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Ausstellung


„Aufbrüche – Abbrüche. 250 Jahre Friedrich Hölderlin“

12. Oktober 2020 bis 10. Januar 2021

Öffnungszeiten: Mo-Fr 9:30 bis 19:30 Uhr ; Sa-So 11:00 bis 17:00 Uhr

Begleitprogramm

>> Link zur Anmeldung

Bitte beachten Sie, dass die Maske während des Ausstellungsbesuchs getragen werden muss, es sei denn, es liegt eine ärztliche Freistellung vor.

 

Bildunterschriften:

  1. Hölderlins "Andenken" mit seinem Schattenriss
  2. Reisepass Hölderlins von Bordeaux nach Straßburg, 9. Mai 1802, Cod.poet.et.phil.fol.63,V,b,5,1v
  3. Susette Gontard, Büste auf Sockel, Gipsabguss nach der Vorlage von Landolin Ohmacht


Friedrich Hölderlin findet im Jahr seines 250. Geburtstages viel Aufmerksamkeit, darunter in Ausstellungen in Lauffen, Marbach, Stuttgart und Tübingen. Die württembergische Residenzstadt Stuttgart war für Hölderlin gerade in seinen mittleren Jahren ein wichtiger Ort. Im Hölderlin-Archiv der Landesbibliothek liegen heute vier Fünftel seiner handschriftlichen Zeugnisse. Zur Wiederentdeckung Hölderlins Anfang des 20. Jahrhunderts spielt die Landesbibliothek deshalb eine entscheidende Rolle. Seit fast achtzig Jahren sammelt das Hölderlin-Archiv hier nahezu alles zu seinem Werk und seiner international außerordentlich fruchtbaren Wirkungsgeschichte und stellt dies der Forschung und der interessierten Öffentlichkeit zur Verfügung. Aus dieser Konstellation wurde die Idee entwickelt, die Jahre um 1800 zum Thema einer Ausstellung zu machen, welche Friedrich Hölderlin in dem bewegtesten Abschnitt seines exzentrischen Lebens zeigt. Dazu gehört auch seine Beziehung zu Susette Gontard, deren Briefe zur Ausstellung erstmals als Digitalisate präsentiert werden. Ein weiterer wichtiger Wendepunkt in Hölderlins mittleren Jahren bildet die Frankreichreise und der Bordeauxaufenthalt.

 

Bildunterschriften:

  1. Hölderlins "Der Gang aufs Land", Cod.poet.et.phil.fol 63, I, 9,1
  2. Norbert von Hellingrath, Foto aus dem Nachlass, Cod.hist.qt.626,VII,2,10


Aufbrüche – Abbrüche steht nicht nur für eine Folge von außerordentlichen persönlichen Herausforderungen (Liebe, Beruf, wirtschaftliche Existenz, persönliches Gleichgewicht), sondern auch für die Erprobung neuartigen Schreibens in der Literatur (Antikenrezeption, Utopien, Exzentrik, freie Rhythmen, fragmentarisches Schreiben) und für die spannendsten Jahre, welche die französische und deutsche Geschichte miteinander verbindet (Revolution, Kriege, gesellschaftliche Reformen). Nehmen Sie teil an der spektakulären Produktivität, mit der Friedrich Hölderlin darauf reagiert. Zahlreiche wichtige Gedichte wie „Der Gang aufs Land“, „Stutgard“, „Brod und Wein“ oder „Andenken“ stehen im Zentrum der Ausstellung und werden in ihrer handschriftlichen Überlieferung gezeigt. Interaktive Stationen ermöglichen den Nachvollzug des Schreibprozesses auch mit Hilfe digitaler Aufbereitungen. Multimediale Angebote zeigen unterschiedlichste Versuche, Hölderlin wachzurufen.

Die Ausstellung wird die erforderlichen Hintergründe anschaulich vermitteln, die zu einem besseren Verständnis seiner Werke erforderlich sind. Sie zeigt zugleich die Vielfalt der Lesarten, die seine Werke dabei initiierten. Kaum ein Schriftsteller hat eine so vielfältige, aber auch so widersprüchliche Rezeption erfahren. Wir erfahren, wie zeitabhängig die frühere Rezeption und Hölderlinverehrung erscheinen, sei es in der künstlerischen Rezeption, in den Arbeiten der Wissenschaften oder in den Feierlichkeiten zu seinen Jahrestagen.

Viele Aspekte greifen wir in einem attraktiven Begleitprogramm auf. Es erscheint ein illustrierter Begleitband zur Vertiefung, der für 20 Euro an der Empfangstheke erworben werden kann. Das Bezahlen erfolgt zuvor über die Shop-Funktion des Kassenautomaten. Ebenso werden dort zwei CDs zur Ausstellung angeboten: HOELDER. Hymnen an die Unsterblichkeit (15 Euro) sowie Hölderlin. Gedichte, gelesen von Bruno Ganz (10 Euro).

Hölderlin ist ein Dichter, der uns eint. Wichtigstes Anliegen der Ausstellung ist, Hölderlin ein stückweit lesbar zu machen, zur eigenen Auseinandersetzung mit Hölderlintexten zu ermutigen. Sie sind zu dieser persönlichen Begegnung herzlich eingeladen. Hölderlin zu lesen, ist schließlich der schönste Beitrag zu seinem Geburtstag!


Kontakt

Ansprechpartner:
Dr. Jörg Ennen
Tel.: 0711/212-4463


 


Letzte Änderung: 19.10.2020   © 2020 WLB
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