1943 September

 

 

 

1.9.1943
Zentralpazifik
Erster Flugzeugträger-Vorstoß der neu aufgestellten US »Fast Carrier Task Force«. In der Nacht zum 1.9. greift TF.15 (RAdm. Pownall) mit Yorktown, Essex und Independence die Marcus Insel an. Sicherung durch Schlachtschiff Indiana, die Kreuzer Nashville und Mobile, die Zerstörer La Valette, Stevens, Ringgold, Schroeder, Sigsbee, Thatcher, Harrison, John Rodgers, McKee, Dashiell, Halford und Tanker Guadeloupe. Bei 275 Einsätzen in 6 Angriffen gehen 4 Flugzeuge verloren. Einsatzerfolge: Schäden an Küstenanlagen verursacht, aber nur geringe japan. Verluste.

Landung des 804. US Fallschirmjäger-Bataillons auf Baker Island. Unterstützung durch Task Force TF.11 (RAdm. Lee) mit den Trägern Princeton und Belleau Wood. Mit LSD Ashland erster Einsatz eines Dock-Landungsschiffes.

1.– 5.9.1943
Kanal
Das Minenunternehmen »Leimrute« der 2. (KKpt. Feldt) und 6. S-Flottille (KKpt. Obermaier) am 1.9. in der Straße von Dover bleibt ebenso erfolglos wie die von der dt. 5. T-Flottille (KKpt. Koppenhagen) mit T 19, T 25, T 27, Möwe und Kondor am 3. und 5.9. durchgeführten Minenunternehmungen »Taube« und »Rebhuhn«.

Versenkungen ...  

1. U-Boot Typ IXC vor Lorient mit Sicherungsfahrzeug und Sicherungsflugzeug des Typs Ju 88

  

1.– 7.9.1943
Biskaya
Der Rückzug der brit. Support Groups nach Westen erleichtert den Durchmarsch für dt. U-Boote. Die Rückmarschierer U 382, U 618, U 129, U 262, U 732 und U 600 passieren nahe am Kap Ortegal und weichen den Luftpatrouillen (Operation »Percussion«) sowie der 5th Escort Group (Fregatten Nene und Tweed, Korvetten Calgary, Edmundston und Snowberry) aus. Deckung der Eskort-Gruppe durch die Kreuzer Bermuda und Sheffield, die sich bei der Treibstoffergänzung abwechseln. Von den Booten U 86, U 406 und U 760, die von Westen kommen, wird letzteres in der Nacht zum 7.9. von Wellington ‚C’ der Sq. 179 RAF mit »Leigh Light« angegriffen und so schwer beschädigt, daß es El Ferrol (Spanien) anlaufen muss. Hier wird es am 9.9. interniert.

Die ausmarschierenden Boote der Gruppe »Leuthen«, U 305, U 645, U 260, U 338, U 731, U 386, U 341, U 229, U 758, U 584, U 666, U 641, U402 sowie der U-Tanker für die Boote dieser Gruppe - U 460, passieren die alliierten Patrouillenlinien meistens unbelästigt. U 402 (KKpt. Frhr. v. Forstner) schießt dabei am 7.9. die Wellington "D" der RAF-Sq. 172 ab. U 669 (Oblt.z.S. Köhl), das am 6.9. zu einem Sonderunternehmen (»Kiebitz«) ausläuft, geht in der Biskaya vermutlich auf einer Mine verloren. Die anderen Boote marschieren in ihre Wartegebiete und zur Versorgung.

1.– 9.9.1943
Südwestpazifik
US VII. Amphibious Force (TF.76, RAdm. Barbey) läuft am 1.9. von der Milne Bay aus, um 8000 Mann der austral. 9. Division (die 20. und 26. Brig. am 3./4.9. sowie die 24. Brig. am 5./6.9.) ostwärts Lae (Neu Guinea) abzusetzen. Der Verband besteht aus 39 LST, 20 LCI, 9 LCT, 14 Transportern und 3 anderen Fahrzeugen. Unterstützung der Landung durch US-Zerstörer Conyngham, Flusser, Perkins, Smith, Mahan, Lamson, Mugford, Drayton und Reid. Reid erfasst als »Radar-Picket«-Zerstörer einen anfliegenden jap. Bomberverband so rechtzeitig, dass er von US-Jägern abgefangen werden kann. Bei weiteren Luftangriffen wird LCI(L) 339 versenkt, LST 471, LST 473, LCI(L) 30, LCI(L) 338, LCI (L) 341 und Conyngham werden beschädigt. Bei Luftangriffen der USAAF vor Lae (Neu Guinea) wird am 2.9. das jap. Patrouillenboot P 35 / Tsuta versenkt, vor Wewak werden die Frachter Nagato Maru (5901 BRT) und Hankow Maru (4105 BRT) versenkt sowie Nagano Maru beschädigt. Zur Unterstützung der amerikan. Operation beschießen am 8.9. die Zerstörer Perkins, Flusser, Smith, Mahan und am 9.9. die Schnellen Transporter Brooks, Gilmer, Humphreys, Sands Lae.

Erfolge gegen japan. U-Boote: Am 1.9. versenkt US Zerstörer Wadsworth (Cdr. Walsh) vor Espiritu Santo I-182 (Kptlt. Yonehara). Am 3.9. versenkt US Zerstörer Ellet (LtCdr.Phifer) im gleichen Operationsgebiet I-25 (KKpt. Obiga).

1.– 11.9.1943
Norwegen
Das norw. Unterseeboot Ula (Lt Sars) läuft von Lunna Voe vor die Küste der Insel Senja, um 2 Agenten und Nachschubgüter abzusetzen (Operation »Venus«). Vom 7.-21.9. werden das niederl. O-15 und das brit. U-Boot Stonehenge vor Norwegen gegen auslaufende dt. U-Boote eingesetzt, sichten aber nichts.

Verluste im dt. Nachschubverkehr: Am 1.9. wird das dt. Wachboot V 5502 (ex-norw. Torpedoboot Snögg) bei Bergen durch Strandung beschädigt, es sinkt am 6.9 beim Versuch der Bergung. Am 2.9. wird der gestrandete dt. Hilfsminensucher M 5209 / Carl Stangen vor dem Kongsfjord von einem britischen MTB versenkt. Am 8.9. geht der im Konvoi fahrende dt. Frachter Rauenthaler (3727 BRT) nördl. von Trondheim durch Kollision mit dem Frachter Signal verloren. Am 11.9. versenken brit. oder norw. MTB den deutschen Frachter Anke (ex-lett. Dole, 3898 BRT) vor dem Edöyfjord (bei Kristiansund/ Nord). Am 12.9. sinkt das Hafenschutzboot NN 09 / Johann Kapfinger durch Kollision in der Einfahrt von Bodö.

3. UJ 1202 / Franz Dankworth

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1.– 21.9.1943
Nordmeer
Sowj. U-Boot-Operationen gegen den dt. Nachschubverkehr vor der norweg. Polarküste. L-22 (Kptlt. Afonin) torpediert am 1.9. den Dampfer Rüdesheimer (2036 BRT). S-51 (Kpt. 2.Rg. Kucherenko) versenkt am 3.9. den U-Jäger UJ 1202 / Franz Dankworth vor dem Kongsfjord. Am selben Tag führt L-20 (Kpt. 3. Rg. Tamman) nach Auslegung einer Minensperre bei Sletnes (30.8.) Torpedoangriff auf einen Konvoi und wird anschließend von UJ 1209 mit Wasserbomben verfolgt und beschädigt. Am 8.9. führt S-51 einen erfolglosen Torpedoangriff auf einen Konvoi bei Tanahorn und wird danach von V 6104 mit Wasserbomben verfolgt. M-107 (Kptlt. Kofanov) versenkt am 11.9. vor dem Syltefjord UJ 1217 / Star XXII. Am 14.9. verfehlt Shch-404 (Kptlt. Makarenkov) vor Vardö einen Konvoi, auf seine Meldung werden Torpedoflugzeuge der 5. Minen-Torpedoflieger-Div. mit Jagdschutz angesetzt, die jedoch vom dt. JG.5 abgewehrt werden und schwere Verluste erleiden, ohne Treffer zu erzielen. Am 15.9. greifen bei Kiberg die sowj. Torpedokutter TKA-13 (Oblt. Sabalin) und TKA-21 an. Bei einer Wiederholung dieser Operation am 20.-21.9. haben Shch-404 und die Flugzeuge keinen Erfolg, TKA-15 versenkt den Dampfer Antje Fritzen (4330 BRT). L-15, S-54, S-102 und Shch-402 bleiben im August ohne Erfolg. K-1 (Kpt. 1.Rg. Khomyakov) geht zwischen 9. und 21.9. vor Kap Zhelaniya verloren, wahrscheinlich durch eine Tauchpanne.

1.– 30.9.1943
Pazifik
Amerikan. U-Boot-Operationen: Im September führen 81 »Ultra«-Meldungen zu 44 Schiffssichtungen und 13 Angriffen, dabei werden 5 Schiffen versenkt und 3 beschädigt.
Im Gebiet der Aleuten und Kurilen versenken S 42 (Lt. Glenn) am 18.9. Chowa Maru (2719 BRT) und S 28 (Lt. Sisler) am 20.9. Katsura Maru (1368 BRT). Sawfish klärt vor der Küste Sachalins auf. Vor Japan versenkt Pompano (LtCdr. Thomas) am 1.9. Nankai Maru (451 BRT), am 3.9. Akama Maru (5600 BRT) und beschädigt am 9.9. Nanking Maru (3005 BRT). Am 25.9. versenkt es zusammen mit Wahoo (Cdr. Morton) die Taiko Maru (2958 BRT), geht aber wohl um den 27.9. auf nördlich von Honshu einer Mine verloren. Pollack (LtCdr. Llewellen) versenkt am 3.9. die Taganoura Maru (3521 BRT), Tarpon (LtCdr. Wogan) am 4.9. den Segler Yurin Maru (97 BRT), Halibut (LtCdr. Galantin) versenkt am 6.9. die Shogen Maru (3362 BRT) und torpediert den Kreuzer Nachi (Torpedoversager), am 7.9. versenkt es einen Segler (unbestätigt). Harder (LtCdr. Dealey) versenkt am 9.9. Koyo Maru (3010 BRT), am 11.9. Yoko Maru (1050 BRT), am 19.9. Kachisan Maru (814 BRT) und am 22.9. aus einem Konvoi Daishin Maru (5957 BRT) und Kowa Maru (4520 BRT). Spearfish (LtCdr. Dempsey) torpediert am 11.9. die Tyuyama Maru (6962 BRT), und am 18.9. das Torpedoboot Sagi. Wahoo (Cdr. Morton) versenkt am 21.9. das Fischereischiff Hokusei Maru (1394 BRT), am 25.9. zusammen mit Pompano (LtCdr. Thomas) die Taiko Maru (2958 BRT) und am 29.9. die Masaki M. Nr.2 (1238 BRT). Im Gebiet um China-Formosa versenkt Seawolf (LtCdr. Gross) am 2.9. die Fusei Maru (2256 BRT) und am 5. und 7.9. drei Segler (unbestätigt), Sunfish (LtCdr. Petersen) versenkt am 4.9. die Kozan Maru (4180 BRT). Pargo (LtCdr. Eddy) beschädigt am 4.9. die Ryuei Maru (5144 BRT). Snook (LtCdr. Triebel) versenkt am 13.9. die Yamamoto Maru (9655 BRT) und am 22.9. die Katsurahama Maru (715 BRT), beim Angriff auf die Hakutetsu Maru No.3 versagt der Aufschlagzünder. Anschließend wird Snook von dem Zerstörer Shiokaze verfolgt, kann aber entkommen. Trigger (LtCdr. Donaho) versenkt am 18.9. die Yowa Maru (6435 BRT), am 21.9. aus einem Konvoi den Flottentanker Shiriya (10.050 BRT) sowie die Transporter Shoyo Maru (7498 BRT) und Argun Maru (6661 BRT), am 22.9. beschädigt sie noch die Gyoku Maru (6854 BRT). Cabrilla (LtCdr. Hammond) greift am 24.9. 200 sm nordöstlich von Chichijima eine Kampfgruppe mit den Geleitträgern Taiyo, Chuyo und dem Zerstörer Shimakaze an und torpediert die Tayo. Auf dem Weg in ihre Einsatzgebiete werden Snook und Steelhead bei US Flugzeugträger-Angriffen als Markierungsboote eingesetzt. Im Zentralpazifik versenkt Snapper (LtCdr. Clemenson) am 2.9. nordwestl. von Truk die Fragatte Mutsure. Albacore (LtCdr. Hagberg) versenkt am 4.9. südwestl. von Ponape die Heijo Maru (2677 BRT) und beschädigt die Hokusho Maru (4211 BRT) durch Torpedofehlzünder. Swordfish (LtCdr. Parker) versenkt am 5.9. den Transporter Tenkai Maru (3200 BRT) nördlich von Neuguinea. Narwhal (LtCdr. Latta) versenkt am 11.9. nordwestl. von Nauru Hokusho Maru (4211 BRT). Permit (LtCdr. Chapple) versenkt am 12.9. die Fujikawa Maru (6938 BRT) und beschädigt am 13.9. den Flottentanker Shiretoku (14.050 BRT) westl. der Marshall-Inseln, Haddock (LtCdr. Davenport) torpediert im Seegebiet von Truk am 16.9. die Sansei Maru (641 BRT), am 20.9. den Flugzeugtender Notoro (14.050 BRT), am 21.9.den Transporter Shinyubari Maru (5354 BRT) und den Zerstörer Oite. Am 19.9. versenkt Scamp (LtCdr. Ebert) nördl. von Neuguinea den Transporter Kansai Maru (8614 BRT), Trout (LtCdr. Clark) versenkt am 23.9. aus einem Konvoi auf der Route Marianen-Japan Yamashiro Maru (3427 BRT) und Ryotoku Maru (3438 BRT), Gudgeon (LtCdr. Post) versenkt am 28.9. westl. von Saipan die Taian Maru (3158 BRT), und beschädigt am 29.9. Santo Maru (3266 BRT). Am 17. und 28.9. liefert sie sich mit dem japan. Minenleger Fumi Maru No.2 Artilleriegefechte. Pogy (LtCdr. Wales) versenkt am 30.9. östl. von Palau die Maebashi Maru (7005 BRT). Gudgeon, Bowfin, Nautilus und Peto führen Sondermissionen durch.Im Südwestpazifik versenkt Drum (LtCdr. McMahon) am 8.9. vor Hollandia die Hakutetsu Maru Nr.13 (1334 BRT). Bluefish (LtCdr. Porter) versenkt am 26.9 in der Flores-See das Torpedoboot Kasasagi und am 28.9. die Akashi Maru (3228 BRT). Bei einem gemeinsamen Angriff der Boote Bowfin, Bonefish und Billfish auf einen Konvoi im Südchinesischen Meer versenken Bowfin (LtCdr. Willingham) am 25.9. die Kirishima Maru (5959 BRT) und Bonefish (LtCdr. Hogan) am 27.9. den Tanker Kashima Maru (9908 BRT). Billfish und Tuna haben Frühzünder und Versager. Grayling (LtCdr. Brinker) geht wahrscheinlich am 9.9. durch Rammstoß des japan. Transporters Hokuan Maru vor Manila verloren, Cisco am 28.9. durch Flugzeuge (954 Kokutai) und das Kanonenboot Karatsu (ex USS Luzon) in der Sulu-See. Am 30.9. läuft Barb als erstes Boot mit den verbesserten Mk.18 Torpedos von Pearl Harbor aus. Im Südpazifik führen Greenling, Guardfish, Grouper und Sculpin Aufklärungsmissionen durch.

