1941 April

 

 

  

.
.

1. Funker der italienischen Supermarina
bei Aufnahme eines Funkspruchs

April 1941
Mittelmeer / Funkaufklärung
Für die deutsche Kriegsmarine im Mittelmeer und im Schwarzen Meer wird der neue Funkschlüssel »Süd« eingeführt. Die U-Boot-Waffe allerdings benutzt diesen Code nur vom 5.11. bis 12.12.1941, danach wird der Funkschlüssel »Triton« eingeführt, und im Juni 1943 schließlich der Funkschlüssel »Medusa«. Im August 1942 gelingt es Bletchley Park, den Funkschlüssel »Süd« zu brechen.

1.4.1941
Kanal
He 111 des KG.27 (Major Ulbricht) greifen im Südausgang des Bristol- Kanals einen brit. Konvoi an und versenken die Tanker San Conrado (7982 BRT) und Hidlefjord (7639 BRT). Die brit. Tanker Adellen (7984 BRT) und Chesapeake (8955 BRT) und der norw. Tanker Kaia Knudsen (9063 BRT) werden schwer beschädigt.

1.4.1941
Südamerika
Nach der Beschlagnahme deutscher Vermögen in den USA am 30.3. werden in verschiedenen südamerikanischen Häfen deutsche Handelsschiffe von ihren Besatzungen selbstversenkt, um eine ähnliche Beschlagnahme durch die nationalen Behörden unter dem Druck der USA zu verhindern, so vor Callao (Peru) Leipzig (5898 BRT) und Monserrate (5578 BRT), vor Paita (Peru) Friesland (6252 BRT und in Puerto Cabello (Venezuela) Sesostris (4015 BRT). In Tampico bzw. Veracruz (Mexiko) werden Orinoco (9660 BRT) und Hameln (4351 BRT), in Guayaquil (Ecuador) Cerigo (1426 BRT) und in Puntarenas (Costa Rica) Eisenach (4177 BRT) beschlagnahmt.

1.– 4.4.1941
Mittelmeer
Ital. Truppentransport von Neapel nach Tripolis: Fahrgastschiffe Esperia (11.398 BRT), Conte Rosso (17.879 BRT), Marco Polo (12.272 BRT) und Victoria (13.098 BRT), gesichert von den Zerstörern Tarigo, Euro und Baleno und den Torpedobooten Polluce und Partenope. Zur selben Zeit Rückgeleit mit den Frachtern Ankara, Marburg, Kybfels, Reichenfels und Galilea unter Sicherung der Zerstörer Vivaldi, Da Noli und Malocello. Keine Angriffe.

 
.3. Luftaufklärung der RAF über Brest.
.

1.– 6.4.1941
Biskaya
Die zur alliierten U-Boots-Aufstellung vor Brest gehörenden älteren brit Boote H.31, H.32, H.50 und niederl. Boote O.9 und O.10 müssen wegen Defekten oder Kraftstoffmangel abgezogen werden. Das brit. U-Boot Tigris (LtCdr. Bone) versenkt nach mehreren Torpedofehlschüssen am 3.4. westl. von St. Nazaire den dt. Begleittanker Thorn (ex-norw. Ruth 5486 BRT) mit Torpedo und Artillerie. Das RAF-Bomber Command greift am 3./4.3. die in Brest liegenden Schlachtschiffe Scharnhorst und Gneisenau an. Gleichzeitig laufende Luftmineneinsätze gegen die Einfahrten von Brest. Zu den Ende März vom Minenleger Abdiel geworfenen Sperren (rund 300 Minen) werden im April weitere 106 Luftminen gelegt. Die 5. Zerstörerflottille (Kpt.z.S. Berger) verlegt mit Erich Steinbrinck, Bruno Heinemann und Friedrich Ihn von Gotenhafen (ab 30.3.) über Wilhelmshaven nach Brest (an 6.4.). Dtsch. Blockadebrecher Ermland (6528 BRT) läuft von Japan kommend (ab Kobe: 28.12.1940) am 4.4. unbehelligt in Bordeaux ein.

1.– 6.4.1941
Nordatlantik
Gegen einen am 1.4. südlich Island von U 76 gemeldeten auslaufenden Konvoi wird für den 2.4. ein Vp.-Streifen mit U 46, U 98, U 101, U 69, U 73, U 97, U 74 und U 76 gebildet, in den am Abend der Zubringer SC.26 hineinläuft. U 74 führt in der Nacht U 46, U 73 und U 69 heran, von diesen versenken U 46 (Oblt.z.S. Endraß) den brit. Motortanker British Reliance (7000 BRT), U 73 (Kptlt. Rosenbaum) die zuvor von U 46 torpedierte Alderpool (4313 BRT), die brit. Westpool (5724 BRT), die belg. Indier (5409 BRT) und den brit. Tanker British Viscount (6895 BRT), und U 74 (Kptlt. Kentrat) die griech. Leonidas Z. Cambanis (4274 BRT); U 74 torpediert außerdem den Hilfskreuzer Worcestershire (11.402 BRT) und U 69 (Kptlt Metzler) die brit. Thirlby (4887 BRT), die am 10.4. von einer Fw 200 nordwestl. der Hebriden noch einmal beschädigt wird. Eines der teilweise versprengten Schiffe, die Daphne (1939 BRT), wird am 3.4. tags von U 76 (Oblt.z.S. v. Hippel) versenkt, am Abend gewinnt U 94 (Kptlt. Kuppisch) wieder Fühlung an der Hauptgruppe des Konvois und führt U 98 (Kptlt. Gysae) heran, die beiden versenken in der Nacht die brit. Harbledown (5414 BRT) bzw. die norw. Helle (2467 BRT) und die brit. Wellcombe (5122 BRT). Am 4.4. setzen U 98, U 101 und U 76 die Operation fort, doch kommt nur letzteres am Nachmittag nochmals zum Schuß und versenkt die Athenic (5351 BRT), wird jedoch selbst gegen Morgen am 5.4. durch den Zerstörer Wolverine (Cdr. Rowland) und die Sloop Scarborough (LtCdr. Worthney) versenkt. Gesamterfolg: 10 Schiffe mit 51.959 BRT versenkt, U 76 verloren.

Bei Angriffen auf Einzelfahrer versenken U 48 (Kptlt. Schultze) am 2.4. den brit. Tanker Beaverdale (9957 BRT), U 97 (Kptlt. Heilmann) am 4.4. den brit. Tanker Conus (8132 BRT) und U 94 am 6.4. den norw. Tanker Lincoln Ellsworth (5580 BRT). Fw 200 versenken am 6.4. aus dem OB.306 die brit. Dunstan (5030 BRT).

1.– 9.4.1941
Ostsee / Nordsee
Die schwed. Lidingö (5895 BRT) sinkt westl. Falsterbo Rev durch brit. Minentreffer. (Die letzte Luftminenverseuchung der RAF fand im Februar 1941 statt.) Der in flachem Wasser gesunkene Frachter wird geborgen und nach Malmö zur Reparatur geschleppt. Durch Luftminentreffer sinkt auch der kleine Heizöltanker Sund (517 BRT) am 9.4. in der Elbe bei Altenbruch

1.– 10.4.1941
Rotes Meer / Ostafrika
Endkampf um den ital. Kriegshafen Massaua (Eritrea). Nach der Selbstvernichtung des am 31.3. auf Grund gelaufenen Zerstörers Leone gehen am 2.4. die restlichen noch fahrbereiten Zerstörer Pantera, Tigre, Manin, Sauro und Battisti zu einem Angriff gegen Port Sudan in See. Führung des Unternehmens: Kpt.z.S. Gasparini. Battisti muß bald wegen Maschinenschadens zurückbleiben und wird am nächsten Tag vor der arabischen Küste von der Besatzung selbst versenkt. Am gleichen Tag greifen von Land aus Flugzeuge des brit. Flugzeugträgers Eagle den Restverband etwa 10 sm vor Port Sudan an und versenken Sauro und Manin. Die beiden anderen Zerstörer können entkommen und werden vor der arabischen Küste selbstversenkt. Nachdem die Verteidiger Massauas einige Angriffe des Gegners abgeschlagen haben, beginnt dieser am 6.4. nach See- und Luftbombardement seinen Großangriff, der 2 Tage später zum Fall der Stadt führt.

