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Digitalisierungswerkstatt

Ziele

Wolfenbüttler Buchspiegel
Wolfenbüttler Buchspiegel

Mit dem Aufbau einer eigenen "Digitalen Bibliothek" hat die Württembergische Landesbibliothek es sich zum Ziel gesetzt, wertvolle Hand- und Druckschriftenbestände, sowie seltene Materialien mit regionalem Bezug ressourcenschonend einer weltweiten Nutzung zur Verfügung zu stellen. Digitalisierung und Präsentation erfolgen nach den derzeit gültigen Standards, wie sie auch in der jeweils aktuellen Fassung der DFG-Praxisregeln Digitalisierung beschrieben werden.

Der komplexe bibliothekarische Geschäftsgang wird durch eine Workflowsoftware unterstützt und gesteuert. Die WLB setzt dazu die in freier Open Source Lizensierung entwickelte Anwendung Goobi ein. Diese Workflowsoftware verbindet und automatisiert bibliothekarische und technische Abläufe, ausgehend von einem im SWB vorhanden Katalogeintrag, über die Erzeugung der Aufnahmen in unserer eigenen Digitalisierungswerkstatt, bis zur Aufbereitung und Bereitstellung der Internetpräsentation.

Technik

Grazer Buchtisch
Grazer Buchtisch

Die eigentliche fotografische Bearbeitung, die Digitalisierung, erfolgt, soweit es die technische Ausstattung zulässt, in der eigenen Digitalisierungswerkstatt. Um einen möglichst schonenden Umgang mit den teils sehr wertvollen und empfindlichen Materialien zu gewährleisten, werden in enger Kooperation mit unserer Diplom-Restauratorin verschiedene Techniken eingesetzt. So verfügt die WLB sowohl über einen "Grazer Buchtisch" zur berührungslosen Aufnahme speziell von Handschriften als auch über einen "Wolfenbüttler Buchspiegel", der durch die Verwendung eines Glasprismas mit einem Buchöffnungswinkel von nur 45 ° auskommt, ein entscheidender konservatorischer Vorteil bei enggebundenen Bänden. Komplettiert und ergänzt wird diese stationäre Ausstattung durch ein Anagramm "Cam Cradle", mit dem berührungslose Aufnahmen von Handschriften und Druckwerken gegebenfalls auch mobil möglich sind. Fototechnisch ist die Werkstatt ausgerüstet mit  einem Zeilenscanner Zeutschel Omniscan 10000TT, einer professionellen Hasselblad 4HD-50, einer digitalen Spiegelreflexkamera CANON EOS 1DS Mark III und einer ebenfalls digitalen Spiegelreflexkamera Nikon D3.  Abgerundet wird die Ausstattung durch einen Großformatscanner (A1) mit Zeilenkamera der französischen Firma I2s.

Qualitätskontrolle

Cam Cradle
Cam Cradle

Nach der Digitalisierung werden die Bilddaten falls erforderlich mittels professioneller Bildbearbeitungssoftware so nachbearbeitet, dass Farb-, Helligkeits-, Kontrast- und Schärfegrad  dem Original möglichst nahekommen. Die getrennt aufgenommenen Recto- und Verso-Seiten werden maschinell ineinander sortiert und als Master-Daten im Tiff-Format für die spätere Nachnutzung einerseits und die Langzeitarchivierung andererseits abgespeichert. Für die Webpräsentation werden Bilddateien im jpeg-Format generiert.

Zur Kontrolle von Vollständigkeit und Qualität der Digitalisate werden die Bilddaten des gesamten Werks am Bildschirm durchgeblättert und überprüft. Fehlende oder den Qualitätsansprüchen nicht genügende Seiten werden über die Workflowsteuerung reklamiert und zur Nachbearbeitung an die Digitalisierungswerkstatt zurückgesandt.

Das Digitalisat wird mit seinen bibliographischen Metadaten verknüpft und die Buchstruktur abgebildet. Beides geschieht mit Hilfe des Workflow-Programms Goobi, welches auch hier wieder die Arbeitsschritte des Produktionsprozess durch automatisierte Abläufe unterstützt. Während die Erfassung der Seitenzählung (Paginierung) zwingend erforderlich ist für die spätere Nutzung, stellt die Eingabe der Meta-Strukturdaten (Inhaltsverzeichnis, Kapitel- und Unterkapiteleinträge, Abbildungen usw.) ein mit erheblichem Aufwand verbundenes Komfortmerkmal dar und erzeugt so den wissenschaftlichen Mehrwert.

Am Ende dieses Prozesses entsteht eine XML-Datei. Die XML-Datei enthält neben den Bilddaten auch die für die Navigation im abgebildeten Dokument erforderlichen Strukturdaten, d.h. die  Abfolge der Seiten sowie die Verknüpfung des manuell erstellten Inhaltsverzeichnisses mit den einzelnen Images.

Jedes Werk wird mit einer Adressierung in Form einer persistenten URL (PURL) und eines Uniform Ressource Name (URN) versehen, wodurch auch jede Einzelseite eindeutig und dauerhaft referenzier- und damit wissenschaftlich zitierbar wird. Die Metadaten können per OAI-Schnittstelle abgerufen werden und enthalten alle zur Nutzung durch den DFG-Viewer notwendigen Angaben.

Präsentation und Benutzung

I2s-Großformatscanner

Über die Internetpräsenz der WLB hat jeder Besucher weltweit freien Zugriff auf die Bestände unserer Digitalen Sammlungen. Zugriff bedeutet hierbei die freie Betrachtung einzelner Abbildungen, ganzer Bände und Objekte, geordnet nach den Sondersammlungen, denen die Originalwerke entstammen.

Betrachtung und Navigation innerhalb der Bildschirmpräsentation eines Werkes erfolgen über den DFG-Viewer, einen standardisierten Browser-Webdienst zur Anzeige von Digitalisaten verschiedener Bibliotheken mit einfacher selbsterklärender Nutzung der unterschiedlichen Leistungsmerkmale (Blättern, Zoomen, Kataloglink).

Die Nachnutzung - auch in hochaufgelöster Qualität - sei es aus privaten oder wissenschaftlichen Gründen ist jederzeit durch die Erteilung eines Reproauftrags möglich. Nähere Informationen zu Angebot und Preisen finden Sie in unserem Produktkatalog.

In der Digitalisierungswerkstatt bieten wir Ihnen ein breites Spektrum für die Reproduktion von Text- und Bildvorlagen aus den Beständen der Bibliothek an.
Ferner ist sie für die laufenden Digitalisierungsprojekte sowie auch für den retrodigitalen Bestandsaufbau in der Württembergischen Landesbibliothek zuständig.


Kontakt

Technische Leitung
Dorothea Reinhold

Wissenschaftliche Leitung
Dr. Christian Herrmann

Digitalisierung
Larissa Arlt, Katrina Finkbeiner, Gabriele Springer
Tel: 0711/212-4443 oder 4404

Fax: 0711/212-4422
Bestellung



Letzte Änderung: 30.11.2011   © 2007 WLB
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