2.9.1943
Ostsee

Ein DB-3F Torpedoflugzeug des 1. Minen-Torpedo-Regiments der Baltischen Rotbannerflotte torpediert den in Charter der Kriegsmarine fahrenden schwed. Frachter Svea Reuter (1336 BRT) vor Riga. Er wird mit zerstörtem Achterschiff nach Riga eingeschleppt.

2.9.1943
Mittelmeer
Konvoi UGF.10 wird zwischen Algier und Bizerta von dt. Flugzeugen angegriffen, US Zerstörer Kendrick wird dabei durch Lufttorpedo beschädigt, kann aber in Begleitung der Zerstörer Benson und McLanahan Oran erreichen.

2.– 3.9.1943
Mittelmeer
Operation »Baytown«: Brit. Landung in Kalabrien. Am 2.9. wird die Beschießung der Küste zwischen Reggio Calabria und Pessaro von den Schlachtschiffen Valiant und Warspite, den Kreuzern Orion und Mauritius, einigen der genannten Zerstörer sowie Faulknor und Loyal, den Monitoren Erebus, Roberts und Abercrombie sowie den K-Booten Aphis und Scarab wiederholt. Am 3.9. wird das brit. XIII. Korps gegen geringen Widerstand mit 22 LST und 270 kleineren Landungsfahrzeugen über die Straße von Messina gesetzt und bei Reggio und Villa San Giovanni gelandet. Unterstützung durch Heeresartillerie bei Messina und Artillerie der Monitore Erebus, Roberts, Abercrombie, der Kreuzer Orion, Mauritius, der K-Boote Aphis, Scarab und der Zerstörer Loyal, Offa, Piorun (poln.), Quail, Queenborough und Quilliam.

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4. Die restaurierte Krait
und die Mannschaft im September 1943 

2.– 9.9.1943
Mittelmeer
Britische U-Boot-Operationen: Im westl. Mittelmeer versenken die U-Boote Sportsman (Lt. Gatehouse) und Universal (Lt. Gordon) am 6.9. je 1 Küstensegler und ein Küstenmotorschiff mit zusammen 292 BRT. Shakespeare (Lt. Ainslie) versenkt am 7.9. das ital. U-Boot Vellela. Im mittleren Mittelmeer torpediert Unshaken (Lt. Whitton) am 5.9. den ital. Tanker Dora C. (5843 BRT) und erbeutet am 9.9. in der Straße von Otranto das ital. U-Boot Menotti. In der Ägäis torpediert Torbay (Lt. Clutterbuck) am 2.9. die ital. Versilia (591 BRT).

2.9.– 19.10.1943
Indonesien
Operation »Jaywick«. Der austral. Motorschoner Krait läuft aus dem Exmouth Golf in Australien aus. An Bord befinden sich 6 Kanus. Am 9.9. passiert er die Straße von Lombok, am 18.9. werden die 6 Kanus mit malaysischen Saboteuren an Bord vor Singapur ausgesetzt. Krait kreuzt 14 Tage vor Süd-Borneo, währen die Saboteure mit Haftminen am 27.9. einen Angriff auf Schiffe im Hafen führen. Dabei werden die Frachter Hakusan Maru (2197 BRT) und Kizan Maru (5007 BRT) so schwer zerstört, dass eine Reparatur nicht mehr möglich ist. Am 1. und 3.10. werden alle Kanus wieder aufgenommen. Am 19.10. erreicht Krait wohlbehalten wieder den Golf von Exmouth.

3.– 9.9.1943
Mittelmeer
Konvois zur Vorbereitung von Operation »Avalanche« (siehe dazu 9.-16.9.): Von Tripolis TSS.1 (3.9.), TSM.1, TSF.1 sowie TSS.2 (6.9.) und TSS.3 (7.9.), von Palermo TSF.1X (8.9.), von Bizerta FSS1. (4.9.), FSM.1 und FMS.1X (6.9.) sowie FSS.2X und FSX.3 (7.9.), von Termini FSS.2Y (8.9.), von Oran NSF.1 (5.9.), und von Algier NSF.1X (6.9.). Die Konvois bestehen insgesamt aus 3 Führungsschiffen, 6 Angriffs-Transportern, 15 Infanterie-Landungsschiffen (LCI), 9 Angriffs-Frachtern, 94 LST, 131 LCI, 66 LCT, 21 LCS, 2 Jäger-Leitschiffen, 3 Tankern, 1 Flugbenzintanker, 5 Schleppern sowie 2 Küstenmotorbooten. Als Sicherung begleiten die Konvois: 3 Kreuzer, 2 Flak-Schiffe, 2 Monitore, 1 Kanonenboot, 31 Zerstörer, 21 Torpedoschnellboote, 36 Wachboote, 35 Motorlauches, 37 Minensucher sowie 12 Trawler. Force H (siehe unten) läuft am 7.9. von Malta aus, desgleichen läuft am 7.9. VAdm. Power mit den brit. Schlachtschiffen Howe und King George V als Reserve-Deckungsverband von Algier nach Augusta. In den Nächten vom 6.-7.9. und 8.-9.9. fliegen dt. Bomber-Verbände Angriffe auf Bizerta (Konvoi FSS.2) und gegen Einheiten auf See. 1 LST wird zerstört und 1 LCT beschädigt.

6.9.1943
Indischer Ozean

B-24 der 10. USAAF versenken südl. von Rangun aus einem Konvoi die Transporter Annan Maru (2940 BRT) und Milan Maru (5467 BRT).

6.– 9.9.1943
Nordmeer
Unternehmen »Sizilien« (auch »Zitronella«): Dt. Kampfgruppe (Adm. Kummetz) mit den Schlachtschiffen Tirpitz (Kpt.z.S. Meyer), Scharnhorst (Kpt.z.S. Hüffmeier) sowie den Zerstörer-Flottillen 4 (Kpt.z.S. Johannesson), 5 (Kpt.z.S. Wolff) und 6 (Kpt.z.S. Kothe) mit Z 27, Z 29, Z 30, Z 31, Z 33, Erich Steinbrinck, Karl Galster, Theodor Riedel und Hans Lody sticht am Abend des 6.9. vom Altafjord aus in See, um alliierte Stützpunkte auf Spitzbergen anzugreifen. Auf den Zerstörern ist ein Bataillon des Grenadier-Regiments 349 eingeschifft. Am 8.9. um 3.00 Uhr entlässt Adm. Kummetz Scharnhorst und die 5. und 6. Z-Flottille, die anschließend im Grönfjord und in der Adventsbucht ihre Truppen an Land setzen. Tirpitz läuft mit der 4. Z-Flottille zur Beschießung von Barentsburg weiter. Küstenbatterien vernichtet, Kohlen- und Vorratslager, Wasser- und E-Werke gesprengt. Am 9.9. Rückkehr der Kampfgruppe in den Altafjord.

In Vorbereitung auf einen geplanten brit. Angriff auf die Tirpitz (vgl. Op. »Source«) erscheinen am 3. und 7.9. einige Spitfire Aufklärungsflugzeuge über Vaenga und können nur die verlassenen Liegeplätze der beiden Schlachtschiffe im Altafjord melden. Das brit. Unterseeboot Tantalus wird daraufhin am 8.9. zur Erkundung nach Spitzbergen entsendet, es kann die Schlachtschiffe dort nicht mehr finden, entdeckt aber am 15.9. die Zerstörung von Barentsburg. Am 16.9. wird Seadog mit 8 Norwegern und 12 t Versorgungsgütern zu Hilfe geschickt (Operation »Locomotive«). Am 19.10. landet schließlich US-Kreuzer Tuscaloosa in Begleitung von 1 US- und 3 brit. Zerstörern norw. Truppen zur Wiedererrichtung der Stützpunkte auf Spitzbergen.

Kptlt. Heyda, Wolfgang .

5. Operation »Kiebitz«: Kptlt. Heyda

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5.8.– 6.9.1943
6.– 12.9.1943
Mittelmeer
Am 6.9. versenkt U 617 (Kptlt. Brandi) ostwärts Gibraltar den Geleitzerstörer Puckeridge, nach Luftangriffen der Wellingtons ‚J’ und ‚P’ der RAF-Sq. 179 und Verfolgung durch die Korvette Hyacinth, den Minensucher Woolongong (austr.) und den Trawler Haarlem muss das Boot am 12.9. an der marokkanischen Küste aufgegeben werden.

7.– 14.9.1943
Nordatlantik
Am 7.9. widerruft der B.d.U., GAdm. Dönitz, die Anweisung für U 460 zur Betankung von U 536 (Kptlt. Schauenburg) auf dem Weg zur Operation »Kiebitz«. Es soll in der Baie de Chaleurs (St. Lorenz Golf) einige U-Boot-Männer um Kptlt. Heyda aufnehmen, die aus einem Gefangenenlager in Kanada fliehen wollen. Der Ausbruchsversuch misslingt allerdings. Vergeblich wartet U 536 auf die Männer.

U 460
soll statt dessen weiter nördlich am 10.-12.9. fünf Boote der Gruppe »Leuthen« mit Treibstoff versorgen. Dieser Befehl wird von den Alliierten allerdings erst am 13.9. entschlüsselt, daher erfolgt die Versorgung der Boote (U 260, U 645, U 338, U 305, U 386) ungestört (Reguläre Geleitzug- Bewegungen im Nordatlantik, a.a.O.).

8.9.1943
Ostsee
Bei einer Übung sinkt 50 sm nördlich von Leba das dt. U 983 (Oblt.z.S. Reimers) nach Kollision mit U 988 (Oblt.z.S. Dobberstein).