 
.
2. Italienisches Schnellboot MAS 213 vor Massaua

Das letzte noch einsatzbereite Schnellboot MAS 213 (Lt.z.S. Valenza) torpediert am 6.4. vor dem Hafen den brit. Leichten Kreuzer Capetown, der von der austral. Sloop Parramatta zu vorläufigen Reparaturen nach Port Sudan geschleppt wird. Das Schnellboot wird am 8.4. kurz vor dem Eindringen der Briten in die Stadt zusammen mit dem Torpedoboot Orsini, den S-Booten MAS 204, MAS 206, MAS 210, MAS 216 und zahlreichen Handelsschiffen selbst versenkt. Unter den letzteren befinden sich neben vielen Kleindampfern 11 Schiffe mit zusammen 89.870 BRT, darunter der it. Passagierdampfer Colombo (11.760 BRT) und die dt. Frachter Oliva (7886 BRT), Crefeld (9573 BRT), Lichtenfels (7566 BRT), Frauenfels (7487 BRT), Liebenfels (6318 BRT) und Gera (5155 BRT). 5 weitere ital. Handelsschiffe mit 38.125 BRT werden bei der Insel Dalac im Roten Meer und 3 weitere mit 23.765 BRT am 10.4. in Assab selbstversenkt. Frauenfels, Liebenfels und Gera werden später geborgen und als Empire Niger, Empire Nile und Empire Indus wieder in Fahrt gebracht.

1.– 28.4.1941
Gewässer um Großbritannien
Einsatz von Luftminen: Deutsche Flugzeuge werfen mehr als 450 Luftminen. Schwerpunkte sind die Mümdingsgebiete von Themse, Tyne, Humber und Mersey. – Durch Minentreffer gehen verloren: am 7.4. die brit Elisabeth (945 BRT) und südlich von Start Point die bewaffnete Yacht Torrent (336 BRT), am 8.4. vor der Humbermündung der in Ballast fahrende Tanker Ahamo (8621 BRT), am 17.4. vor Harwich die norw. Profit (1608 BRT), und am 28.4. vor Milford Haven der niederl. Minensuchtrawler Caroline. Beschädigt werden am 2.4. südl. Aberdeen die brit. Melrose Abbey (1908 BRT) und am 10.4. vor Liverpool die niederl. Virgo (397 BRT).

Einsatz von Fliegerbomben: Deutsche Flugzeuge versenken am 2.4. vor St. Abb`s Head den Minensuchtrawler Cramond Island und östl. der Humbermündung die Fermain (759 BRT), am 3.4. östl. von Schottland die Cairnie (250 BRT), am 4.4. nördl. von Cromer die Salvus (4815 BRT) und westlich von Wales den Trawler Whitby (164 BRT), am 5.4. östl. von Aberdeen die Rattray Head (496 BRT) und die St. Clement (450 BRT), am 7.4. südöstl. Lizard den Minensuchtrawler Rochebonne, am 9.4. beim Leuchtturm Eddystone die brit. Dudley Rose (1600 BRT) und den norw. Tanker Buesten (5187 BRT), am 12.4. bei Lands End den belg. Frachter Arbel (901 BRT), am 15.4. nördl. der Hebriden die norw. Favorit (2826 BRT) und nordöstl. Land's End aus einem Konvoi die brit. Frachter Amiens (1548 BRT), Anglesea Rose (1151 BRT) und die norw. Bolette (1167 BRT). Beschädigt werden am 6.4. nordöstlich von Harwich die Glenfinlas (7572 BRT), am 8.4. vor der Humbermündung die Chaucer (5792 BRT) und am 9.4. östlich von Wick (Schottland) der Tanker British Workman (6994 BRT), vor West Hartlepool die Aberhill (1516 BRT) und vor der Humbermündung die Cormarsh (2848 BRT). Am 12. und 13.4. beschädigen dt. Flugzeuge im Bristol-Kanal die brit. Dartford (4693 BRT) und Baron Belhaven (6591 BRT), am 17.4. He 115 der K.Fl.Gr.406 im Bristol-Kanal den brit. Tanker Scottish Musician (6998 BRT).

1.4.– 20.5.1941
Nordatlantik
Die nach Großbritannien laufenden Konvois SC.27 (30.3.- 18.4., 29 Schiffe), SC.28 (9.- 28.4., 31 Schiffe), SC.29 (19.4.- 8.5., 42 Schiffe), SC.30 (29.4.- 20.5., 28 Schiffe), HX.118 (31.3.- 18.4., 33 Schiffe), HX.119 (6.4.- 22.4., 34+19 Schiffe), HX.120 (10.4. - 29.4., 37 Schiffe), HX.122 (20.4. - 8.5., 27 Schiffe), HX.123 (25.4.- 13.5., 34 Schiffe) und HX.124 (30.4. - 20.5., 36 Schiffe) und die ostgehenden Konvois OB.307 - OB.317 (insgesamt 360 Schiffe) überqueren den Atlantik ohne Verluste oder Schäden. Atlantiksicherung für SC.27 und HX.118 durch das frei-franz. Unterseeboot Surcouf, für SC.28, SC.29 und SC.30 durch die brit. Unterseeboote Talisman, Porpoise und Thunderbolt.

2.4.1941
Pazifik
Vor Callao (Peru) werden die dt. Motorschiffe München (5619 BRT) und Hermonthis (4833 BRT) von ihren Besatzungen selbst versenkt, um der Aufbringung durch den kanad. Hilfskreuzer Prince Henry zu entgehen.

2./3.4.1941
Mittelmeer
Ju 88 der II./LG.1 greifen die Griechenland-Konvois AS.23 und ANF.23 an und versenken die in Ballast zurücklaufenden Coulouras Xenos (griech., 4914 BRT) und Homefield (brit., 5324 BRT) sowie die mit Militärnachschub beladene brit. Northern Prince (10.917 BRT).

2.– 5.4.1941
Mittelmeer
Brit. Träger Furious bringt am 2.4. Flugzeugersatz für Force H nach Gibraltar: 10 Fulmar und 4 Swordfish. Letztere sind die ersten mit Radar ausgerüsteten Trägerflugzeuge der Royal Navy. Ihr ASV-Radar hat eine Reichweite von 10 sm bei 300 m und 30 sm bei 1000 m Flughöhe gegen Ziele von Schiffsgröße. 12 Hurricane-Bomber, die mit dem Träger Argus von England nach Gibraltar überführt wurden, werden am 2.4. vom Träger Ark Royal übernommen.

Operation »Winch«: Mit der Force H, bestehend aus Schlachtkreuzer Renown, Kreuzer Sheffield und den Zerstörern Faulknor, Fearless, Foresight, Fortune und Fury läuft die Ark Royal ins westliche Mittelmeer und startet 12 Hurricane-Jäger und 3 Skua-Bomber am 3.4. ca. 400 sm vor dem Ziel nach Malta. Am gleichen Tag wird auch ein ital. Cant-Aufklärungsflugzeug von einer Fulmar der Ark Royal abgeschossen. Die gegen einen Vorstoß ins zentrale Mittelmeer nördl. der tunesischen Küste und westl. Malta aufgestellten ital. U-Boote Corallo, Turchese und Santarosa sichten keine Schiffe.

Ein Nachschubgeleitzug für das Deutsche Afrika-Korps von Neapel nach Tripolis mit den Frachtern Alicante, Maritza, Santa Fé, Procida und Tembien (it.) unter Sicherung der Zerstörer Saetta und Turbine und des Torpedoboots Orsa und ein Rückgeleit mit den dt. Schiffen Adana und Samos unter Sicherung der Zerstörer Folgore und Strale und des Torpedobootes Missori bleiben unbehelligt.

.

2.– 15.4.1941
Nordafrika / Mittelmeer
Aus einem Aufklärungsvorstoß des Deutschen Afrika-Korps entwickelt sich eine dt.-ital. Offensive gegen die durch Abzug von Truppen nach Griechenland geschwächten brit. Streitkräfte in Libyen, die innerhalb von 14 Tagen mit der Einnahme der Häfen von Bengasi (4.4.), Derna (7.4.), Bardia (9.4.) und Sollum (13.4.) bis nach Ägypten führt, wo der Angriff zu Stehen kommt. Die Festung Tobruk mit ihrem guten Hafen bleibt zunächst in britischer Hand. Da in den kleineren Häfen der Cyrenaika keine Ausladekapazität für große Tanker und Transporter vorhanden ist, sind die dt.-ital. Truppen in Nordafrika weiter auf Tripolis als Nachschubhafen und auf Nachschubgeleite mit kleineren Fahrzeugen an der Küste angewiesen. Vor der Cyrenaika-Küste sichern die ital. U-Boote Aradam und Onice.

3.– 7.4.1941
Mittelmeer
Von Gibraltar aus werden die brit. Unterseeboote Otus und Olympus nach Oran entsandt, um einen vermuteten Ausbruch des franz. Schlachtschiffs Dunkerque zu verhindern. Nach eingehender Aufklärung (5.4.) werden die Boote zurückgerufen.

4.– 13.4.1941
Allgemeine Lage / Achsenmächte

Erneuter Besuch des japan Außenminister Matsuoka in Berlin. Hitler und Ribbentrop machen über den geplanten Angriff auf die Sowjetunion (Unternehmen »Barbarossa«) wieder keine Mitteilung. Auf seiner Rückreise von Berlin schließt der jap. Außenminister Matsuoka am 13.4. in Moskau einen japanisch-sowjetischen Neutralitätsvertrag.

