8. durch den brit. U-Jagdtrawler Islay versenkt.

24.– 25.7.1942
Norwegen

Zum Schutze der Einfahrten zum Namsen- und zum Romsöyfjord (Höhe Kristiansund-Nord) wirft Minenleger Skagerrak mit dem Minenfährprahm F 262 AM zwei Defensiv-Sperren mit jeweils 40 EMC. Sicherung durch Räumboote R 150 und R 152. Nach Auslegung der Sperre muss der gesamte Schiffsverkehr nach Namsos durch Rödsund und Lokkaren umgeleitet werden.

24.– 26.7.1942
Mittelmeer
Nach einem erfolgreichen Angriff des brit. U-Bootes Unbeaten (LtCdr. Woodward) versenken brit. T-Flugzeuge und Bomber bei Argostoli den ital. Transporter Vettor Pisani (6339 BRT) im Geleit der T-Boote Antares, Orsa und Calliope. Am 25.7. läuft ein Konvoi mit den Transportern Milano und Aventino von Bari aus zunächst nach Piräus, begleitet von den Zerstörern Riboty, Lampo und dem T-Boot Mosto, dann nach Suda, gesichert von den Torpedobooten Sagittario und Lince, und schließlich im Geleit der Zerstörer Bersagliere, Saetta sowie der T-Boote Sagittario und Lince nach Bengasi. Die Aventino wird bei einem Luftangriff beschädigt, kann Bengasi aber erreichen. Am 27.7. verläßt der Transporter Monviso im Geleit des Zerstörers Freccia und des T-Bootes Calliope Brindisi mit Ziel Bengasi. Tags darauf wird der Konvoi von einem Torpedoflugzeug angegriffen. Die Monviso wird beschädigt, nach Navarino geschleppt und dort behelfsmäßig repariert. Am 26.7. wird das brit. U-Boot Thrasher vor Port Said durch den irrtümlichen Angriff eines brit. Swordfish-Flugzeuges beschädigt und anschließend 4 Wochen lang zur Reparatur außer Dienst gestellt.

24.– 31.7.1942
Nord- / Zentralpazifik

US U-Boot-Operationen: Im Bereich der Kurilen versenkt Narwhal (LtCdr. Wilkins) am 24.4. die beiden Inselversorger Kofuji Maru (134 BRT) und Nissho Maru No.2 (344 BRT) sowie das Vorpostenboot Shinsei Maru No.83 (63 BRT). Bei Versenkung der Nissho Maru werden nach jap. Aussagen Überlebende im Wasser mit Maschinengewehren beschossen (vgl. Kriegsverbrechen). Am 31.7. torpediert Grunion (LtCdr. Abele) den Transporter Kano Maru (ex Kashima Maru, 8572 BRT), das U-Boot geht offenbar beim Gegenangriff mit der 8-cm-Bordkanone verloren. Östlich von Japan versenkt Silversides (LtCdr. Burlingame) mit dem Bordgeschütz am 24.7. einen Trawler und am 26.7. einen Transporter, doch beide Erfolge können nicht nachgewiesen werden. Im Bereich der Karolinen torpediert Grenadier (LtCdr. Carr) am 30.7. den Begleittanker San Clemente Maru (7354 BRT). Gudgeon (LtCdr. Stovall) bleibt dagegen ohne Erfolg.

25./26.07.1942
Kanal

Britische Steam Gunboats SGB 3, 5, 6 und 8 liefern vor Cape Barfleur ein Gefecht mit den dt. Geleittrawlern V 712 und V 708. Auf V 712 entstehen einige leichte Schäden. SGB 3 wird im Maschinenraum getroffen und muss eingeschleppt werden.

26.7.– 1.8.1942
Nordmeer
Bei der Suche nach von der Luftaufklärung an der Westküste Novajas Zemljas gesichteten Restschiffen des PQ.17 beschießt U 601 (Kptlt. Grau) am 26.7. die sowj. Polarstation Karmakuly, vernichtet 2 Flugzeuge und versenkt am 1.8. vor der Kostin-Straße den Dampfer Krestyanin (2513 BRT).

26.7.– 10.9.1942
Westatlantik
Im Gebiet südostwärts Trinidad versenken U 155 (Kptlt. Piening) 10 Schiffe mit 43.892 BRT, U 108 (KKpt. Scholtz) 3 Schiffe mit 17.495 BRT, U 510 (KKpt. Neitzel) 2 Schiffe mit 10.256 BRT, ferner den brit. Tanker Alexia (8016 BRT) torpediert.

27.7.1942
Nordpazifik
US Task Force TF.8 nähert sich Kiska zu einer Beschießung, aber die Operation muss wegen Verschlechterung der Wetterlage verschoben werden.