8.– 11.9.1943
Italien / Mittelmeer
General Eisenhower gibt in Algier den Abschluss eines Waffenstillstandes mit Italien bekannt. Daraufhin besetzen deutsche Truppen Italien und es laufen vorbereitete deutsche Maßnahmen (Fall »Achse«) zur weitgehenden Entwaffnung der ital. Streitkräfte an. Deutsche Nachrichtendienste haben erfasst, dass die ital. Flotte zur Übergabe an die Alliierten von La Spezia auslaufen wird. Der Kommandeur der III./KG.100, Major Jope, ist bereits am 7.9. angewiesen worden, sich mit seiner Gruppe auf einen Einsatz mit FX 1400 Gleitbomben vorzubereiten.

Entsprechend den Waffenstillstandsbedingungen läuft die ital. Flotte (Adm. Bergamini †) in der Nacht zum 9.9. mit den Schlachtschiffen Roma, Italia und Vittorio Veneto (9. Div., Adm. Accorretti), den Kreuzern Eugenio di Savoia, Duca d´Aosta und Montecuccoli (7. Div., Div.Adm. Oliva) und den Zerstörern Mitragliere, Fuciliere, Carabiniere, Velite (12. Fl., Kpt.z.S. Marini), Legionario, Oriani, Artigliere und Grecale (14. Fl., Kpt.z.S. Baldo) von La Spezia aus und vereinigt sich mit den von Genua kommenden Kreuzern Duca degli Abruzzi, Garibaldi, Regolo (8. Div., Adm. Bianheri) und dem T-Boot Libra. Weil das Ziel der italien. Flotte, La Maddalena, noch von deutschen Truppen besetzt ist, dreht Adm. Bergamini vor der San Bonifacio Straße auf Westkurs.

Von der dt. Luftaufklärung erfasst, starten von Istres bei Marseille 11 Do 217 K2 mit je einer FX 1400. Ab 15.00 Uhr werden die dt. Flugzeuge von der ital. Flotte beobachtet, doch haben die Schiffe Weisung, kein Abwehrfeuer zu eröffnen, solange sie nicht angegriffen werden. Um 15.43 Uhr trifft eine von Uffz. Klaproth im Flugzeug von Major Jope ausgelöste FX 1400 die Roma, durchschlägt den Rumpf und detoniert neben dem Schiff, dessen Maschinenräume zerstört werden. 5 Minuten später trifft eine weitere FX 1400, gesteuert von Uffz. Degan, vom Flugzeug des Ofw. Steinborn aus die Roma zwischen den beiden vorderen 38cm-Türmen, und detoniert in den Munitionskammern. In einer gewaltigen Explosion wird Turm B hoch in die Luft geschleudert und das Schiff auseinandergerissen, sodass es sinkt (1253 Tote, 596 Überlebende). Eine FX 1400 von einer weiteren Do-217 trifft die Italia, deren Panzerdeck durchschlagen wird. Die Detonation der Bombe unmittelbar neben dem Rumpf reißt ein großes Leck, durch das 1.060 Tonnen Wasser in die Italia eindringen. Dennoch setzt das Schlachtschiff seine Fahrt nach kurzer Zeit fort. Die von Castellamare kommenden Zerstörer Da Noli und Vivaldi werden in der San-Bonifacio-Straße durch dt. Küstenbatterien beschossen und gehen durch Minen- bzw. Artillerietreffer verloren. Die Besatzung der Vivaldi wird vom brit. U-Boot Sportsman gerettet. Von den zur Bergung Überlebender zurückgelassenen Regolo, Mitragliere, Fuciliere und Carabiniere und den herangerufenen T-Booten Libra, Orione, Orsa, Impetuoso und Pegaso gehen Libra und Orione nach Bône, die übrigen laufen Port Mahon auf den Balearen an und lassen sich internieren, Pegaso und Impetuoso versenken sich nach einer Kollision vor dem Hafen selbst. Die restliche Flotte läuft unter Führung von Div.Adm. Oliva nach Malta und wird am 10.9. von den brit. Schlachtschiffen Warspite und Valiant und den Zerstörern Faulknor, Fury, Echo, Intrepid, Raider, Vasilissa Olga (griech.) und Le Terrible (franz.) aufgenommen. [Miszelle].

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6. Ablieferung der italienischen Seestreitkräfte 
an die Briten

Von Tarent geht am 9.9. Adm. Da Zara mit den Schlachtschiffen Andrea Doria und Caio Duilio (5. Div.), den Kreuzern Cadorna und Pompeo Magno und dem Zerstörer Da Recco in See und trifft am 10.9. in Begleitung des Schlachtschiffes King George V. in Malta ein. Aus den Adria-Häfen treffen außerdem das Schlachtschiff Giulio Cesare, das Flugzeugmutterschiff Miraglia, der Zerstörer Riboty, das T-Boot Sagittario in Malta ein. Ferner versammeln sich die Anfang September in Erwartung einer alliierten Landung im Raum vor Salerno aufgestellten und die fahrbereit in ital. Häfen liegenden ital. U-Boote (insgesamt 33) in alliierten Häfen. Bis zum 12.9. erreichen aus Häfen des Tyrrhenischen Meeres 11 T-Boote, 8 Korvetten sowie kleinere Fahrzeuge Palermo.

Wenige intakte ital. Schiffe werden in den von dt. Truppen besetzten Häfen nach kurzen Ausbesserungsarbeiten von der Kriegsmarine übernommen. Darunter befinden sich die Zerstörer Turbine (Piräus, dt. TA 14) und Crispi (Piräus, TA 15); die Torpedoboote Castelfidardo (Suda, dt. TA 16), San Martino (Piräus, dt. TA 17), Solferino (Suda, dt. TA 18), Calatafimi (Piräus, dt. TA 19), Impavido (Portoferraio, 16.9., dt. TA 23) und Ardito (Portoferraio, 16.9., dt. TA 26); die U-Boote Finzi (Bordeaux, dt. UIT 21), Bagnolini (Bordeaux, dt. UIT 22), Giuliani (Singapur, dt. UIT 23), Cappellini (Sabang, dt. UIT 24), Torelli (Singapur, dt. UIT 25), S 1 - 9 (Ostsee, dt. U 428, U 746, U 747, U 429, U 748, U 430, U 749, U 1161 und U 750 - ihre ursprüngliche Bezeichnungen) sowie die Korvette Vespa (Pozzuoli, dt. UJ 2221). 

Die meisten Schiffe aber sind nicht fahrbereit, da sie schwer beschädigt oder zur Reparatur aufliegend von ihren ital. Besatzungen selbstversenkt oder unbrauchbar gemacht wurden. Darunter befinden sich: das Schlachtschiff Cavour (Triest), die Kreuzer Bolzano (La Spezia), Gorizia (La Spezia), Taranto (La Spezia), Bari (Livorno), FR 11 (ex-franz. Jean de Vienne, Toulon) und FR 12 (ex-franz. La Galissonnière, Toulon); das Kanonenboot (alter Kreuzer) Cattaro (ex-jugosl. Dalmacija, später dt. Niobe); die Zerstörer Zeno (La Spezia), Corazziere (Genua), Maestrale (Genua), Dardo (Genua, später dt. TA 31), Premuda (Genua, ex-jugosl. Dubrovnik, später dt. TA 32), Sebenico (Venedig, ex-jugosl. Beograd, später dt. TA 43), Pigafetta (Fiume, später dt. TA 44), FR 21 (La Spezia, ex-franz. Lion), FR 22 (La Spezia, ex-franz. Panthère), FR 24 (Savona, ex-franz. Valmy), FR 32 (Genua, ex-franz. Siroco), FR 33 (Toulon, ex-franz. L'Adroit), FR 34 (Imperia, ex-franz. Lansquenet), FR 35 (Toulon, ex-franz. Bison), FR 36 (Toulon, ex-franz. Foudroyant) und FR 37 (Savona, ex-franz. Le Hardi); die Torpedoboote Cascino (La Spezia), Ghibli (La Spezia), Montanari (La Spezia), Procione (La Spezia), Papa (Genua), Insidioso (Pola, später dt. TA 21), Missori (Durazzo, später dt. TA 22), La Masa (Neapel), Partenope (Neapel), Audace (Venedig, später dt. TA 20) und Lira (La Spezia, später dt. TA 49); die U-Boote Ambra (La Spezia), Aradam (Genua), Sirena (La Spezia), Sparide (La Spezia, später dt. UIT 15), Volframio (La Spezia), Murena (La Spezia, später dt. UIT 16), Argo (Monfalcone), Ametista (Ancona), Serpente (Ancona), Beilul (Monfalcone), Nautilo (Venedig, später dt. UIT 19), FR 113 (Genua, ex-franz. Requin), FR ??? (Genua, ex-franz. Poincaré), FR 114 (Castellamare, ex-franz. Espadon), FR 115 (Pozzuoli, ex-franz. Dauphin) und Baiamonti (La Spezia, ex-jugosl. Smeli); die Korvetten Berenice (Triest), Euterpe (La Spezia, später dt. UJ 2228), Persefone (La Spezia, später dt. UJ 2227), Artemide (Livorno, später dt. UJ 2226), Antilope (Livorno, später dt. UJ 6082), Camoscio (Livorno, später dt. UJ 6081), FR 51 (La Spezia, ex-franz. La Batailleuse, später dt. SG 23), FR 53 (Toulon, ex-franz. Chamois), FR 54 (Toulon, ex-franz. L'Impetueuse, später dt. SG 17), FR 55 (Toulon, ex-franz. La Curieuse, später dt. SG 16) und FR 56 (Toulon, ex-franz. Dédaigneuse) sowie zahlreiche kleinere Fahrzeuge.

7. Italienisches Schlachtschiff Roma vor der Auslieferung von der deutschen Luftwaffe zerstört

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In der Ausrüstung befindliche Neubauten werden von den Deutschen weitergebaut und teilweise in Dienst gestellt: das Schlachtschiff Impero (Triest, aufgegeben); die Flugzeugträger Sparviero (ex-Passagierschiff Augustus, Genua, aufgegeben) und Aquila (ex-Passagierschiff Roma, Genua, aufgegeben); die Kreuzer Etna und Vesuvio (Triest, aufgegeben), Cornelio Silla (Genua, aufgegeben), Giulio Germanico (Castellamare, selbstversenkt von den Deutschen), Caio Mario (La Spezia, sabotiert) und Ottaviano Augusta (Ancona, aufgegeben); der Zerstörer Corsaro (ex-Squadrista, später dt. TA 33); die Torpedoboote Intrepido (Genua, später dt. TA 25), Arturo (Genua, später dt. TA 24), Auriga (Genua, später dt. TA 27), Rigel (Genua, später dt. TA 28), Eridano (Genua, später dt. TA 29) Dragone (Genua, später dt. TA 30), Stella Polare (Fiume, später dt. TA 36), Gladio (Triest, später dt. TA 37), Spada (Triest, später dt. TA 38), Daga (Triest, später dt. TA 39) und Pugnale (Triest, später dt. TA 40); die U-Boote Grongo (Muggiano, später dt. UIT 20), CM 1 (Monfalcone, später dt. UIT 17) und S 10 (Danzig, dt. U 1162); die Korvetten Egeria (Monfalcone, dt. UJ 201), Melpomene (Monfalcone, dt. UJ 202), Colubrina und Spingarda (Venedig, dt. UJ 205 und UJ 208) sowie Tuffetto (Genua, dt. UJ 2222).

Von den auf Helgen erbeuteten Schiffen werden nur wenige von der Kriegsmarine in Dienst gestellt: die Torpedoboote Lancia (Triest, dt. TA 41), Alabarda (Triest, dt. TA 42), Spica (Fiume, dt. TA 45), Fionda (Fiume, dt. TA 46) und Balestra (Fiume, dt. TA 41); die U-Boote R 10 - 12 (La Spezia, dt. UIT 1 - 3), R 7 - 9 (Monfalcone, dt. UIT 4 – 6), Bario, Litio, Sodio, Potassio, Rame, Ferro, Piombo und Zinco (Monfalcone, dt. UIT 7 - 14) sowie CM 2 (Monfalcone, dt. UIT 18); Korvetten Tersicore und Euridice (Monfalcone, dt. UJ 203 und UJ 204), Bombarda, Carabina und Scure (Venedig, dt. UJ 206, UJ 207 und UJ 209), Marangone, Strolaga und Ardea (Genua, dt. UJ 2223,UJ 2224 und UJ 2225) sowie Capriolo, Alce, Renna, Cervo, Daino und Stambecco (Livorno, dt. UJ 6083, UJ 6084, UJ 6085, UJ 6086, UJ 6087 und UJ 6088).