4.– 20.4.1941
Mittelatlantik
Dt. Hilfskreuzer Schiff 10/ Thor (Kpt.z.S. Kähler) versenkt am 4.4. im Artillerieduell den brit. Hilfskreuzer Voltaire (Capt.Blackburn, 13.301 BRT) und rettet 197 Überlebende.

Das vor Freetown operierende U 124 (Kptlt. Schulz) versenkt am 4.4. die brit. Marlene (6507 BRT), am 7.4. die kanad. Portadoc (1746 BRT), am 8.4. die brit. Tweed (2697 BRT), am 11.4. die griech. Aegeon (5285 BRT), am 12.4. die brit. St. Helena (4313 BRT) und am 13.4. die brit. Corinthic (4823 BRT). Am 20.4. tritt U 124 verschossen den Rückmarsch an

5./6.4.1941
Allgemeine Lage / Jugoslawien
Abschluß eines »Freundschaftspaktes« zwischen Jugoslawien und der Sowjetunion.

5.– 15.4.1941
Nordatlantik
Operation der Force H (VAdm. Somerville) mit Schlachtkreuzer Renown, Träger Ark Royal, den Kreuzern Fiji und Sheffield und den Zerstörern Faulknor, Fearless, Foresight, Fury und Highlander im Gebiet westl. Biskaya zur Blockade der deutschen Großkampfschiffe in Brest. Sie lösen die dort zuvor operierende Home Fleet (Adm. Tovey) mit dem Flaggschiff King George V ab. Im Zeitraum 5.- 9.4. operiert dort auch die 5. Zerstörerflottille (Capt. Lord Louis Mountbatten) mit Kelly, Kashmir, Kelvin, Jackal and Jersey.

5.– 25.4.1941
Mittelatlantik
Die zur ersten Welle des U-Boot-Einsatzes vor Freetown gehörenden U 105 und U 106 werden abgeteilt, ehe sie ihre Operationen vor Freetown fortsetzen können und nachdem U 105 (Kptlt. Schewe) am 5.4. die alleinfahrende brit. Ena de Larrininga (5200 BRT) versenkt hat, und laufen nach Versorgung aus der Nordmark (7.4.) nach Rio de Janeiro, um dort den dt. Blockadebrecher Lech aufzunehmen und durch die panamerikan. Sicherheitszone zu geleiten. U 105 wird nach 2 Wochen von dieser Aufgabe entbunden und geht nach Freetown, U 106 nimmt die Lech auf. Beide Boote kommen erst mit der zweiten Welle vor Freetown wieder zum Ansatz (siehe 3.-11.5.).

6.4.1941
Luftkrieg Frankreich
Eine Bristol Beaufort der RAF-Squadron 22 erzielt in Brest einen Torpedotreffer auf dem Schlachtschiff Gneisenau.

6.4.1941
Nordatlantik
Der brit. Hilfskreuzer Comorin wird durch einen Brand an Bord zerstört und später von dem Zerstörer Broke versenkt. Zerstörer Lincoln und Frachtschiff Glenartney nehmen bei stürmischem Wetter 405 der 425 schiffbrüchigen Besatzungsmitglieder auf.

6.4.1941
Allgemeine Lage / Balkanländer
Beginn des Balkanfeldzug gegen Jugoslawien (bis 17.4.) und gegen Griechenland und das brit. Expeditionskorps (bis 29.4.).

6./ 7.4.1941
Luftkrieg Griechenland
11 He 111 der 2./KG.4 (Hptm. Kühl) führen Verminungsaktion in der Bucht von Piräus durch und erzielen Bombentreffer auf dem im Hafen liegenden brit. Munitionsfrachter Clan Fraser (7529 BRT). Durch die Explosion des Schiffes wird die Explosion eines 2. mit Munition beladenen Schiffes, der City of Roubaix (7108 BRT), verursacht. Dadurch entstehen schwere Zerstörungen an den Hafenanlagen. 13 Schiffe mit 41.942 BRT, 60 Leichter und 25 Motorsegler sinken.

   
.
.

4. Jugoslawischer Zerstörer Dubrovnik 

6.– 25.4.1941
Jugoslawien / Mittelmeer
Die jugoslaw. Marine mit dem Schulkreuzer Dalmacija, den Zerstörern Dubrovnik, Beograd, Zagreb, Ljubljana, den U-Booten Smeli, Osvetnik, Hrabri, Nebojsa, 2 T-Booten, den Minensuchern Kobac, Galeb, Jastreb, Labud, Orao, Sokol, und 3 Minenlegern in Cattaro, 4 T-Booten, 10 MTBs, 2 Minensuchern und 3 Minenlegern in Sebenik, dem Flugzeugmutterschiff Zmaj in Split bleibt in den Häfen. Bei ital. Luftangriffen (186 Bomber-Einsätze) werden der Minensucher Malinska und die Minenleger Orao, Sokol und Kobac beschädigt. Am 10.4. wird der Minensucher Kobac in Sibenik von ital. Einheiten erbeutet.

Am 16.4. laufen das U-Boot Nebojsa und die Motortorpedoboote Kajmakcalan und Durmitor (LschKpt. Kern) aus, durchbrechen die Otranto-Straße und erreichen am 22.-24.4. die Suda-Bucht. Am 17.4., dem Tage der Kapitulation, wird die Zagreb (LschLt. Masara † und Spasié †) gesprengt, die restlichen Schiffe werden verlassen und bis zum 25.4. von den Italienern besetzt. Die zur Bewachung der Häfen eingesetzten ital. U-Boote Salpa, Medusa und Jalea sichten keine Ziele.

7./8.4.1941
Luftkrieg Deutschland
RAF-Bomber Command fliegt einen schweren Angriff auf Kiel. Ziele sind unter anderem die eine Woche zuvor von ihren Atlantikunternehmungen zurückgekehrten Admiral Hipper und Admiral Scheer.

7.– 11.4.1941
Mittelmeer
Zwei Afrikageleite von Neapel nach Tripolis laufen ohne Verluste: eines mit den Schiffen Castellon, Arcturus, Wachtfels, Leverkusen und Ernesto (it.), gesichert durch die Torpedoboote Procione, Cigno und Orione, und ein weiteres mit den Schiffen Andrea Gritti, Sebastiano Venier, Rialto, Birmania und Barbarigo unter Sicherung durch den Zerstörer Dardo und die Torpedoboote Clio, Cosenz and Papa. Vier Rückgeleite von Tripolis nach Neapel laufen ebenso ohne Verluste: eines mit den it. Schiffen Amsterdam und Giulia unter Sicherung durch die Torpedoboote Calliope, Castore and Cascino, eines mit den 4 großen Truppentransportern Esperia, Conte Rosso, Marco Polo und Victoria, gesichert durch die Zerstörer Tarigo, Euro, Baleno and Lampo, eines mit den Schiffen Adana (dt.) und Nirvo (it.), geleitet durch die Zerstörer Folgore and Strale, und eines mit den dt. Schiffen Alicante, Maritza, Santa Fé und Procida unter Sicherung durch die Zerstörer Saetta, Turbine und Scirocco und die Torpedoboote Orsa und Pegaso. Das brit. Unterseeboot Upright (Lt. Norman) verfehlt am 8.4. eines der Rückgeleite.

7.– 27.4.1941
Nordatlantik
Vom 7.-16.4. finden die südwestlich Island aufgestellten U-Boote kaum Ziele und keine Konvois. Das gegen die Bewachung der Dänemarkstraße angesetzte U 108 (Kptlt. Scholtz) versenkt am 13.4. den Hilfskreuzer Rajputana (16.444 BRT), der brit. Zerstörer Legion kann 277 von 314 Mann Besatzung retten. U 98 (Kptlt. Gysae) versenkt am 9.4. die niederl. Prins Willem II (1304 BRT), U 52 (Kptlt. Salman) versenkt 2 Einzelfahrer, und zwar am 10.4. die niederl. Saleier (6563 BRT) und am 14.4. die belg. Ville de Liège (7430 BRT). Eine Fw 200 der I./KG.40 versenkt am 12.4. das von Buenos Aires nach Göteborg laufende schwedische Motorschiff Kexholm (3815 BRT). Am 16.4. schlägt der Versuch, auf einen von der I./KG.40 südwestlich der Färöer und von U 96 westlich Irland gesichteten Konvoi zu operieren, fehl, eine Fw 200 beschädigt die brit. Swedru (5379 BRT), die brennend am 19.4. selbst versenkt wird. Am 17.4. versenkt U 123 (Kptlt. Moehle) das von Göteborg nach Buenos Aires laufende schwedische Motorschiff Venezuela (6991 BRT).