. KATShch (Sj.)
12. Minenräumkutter des Typs KATShch

27.– 28.7.1942
Ostsee
In der »Seeigel«-Sperre wird das zurückkehrende sowj. U-Boot S-4 durch Minentreffer beschädigt, der Kommandant (Kpt. 3.Rg. Abrosimov) über Bord gerissen, dennoch erreicht das Boot den Stützpunkt  Lavansaari. Am 28.7. wird der Minensucher T-58 bei der Überführung von Shch-320 nach Kronstadt durch eine dt. Küstenbatterie beschädigt.

27.7.– 2.8.1942
Indischer Ozean
In der Malakka-Straße operiert das niederl. U-Boot O.23 (LtCdr. Valkenburg). Am 27.7. torpediert es südl. Penang das Hilfskriegsschiff Shofuku Maru No.2 (729 BRT). Am 29.7. verfehlt es mit einem Viererfächer die von den 3 Zerstörern Oyashio, Hayashio und Kuroshio geleiteten jap. Schweren Kreuzer Kumano und Suzuya, kann der anschließenden Wasserbombenverfolgung aber entkommen. Am 2.8. versenkt es den Armeetransporter Zenyo Maru (6440 BRT).

27.7.– 5.8.1942
Nordwestpazifik

Der US Kreuzer Boise marschiert ab 27.9. von Pearl Harbor aus via Midway zur japan. Ostküste, um durch vorgetäuschten Funkverkehr die Annäherung einer US Kampfgruppe zu suggerieren. Zwar bleibt die Suche mit 2 U-Jägern nach einer japan. Vorpostenlinie vergeblich, doch gehen die Japaner tatsächlich von der Operation einer US Task Force östlich von Honshu aus. Am 5.8. kehrt die Boise zurück nach Pearl Harbor.

28.7.1942
Kanal
Bei einem Gefecht mit den brit. Zerstörern Cottesmore, Calpe und 2 MGB wird vor Cap de la Hague das dt. Vorpostenboot V 202/ Hermann Bösch versenkt, V 203/ Carl Röver wird brennend nach Cherbourg eingebracht, kann aber repariert und übers Jahr erneut in Dienst gestellt werden.

29.7.– 3.8.1942
Nordatlantik
Das ausmarschierende U 210 (Kptlt. Lemcke) sichtet im Nordatlantik den Konvoi ON.115 (41 Schiffe), gesichert von der kanad. EG C3 (LtCdr. Wallace) mit den Zerstörern Saguenay, Skeena und den Korvetten Galt, Sackville, Wetaskiwin, Agassiz, Louisburg. Die Sicherung drängt am 30. und 31.7. immer wieder die Fühlung gewinnenden Boote U 164, U 210, U 511, U 553 und U 217 ab, U 588 (Kptlt. Vogel) wird durch Wasserbomben von Skeena (Lt. Dyer) und Wetaskiwin (LtCdr Windeyer) versenkt. Am 1.8. wird ein Vorpostenstreifen »Pirat« mit U 210, U 217, U 553, U 511 und U 164 gebildet, in den die versorgten »Wolf«-Boote U 607, U 454, U 704, U 597, U 71, U 552 und U 43 am 2.8. einscheren. In der Nacht müssen Saguenay und Skeena wegen Treibstoffmangel den Konvoi verlassen. Nur Louisburg, Sackville und Agassiz bleiben beim Konvoi, da Wetaskiwin die Rückkehr nach einer U-Boot-Jagd nicht schaffen kann. Am Nachmittag stoßen die Zerstörer Witch (RN) und Hamilton (RCN) von der Western Local Escort Force hinzu. Am 2.8. sichtet U 552 (KKpt. Topp) den Konvoi und führt U 71, U 704, U 217, U 597, U 553 heran. Am 3.8. früh torpediert U 552 den brit. Tanker G.S. Walden (10.627 BRT) und versenkt den brit. Frachter Lochkatrine (9419 BRT). U 553 (Kptlt. Thurmann) torpediert die belg. Belgian Soldier (7164 BRT), die am nächsten Morgen mit Fangschuss von U 607 (Kptlt. Mengersen) versenkt wird. Weitere Angriffe von U 71, U 217, U 552 auf den Konvoi und von U 597 auf einen Nachzügler schlagen fehl. Am 3.8. muß die Operation im Nebel abgebrochen werden.

30.7.1942
Luftkrieg Frankreich
Vor der bretonischen Küste geht der Netzleger III / Uranus (1127 BRT), vor Le Havre der Hilfsminensucher M 4008 / Abeille 8 durch Fliegerbomben verloren.

31.7.1942
Nordatlantik
Das ausmarschierende U 213 (Oblt.z.S. v.Varendorff †) stößt westlich der Biskaya auf einen Konvoi und wird von den zur Sicherungsgruppe EG.43 gehörenden Sloops Erne, Rochester und Sandwich versenkt.

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