8.– 11.9.1943
Westliches Mittelmeer
Bei Bekanntwerden der bevorstehenden ital. Kapitulation wird in Bastia (Korsika) das ital. T-Boot Ardito (KKpt. Cavo) von dt. Marinesoldaten erbeutet. Das Schwesterschiff Aliseo (KKpt. Fecia di Cossato, dem als Kommandant eines U-Bootes das deutsche Ritterkreuz verliehen wurde, und Prinz Aimone di Savoia an Bord) läuft daraufhin von Bastia aus. Am 9.9. greifen Aliseo und die Korvette Cormorano, unterstützt durch eine 76mm Batterie und Panzer-Artillerie, Schiffe im Hafen an, sie versenken die dt. U-Jäger UJ 2203 (ex-franz. Minerva), UJ 2219 (ex-franz. Insuma) sowie die Marinefahrprähme F 612, F 459, F 387, F 366 und F 623.

Das dt. T-Boot TA 11 (ex-ital. FR 43, ex-franz. L’Iphigenie, Kptlt. Albrand) wird am 11.9. in Piombino versenkt, wo es am 9.9. gemeinsam mit TA 9 (ex-ital. FR 42) zur Ölübernahme eingelaufen war (nachdem man Torre Annunciata bei Pompeji tags zuvor überstürzt verlassen hat). Der Kommandant von TA 9 (Kptlt. Reinhardt) bleibt allerdings vor dem Hafen auf Reede, da im Hafenbereich bereits italienische Panzer in Stellungen gegangen sind, so entgeht sein Boot der Vernichtung. Auch die ital. Wachboote VAS 208, VAS 214, VAS 219, VAS 220 werden in Piombino am 10.9. durch deutsche Küstenbatterien versenkt. Sie hatten versucht, noch vor dem Waffenstillstand Imperia zu verlassen, um nach Portoferraio (Elba) zu entkommen, werden aber am 10. September von deutschen leichten Einheiten abgefangen und zum Einlaufen nach Piombino gezwungen. Am gleichen Abend, während der Artillerieduelle zwischen deutschen Küstenbatterien und italienischen Schiffen, werden die vier VAS getroffen und sinken im Hafen (Unità veloci costiere italiane / Ufficio Storico della MM, Roma 1998).

8.– 12.9.1943
Italien / Indischer Ozean / Pazifik
Auch im Fernen Osten ist die italienische Marine zum Zeitpunkt ihrer Kapitulation präsent. Am 8.9. steht der ital. Kolonialkreuzer Eritrea auf Versorgungsposition für ein ital. Transport-U-Boot, möglicherweise Cagni, im Indischen Ozean. Nach Empfang der Kapitulationsmeldung über die Nachrichtenagentur »Reuters« bricht sie ihre Operation ab, läuft mit voller Kraft nach Colombo (Ceylon) und entgeht so den sogleich angesetzten japanischen Jagdgruppen. Die italienischen Transport-U-Boote Cappellini, Giuliani und Torelli liegen zur selben Zeit in Singapur, und Cagni befindet sich von Bordeaux kommend mit Ziel Singapur auf hoher See. Es gelingt ihm, nach Durban (Südafrika) zu entkommen, wo es sich den Alliierten ergibt, die anderen italienischen U-Boote (und ihre Besatzungen) werden am 22.10. an die deutsche Marine abgegeben und setzen den Kampf auf Seiten der Achsenmächte fort. Sie werden dem deutschen U-Boot-Kommando in Penang unterstellt und als UIT 24, UIT 25 und UIT 23 mit gemischt deutsch-italienischen Besatzungen im Indischen Ozean eingesetzt.

Die Kanonenboote Lepanto und Carlotto (beide stehen seit dem Boxeraufstand 1901 zum Schutze italienischer Handelsinteressen im Fernen Osten) und weitere Dampfer liegen zum Zeitpunkt der Kapitulation in Shanghai, der Hilfskreuzer Calitea II (ex Ramb II) liegt zur Reparatur in Kobe. Alle genannten Überwasserschiffe werden am 9. September befehlsgemäß selbstversenkt, damit sie nicht von den Japanern übernommen werden können.

8.9.– 16.10.43
Zentralpazifik
I-36 (KKpt. Inaba) läuft von Yokosuka zu einem Aufklärungsunternehmen vor Pearl Harbor (Hawaii) aus. Am 16.10. verliert das Bordflugzeug nach Aufklärung eines großen US Flottenverbandes seinen Kontakt zum U-Boot und geht verloren.

9.– 11.9.1943
Ionisches und Adriatisches Meer
Operation »Slapstick«: In einer improvisierten Unternehmung bringt das brit. 12. Kreuzer-Geschwader (Commodore Agnew) mit den Kreuzern Aurora, Penelope, Sirius, Dido, dem Minenkreuzer Abdiel und dem US-Kreuzer Boise die 1. brit. Luftlande-Div. nach Tarent. Deckung der Operation durch VAdm. Power mit den Schlachtschiffen Howe und King George V., von denen letzteres die aus Tarent kommenden ital. Schiffe aufnimmt. Während der Operation geht die ital. Korvette Baionetta mit dem Kreuzer Scipione Africano nach Pescara, um den ital. König und die Regierung nach Brindisi zu bringen.

Die dt. S-Boote S 54 (Oblt.z.S. Klaus-Degenhard Schmidt, RK) und S 61 (Obermaat Blömker) verlassen am Abend der ital. Kapitulation Tarent, nachdem sie unbemerkt im Hafen einige Minen geworfen haben. Darauf sinkt am 10.9. der brit. Minenleger Abdiel (2650 ts) mit 168 Verlusten unter den eingeschifften 400 Soldaten. Die beiden S-Boote versenken auf ihrem Marsch durch die Adria am 9.9. den ital. Hilfsminensucher R.240 / Vulcania (91 t), am 11.9. vor Ancona das ital. Kanonenboot Aurora (935 ts), südlich von Venedig den ital. Zerstörer Sella und kapern den mit 700 Soldaten beladenen neuen Truppentransporter Leopardi (4572 BRT). Mit dem letzten Brennstoff erreichen die S-Boote Venedig und zwingen den dortigen Seebefehlshaber zur Kapitulation.

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8. Landung in der Bucht von Salerno

9.– 16.9.1943
Thyrrhenisches Meer
Operation »Avalanche«: Landung der 5. US-Armee (LtGen. Clark) in der Bucht von Salerno. Den Oberbefehl der amphibischen Operation hat Adm. Cunningham auf Malta (mit dem Zerstörer Hambledon) mit der »Western Naval Task Force« (TF.80) unter dem Kommando von VAdm. Hewitt (USN) auf Führungsschiff Ancon. Mitgeführt werden die Flak-Schiffe Ulster Queen und Palomares sowie das brit. U-Boot Shakespeare als Markierungsboot.

Die »Southern Attack Force« (TF.81, RAdm.
Hall) besteht aus dem Führungsschiff Samuel Chase, 18 Transportern, 3 Panzer-Landungsschiffen (Boxer, Bruiser und Thruster), 27 LST, 32 LCI, 6 LCT, 4 LCS, 8 Patrouillenbooten, 4 U-Jägern, 9 Hilfsminensuchern, 12 Minensuchern (Typ YMS) sowie 32 kleineren Fahrzeugen. Der Verband landet das VI. US Korps (MajGen. Dawley) mit der 36. Inf.-Div. (MajGen. Walker) und der 45. Inf.-Div. (MajGen. Middleton) vor Paestum. Der Unterstützungs- und Geleitverband (RAdm. Davidson) besteht aus den US-Kreuzern Philadelphia, Savannah, Brooklyn, dem brit. Monitor Abercrombie, dem niederl. K-Boot Flores, den US-Zerstörern Wainwright, Trippe, Rhind, Rowan, Plunkett, Niblack, Benson, Gleaves, Mayo, Knight, Dallas, Bernadou, Cole, Woolsey, Ludlow, Bristol und Edison.

Die »Northern Attack Force« (TF.85, Commodore Oliver) besteht aus den Führungsschiffen Hilary und Biscayne (RAdm. Conolly), 8 Transportern, 4 LSI, 90 LST, 96 LCI, 84 LCT, 23 U-Jägern und Motor Launches (ML) sowie 4 Schleppern. Der Verband landet das brit. X. Korps (LtGen. McCreery), das aus der 46. Inf.-Div. (MajGen. Freeman-Attwood), der 56. Inf.-Div. (MajGen. Graham), der 7. Pz.-Div. (MajGen. Erskine), dem 3. US Ranger-Btl. und 2 brit. Kommando-Einheiten. Der Unterstützungs- und Geleitverband (RAdm. Harcourt) besteht aus den brit. Kreuzern Mauritius, Uganda, Orion, Delhi, dem Monitor Roberts, den Zerstörern der 19. Flottille Laforey, Lookout, Loyal, Nubian, Tartar und der 21. Flottille Mendip, Dulverton, Tetcott, Belvoir, Brocklesby, Quantock, Blackmore, Brecon, Beaufort, Exmoor, Ledbury, Blankney und Pindos (griech.). Die »Support Carrier Force« (TF.88, RAdm. Vian) besteht aus den Kreuzern Euryalus, Scylla, Charybdis, dem Leichten Träger Unicorn, den Geleitträgern Battler, Attacker, Hunter, Stalker sowie den Zerstörern Cleveland, Holcombe, Atherstone, Liddesdale, Farndale, Calpe, Haydon sowie Slazak (poln.) und Krakowiak (poln.), der Deckungsverband besteht aus der Force H (VAdm. Willis) mit Schlachtschiffen Nelson, Rodney (RAdm. Rivett-Carcac), Warspite (RAdm. La T. Bissett) und Valiant, den Flugzeugträgern (RAdm. Moody) Illustrious und Formidable (RAdm. Talbot) sowie Zerstörern der 4. Flottille Quilliam, Queenborough, Quail, Petard, der 24. Flottille Troubridge, Tyrian, Tumult, Offa, Piorun (poln.) sowie der 8. Flottille Faulknor, Intrepid, Eclipse, Inglefield, Fury, Ilex, Raider, Echo, Vasilissa Olga (griech.) sowie den franz. Großzerstörern Le Fantasque und Le Terrible (franz.). Bei einem Angriff dt. Torpedo-Bomber in der Nacht vom 8./9.9. werden Warspite und Formidable knapp verfehlt.

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9. Warspite  am 16.9. von Lenkbomben getroffen

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Gegen starken und sich versteifenden dt. Widerstand gelingt am 9.9. die Landung, die dt. Räumboote R 7 und R 13 (beim Abschleppen) werden in der Bucht Salerno versenkt. Dennoch erreichen die gelandeten Truppen trotz starker Feuerunterstützung durch die Kreuzer und Zerstörer die gesteckten Ziele zunächst nicht. Der Monitor Abercrombie wird durch Minentreffer beschädigt, der Zerstörer Laforey durch 5 Granaten-Treffer. Beschädigt werden auch die Panzer-Landungsschiffe LST 336, LST 357, LST 385 durch Geschützfeuer, LST 375 durch Bombentreffer und LST 386 durch Minentreffer. Am 10. und 11.9. gewinnen die Landungstruppen nur langsam Boden. In der Nacht zum 11. greifen 3 dt. S-Boote der 3. S-Flottille (Kptlt. Müller) einen US-Konvoi an und versenken den Zerstörer Rowan (LtCdr. Ford). Am 11.9. beginnen starke dt. Luftangriffe (siehe 11.-17.9. Luftkrieg Italien), dabei wird die Savannah schwer beschädigt. Am 13. und 14.9. führen 3 dt. Divisionen einen starken Panzerangriff, der den alliierten Brückenkopf eindrückt und in eine schwierige Lage bringt. Zur Feuerunterstützung stehen vor dem Landekopf der Monitor Roberts, die Kreuzer Mauritius, Uganda, Orion, Aurora, Philadelphia, Boise, die Zerstörer Loyal, Lookout, Tartar, Nubian, Brecon, Quantock, Eggesford. Bei weiteren Luftangriffen wird Uganda durch Volltreffer schwer beschädigt. Das Lazarettschiff Newfoundland sinkt. Am 14.9. treffen zunächst der Kreuzer Penelope, später Euryalus, Scylla und Charybdis ein. Am 15.9. greifen Rodney, Valiant und Warspite ein, letztere wird am 16.9. von 2 Lenkbomben getroffen und schwer beschädigt. Am 16.9. brechen die Spitzen der von Süden kommenden britischen 8. Armee zum Landekopf vor Salerno durch.