Auf Grund mangelnder Erfolge entsteht der Verdacht, daß der Gegner die U-Boot-Aufstellungen erkennt und umgeht. Um einen besseren Überblick zu gewinnen, wird südlich Island ab 18.4. ein Vp.-Streifen mit den Booten U 65, U 95, U 123, U 552 und U 96, westlich Irland mit Da Vinci, Cappellini, U 110, U 101, U 73, Torelli und Malaspina gebildet, während U 147 bei den Faröern aufgestellt wird. Eine Fw 200 beschädigt am 18.4. die panam. Csikos (3938 BRT). Am 20.4. versenkt U 73 (Kptlt. Rosenbaum) den brit. Einzelfahrer Empire Endurance (8570 BRT) mit 2 ML-Booten als Decksladung. Am 22.4. sichtet Torelli einen einlaufenden Konvoi, kann aber U 101 und U 110 nicht heranführen, ebensowenig wie am 23.4. an einen auslaufenden Konvoi. Luftaufklärung mit Fw 200 bringt keine Konvoisichtungen. Fw 200 der I./KG 40 versenken am 26.4. die brit. Mountpark (4648 BRT) und am 27.4. den von Island kommenden brit. Fischfrachter Celte (943 BRT).

7.4.– 15.5.1941
Westatlantik / Pazifik
Nach einer Weisung vom 7.4. werden Träger Yorktown und die Zerstörer Mayrant, Trippe, Rhind, Mustin und Russell von der US Pacific Fleet in den Atlantik überstellt. Ab 19.5 folgen weitere US-Kriegsschiffgruppen durch den Panama-Kanal. (siehe 19.5.-10.6.)

5. Amerikanischer Flugzeugträger Ranger (CV 4)

Am 7.4. wird der amerik. Marinestützpunkt in Bermuda in Dienst gestellt. Am Tag darauf läuft der US-Kriegsschiffverband TG.7.3. (RAdm. Cook) ein, um von hier aus als »Central Atlantic Neutrality Patrol« zu operieren, sie besteht aus dem Träger Ranger, den Schweren Kreuzern Tuscaloosa und Wichita und den Zerstörern Kearny und Livermore. Am 15.5. wird die TG.7.3. durch die Schweren Kreuzer Quincy und Vincennes ergänzt. Darüber hinaus werden die neuen Zerstörer der Desron 11 (»Support Force Atlantic Fleet«) mit Flottillenführer Sampson (Capt. Deyo) und den Zerstörern Eberle, Gwin, Grayson, Meredith, Monssen, Ericsson und außerdem der neue Träger Wasp dazu abgestellt.

8./9.4.1941
Mittelatlantik
Nördlich der Kanaren versenkt das nach Süden marschierende U 107 (Kptlt. Heßler) aus dem Konvoi OG.57 die brit. Eskdene (3829 BRT), Helena Margareta (3316 BRT), Harpathian (4671 BRT) und den brit. Motortanker Duffield (8516 BRT).

8.– 14.4.1941
Norwegen
Der norweg. Zerstörer Mansfield (KKpt. Ulstrup) läuft von Lerwick (Shetland) ins Lopphavet (Nordnorwegen) und zerstört am 11./12.4. eine Fischfabrik im Öksfjord.

.

6. Britisches U-Boot Upholder im Mittelmeer

.

9.4.1941
Allgemeine Lage / Grönland
»Kaufman-Übereinkunft« zwischen den USA, vertreten durch Außenminister Cordell Hull, und dem dänischen Botschafter in den USA, Henrik de Kaufman, in der den Vereinigten Staaten die Verantwortung für die Verteidigung Grönlands übertragen wird.

9.– 12.4.1941
Mittelmeer
Ital. Nachschubgeleitzug von Palermo nach Tripolis mit den Tankern Persiano und Superga und den Transportern Bosforo und Ogaden, gesichert durch die Torpedoboote Montanari, Missori und Perseo. Am 10. und 11.4. wird das Geleit im Gebiet von Cap Bon vom brit. Unterseeboot Upholder (LtCdr. . Wanklyn) dreimal ohne Erfolg und am 12.4. vor Tripolis von Tetrarch (LtCdr. . Peacock) angegriffen, das den Tanker Persiano (2474 BRT) versenkt. Ursula (LtCdr. . Hezlet) verfehlt am 12.4. ein Geleit vor Cap Bon, Unique findet keine Ziele.

9.– 12.4.1941
Südatlantik
Hilfskreuzer Schiff 41/ Kormoran (FKpt. Detmers) versenkt auf Höhe des Äquators den brit. Frachter Craftsman (8022 BRT) und die griech. Nicolaos D.L. (5486 BRT).

9.– 20.4.1941
Nordafrika / Mittelmeer
Einheiten der brit. Mittelmeer Flotte werden zur Unterstützung und zum Schutz des Abzugs der brit. 8. Armee aus dem Gebiet zwischen Tobruk und der ägyptischen Grenze eingesetzt. In den Nächten des 9./10.4. und 10./11.4. beschießen die Kanonenboote Aphis und Gnat Bomba und Gazala. Am 12.4. unternehmen 6 Zerstörer, gedeckt von den Leichten Kreuzern Ajax, Orion und Perth einen Vorstoß entlang der Küste bis Ras et Tin. Am 13.4. unterstützen die Zerstörer Griffin und Stuart und das Kanonenboot Gnat Militäroperationen bei Sollum. Am 15.4. beschießen der brit. Kreuzer Gloucester und der Zerstörer Hasty Ziele zw. Fort Capuzzo und Bardia, und das Kanonenboot Ladybird beschießt den Flugplatz von Gazala. Am 18.4. beschießen Gloucester und Ladybird wiederum Ziele bei Bardia und Sollum. Am 19.4. verlassen die Zerstörer Stuart, Voyager und Waterhen und der Flakkreuzer Coventry Alexandria mit dem Transporter Glengyle, um am darauf folgenden Morgen ein Kommandounternehmen gegen Bardia / Sardinien auszuführen, das Unterseeboot Triumph (LtCdr. . Woods) dient als Ansteuerungspunkt. Die ital. U-Boote Malachite und Topazio operieren in dieser Zeit vor der Cyrenaika-Küste ohne Erfolg.

9.– 30.4.1941
Nordatlantik
Erfolglose Operation der ital. U-Boote Dandolo und Baracca westlich Gibraltar.

10.4.1941
Italien
Kritische Situation beim Ölnachschub; es stehen nur noch 415.000 Tonnen zur Verfügung. Dies behindert Operationen der italienischen Flotte.

10./11.4.1941
Luftkrieg Frankreich
RAF-Bomber Command erzielt bei einem Angriff auf Brest 4 Bombentreffer auf dem im Dock liegenden Schlachtschiff Gneisenau.

11.4.1941
Nordatlantik
Nachdem der US-Zerstörer Niblack (LtCdr. . Durgin) 3 Rettungsboote mit Überlebenden des von U 52 versenkten niederl. Frachters Saleier (siehe 7.-24.4.) bergen konnte, greift er in der Nähe ein vermeintlich geortetes U-Boot mit Wasserbomben an. Es steht aber kein Unterseeboot im Gebiet. Später setzt die Niblack ihren Marsch nach Island fort.

11.– 14.4.1941
Mittelmeer
Ein Geleitzug nach Tripolis mit den 5 dt. Frachtern Ankara, Marburg, Kybfels, Reichenfels und Galilea und Sicherung durch die it. Zerstörer Vivaldi, Da Noli, Mirabello und Dardo wird mehrfach ohne Erfolg von brit. Torpedoflugzeugen angegriffen, die von auf Sizilien stationierten dt. Jägern abgefangen werden; auch ein Nachtangriff von Swordfish-Maschinen, die eine Versenkung melden, bleibt ergebnislos. Ein Rückgeleit mit den dt. Frachtern Castellon, Arcturus, Wachtfels und Leverkusen, gesichert durch die Torpedoboote Orione, Orsa und Procione, erreicht Palermo und Neapel unbehelligt.

11.– 29.4.1941
Nordafrika / Mittelmeer
Kampf um die libysche Festung Tobruk. Am 14.4. scheitert ein Handstreich des Deutschen Afrika-Korps zur Einnahme der Hafenstadt. Dt. Ju 87 der III./StG.1 und II./StG.2 und ital. Ju 87 der 96. und 236. Sq. versenken in Tobruk am 11.4. den brit. Frachter Draco (2018 BRT), am 21.4. die brit. Bankura (3185 BRT) und Urania (1953 BRT), am 29.4. den Transporter Chakla (3081 BRT) und am 18.4. nordwestlich von Sidi Barani die bewaffnete Yacht Fiona (2190 BRT). Am 14.4. beschädigen sie vor Tobruk das Lazarettschiff Vita (4691 BRT), das bei Angriffen am 21. und 22.4. erneut getroffen wird.

