U-Bootversorger

Requirierte Frachter mit zusätzlichem Ölladetank zur Versorgung von U-Booten in See 
mit Betriebsstoffen, Munition, Verbrauchstoffen, Ersatzteilen und Proviant.

Die Versorgung fand allerdings nicht von Anfang an durch spezielle Zubringer statt,
sondern wurde von Begleittankern übernommen (Egerland, Belchen).

Die reinen U-Bootversorger (Tarnbezeichnung: Z-Schiffe) unterstanden dem TSV Nord
und einsatzmäßig der Seekriegsleitung (Skl. Qu.AIII).

 Kota
 Pinang
Am 12.6.41 wurde die Umrüstung der ehem. niederländischen Kota Pinang als U-Bootversorger und Zubringerschiff für Dakar, wo nach Einwilligung der französischen Regierung deutsche U-Boote versorgt werden sollten, begonnen.
Am 29.9.41 lief die Kota Pinang als Sperrbrecher getarnt von Le Verdon aus. Der Versorger lief im Geleit von U 129, das ggf. feindliche Kriegsschiffe angreifen sollte. Wie fast allen Z-Schiffen war ihr kein Erfolg beschieden. Am 3.10. wurde der Versorger plötzlich aus einer Regenfront heraus von dem brit. Kreuzer Kenya überrascht. Es gelang nicht, den Kreuzer auf das in Backbord-Staffel stehende U-Boot zu ziehen. Der Kreuzer eröffnete das Artilleriefeuer und versenkte das brennende Schiff mit Toropedo. Die Besatzung der Kota Pinang wurde später von U 129 aufgenommen und nach Spanien verbracht.

 
 Python
Am 6.11.41 verließ die Python Westfrankreich. Sie wurde von U 124 und U 129 begleitet. Das Schiff führte folgende Versorgungen durch:
 
20.11.41 SW Kapverden  U 124, U 129  Ölübernahme
24.11.41 04°20s 22°10w  U 126  Übernahme von
 305 Schiffbrüchigen
 des HSK Atlantis
30.11.41 27°53s 03°55w  U 68  Proviant, Torpedos
01.12.41 27°53s 03°55w  UA  Proviant, Öl
 
Bei der letzten Versorgung kam plötzlich der brit. Kreuzer Devonshire in Sicht, der aber erst auf den Versorger aufmerksam wurde, als dieser Fahrt aufnahm und dabei eine große Qualmwolke ausstieß. UA kam zum Schuß auf den Kreuzer, jedoch ohne Erfolg. Der Versorger wurde versenkt, Besatzung und Schiffbrüchige der Atlantis wurden von UA und U 68 aufgenommen. Später beteiligten sich an der Rettungsaktion weitere deutsche und italienische U-Boote (s. Chronik des Seekrieges)


Nach den ersten Verlusten fiel die Entscheidung, vorläufig vom Einsatz weiterer Z-Schiffe abzusehen. Damit fand die Versorgung von U-Booten aus Überwasserschiffen zur See vorläufig ihren Abschluß. Die fertigen Z-Schiffe Albireo und Aldabi wurden als Wuri und Wolta der U-Bootausbildung in der Ostsee als Ziel- und Begleitschiffe zur Verfügung gestellt.

Der Umbau von Kertosono, Altair, Bullaren und Nordvart  zu U-Bootversorgern ging langsam weiter. Sie lagen zunächst vor Norwegen in Buchten versteckt und gaben Treibstoff etc. an U-Boote ab, waren aber kaum noch in Fahrt. Mit zunehmendem Schiffsmangel wurden diese Schiffe abgezogen und für andere Aufgaben eingesetzt
  

Die Versorgung der U-Boote wurde nunmehr von 
Versorgern der spanischen Etappe
,
sowie von eigens entwickelten U-Versorgern ("Milchkühe"), 
und 1943/1944 im Indischen Ozean bei der Gruppe "Monsun" von dem Versorger der japanischen Etappe Charlotte Schliemann, danach dem Begleittanker Brake
und schließlich von den Etappenversorgern Bogota und Quito übernommen.
 

  21.-26.6.43 Indischer Ozean  Charlotte Schliemann U 177, U 178,
U 181, U 195,
U 196, U 197,
U 198
Diesel, Schmieröl,
Proviant, Munition
  Jan 1944 Indischer Ozean  Charlotte Schliemann U 168, U 177,
U 188, U 532,
UIT 24, UIT 25
Diesel, Schmieröl,
Proviant, Munition
  27.1.44 Indischer Ozean  Charlotte Schliemann U 178; U 510 Diesel, Schmieröl,
Proviant, Munition
  20.-25.9.43 Indischer Ozean  Brake U 168, U 183,
U 188; U 532,
U 533
Diesel, Schmieröl,
Proviant, Munition
  12.3.44 Indischer Ozean  Brake U 168, U 188,
U 532
Diesel, Schmieröl,
Proviant, Munition

Dieter Jung / Martin Maass / Berndt Wenzel:
 Tanker und Versorger der deutschen Flotte. Motorbuch: Stuttgart 1981