. Bildunterschrift der Propagandaabteilung ...
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10. Abtransport italienischer Internierter

9.– 26.9.1943
Ägäisches Meer
Nach Bekanntwerden der ital. Kapitulation kommt es auf Rhodos zu Kämpfen zwischen den schwächeren dt. Einheiten und der stärkeren ital. Besatzung, die am 11.9. kapituliert. Damit wird die brit. Besetzung der Insel unmöglich. Vom 10.-17.9. werden von leichten brit. Fahrzeugen (ML und MTB) und griech. Caiques kleinere brit. Kampfgruppen und Commandos nach Castellorizzo, Kos, Leros, Kalymnos, Samos, Symi und Stampalia gebracht. Vom 12.-14.9. bringen die ind. Sloop Sutlej, der griech. Zerstörer Kondouriotis sowie die franz. Sloops La Moqueuse und Commandant Dominé brit. Truppen nach Castellorizzo, eine Wiederholung dieses Unternehmens am 16.9. muss aber abgebrochen werden. Die gelandeten Truppen richten sich mit Hilfe der ital. Besatzungen zur Verteidigung ein. Am 16.9. treffen 6 Zerstörer der brit. 8. Z-Flottille, Faulknor, Echo, Intrepid, Eclipse, Raider und Vasilissa Olga, aus dem zentralen Mittelmeer in Alexandrien ein. Der dt. Admiral Ägäis, VAdm. Lange (RK), versucht, die Ägäis-Inseln zu verstärken und lässt die ital. Gefangenen abtransportieren (siehe Kriegsverbrechen).

Bei Angriffen auf solche Geleite wird am 14.9. das griech. U-Boot Katsonis (Lt. Laskos) durch den dt. U-Jäger UJ 2101 (Kptlt. Vollheim) gerammt und versenkt. Am 17.9. versenken Echo und Intrepid den U-Jäger UJ 2104 vor Stampalia, am 17./18.9. greifen die Zerstörer Faulknor, Eclipse und Vasilissa Olga (griech.) einen Konvoi an und versenken 2 Frachter der Mittelmeer-Reederei, Pluto (ex-franz., ex-holl.) und Paula (ex-franz. PLM 12) . Am 23.9. versenkt die Eclipse südlich Rhodos das dt. T-Boot TA 10 (ex-franz. La Pomone) und den Dampfer Donizetti (2428 BRT) mit 1576 ital. Militärinternierten an Bord, von denen offenbar niemand gerettet wird. TA 10 wird zwar in den Hafen von Rhodos geschleppt, wird aber am 25.9. von der Besatzung selbst versenkt. Am 23.9. wird der dt. Frachter Dithmarschen (1171 BRT) auf dem Weg von Milos nach Kreta von einem Lufttorpedo getroffen und versenkt. Bei Gegenangriffen der dt. Luftwaffe versenken Ju 88 des LG.1 am 26.9. im Hafen von Leros die Zerstörer Intrepid (brit.) und Vasilissa Olga (griech.) und am 1.10. den ital. Zerstörer Euro. (Forts. 3.-12.10.).

9.9.– 3.12.43
9.– 30.9.1943
Indischer Ozean
Das ital. U-Boot Cagni (KKpt. Roselli-Lorenzini), das auf dem Marsch im Südatlantik den brit. Hilfskreuzer Asturias (22.048 BRT) am 25.7. torpediert hat, operiert bis zum 9.9. ohne Erfolg vor Südafrika und läuft nach der ital. Kapitulation am 20.9. in Durban ein. Der zur Aufnahme ital. U-Boote in See gegangene Kolonialkreuzer Eritrea entkommt von Sabang nach Colombo.

Von den von Penang aus operierenden jap. U-Booten versenkt I-27 (Kptlt. Fukumura) am 10.9. vor der indischen Westküste die brit. Larchbank (5151 BRT), die amerik. Lyman Stewart (7176 BRT) wird am 7.9. durch einen Blindgängertreffer leicht beschädigt und am 9.9. erneut mit Torpedo angegriffen, kann aber ausweichen. I-10 (Kpt.z.S. Tonozuka) operiert im Sept./Okt. erfolgreich im Golf von Aden. Es versenkt am 14.9. den norw. Tanker Bramora (6361 BRT) und am 24.9. die amerik. Elias Howe (7176 BRT).

Nach einer Brennstoffversorgung aus dem Tanker Brake vom 9.-14.9. operieren die dt. U-Boote der Gruppe »Monsun« an der indischen Westküste, im Golf von Oman, im Golf von Aden, an der ostafrikanischen Küste und um den Chagos-Archipel. Dabei versenkt U 532 (FKpt. Junker) am 19.9. die brit. Fort Longueuil (7128 BRT) und am 29.9. die norw. Banffshire (6479 BRT), U 188 (Kptlt. Lüdden) versenkt am 21.9. die amerik. Cornelia P. Spencer (7176 BRT) und greift am 28.9. vor der indischen Westküste mit 6 Torpedos erfolglos einen Konvoi an.

1.8.– 3.10.43
9.9.– 3.10.1943
Nordmeer
Fortsetzung Unternehmen »Wunderland II«: U 711 untersucht am 9.9. die Wardroper-Insel und beschießt am 18. und 24.9. die sowj. Funkstationen Pravdy und Blagopoluchiya. Ende September lösen U 703 (Oblt.z.S. Brünner), U 601 und U 960 die Boote der Gruppe »Wiking« ab. Am 30.9. erfassen sie den von Osten kommenden sowj. Konvoi VA.18 mit dem Minenleger Murman (Kpt. 3.Rg. Pochmelnov), den Minensuch-Trawlern T-886, T-896 und T-909 sowie 4 Dampfern. U 960 (Oblt.z.S. Heinrich) versenkt bei den Sergeja-Kirova-Inseln den Frachter Arkhangelsk (2480 BRT) und verfehlt die Mossovet, am 1.10. versenkt U 703 die Sergey Kirov (4146 BRT), U 601 verfehlt die Murman und wird von ihr beschossen, U 960 versenkt T-896 und verfehlt die A. Andreev. Aus der Gruppe »Monsun« mit U 269, U 277, U 387, U 713, U 307, U 355, U 360, U 737 und U 956 halten jeweils 4-5 U-Boote Positionen zwischen Spitzbergen und der Bären-Insel besetzt.

10.– 16.9.1943
Schwarzes Meer
Zur Einleitung einer sowj. Großoffensive gegen den dt. Kuban-Brückenkopf werden unter Führung von KAdm. Kholostyakov am 10.9. auf 129 Kleinfahrzeugen in 2 Treffen 8935 Mann der verstärkten 255. Marine-Inf.Brig. im Hafen von Novorossisk gelandet, nachdem 25 Torpedokutter unter Kpt. 2.Rg. Protsenko die Einfahrt geöffnet und Widerstandsnester ausgeschaltet haben. Im Hafengelände werden die sowj. Einheiten durch 2 dt. Marine-Kompanien unter Kptlt. (MA) Hoßfeld (RK) und zusätzliche Verstärkungen in schwere Kämpfe verwickelt und z.T. aufgerieben, ehe die planmäßigen Absetzbewegungen im Rahmen der Räumung des Kuban-Brückenkopfes beginnen. Durch die dt. Abwehr gehen die sowj. Torpedokutter TKA-124, TKA-125 und die Wachkutter SKA-025, SKA-032 und SKA-084 verloren.

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11. Deutsche Besetzung Korsikas im November 1942.
Im Hintergrund der alte Kreuzer Bari (ex-dt. Pillau).

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10.– 30.9.1943
Thyrrhenisches Meer
Evakuierung deutscher Truppen von Sardinien: 25.000 Mann, 2300 Fahrzeuge, 5000 t Material werden über die Straße von San Bonifacio nach Korsika transportiert. Nach Übereinkunft mit der ital. Besatzung marschieren die Truppen nach Bastia und werden von dort auf dem Luftweg (21.107 Mann und 350 t Material) oder auf dem Seeweg (6240 Mann, 1200 Gefangene, 5000 t Material) nach Livorno und Elba evakuiert. Unter dem Kommando von Kpt.z.S. v. Liebenstein werden 15 Dampfer und rund 120 Fährprähme und sonstige kleine Fahrzeuge eingesetzt.

Das niederl. U-Boot Dolfijn (Kptlt. v. Oostrom-Soede) erbeutet am 10.9. östl. von Bastia das ital. U-Boot Corridoni, torpediert am 11.9. vor Korsika den ital. Frachter Humanitas (7890 BRT), der aufgesetzt werden muß und nicht mehr repariert werden kann, und attackiert am 13.9. bei Sestri Levante zwei deutsche Transportleichter mit dem Bordgeschütz (unbestätigt). Bei einem US-Luftangriff am 21.9. gehen 5 Dampfer verloren.

Ab dem 11.9. werden franz. Soldaten von Algier nach Ajaccio (Korsika) transportiert: am 11.-13.9. 109 Mann durch das franz. U-Boot Casabianca (FKpt. D´Herminier), am 13.-14.9. 500 Soldaten und 60 t Material durch die franz. Zerstörer Le Fantasque und Le Terrible (KKpt. Perzo), am 14.-16.9. 30 Soldaten und 7 t Material durch das U-Boot Perle, am 16.-17.9. 550 Mann und 60 t Material durch die Zerstörer Le Fantasque, Tempête und L´Alcyon, am 16.-18.9. 5 t Material durch das U-Boot Aréthuse, am 17.-18.9. 400 Mann eines US Kommandos sowie 20 t Material durch die ital. Zerstörer Legionario und Oriani, am 19.-21.9. 1200 Mann, 110 t Material, 6 Geschütze und 6 Fahrzeuge durch den Kreuzer Jeanne d´Arc und die Zerstörer Le Fantasque, Tempête und L´Alcyon, am 22.-23.9. 1500 Mann und 200 t Material durch den Kreuzer Montcalm und Zerstörer Le Fantasque, am 23.-25.9. 350 Soldaten, 100 t Material, 21 Geschütze und 30 Fahrzeuge durch die Zerstörer Le Fortuné, L´Alcyon, das Landungsschiff LST 79 sowie die Minensucher MMS 1 und MMS 116, am 25.9. 850 Mann und 160 t Material durch die Jeanne d´Arc, am 26.9. 750 Mann, 100 t Material, 12 Geschütze und 10 Fahrzeuge durch die Montcalm und den brit. Zerstörer Pathfinder, am 28.-30.9. 200 Mann, 4 Geschütze, 70 Fahrzeuge durch die Le Fortuné und LST 79 (beide bei dt. Luftangriff beschädigt, letzteres sinkt), am 30.9.-1.10. 700 Mann und 170 t Material durch die Jeanne d´Arc und L´Alcyon

10.– 27.9.1943
Atlantischer Ozean
Dt. U-Boot-Operationen vor der brasilian. Küste. U 161 (Kptlt. Achilles) versenkt am 20.9. die brit. St. Usk (5472 BRT), am 26.9. die bras. Itapagé (4998 BRT) und möglicherweise auch den bras. Segler Cisne Branco (300 BRT), bevor es selbst am 27.9. durch Flugboot Mariner P2 der VP 74 USN versenkt wird (Forts. 8.10.-12.11.)

Details ...
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12. S 46 in einer Bucht im Schwarzen Meer

11.9.1943
Schwarzes Meer

Das dt. S-Boot S 46 geht östl. Feodosia bei einem Jagdbomber-Angriff verloren.

11.9.1943
Luftkrieg Japan

B-24 und B-25 Bomber der 11. US-Luftflotte bombardieren Paramushiro (Kurilen) und beschädigen den Kreuzer Abukuma durch Nahtreffer.

11.9.1943
Südwestpazifik

Der jap. Minensucher W-16 sinkt auf bei einem Luftangriff von B-24 Bombern südlich von Makassar (Celebes).

11.17.9.1943
Luftkrieg Italien
Luftangriffe im Landungsraum Salerno. Nach Reorganisation der KG.100 (Major Jope) führt die III./KG.100 (Hptm. Döhler) mit der Gleitbombe FX 1400 und die II./KG.100 (Major Hollweg) mit der Gleitbombe Hs 293 Angriffe auf den Landungsraum Salerno, begleitet von Fw-190 Jabo- und Ju-88 Bomberangriffen.

Am 11.9. morgens fliegen 16 Do-217 K2 Bomber der III/KG.100 FX 1400 Angriffe gegen die US Kreuzer Philadelphia und Savannah, dabei wird zunächst das niederl. Kanonenboot. Flores (Lt.Cdr. Bax) von zwei Nahtreffern beidseitig schwer beschädigt, kann aber vom Schlepper Moreno nach Palermo eingebracht und später repariert werden. Die Philadelphia (Capt. Hendren) wird um 100 Meter verfehlt, bleibt unbeschädigt, hat jedoch Verwundete. Die Savannah (Capt Cary) wird von einer FX 1400 auf dem dritten 15,2cm Turm getroffen, die Bombe durchschlägt das ganze Schiff und reißt im Schiffboden ein großes Leck auf, durch das große Mengen Wasser in die Munitionskammern eindringen und eine Explosion verhindern (197 Tote). Am Abend gelingt es dem schwerstens beschädigten Schiff, mit eigener Kraft Malta zu erreichen. -- Am 12.9. greifen Do-217 E-5 der II./KG.100 mit Hs 293 Gleitbomben an, doch verfehlen sie ihre Ziele, 1 Maschine geht verloren.