12./13.4.1941
Luftkrieg Frankreich
Erneute Angriffe des RAF-Bomber Command auf die dt. Schlachtschiffe in Brest, außerdem auf die U-Boot-Basis Lorient und den Flugplatz Merignac bei Bordeaux, den Liegeplatz der mit Fernbombern vom Typ Fw 200 ausgerüsteten I./KG.40 des »Fliegerführers Atlantik« (Oberst Harlinghausen).

12.– 16.4.1941
Luftkrieg Griechenland
Am 12.4. beschädigen He 111 der II./KG.26 durch Bombentreffer in Piräus den brit. Tanker Marie Maersk (ex-dän., 8271 BRT), das Schiff wird von der brit. Besatzung aufgegeben (1942 gehoben, von der dt. Mittelmeer-Reederei übernommen, nicht repariert.). Ju 88 der III./LG.1 versenken bei der Insel Phlera den brit. Kabelleger Retriever (674 BRT). Am 15.4. geht östlich Salamis durch Luftminentreffer der brit. Transporter Clan Cumming (7264 BRT) verloren. Am selben Tag versenken Ju 88 der II./LG.1 die brit. Goalpara (5314 BRT) und Quiloa (7765 BRT) in der Bucht von Eleusis. Am 16.4. wird der brit. Tanker Eleonore Maersk (ex-dän., 10.694 BRT) von Bomben getroffen und brennt 17 Stunden lang.

12.– 29.4.1941
Indischer Ozean / Persischer Golf

Nach dem Staatsstreich des Rashid El-Gailani am 3./4.4. im Irak, erhält der in Karachi liegende Konvoi BM.7 (8 Truppen- Transporter mit 1 indischen Brigade und 1 Artillerieeinheit für Malaya) die Weisung, in Begleitung der austr. Sloop Yarra am 12.4. von dort nach Basra auszulaufen. Unterwegs wird der Geleitschutz durch die Sloops Falmouth und Lawrence (RIN) verstärkt. Am 18.4. steht er vor Basra, wo außerdem inzwischen die Kreuzer Emerald und Leander (mit Flotten- kommandeur VAdm. Leatham an Bord), der Trawler Seabelle, das Kanonenboot Cockchafer und 400 Mann Luftlande- Truppen eingetroffen sind. Am 19.4. landen die Truppen. Am 28.4. läuft ein weiterer Truppentransport ein (Konvoi BP.1), während im Persischen Golf der Träger Hermes und der Kreuzer Enterprise in Alarmbereitschaft stehen. Am 29.4. landen auch die Truppen des zweiten Konvois.

   
.
.

7. Italienischer Frachter sinkt.

13.– 16.4.1941
Mittelmeer
Ein aus den dt. Frachtern Adana (4205 BRT), Aegina (2447 BRT), Arta (2452 BRT), Iserlohn (3704 BRT) und der it. Sabaudia (1590 BRT) bestehender Geleitzug für das Deutsche Afrika-Korps, der von den ital. Zerstörern Baleno, Lampo und Tarigo gesichert ist, wird am Abend des 16.4. bei der Insel Kerkennah von der brit. Force K (Capt. Mack) mit den Zerstörern Jervis, Nubian, Mohawk und Janus abgefangen und vollständig vernichtet. Tarigo (FKpt. de Cristofaro) versenkt die Mohawk durch Torpedotreffer (Aus dem Wrack werden im Mai 1941 von ital. Tauchern wertvolle Dokumente geborgen, darunter Teile des »Naval Cypher«). Am folgenden Tag gelingt es den ital. Zerstörern Vivaldi, Da Noli, Mirabello, Dardo, den Torpedobooten Cigno, Clio, Centauro, Missori, Papa, Perseo, Partenope, den Lazarettschiffen Arno und Giuseppe Orlando sowie Seenotflugzeugen von den rund 3000 schiffbrüchigen Soldaten noch 1248 zu retten. Das aufgesetzte Wrack der Arta wird am 26.4. vom brit. U-Boot Upholder vernichtet.

14.4.1941
Luftkrieg England
Bei einem dt. Luftangriff auf Falmouth werden die frei-franz. Sloops Conquerant und Suippe versenkt.

14.– 17.4.1941
Mittelatlantik

Das deutsche Trossschiff Nordmark soll getarnt als US-Tanker Prairie die Anfang März von Massaua (Italienisch Ostafrika) ausgebrochenen italienischen U-Boote Archimede, Guglielmotti, Ferraris und Perla zur Versorgung heranziehen (siehe 1.-4.3.1941). Durch Ultra-Aufklärung (der italienischen Funksprüche) über das bevorstehende Treffen informiert, operiert das britische U-Boot Severn, gemeinsam mit dem brit. Hilfskreuzer Alcantara und der Sloop Milford, vergeblich auf die italienischen Boote (Operation »GRAB«, ADM199/1886). Torpedoangriffe Severns am 8.4. und 10.4. bleiben ohne Erfolg. Am Mittag des 14.4. wird die Nordmark von dem Bordflugzeug der Alcantara entdeckt. Doch die Tarnung bewährt sich gut, sie wird von der Flugzeugbesatzung nicht durchschaut. Nordmark kann unbehelligt ablaufen und arrangiert einen neuen Treffpunkt mit den U-Booten im Wartegebiet »Andalusien«.

15.4.1941
Nordatlantik
Das it. Unterseeboot Tazzoli (KKpt. Fecia di Cossato) versenkt westlich von Gibraltar die brit. Aurillac (4733 BRT).

15.– 18.4.1941
Nordatlantik
Hilfskreuzer Schiff 10 / Thor (Kpt.z.S. Kähler) versenkt als letztes Opfer seiner Kaperfahrt den schwedischen Frachter Sir Ernest Cassel (7739 BRT). Das Schiff war unterwegs nach Lourenço Marques, um dort eine Landung Erz für Großbritannien abzuholen. Am 18.4. tritt Thor den Rückmarsch an.

16./17.4.1941
Luftkrieg England
Luftangriff auf London. 681 dt. Flugzeuge werfen 890 t Spreng- und 151 t Brandbomben.

17.4.1941
Allgemeine Lage / Balkanländer
General Wavell erhält von der brit. Regierung die Genehmigung, die Räumung Griechenlands vorzubereiten. In Belgrad wird die Kapitulation der jugoslaw. Wehrmacht unterzeichnet.

17.4.1941
Nordsee
Minenunternehmungen der 1. S-Flottille (Kptlt. Birnbacher) vor Cromer (42 Minen), der 2. S-Flottille (Oblt.z.S. Feldt) am Cross Sands-Feuerschiff (24 Minen) und der 3. S-Flottille (Kptlt. Kemnade) vor Haisborough Sand (32 Minen) bleiben ohne Erfolg. Bei dem unmittelbar folgenden Angriff der 2. S-Flottille mit S 41, S 42, S 43, S 55 und S 104 auf den brit. Konvoi FS.64 vor Great Yarmouth versenken S 43 (Oblt.z.S. Feldt) die brit. Effra (1446 BRT) und S 104 (Oblt.z.S. Roeder) die niederl. Nereus (1298 BRT), S 55 (Lt.z.S. Howaldt) und S 42 (Oblt.z.S. Meentzen) torpedieren die brit. Eskburn (472 BRT) und Ethel Radcliffe (5673 BRT). Die 3. S-Flottille mit S 35, S 34, S 61, S 31, S 60 und S 58 führt ein erstes kurzes Gefecht mit 3 brit. MGB der nach Felixstowe verlegten 6. MGB-Flottille.

.
8. Passagiere der Zamzam an Bord des 
»Handelsstörkreuzers« Atlantis
.

17.4.1941
Südatlantik
Hilfskreuzer Schiff 16 / Atlantis (Kpt.z.S. Rogge) versenkt im Südatlantik den ägyptischen Fahrgastdampfer Zamzam (8299 BRT) und nimmt die gesamte Besatzung, darunter 138 amerik. Passagiere, an Bord. Die von einem amerikan. Fotografen heimlich gemachten und in der Zeitschrift LIFE im Juli 1941 veröffentlichten Fotos führen zur Identifizierung der Atlantis am 22.11.41.

17./18.4.1941
Luftkrieg England
249 dt. Flugzeuge werfen 346 t Sprengbomben und 1280 Brandschüttkästen auf Portsmouth.

17.– 21.4.1941
Mittelmeer
Das brit. U-Boot Truant (LtCdr. . Haggard) greift vor Apollonia am 17.4. dreimal eine Schiffsgruppe an, versenkt aber nur das kleine Patrouillenboot Vanna mit Artillerie. Die als Versenkungserfolg gemeldete kleine Romagna wird tatsächlich von Flugzeugen versenkt und der dt. Frachter Samos (2576 BRT) geht auf einer Luftmine verloren. Am 21.4. beschädigt Truant vor Tripolis den kleinen Tanker Prometeo (1080 BRT), der aufgesetzt wird. Das U-Boot Regent (LtCdr. . Browne) dringt in die Bucht von Cattaro ein, um dort den brit. Gesandten in Jugoslawien an Bord zu nehmen, muß aber unverrichteter Dinge wieder auslaufen.

