Mittelmeer

Nach dem Eingreifen der Deutschen bei der Offensive in Nordafrika hatte sich Malta zu einem Angelpunkt der britischen Seekriegführung entwickelte. Als sich die Lage der Achsenmächte, vor allem wegen des von Malta aus blockierten Nachschubs für die Afrikaarmee 1941 zu einer Katastrophe auszuweiten drohte, entsandte die deutsche Kriegsmarine eigene Seestreitkräfte ins Mittelmeer. 

Zeitweise beherrschte die Achse das für den Nachschub wichtige mittlere Mittelmeer. Doch wurde die Einnahme Maltas (Unternehmen Herkules) auch 1942 versäumt. Nach Abzug der X. Fliegerdivision an die Ostfront und dem Nachlassen der Bombenangriffe wurde die Insel von den Briten mit äußerster Kraftanstrengung wieder verstärkt.

Zwar täuschten 1942 die gegen die großen britischen Geleitoperationen geführten Schlachten Erfolge der Achsenmächte vor, aber der stockende Afrika-Nachschub besiegelte das Schicksal der Achse im Südraum.
Der Vormarsch des Deutschen Afrikakorps war gestoppt.

Schlußfolgerung:
Auf deutscher Seite wurde die Bedeutung des Mittelmeeres außerhalb der Marine weder politisch noch militärisch erkannt. Es gelang der Staatsführung nicht, die Interessen Spaniens, Italiens und Frankreichs in diesem Raum zu koordinieren, um zu einer gemeinsamen Kampfführung zu kommen. Immer wieder versuchte GA. Raeder, Hitler für eine von ihm konzipierte Mittelmeerstrategie als Alternative zu dem abgesagten Unternehmen Seelöwe und zu den Rußlandplänen zu gewinnen. Letztlich ohne Erfolg. Der Befehlshaber des Afrikakorps, Gen. Rommel selbst erklärte die Wegnahme Maltas im August 1942 für zweitrangig. Damit schnitt er das Afrikakorps vom Nachschub ab und die Einnahme Alexandrias scheiterte.

Literaturempfehlung:
Heinz J. Nowarra: Geleitzugschlachten im Mittelmeer. Friedberg 1978. 159 S.