Am 13.9.morgens greifen konventionell bewaffnete Jabos und Bomber sowie die II./KG.100 und die III./KG.100 die weiter auswärts liegenden Schiffe an. Das britische Lazarettschiff Newfoundland (Capt. Wilson) wird mittschiffs von einer Hs 293 getroffen und beginnt zu brennen (21 Tote). US Zerstörer Plunkett (Lt.Cdr. Burke) erhält den Befehl, die Besatz­ung zu bergen und das Schiff mit Artillerie selbst zu versenken. -- Am 13.9. nachmittags greifen Do-217 K2 der III./KG.100 ein. Eine einzelne Maschine trifft den brit. Kreuzer Uganda mit einer FX 1400, die das ganze Schiff durchschlägt und ein großes Leck verursacht, durch das 1400 Tonnen Seewasser eindringen (16 Tote). Der Schlepper Narragansett zieht den schwer beschädigten Kreuzer aus der Gefahrenzone, doch wird das Schiff erst 1945 wieder einsatz­bereit. Später am Nachmittag werden die brit. Zerstörer Nubian und Loyal durch Nahtreffer von FX 1400 beschädigt, die Philadelphia bleibt unbeschädigt.

Am 14.9. und 15.9. greifen die II./KG.100 mit Hs293, die III./KG 100 mit FX 1400 und Fw-190 Jabos und Ju-88 Bomber mit Bordwaffen und Bomben an. Es ist nicht möglich, sicher festzustellen, von welchen Waffen die angegriffenen Transporter Bushrod Washington und James W. Marshall getroffen wurden bevor sie sinken (7 bzw. 63 Tote).

Am 16.9., während Fw-190, aus dem Sonnenlicht kommend, kleinere brit. Schiffe angreifen, wenden sich 6 Do-217 K2 der III./KG.100 mit FX 1400 Gleitbomben den britischen Schlachtschiffen Warspite und Valiant zu. 3 Do-217 werfen FX 1400 ab. Die erste, vom Flugzeug des Oblt. Schmetz gestartet, detoniert dicht neben der Steuerbordseite der Warspite (Capt. Packer) und reißt ein großes Leck auf, durch das viel Wasser einströmt. Die zweite von Fw. Meyer gelenkte FX 1400 durchschlägt das Panzerdeck und fünf weitere Decks und detoniert im Kesselraum 4, dabei ein neues Leck im Schiffsboden reißend. Die dritte FX 1400, gelenkt von dem Obgfr. Mrowitzki, detoniert auch an der Steuerbordseite etwas weiter achtern (9 Tote, zahlr. Verletzte). Die Besatzung rettet das schwerstens beschädigte Schlachtschiff, das Malta und später Gibraltar erreichen kann. -- Am 17.9. verliert die III./KG.100, nach einem erfolglosen Angriff auf die Philadelphia, eine Maschine, die  II./KG.100 sogar 3 Flugzeuge.

11.– 22.9.1943
Ostpazifik
Der dt. Hilfskreuzer Schiff 28 / Michel (Kpt.z.S. Gumprich) versenkt in der Nacht zum 11.9. auf halbem Weg zwischen Panama-Kanal und Tahiti im freien Pazifik den norweg. Tanker India (9977 BRT). Am 22.9. gerät der Hilfskreuzer auf der Route Panama-Kanal-Australien in einen kleinen Konvoi mit den U-Jägern SC-1042, SC-1045 und 2 Hilfsfahrzeugen, der wegen Überschätzung des Gegners nicht angegriffen wird.

11.9.– 11.11.1943
Südpazifik
Im Gebiet der Neuen Hebriden operiert seit 23.8. eine japan. U-Boot-Gruppe. I-39 (KKpt. Tanaka) versenkt am 11.9. den US Flottenschlepper Navajo. Im Gebiet der Fiji-Inseln klärt I-26 auf. Am 15.9. wird Ro-101 vom Zerstörer Saufley und 2 Flugzeugen der VP-23 versenkt.Eine zweite Welle jap. U-Boote operiert von Mitte September bis Anfang November im Raum der Neuen Hebriden mit I-171, I-39, I-181, I-32, I-21 und Ro-36, von denen nur I-21 (KKpt. Inada) am 11.11. den US Frachter Cap San Juan (6711 BRT) versenkt.

12.9.1943
Italien
Am 12. September 1943 befreien Fallschirmjäger unter Kommando von Generalleutnant Student und ein SS-Kommando unter Otto Skorzeny den abgesetzten Diktator Mussolini aus seinem Internierungsquartier, einem Hotel unterhalb des Gran Sasso in den Abruzzen. (Fortsetzung 23.9.43).

12.9.1943
Mittelmeer
Das ital. U-Boot Topazio (Kptlt. Casarini) wird von Bisley ‚J’ der RAF-Sq. 13 vor Sizilien versenkt, da es sich nicht klar zu erkennen geben konnte.

13. Vizeadmiral Kieseritzky 
(† 19.11.1943)

12.9.– 9.10.1943
Schwarzes Meer
Dt. 17. Armee (Gen. d. Pion. Jaenecke) räumt in planmäßigem Zurückgehen über vorbereitete Sperrstellungen den Kuban-Brückenkopf (Unternehmen »Brunhild«) und verhindert dabei Durchbrüche der gleichzeitig zum Angriff angetretenen sowj. Nordkaukasus-Front (Gen.Oberst Petrov). Unter Einsatz von dt. MFP der 1., 3., 5. und 7. L-Flottillen (Kptlt. Giele, FKpt. Strempel, KKpt. Mehler, KKpt. Stelter), Siebelfähren, Pionierfähren sowie Schleppern und Leichtern und Fluß-Zugschiffen werden unter der Leitung des Adm. Schwarzes Meer, VAdm. Kieseritzky (RK) und des Seekommandanten Kaukasus, Kpt.z.S. Grattenauer, 239.669 Mann, 16.311 Verwundete, 27.456 Zivilpersonen, 115.477 t Material, 21.230 Kraftfahrzeuge, 27.741 bespannte Fahrzeuge, 1815 Geschütze, 74 Panzer, 74.657 Pferde und 6255 Stück Vieh über die Straße von Kertsch abtransportiert. Überholende Landungen, die von sowj. leichten Fahrzeugen an der Süd- und von der sowj. Azov-Flottille (KAdm. Gorshkov) an der Nordküste durchgeführt werden, können die dt. Bewegungen nicht mehr behindern. Die Sicherung der Kertsch-Straße gegen Einbrüche sowj. Schiffe übernehmen die 1. S-Flottille, die 3. R-Flottille und Artillerieträger, dabei mehrfach Gefechte mit sowj. leichten Streitkräften, so am 17., 20. und 24.9. Bei einem Angriff der 1. S-Flottille gegen Anapa am 26./27.9. werden mehrere an der Pier liegende Dampfer getroffen.

Am 30.9. führen die sowj. Zerstörer Sposobny, Boiki und Besposhchadny einen erfolglosen Vorstoß gegen die dt. Räumungstransporte an der Südküste der Krim. Vor der Kaukasusküste versenkt das dt. U 18 (Oblt.z.S. Fleige) am 18.9. bei Tuapse einen Konvoi, U 20 (Oblt.z.S. Schöler) legt am 20.9. vor Soshi eine Minensperre, auf der am 29.9. der sowj. Seeleichter Dunay II (1150 BRT) verloren geht. Südlich Evpatoria verfehlt am 22.9. das sowj. U-Boot S-33 den von dem rumän. Zerstörer Regele Ferdinand gesicherten Dampfer Santa Fé. Am gleichen Tag sinkt M-51 (Kptlt. Golubev) vor Ochemchiri durch einen Tauchunfall, wird aber am 25.9. gehoben und 1944 erneut in Dienst gestellt. Am 28.9. läuft M-113 (Kpt. 3.Rg. Strizhak) westlich der Krim auf eine Mine, erreicht aber schwer beschädigt seinen Stützpunkt.

12.9.– 20.10.1943
Mittelmeer
Deutsche U-Boot-Operationen. Angriffe gegen den Landekopf Salerno am 12., 15. und 24.9. von U 565, U 616 und nochmals U 565 schlagen fehl, nur U 593 (Kptlt. Kelbling) versenkt am 21.9. den Liberty-Frachter William W. Gerhard (7176 BRT) und am 25.9. den US-Minensucher Skill. Vor der alger. Küste versenkt U 410 (Oblt.z.S. Fenski) am 26.9. aus dem Konvoi UGS.17 (Sicherung durch Korvetten Gloxinia, Primula, Minensucher Frolic und 3 A/S-Trawler) die norw. Christian Michelsen (7176 BRT). Vor der Cyrenaika versenkt U 596 (Kptlt. Jahn) am 4.10. aus dem Konvoi XT.4 den norw. Tanker Marit (5542 BRT).

13.9.1943
Nordatlantik
Fw 200 der I./KG.40 versenken 250 sm südwestl. Kap Finisterre den brit. Frachter Fort Barbine (7135 BRT).

14.9.1943
Biskaya
Das brit. Unterseeboot Upstart läuft auf dem Weg ins Mittelmeer den franz. Fischkuttern Grotte de Bethlehem und Torpille (insg. 95 BRT) über den Weg und versenkt sie, nachdem die Besatzungen auf Rettungsflöße übersteigen durften.

14.– 20.9.1943
Nordatlantik
Am Abend des 12.9. hat Bletchley Park erneut Meldungen über Wartestellungen und Versorgungspositionen von U-Booten entschlüsselt. Auf dtsch. Seite kündigen sich technische Entwicklungen wie »Aphrodite« (Radar-Täuschungsballon), »Hagenuk« (Funkmeßbeobachtungsgerät im cm-Bereich) und »Zaunkönig« (Akustischer Zielsuchtorpedo) an. Doch die Marschrouten der Konvois ON.201 (EG C1 mit den Zerstörern Assiniboine, Forester und den Korvetten Agassiz, Celandine, Galt, Lunenburg) und HX.256 (EG C5 mit dem Zerstörer Kootenay und den Korvetten Arvida, Eyebright, Kitchener, Sudbury, Wetaskiwin) werden wie geplant eingehalten.

Am 15.9. erhalten die Boote der Gruppe »Leuthen«, die von Norwegen kommenden U 238, U 422 und U 275 und die aus ihrem Warteraum bzw. aus Frankreich kommenden U 341, U 260, U 386, U 338, U 731, U 305, U 270, U 645, U 402, U 584, U 229, U 666, U 641, U 952, U 378, U 758, U 377 und U 603, vom B.d.U. den Befehl, am 20.9. einen neuen Vp.-Streifen zu bilden, um den nächsten nach Westen gehenden Geleitzug abzufangen. Am gleichen Tag wird die TG.21.12 mit dem Träger Bogue norwärts zu einem entdeckten Versorgungspunkt beordert, erreicht ihn aber zu spät, denn die Versorgung von U 536 und U 170 durch U 460 ist bereits am 15.9. beendet worden. U 536 operiert später südlich Nova Scotia, kommt aber nicht zum Angriff.

Westlich der Biskaya wehrt die 2nd Support Group (Cpt. Walker, Sloops Starling, Kite, Wild Goose, Woodcock, Wren) mehrfach Angriffe dt. Ju 88 ab. Am 16.9. wird die neue kanad. 9th EG (Cdr. Dobson, Zerstörer St. Croix, brit. Fregatte Itchen und die Korvetten Chambly, Morden, Sackville) angewiesen, nicht die 2nd SG abzulösen, sondern nach Nordwesten zu marschieren, um die Konvois auf der nördlichen Route zu unterstützen, da diese das Ziel neuer dt. Angriffe zu werden scheinen. (Reguläre Geleitzug-Bewegungen im Nordatlantik, a.a.O.)

14.– 25.9.1943
Nordsee
Am 14.9. geht der dt. Hilfsminensucher M 3410 / Waalrus bei einem Torpedoangriff brit. MTB westl. Ijmuiden verloren. Am 25.9 wird das dt. Vorpostenboot V 316 (sowj. Neubau-Auftrag) zwischen Den Helder und Ijmuiden durch Lufttorpedotreffer versenkt.

16.9.1943
Norwegen
Beaufighter-Torpedoflugzeuge der RNzAF Sq. 489 versenken bei Kvassheim den norw. Frachter Graziella (2137 BRT).