18.4.1941
Biskaya

Das auf Überführung ins Mittelmeer befindliche U-Boot Urge (Lt. Tomkinson) versenkt am 18.4. den von Brasilien aus Blockade brechenden ital. Tanker Franco Martelli (10.535 BRT).

18.4.1941
Mittelmeer
Ital. S.79 Sparviero-Torpedobomber der 281. Sq. versenken nördlich von Chania (Kreta) den von Haifa nach Piräus laufenden brit. Tanker British Science (7138 BRT).

18.– 20.4.1941
Mittelmeer
Ein Nachschubgeleitzug für das dt. Afrikakorps (dt. Frachter Alicante, Maritza, Santa Fé, Procida, gesichert durch die Zerstörer Aviere, Geniere, Grecale und Camicia Nera und das Torpedoboot Pleiadi), der wegen des Angriffs der Force K am 16.4. in Palermo eingelaufen war, läuft von Palermo nach Tripolis. Gleichzeitig läuft ein ital. Geleitzug (Frachter Nicolò Odero, Maddalena Odero, Isarco und Tanker Luisiano und Alberto Fassio, gesichert durch den Zerstörer Da Mosto und die Torpedoboote La Farina, Calliope und Orione) von Trapani bzw. Palermo nach Tripolis.

18.– 23.4.1941
Mittelmeer
Operation »MD.2« der brit. Mittelmeerflotte (Adm. Cunningham). 18.4.: Ein Konvoi mit 4 Frachtern, gesichert vom Leichten Kreuzer Phoebe, dem Flakkreuzer Calcutta und den Zerstörern Nubian und Diamond, läuft von Malta nach Alexandria. Gleichzeitig Auslaufen der brit. Mittelmeerflotte mit den Schlachtschiffen Warspite, Barham und Valiant , dem Leichten Kreuzer Gloucester und den Zerstörern Jervis (Capt. Mack), Janus, Juno und Jaguar als Sicherung sowie als 2. Gruppe dem Flugzeugträger Formidable mit den Leichten Kreuzern Orion (VAdm. Pridham-Wippell), Perth und Ajax und 4 Zerstörern und den 4 mit Minenräumgerät „Paravane" ausgerüsteten Zerstörern Hotspur, Hero, Havock und Hasty aus Alexandria. Der Verband geleitet den Transporter Breconshire (9776 BRT) auf dem 1. Teilstück seiner Fahrt nach Malta. — 20.4.: Am Abend Marsch der Schlachtschiffe mit dem Leichten Kreuzer Gloucester und den 4 Minenräumzerstörern nach Tripolis, das in der Nacht zum 21.4. heftig beschossen wird. Das Unterseeboot Truant (LtCdr. . Haggard) dient als „Ansteuerungspunkt" und „Lotse". Im Hafen werden 6 Frachter und das Torpedoboot Partenope getroffen und Öllager in Brand geschossen. Auf dem Rückmarsch wird Valiant durch eine Minendetonation leicht beschädigt. — 21.4.: Transporter British Lord (6098 BRT) südwestl. Kreta durch Luftangriff beschädigt. — 23.4.: Einlaufen des Geschwaders in Alexandria.

18.– 24.4.1941
Westatlantik / Karibisches Meer
Aufstellung einer »Carribean Patrol« mit den amerik. Zerstörern Barney und Blakely (Patron 51) und dem Tender Lapwing. Am 18.4. wird die Grenze der »Western Hemisphere« bis zum 30° westl.Länge erweitert, und am 24.4. dehnt die US-Navy den Operationsbereich der Neutralitäts-Patrouille im Atlantik bis auf 26° westl.Länge und 20° südl.Breite aus.

19.4.1941
Norwegen
Das wegen des Abzugs aller anderen alliierten Unterseeboote in die Blockade von Brest allein operierende frei-franz. U-Boot Minerve (Oblt. Sonneville) greift vor Stavanger einen Konvoi an und wird anschließend mit Wasserbomben belegt.

19./20.4.1941
Luftkrieg England
712 deutsche Bomber werfen 1026 t Spreng- und 153 t Brandbomben auf London.

19.– 24.4.1941
Mittelmeer
Die ital. 7. Kreuzer-Division (DivAdm. Casardi) mit den Kreuzern Eugenio di Savoia, Duca d’Aosta, Montecuccoli, Attendolo und den Zerstörern Pigafetta, Zeno, Da Mosto, Da Verazzano, Da Recco und Pessagno legt östlich Kap Bon den ersten Teil der Sperren S.11, S.12 und S.13 (321 Minen, 492 Sprengbojen). Der zweite Teil wird am 23./24.4. mit 740 Minen vor Kap Bon gelegt.

.

9. Die alten griechischen Schlachtschiffe 
Kilki und Lemnos im Hafen von Piräus versenkt. 

.

20.– 24.4.1941
Luftkrieg Griechenland
Bei Angriffen der Luftflotte 4 auf Schiffsziele in griech. Gewässern werden am 20.4. der Zerstörer Psara bei Megara versenkt und der neue Zerstörer Vasilefs Georgios I. beschädigt. Am 22.4. werden die Zerstörer Hydra und Leon und das Torpedoboot Thyella in Piräus versenkt, ebenso wie am 23.4. die alten griech. Schlachtschiffe Kilkis und Lemnos. Darüber hinaus werden die Torpedoboote Kios, Alkioni, Doris und Aigli, 3 Minenleger, 1 Vermessungsschiff und im Zeitraum vom 16. bis 29.4. insgesamt 70 Handelsschiffe mit zusammen mehr als 100.000 BRT versenkt.

20.– 30.4.1941
Mittelmeer
Ab 20.4. operieren vor Alexandrien die ital. U-Boote Nereide und Turchese. Ab 24.4. operieren vor der Cyrenaika-Küste die ital. U-Boote Settembrini, Fisalia und Ondina.

21.– 24.4.1941
Luftkrieg England
Schwere Luftangriffe auf Plymouth-Devonport. 354 dt. Flugzeuge werfen in 3 aufeinanderfolgenden Nächten insgesamt 403 t Spreng- und 92 t Brandbomben. Das Zerstörer-Depotschiff Maidstone (688 BRT) wird durch einen Bombentreffer im Maschinenraum beschädigt.

21.– 28.4.1941
Mittelmeer
Der brit. Kreuzer Dido, der Minenleger Abdiel und die 5. Zerstörerflottille mit Kelly, Kipling, Kelvin, Jackal und Jersey verlegen von Plymouth nach Gibraltar. Dort stößt Kashmir als weitere Einheit zur 5. Z-Flottille. Danach läuft der zur Verstärkung der Mittelmeer-Flotte vorgesehene Verband als Entsatz für die 14. Z-Flottille (Capt. Mack) nach Malta, wo er am 28.4. eintrifft. Der Kreuzer Gloucester erreicht Malta am 24.4. von Osten her zur weiteren Verstärkung der Force K. Nachdem die Schiffe entladen sind, laufen Abdiel, Dido die Zerstörer Janus, Jervis, Nubian und der leere Transporter Breconshire am Abend des 28.4. nach Alexandria aus. Die beiderseits Malta aufgestellten ital. U-Boote Mameli, Manara, Settimo und Santarosa kommen nicht zu Angriffen.

21.– 30.4.1941
Mittelatlantik
Das südwärts marschierende U 107 (Kptlt. Heßler) versenkt am 21.4. nördlich der Kapverden die brit. Calchas (10.305 BRT) und am 30.4. südwestlich der Kapverden die brit. Lassell (7417 BRT). Das ebenfalls nach Süden marschierende U 103 (Kptlt. Schütze) versenkt am 25.4. nördl. der Kapverden die norw. Polyana (2267 BRT). 

21.– 24.4.1941
Mittelmeer
Nachschubgeleit für das deutsche Afrika-Korps von Neapel und Palermo nach Tripolis (dt. Frachter Arcturus, Castellon, Leverkusen und it. Transporter Giulia mit Nahsicherung durch die Zerstörer Folgore, Saetta, Strale und Turbine, und Fernsicherung durch die 4. Div. mit den Leichten Kreuzer Giovanni delle Bande Nere und Luigi Cadorna und den Zerstörern Scirocco und Maestrale). Nach Erfassen des Geleitzuges durch die brit. Luftaufklärung wird von Malta aus die 14. Zerstörerflottille (Capt. Mack) mit Jervis, Janus, Juno und Jaguar auf den Geleitzug angesetzt, der bereits Kerkennah passiert hat. Sie trifft in der Nacht 23./24.4. südlich von Lampedusa auf das von Tripolis zurücklaufende bewaffnete Motorschiff Egeo (3311 BRT), das nach heftigem Gefecht durch Torpedos der Juno versenkt wird. Der Geleitzug erreicht Tripolis am 24.4. ohne Verluste.