16.– 25.9.1943
Luftkrieg Frankreich
Schwere Luftangriffe der 8. US Luftflotte auf Nantes und La Pallice. Am 16.9. werden in Nantes das Räumboot R 19 sowie die in Ausrüstung befindlichen Torpedoboote TA 2 (ex-franz. L´Agile) und TA 4 (ex-franz. L´Entreprenant) sowie der Sperrbrecher 184 / Bernisse vernichtet. Am 22.9. wird in Nantes der Tanker Jenny (623 BRT), am 23.9. ebenfalls dort die Tanker Ermland (11.232 BRT) und Wangerland (ex-frz. Le Loing, 3481 BRT) sowie der Blockadebrecher Kulmerland (7363 BRT) versenkt, am 25.9. sinken auch die Tanker Monsun (8038 BRT) und Nordstern (6994 BRT). In La Pallice werden am 16.9 der Sperrbrecher 16 / Tulane, auf dem die Schäden eines Minentreffers vom 8.4. repariert werden, und der Hilfsminensucher M 4461 / Hirondelle III durch Bomben zerstört. Bei einem Angriff brit. Jagdbomber wird am 16.9. vor Le Havre das dt. Vorpostenboot V 1515 / Rotherbaum versenkt. Es wird später gehoben und repariert.

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15. Luftbild von Tarawa

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17.– 19.9.1943
Zentralpazifik
US Luftangriffe auf Tarawa. Am 17.-18.9. greifen 25 Liberator-Bomber der 11th Bomb Group der 7. US Air Force, von Canton und Funafuti aus, Tarawa (Gilbert-Inseln) an. Am 18./19.9. führt die Task Force TF.15 (RAdm. Pownall mit den Trägern Lexington, Princeton, Belleau Wood) Angriffe gegen Tarawa durch. Sicherung durch die Kreuzer Santa Fé, Birmingham und Mobile sowie die Zerstörer Stevens, Caldwell, Ringgold, Coghlan, Schroeder, Hazelwood, Bradford, Harrison, John Rodgers, McKee, Bancroft, Dashiell mit dem Tanker Guadeloupe. Es werden 190 Flugzeugeinsätze geflogen, 4 Flugzeuge gehen verloren. Am 19.9. wiederholen die Liberators den Angriff. 12 jap. Flugzeuge und 2 Schnellboote werden vernichtet.

17.9.– 1.10.43
Südwestpazifik
Vor Neuguinea gehen die amerik. Schnellboote PT 136 (17.9.) und PT 63 (1.10.) durch Strandung verloren und werden anschließend selbstversenkt.

17.9.– 9.10.1943
Luftkrieg Westeuropa
Minenoffensive des RAF Bomber Command: In 14 Nächten werden 414 Einsätze geflogen, Ziele sind die franz. Häfen entlang der Biskaya und des Kanals, der niederl. Küste, der friesischen Küste, das Gebiet vor Helgoland, das Kattegatt und erstmals die Danziger Bucht (29./30.9.). Verluste: 3 Flugzeuge. Erfolge: Am 17.9. gehen die dt. Hilfsminensucher M 3600 (ex-holl. Motor I) und M 3604 (ex-holl. Oceaan VI) westl. Ostende verloren, am 23.9. das Räumboot R 93 vor Dünkirchen. Am 13.10. sinkt der Transporter Telde (2969 BRT) vor Aalborg und am 22.10. das alte Torpedoboot T 157 vor Danzig-Neufahrwasser.

18.– 23.9.1943
Nordatlantik
Als am Morgen des 18.9. in Bletchley Park die Meldung an die Gruppe »Leuthen« zur Bildung eines neuen Vp.-Streifens entschlüsselt wird, gibt es Probleme mit der Feststellung der Endpunkte der Aufstellung. Sie werden nämlich nicht durch Quadratangaben, sondern durch Mitteilung unbekannter Bezugspunkte angewiesen. Dies führt dazu, daß die Ausweichbewegung der Konvois ONS.18 und ON.202 zu gering bemessen wird. Am 19.9. wird jedoch ein Erinnerungs-Funkspruch des B.d.U. entschlüsselt, der wichtige taktische Anweisungen enthält.

Am 19.9. werden Liberators der RAF-Sq. 86 und RCAF-Sq. 10 zur Luftsicherung ausgeschickt. Die Liberator ‚A’ der RCAF-Sq. 10 versenkt U 341 (Oblt.z.S. Epp). Die brit. Admiralität leitet die Konvois nach Nordwesten um: ON.202 mit 38 Schiffen, gesichert durch EG C2 mit den Zerstörern Gatineau (Cdr. Burnett) und Icarus, der Fregatte Lagan, den Korvetten Polyanthus, Drumheller und Kamloops, ONS.18 mit 27 Schiffen, gesichert von EG B3 mit den Zerstörern Keppel und Escapade, der Fregatte Towy (Cdr. Evans), den Korvetten Orchis, Narcissus, Roselys, Lobélia, Renoncule und dem Trawler Northern Foam. Im Konvoi ferner der »Merchant Aircraft Carrier« Empire MacAlpine. Vormittags erhält die kanad. 9th Support Group mit der Fregatte Itchen, den Zerstörern St. Croix und den Korvetten Chambly, Sackville und Morden den Befehl, zum Konvoi ONS.18 zu stoßen. Am Abend des 19.9. geraten einige deutsche U-Boote, ohne es selbst zu bemerken, in die Sicherung dem ONS.18, Roselys verfolgt ein U-Boot mit Wabos, Escapade wird bei einem »Hegdehog«-Angriff durch Frühzünder schwer beschädigt.

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16. Merchant Aircraft Carrier

Am 20.9. früh meldet U 270 (Kptlt. Otto) den ON.202, wird dabei mit HF/DF gepeilt und von der Fregatte Lagan (LtCdr. Bridgeman) angesteuert. U 270 trifft Lagan mit einem T-5 ins Achterschiff, Gatineau drückt U 270 unter Wasser. Lagan wird eingeschleppt, aber zum konstruktiven Totalverlust. Der B.d.U. setzt die Gruppe »Leuthen« an. Der eingepeilte zweite Fühlungshalter U 238 (Oblt.z.S. Hepp) wird von der Polyanthus abgedrängt, folgt aber der Korvette und kann 3 Stunden später im Unterwasserangriff die US Liberty-Schiffe (7176 BRT) Theodore Dwight Weld versenken und Frederick Douglass torpedieren, das zweite wird am Abend von U 645 (Kptlt. Ferro) versenkt. T-5-Schüsse von U 645 und U 402 (KKpt. Frhr. v. Forstner) gegen die das Rettungsschiff Rathlin sichernden Gatineau und Polyanthus gehen fehl. Am Vormittag des 20.9. setzt Luftsicherung durch Liberators der RAF-Sq. 120 ein. Noch bevor genügend U-Boote in der Nähe des Konvois versammelt sind, gibt U 338 (Kptlt. Kinzel) das verabredete Signal »Bleibe zur Abwehr oben«, woraufhin sich die U-Boote mit ihrer Flak gegen die Luftsicherung den Weg zum Konvoi erkämpfen sollen. Allein kämpfend wird U 338 von Liberator ‚F’ der RAF-Sq. 120 mit einem akustisch-zielsuchenden U-Jagdtorpedo »Fido« versenkt (Anmerkung). Nachdem auch U 731 abgedrängt ist, geht die Fühlung zunächst verloren. Die Admiralität ordnet die Vereinigung beider Konvois unter dem SOE Cdr. Evans an, sie ist am Abend abgeschlossen. Das Fühlung gewinnende U 386 wird eingepeilt und von Keppel und Roselys mit Wabos belegt, ein Angriff von U 260 gegen Dampfer bei einsetzender Dämmerung schlägt wegen Blindgängern fehl. Die auf eine HF/DF-Peilung angesetzte St. Croix (LtCdr. Dobson) wird von U 305 (Kptlt. Bahr) mit T-5 getroffen und mit Fangschuss versenkt, während die Itchen zur Unterstützung anläuft: in ihrem Kielwasser detoniert ein weiterer T-5.

In der Nacht zum 21.9. versuchen die U-Boote, sich den Weg zu den Dampfern »freizuschießen«. Mit T-5 verfehlt U 229 die Icarus, die beim Ausweichen mit der Drumheller leicht kollidiert. U 260 (Kptlt. Purkhold) verfehlt die Narcissus; die zur St. Croix entsandte Polyanthus wird von U 952 (Oblt.z.S. Curio) versenkt. Weitere T-5-Schüsse von U 229, U 641, U 270, U 377 und U 584 gehen fehl oder detonieren im Kielwasser der anlaufenden Escorts. Am Morgen des 21.9. setzt Nebel ein, Renoncule und Roselys drängen das mit Horchpeilungen noch Fühlung haltende U 377 ab. In aufreißenden Nebellöchern startet Empire MacAlpine ihre Swordfish-Flugzeuge zur Luftsicherung. Am Abend kommt U 584 heran und führt 7 andere Boote in die Nähe, 2 Boote werden von Renoncule, 1 Boot von Roselys abgedrängt, U 584 von Chambly nach einem T-5-Fehlschuß mit Artillerie beschädigt, U 952 von Northern Foam fast gerammt.

Am 22.9. früh drängen Roselys, Lobélia und Renoncule je ein weiteres Boot ab, das mit HF/DF gepeilte U 229 (Oblt.z.S. Schetelig) wird von Keppel mit Artillerie und Rammstoß versenkt. Erst am Nachmittag lichtet sich der Nebel, Swordfishs der Empire MacAlpine und Liberators der RCAF-Sq. 10 übernehmen die Luftsicherung, U-Boote nehmen den Kampf mit der Flak auf und drängen die Flugzeuge z.T. ab. U 377 und U 270 werden beschädigt. U 402 wehrt einen Bomber ab. U 260 wird von Itchen nach HF/DF-Peilung unter Wasser gedrückt, U 952 verfehlt mit T-5 die Renoncule, U 731 eine andere Korvette. In der Nacht sichtet Morden vor dem Konvoi U 666 (Kptlt. Engel), das 2 T-5 schießt, von denen einer dicht hinter der Morden detoniert, der zweite die Itchen durch Volltreffer zur Explosion bringt (227 Tote einschließlich der zuvor von St. Croix und Polyanthus Geretteten). In der entstehenden Unordnung versenkt U 238 mit 5 Einzelschüssen die norw. Frachter Oregon Express (3642 BRT), Skjelbred (5096 BRT) und die brit. Fort Jemseg (7134 BRT). Ein T-5 von U 260 detoniert im Kielwasser der Chambly.

Am Morgen des 23.9. setzt wieder Nebel ein, nach Hellwerden müssen sich die U-Boote erneut gegen die Liberators der RCAF-Sq. 10 zur Wehr setzen, dabei wird U 422 beschädigt. U 952 versenkt noch die amerik. Steel Voyager (6198 BRT) und trifft die James Gordon Bennett (7176 BRT) mit einem Blindgänger, U 758 (Kptlt. Manseck) verfehlt die zurückgebliebenen Rathlin und Lobélia. Am Vormittag des 23.9. muß die Operation abgebrochen werden. Die Erfolge der U-Boote (mit 24 T-5-Schüssen wurden 12 Escorts als versenkt, 3 weitere als wahrscheinlich versenkt gemeldet) führen zu einer erheblichen Überschätzung der Wirksamkeit des neuen Torpedos.  In Wirklichkeit werden 6 Handelsschiffe mit 36.422 BRT versenkt und 4 Escorts vernichtet. Im Gegenzug gehen U 229 und U 338 verloren.

Der ostgehende Konvoi HX.227, Sicherung durch Escort Group B6 mit den Zerstörern Fame und Vanquisher, der Fregatte Devenon und den Korvetten Kingcup, Potentilla (norw.) und Rose (norw.), weicht den am ON.202/ONS.18 hängenden U-Booten erfolgreich aus.

17. Dalmacija ex Kleiner Kreuzer Niobe

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20.9.1943
Ostsee
Das dt. U 346 (Oblt.z.S. Leisten) sinkt bei einer Tauchpanne vor Hela.

21.– 22.9.1943
Adriatisches Meer
Die brit. MTB 226 und MTB 228 greifen nordwestlich Zara den alten dt. Kreuzer Niobe (ex Dalmacija) an.