.
.

10. Aufklärungszentrale Bletchley Park mit der Baracke 3 im Vordergrund

21.4.– 10.5.1941
Funkaufklärung
Der brit. Aufklärung in Bletchley Park gelingt es, anhand des bei den Lofoten (am 3./4.3.) erbeuteten Materials für 9 Tage im April im dt. Funkverkehr den Tagesschlüssel »Heimische Gewässer« zu brechen.

22.4.1941
Nordnorwegen
Im Porsangerfjord explodiert der mit dt. Munitionsnachschub beladene norw. Frachters Blenheim (1807 BRT) und sinkt. Dabei sterben 138 dt. Soldaten.

22.– 24.4.1941
Ostsee
Der dt. Frachter Obra (ex-dän. Jylland, 551 BRT) sinkt am 22.4. durch Minentreffer (brit. Luftmine oder dt. Sperre?) vor Greifswald. Durch Luftminentreffer sinkt am 24.4. der dt. Frachter Lavinia (968 BRT) bei Feuerschiff Kiel (später geborgen).

23.4.1941
Atlantik / Kanal / Nordsee
Hilfskreuzer Schiff 10/ Thor (Kpt.z.S. Kähler) erreicht nach 322 Tagen Kaperfahrt die Biskaya, marschiert unter Geleitschutz der 5. Zerstörerflottille (Kpt.z.S. Berger) mit Erich Steinbrinck, Bruno Heinemann und Friedrich Ihn bis Cherbourg, ab 27.4. getarnt als Sperrbrecher und unter Sicherung der 1. M-Flottille mit 5 M-Booten und 7 R-Booten durch den Ärmelkanal nach Hoek van Holland, und läuft am 30.4. in Hamburg ein. Gesamterfolge: 11 Handelsschiffe und l Hilfskreuzer mit zusammen 96.547 BRT, 2 weitere große Hilfskreuzer beschädigt.

23.4.1941
Ostsee

Der schwere Kreuzer Prinz Eugen wird beim Verlegungsmarsch nach Kiel im Fehmarnbelt durch die Detonation einer Luftmine leicht beschädigt. Die Reparaturen an der Wellenanlage und den Feuerleitgeräten dauern bis zum 11. Mai und führen zu einer Verzögerung der Operation »Rheinübung«(18.-27.05.41)

23.4.1941
Mittelmeer / Griechenland
Vor Nauplia gehen die brit. Munitionsfrachter Cavallo (2269 BRT) und Santa Clara Valley (4665 BRT) durch Luftangriffe verloren.

24.4.1941
Mittelmeer
Das ital. Torpedoboot Simone Schiaffino geht auf einem ital. Minenfeld bei Kap Bon verloren.

24./25.4.1941
Luftkrieg Deutschland
RAF-Bomber Command greift Kiel und Wilhelmshaven an.

24.– 28.4.1941
Mittelmeer
Operation »Dunlop«: Die brit. Force H (VAdm. Somerville) mit dem Schlachtkreuzer Renown, dem Träger Ark Royal, den Kreuzern Fiji und Sheffield und der 8. Z-Flottille mit Faulknor, Fearless, Fury, Fortune und Foresight läuft ins westliche Mittelmeer, um 20 Hurricane-Jäger (die mit dem Träger Argus nach Gibraltar kamen) und 3 Fulmar-Kampfflugzeuge von der Ark Royal nach Malta zu starten. Wegen schlechten Wetters kann der Start erst am 27.4. erfolgen.

24.– 29.4.1941
Nordsee
He 115 der 3./K.Fl.Gr.506 versenken am 26.4. vor Sunderland das brit. Katapultschiff Patia (5355 BRT). Bei weiteren Luftangriffen deutscher Flugzeuge, dabei auch Ju 88 der 1./K.Fl.Gr.506, werden östlich von Dundee am 24. und 28.4. die brit. Bolius (5507 BRT) und Marie Dawn (2157 BRT) und am 28.4. vor Great Yarmouth die brit. Empire Strait (2324 BRT) beschädigt. Beim Angriff auf einen Konvoi mit Kohlenfrachtern vor der Tynemündung am 29.4. werden die brit. Kalua (722 BRT) versenkt, die brit. Corglen (2822 BRT) und die norw. Askeladden (2498 BRT) schwer beschädigt.

24.– 30.4.1941
Mittelmeer
Operation »Demon«: Nach Durchbruch dt. Truppen durch die brit. Sperrstellung bei den Thermopylen beginnt die Räumung Griechenlands durch die britische Armee und Evakuierung durch die brit. Flotte. Insgesamt werden 50.672 Mann eingeschifft und nach Kreta bzw. Ägypten überführt. Die Evakuierung wird durchgeführt von Vizeadmiral Pridham-Wippell mit den Leichten Kreuzern Orion, Ajax, Phoebe, Calcutta, Carlisle, Coventry, den Zerstörern Stuart, Voyager, Vendetta, Waterhen, Vampire, Wryneck, Diamond, Decoy, Defender, Griffin, Hasty, Havock, Hero, Hotspur, Hereward, Isis, Nubian, Kandahar, Kingston, Kimberley, den Sloops Grimsby, Flamingo, Auckland, den Korvetten Hyacinth und Salvia, den Landungsschiffen Glenearn und Glengyle, 19 Transportern und zahlreichen kleineren Fahrzeugen. Die brit. Heeres verbände werden bei Raftina, Raftis (Attika), Nauplia, Monemvasia und Kalamata (Peleponnes) vom offenen Strand aus eingeschifft.

Die Evakuierung beginnt in der Nacht vom 24./25.4. von Raftis, Megara and Nauplia aus. Flakkreuzer Calcutta, Korvette Salvia und Landungsschiff Glengyle übernehmen 5400 Menschen und bringen sie zur Suda Bucht (Kreta). Transporter Thurland Castle bringt 3500 Mann Truppen und 100 Krankenschwestern und von Megara zur Suda Bucht. Kreuzer Phoebe, Zerstörer Stuart und Voyager, Korvette Hyacinth, Landungsschiff Glenearn und Transporter Ulster Prince verlegen nach Nauplia. Glenearn wird von einer Ju-87 angegriffen und beschädigt, doch kann 5100 Menschen ausschiffen. Ulster Prince läuft auf Grund und wird am nächsten Tag bombardiert. ZerstörerVoyager schifft ein paar Duzend Krankenschwestern aus.
Am 25.4. werden von Megara April 5000 Menschen auf den Transportern Pennland and Thurland Castle, unter Deckung des Flakkreuzers Coventry und 5 Zerstörer ausgeschifft. Unterwegs wird Pennland zweimal von Bombern angegriffen und schließlich versenkt. Zerstörer Griffin übernimmt die Besatzung und bringt sie zur Suda Bucht. Drei weitere Zerstörer übernehmen von der Pennland 6000 Flüchtlinge.
Zum Höhepunkt kommt es in der Nacht vom 26./27.4., in der 27.000 Soldaten auf ihren Abtransport warten. Landungsschiff Glengyle läuft mit 3 Zerstörern nach Rafina und Transporter Salween mit 2 Zerstörern nach Raftis. Die Transporter Slamat, Khedive und Landungsschiff Glenearn laufen mit Kreuzer Calcutta und 3 Zerstörern nach Nauplia, Transporter Dilwara, City of London und Costa Rica, begleitet von Kreuzer Phoebe und 4 Zerstörern nach Kalamata. 8200 Flüchtlinge sollen von Rafina und Raftis, 4500 von Nauplia, 9800 von Kalamata abgeholt werden, insgesamt fast 22.000 Menschen.
Unterwegs wird Glenearn von Fliegerbomben getroffen und vom Zerstörer Griffin nach Kreta abgeschleppt. Dieses Ereignis reduziert die Anzahl der Truppen, die abtransportiert werden können, so dass mehrere Tausend Mann am Strand zurück gelassen werden müssen. Die ausfallende Glenearn kann nur noch einige ihrer Landungsboote an den Strand von Nauplia entsenden. Die Schiffe im Golf von Nauplia verlassen unter dem Ansturm von Soldaten den Strand zu spät und geraten so in den Angriff deutscher Ju-87 Sturzkampfbomber. Die Slamat wird, voll besetzt mit Soldaten, bombardiert, mit MG-Feuer angegriffen, und gerät in Brand. Die Zerstörer Diamond und Wryneck kommen der Slamat zu Hilfe und nehmen alle Überlebenden an Bord. Einige Zeit später werden auch Diamond und Wryneck angegriffen und versenkt. Von über 1000 Menschen auf 3 Schiffen werden am Ende nur 1 Offizier und 49 Mann gerettet.
Auch der Phoebe-Konvoi von Kalamata wird angegriffen. Transporter Costa Rica mit 2400 Mann Truppen an Bord kann nach einem Bombenangriff nicht mehr weiterfahren und alarmiert die Zerstörer Defender, Hereward und Hero, die alle Mann übernehmen; anschließend sinkt die Costa Rica.
Der letzte Teil der Evakuierung findet bei Monemvasia statt, wo der Kreuzer Ajax 4300 Mann an Bord nimmt, und auf der Insel Kithera, wo 3 Korvetten 1000 Soldaten abholen. In der Nacht zum 30.4. bringen die Zerstörer Hotspur und Havock weitere 700 Mann britischer und palestinesischer Truppen von der Insel Melos in Sicherheit.

Durch Bomben des dt. VIII. Flieger-Korps werden die Zerstörer Diamond und Wryneck, die Transporter Pennland (16.381 BRT), Slamat (11.636 BRT), Costa Rica (8672 BRT) und Ulster Prince (3791 BRT) und als eines der kleinsten eingesetzten Fahrzeuge die brit. Marineyacht Calanthe (370 BRT) versenkt. Die zwischen Kreta und Ägypten aufgestellten ital. U-Boote Settembrini, Fisalia, Ondina, Nereide und Turchese erzielen keine Erfolge.

25.4.1941
Portugal
Der US Coast Guard Kutter Ingham löst sein Schwesterschiff Campbell als Bereitschaftsschiff in Lissabon ab.

25.4.1941
Nordatlantik
Eine Fw 200 beschädigt südl. von Island den in Ballast fahrenden norw. Tanker Polarsol (10.022 BRT).

25.– 28.4.1941
Indischer Ozean
Hilfskreuzer Schiff 33 / Pinguin (Kpt.z.S. Krüder) versenkt mit Unterstützung des Hilfsschiffs Adjutant und Einsatz seines Bordflugzeugs nordöstlich der Seychellen die brit. Frachter Empire Light (6828 BRT) und Clan Buchanan (7266 BRT).

25.4.– 1.5.1941
Mittelmeer
Nordafrika-Geleitzug mit den dt. Schiffen Marburg, Kybfels, Reichenfels und den it. Birmania und Rialto, Nahsicherung durch die Zerstörer Fulmine und Euro und die Torpedoboote Orione, Castore und Procione und Fernsicherung durch die 3. und 7. Div. mit den Schweren Kreuzern Trieste und Bolzano), dem Leichten Kreuzer Eugenio di Savoia und den Zerstörer Ascari, Carabiniere und Gioberti wird wegen des Angriffs der 14. Z-Flottille umgelenkt und läuft am 25.4. von Palermo und Messina nach Tripolis aus, wo er nach weiterem Umlenken erst am 1.5. einläuft.

Bei Kerkennah versenkt das brit. Unterseeboot Upholder (LtCdr. . Wanklyn) am 25.4. den it. Frachter Antonietta Lauro (5428 BRT). Das brit. Unterseeboot Usk (Lt. Darling) und der franz. Frachter SNA 7 (2679 BRT) gehen am 27.4. vermutlich auf der ital. Minensperre bei Kap Bon verloren.

.

11. U-Boot bei der Brennstoffversorgung im Atlantik

.

28.4.– 2.5.1941
Nordatlantik
Am 28.4. sichtet U 123 (Kptlt. Moehle) den Konvoi HX.121, auf den die 5 Boote des Island-Vorpostenstreifens (siehe 7.-24.4.) U 65, U 95, U 123, U 552 und U 96 angesetzt werden. Als U 123 abgedrängt wird, übernimmt U 96 (Kptlt. Lehmann-Willenbrock) die Fühlung und führt am Abend U 552 (Kptlt. Topp) heran, das den brit. Tanker Capulet (8190 BRT) torpediert, dessen Wrack am 2.5. von U 201 (Oblt.z.S. Schnee) versenkt wird. U 96 versenkt 2 Tanker, die brit. Oilfield (8516 BRT) und die norw. Caledonia (9892 BRT), sowie die brit. Port Hardy (8897 BRT). U 65 (Kptlt. Hoppe) kommt am Abend heran, wird aber durch den Zerstörer Douglas (Cdr. Banks) versenkt. Die am 29. und 30.4. mit den restlichen 4 Booten gebildeten Vp.-Streifen werden vom Konvoi umgangen, den auch die Luftaufklärung nicht findet.

Die weiteren U-Booterfolge in diesem Monat: U 110 (Kptlt. Lemp) versenkt am 26.4. die brit. Henri Mory (2564 BRT), U 147 (Kptlt. Wetjen) am 27.4. die norw. Rimfakse (1334 BRT), U 552 (Kptlt. Topp) am 27.4. den brit. Bewacher Commander Horton (227 BRT) und die brit. Beacon Grange (10.160 BRT), U 75 (Kptlt. Ringelmann) am 29.4. die brit. City of Nagpur (10.146 BRT).

26.4.– 12.5.1941
Westatlantik
Eine Trägerkampfgruppe mit dem Flugzeugträger Wasp, dem Schweren Kreuzer Quincy und den Zerstörern Livermore und Kearny läuft von Hampton Roads zur Neutralitätspatrouille aus und anschließend nach Bermuda ein. 

27.4.1941
Allgemeine Lage / Indonesien
Abschluß einer brit.-austral.-niederl. Planungskonferenz in Singapore zum Aufbau einer Verteidigung des malayisch- indonesischen Raumes unter Teilnahme amerikanischer Beobachter.

27.4.1941
Mittelmeer / Ägäis
Die von Izmir nach Suda laufende Scottish Prince (4917 BRT) wird westl. von Paros durch Luftangriff beschädigt.

28.4.– 2.5.1941
Mittelmeer
Der brit. Frachter Parracombe (4702 BRT) läuft als Einzelfahrer von Gibraltar nach Malta. Neben dringend benötigten Versorgungsgütern transportiert er 21 Hurricane-Jäger. Der Frachter bleibt in Küstengewässern und meidet Begegnungen mit Schiffen der Achsenmächte, läuft aber am 2.5. vor Kap Bon auf eine Mine und sinkt. Die Überlebenden werden in Frankreich interniert.

29.4.1941
Nordsee
Minenunternehmung der 3. S-Flottille (Kptlt. Kemnade) vor Hammond Knoll (24 Minen) bleibt ohne Erfolg. Bei einem Vorstoß der l. S-Fl. (Kptlt. Birnbacher) mit S 26, S 27, S 29, S 39, S 40 und S 55 ins Seegebiet nordwestl. Cromer versenken S 26 (Oblt.z.S. Fimmen) und S 29 (Oblt.z.S. v. Mirbach) aus dem Konvoi EC.13 die brit. Ambrose Fleming (1555 BRT).

30.4.1941
Allgemeine Lage / Griechenland
Abschluß der Besetzung des griech. Festlandes einschließlich des Peloponnes durch dt. Truppen.

30.4.1941
Rotes Meer
Das indische Marinehilfsschiff Parvati (1548 BRT) sinkt nördl. der Straße von Perim durch Minentreffer.

30.4.– 1.5.1941
Mittelmeer
Nachschubgeleitzug von Palermo nach Tripolis mit den Schiffen Brook, Tilly M. Russ, Bainsizza, San Andrea und dem Schlepper Max Behrendt sowie Sicherung durch die Torpedoboote Clio, Cosenz, Montanari und (später) Cetauro und Polluce, wird mehrfach von Flugzeugen angegriffen. Diese erzielen keine Treffer, aber der dt. Dampfer Tilly Russ und die Polluce werden für kurze Zeit bei Sliten aufgesetzt, dann aber vom Schlepper Salvatore freigeschleppt und erreichen Tripolis. Ein zur selben Zeit laufendes Rückgeleit von Tripolis nach Messina mit den dt. Frachtern Arcturus, Castellon, Wachtfels, Leverkusen und dem ital. Transporter Giulia, gesichert von den it. Zerstörern Folgore, Saetta, Strale und Turbine, verliert durch Angriffe des brit. U-Bootes Upholder (LtCdr. . Wanklyn) am 1.5.  Arcturus (2576 BRT) und Leverkusen (7382 BRT).

30.4.– 30.5.1941
USA / Großbritannien
Lend-Lease-Abkommen (1): Zehn US Coast Guard Kutter der Lake-Klasse werden an die brit. Marine übergeben. Die Schiffe werden in der Royal Navy als Sloops (Marine-U-Bootsjäger) klassifiziert und gleichzeitig umbenannt: am 30.4. Pontchartrain zu Hartland, Tahoe zu Fishguard, Mendota zu Culver und Itasca zu Gorleston. Am 2.5. folgt Lulworth (ex Chelan), am 12.5. folgen Sennen (ex Champlain), Walney (ex Sebago) und Totland (ex Cayuga), am 20.5. Landguard (ex Shoshone) und am 30.5. schließlich Banff (ex Saranac).

***