21.– 23.9.1943
Mittelmeer
Britische U-Boot-Operationen: Im westl. Mittelmeer versenkt das poln. Dzik (LtCdr. Romanowski) am 21.9. mit Torpedoschüssen in den Hafen von Bastia (Korsika) den dt. Tanker Nikolaus (ex griech. Nicolaou Ourania, 6397 BRT) und einen Schlepper. Uproar (Lt. Herrick) versenkt am 22.9 die ital. Andrea Scarallino (731 BRT) und vom 24.-27.9. zusammen mit dem poln. Dzik und dem brit. Ultor (Lt. Hunt) den dt./frz. Tanker Champagne (9946 BRT). Sibyl (Lt. Tumer) versenkt am 23.9. die dt./frz. St.Nazaire (2910 BRT), und am 30.9. das Begleitschiff M 7022/ Hummer (ex frz. Auguste Denise, 278 BRT). Sickle (Lt. Drummond) und Sportsman (Lt. Gatehouse) versenken am 28.9. im Hafen von Aléria (Korsika) zwei ital. Fischereisegler mit 76 BRT Im Tyrrhenischen Meer versenkt Unseen (Lt. Crawford) am 21.9. das dt. Minenschiff Brandenburg (ex frz. Kita, 3895 BRT) sowie das Nachtjagdleitschiff Kreta (ex frz. Ile de Beauté, 2600 BRT).

. Blickwechsel ...
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18. Tirpitz im Netzkasten an ihrem Liegeplatz im 
Faettenfjord (Norwegen)

21.– 27.9.1943
Norwegen
Operation »Source«: Brit. Angriff mit Klein-U-Booten gegen die schweren dt. Schiffe im Alta-Fjord. Von den großen U-Booten Thrasher, Truculent, Stubborn, Syrtis, Sceptre und Seanymph geschleppt, sollen die Klein-U-Boote X 5, X 6, X 7, X 9, X 10, X 8 in den Fjord eindringen und die Schlachtschiffe Tirpitz, Scharnhorst und den Kreuzer Lützow mit Grundminen angreifen. Auf dem Anmarsch gehen X 9 und X 8 verloren, X 5 sinkt vermutlich in einem Minenfeld im Fjordeingang, X 10 muss wegen einer Panne umkehren, nur X 6 (Lt. Cameron) und X 7 (Lt. Plaice) gelingt es, bis in den Netzkasten der Tirpitz vorzudringen und dort die Minen zu legen, durch deren Detonation das Schlachtschiff schwer beschädigt wird und bis März 1944 ausfällt. 

Unternehmen »Hermelin«: Am 23.9. läuft der Schwere Kreuzer Lützow (Kpt.z.S. Stange), unter Sicherung der 5. Z-Flottille mit den Zerstörern Erich Steinbrinck, Paul Jacobi, Friedrich Ihn, Z 27 und vor Südwestnorwegen Z 38, zur Verlegung in die Ostsee aus. Es wird von brit. Aufklärung am 26. und 27.9. erfaßt, doch stoßen die von Shetland aus angesetzten Beaufighter und Tarpon- (= Avenger-) T-Bomber der FAA-Sq. 832 achtern an dem Schiff vorbei, das ohne Angriffe am 1.10. Gotenhafen erreicht.

22.9.– 3.10.1943
Südwestpazifik
VII. Amphibious Force (TF.76, RAdm. Barbey) mit schnellem Transporter Brooks sowie einigen LST und LSI landet die 20. austral. Brigade beiderseits Finschhafen. Unterstützung durch US-Zerstörer Lamson, Mugford, Drayton, Flusser. Sicherung der Landungsverbände durch US-Zerstörer Conyngham, Perkins, Smith, Reid, Mahan, Henley. Am 25.9. versuchen die jap. U-Boote I-177 und I-176 letztmalig Lae und Finschhafen zu versorgen. Gegen die US-Operation werden die jap. U-Boote Ro-100, Ro-104 und Ro-108 angesetzt, von denen Ro-108 (Kptlt. Arai) am 3.10. die Henley (Cdr. Adams) versenkt. Am 2.10. wird Finschhafen erobert.

23.9.1943
Allgemeine Lage / Italien

Der ital. Diktator Mussolini gründet nach seiner Absetzung (am 25.7.) und der Befreiung durch die Deutschen (12.9.) seine vollständig von Deutschland abhängige und seit September 1943 von deutschen Truppen besetzte »Repubblica Sociale Italiana« (RSI) mit der Hauptstadt Salò am Gardasee. Das Königreich Italien mit König Viktor Emanuel III. unter Protektion der Alliierten erkennt die RSI offiziell nicht an.

Die Seestreitkräfte der »Marina Nazionale Repubblicana« (MNR) besitzen keine schweren Schiffe mehr, sondern nur noch Schnellboote sowie kleinere Kampfschiffe und U-Boote. In den Werften befindet sich neben einigen leichteren Einheiten zwar noch der schwere Kreuzer Bolzano in Reparatur, kommt jedoch bis Kriegsende nicht mehr zum Einsatz (das ältere Schlachtschiff Conte di Cavour bleibt in Triest zur Reparatur in deutscher Hand). Die MNR verfügt aber auch über einige spezialisierte Einheiten wie Kampfschwimmer, Torpedoreiter und Marineinfanterie. Diese »Maró« genannten Soldaten der »Flottiglia Decima« bzw. Division San Marco unter Führung von Adm. Junio Valerio Borghese sind in der Folge zur See wie auch infanteristisch am Kampf gegen die Alliierten und ital. Partisanen beteiligt. Außer im Mittelmeer ist die Marine der RSI noch im Schwarzen Meer gegen die Sowjetunion aktiv, wobei sie zahlreiche Minen legt und es ihr gelingt, einige sowjetische Schiffe und U-Boote zu versenken.

Die italienische »Sozialrepublik« besteht bis Ende April 1945. Die Lombardei wird zusammen mit dem Piemont und Venetien erst in den letzten Kriegstagen befreit, nachdem die Alliierten am 19. April 1945 bei Bologna nach Norden durchgebrochen sind.

23.9.1943
Schwarzes Meer
Vor Kertsch wird bei einem sowj. Luftangriff das dt. Räumboot R 30 versenkt.

24.– 25.9.1943
Nordsee
Minenunternehmen »Probestück« mit 29 dt. S-Booten der 2., 4., 6. und 8. S-Flottille vor Harwich und Orfordness. Es werden 120 Minen geworfen. Bei Gefechten versenkt S 96 (Lt.z. Sander) den brit. Trawler Franctireur, wird aber selbst vom brit. ML 145 gerammt und muß aufgegeben werden. 3 brit. Motor Launches werden beschädigt.

24.– 26.9.1943
Nordatlantik
Auf dem Weg ins Mittelmeer wird U 667 westlich von Gibraltar von den »Leigh Light« Wellingtons ‚D’ und ‚R’ der RAF-Sq. 179 beschädigt und muß nach Frankreich umkehren. Auf dem Rückmarsch wird das Boot erneut angegriffen, diesmal von der Wellington ‚X’ der RAF-Sq. 179 und den Hudsons ‚T’ der Sq. 233 und ‚N’ der Sq. 48 der RAF. Es wird wiederum beschädigt, erreicht aber am 11.10. St. Nazaire.

24.– 28.9.1943
Mittelmeer

Gegen erbitterten ital. Widerstand landen deutsche Truppen am 24.9. auf Korfu und am 25.9. auf Kephalonia. Im Gebiet um die Insel Korfu werden die ital. Torpedoboote Stocco (24.9.), Sirtori (25.9.) und Cosenz (27.9.) bei dt. Luftangriffen zerstört. Auf Befehl Hitlers werden der bis dahin kommandierende ital. General von Kephalonia und seine Offiziere in Gefangenschaft erschossen, 6500 Kriegsgefangene werden auf den Dampfern Italia, Argentinia und Diana von Durazzo nach Triest verbracht. Auch der ital. Kommandeur von Korfu wird am 28.9. festgesetzt und erschossen, desgleichen etwa 650 Soldaten. Mehr als 10.000 Soldaten kapitulieren. Von den Transportern für Kriegsgefangene gehen Elsi und Ardena durch (Luft-)Minentreffer verloren. Auf Ardena kommen rund 720 von 840 an Bord befindlichen italienische Gefangene um; darunter viele Soldaten der Division »Acqui«, die dem vorausgegangenen Massaker durch dt. Soldaten nur knapp entgangen sind (vgl. weitere Kriegsverbrechen).

25.9.– 7.10.1943
25.9.– 3.10.1943
Südpazifik
Vom 25.-28.9. bringen die Japaner rund 100 Landungsboote und andere Kleinfahrzeuge an den Nordstrand von Kolombangara, um die Besatzung (GenMaj. Sasaki) zu evakuieren. Deckung 11 Zerstörer und die U-Boote Ro-105, Ro-106 und Ro-109, von denen eines den US-Kreuzer Columbia verfehlt. Danach Ansatz von US-Zerstörergruppen zur Blockade von Kolombangara: am 27./28.9. Capt. Gillan mit Charles Ausburne, Claxton, Dyson, Spence, Foote, am 29./30.9. Capt. Walker mit Patterson, Foote, Ralph Talbot, McCalla, am 1./2.10. Capt. Cooke mit Waller, Eaton, Cony und Cdr. Chandler mit Radford, Saufley, Grayson, am 2./3.10. Cdr. Larson mit Ralph Talbot, Taylor, Terry, am 3./4.10. Gruppe Chandler. Mit Zerstörern, schnellen Transportern, Landungsbooten usw. gelingt es den Japanern (KAdm. Ijuin) 9400 Mann zu evakuieren. Rund 1/3 der Kleinfahrzeuge mit rund 1000 Mann fällt den US-Zerstörern zum Opfer. Am 3.10 schließen die Japaner schließen die Räumung von Kolombangara ab (Forts. 6./7.10.)

26.9.1943
Thyrrhenisches Meer
Der dt. U-Jäger UJ 2218 / Tadorna läuft nahe Addenza im Golf von Genua auf Grund und geht verloren.

26.– 27.9.1943
Kanal
Brit. Angriff auf einen dt. Konvoi mit dem Frachter Madali (3019 BRT), der von Le Havre nach Dünkirchen marschiert. Geleitsicherung durch M 507/ Von der Groeben und M 534/ Jungingen, die Minensucher M 82, M 84 und Vorpostenboot V 1507. Während die brit. MGB 108, MGB 118 und MGB 117 versuchen, weitere Sicherungsfahrzeuge der 15. Vp.-Flottille (KKpt. Rall), V1501, V1509, V1511, V1512 sowie der 2. M-Flottille (KKpt. Pinkepang) von der Seeseite her anzugreifen, greifen die niederl. MTB 202, MTB 204 und MTB 231 (Lt. Larive) sowie das brit. SGB4/ Grey Fox (Lt. Scott) und 3 weitere SGB vor Fécamp und Bercq-sur-Mer von der Küste aus an und versenken V 1501/ Wiking 7, den Frachter Madali und das Begleitschiff M 534 / Jungingen. Bei L’Abervrach geht das Minensuchboot M 4616 / Maurice-Jacqueline durch Strandung verloren.

26.– 30.9.1943
Ostsee
Ein Il-4 Torpedoflugzeug (F/Oblt. Ju.E. Bunimovich) des 1. Minen-Torpedo-Garderegiments der Baltischen Rotbannerflotte torpediert am 26.9. südl. von Windau (Lettland) den dt. Frachter Hildegard (1260 BRT). Das Schiff war mit einer Landung Kohlen auf dem Weg nach Riga. Am 30.9. versenkt ein sowjetisches Torpedoflugzeug vor Steinort den Seeleichter Züllchow 17 (397 BRT).

27.9.1943
Biskaya
Das auslaufende U 221 (Kptlt. Trojer) wird von Halifax ‚B’ der RAF-Sq. 58 versenkt, dabei wird das Flugzeug mit der Flak abgeschossen. Die 6 Besatzungsmitglieder des Flugzeugs werden von dem brit. Zerstörer Mahratta gerettet.

27.9.1943
Norwegen
Westlich von Bodö geht das dt. Vorpostenboot V 5705 / Elsaß (ex norw. Oter I) durch eine nicht geklärte externe Explosion (wahrscheinlich auf einer dt. Mine) verloren.

27.9.1943
Südpazifik
Vor Wewak (Neuguinea) greifen B-24 Bomber und P-38 Jäger der USAAF erneut den japanischen Nachschubverkehr an und versenken den Transporter Teisei Maru (1957 BRT) und die 4 kleineren Frachter Sakihana Maru, Taisho Maru, Fuji Maru, and Kiri Maru.

27.9.– 1.10.1943
Nordatlantik
Gegen den vom dt. B-Dienst erfassten Konvoi ON.203 (Escort Group C4) wird am 27.9. im mittleren Nordatlantik die U-Boot-Gruppe »Rossbach« mit U 389, U 279, U 643, U 641, U 731, U 539, U 666, U 336, U 758, U 584, U 610, U 419, U 378, U 952, U 645, U 260, U 603, U 275, U 448, U 305, U 631 und U 402 aufgestellt. Der Konvoi umgeht den Vp.-Streifen am 28./29.9. nordwärts. Trotz anschließender Verschiebung der Gruppe »Rossbach« nach Norden passiert auch der vom B-Dienst gemeldete Konvoi ONS.19 (Escort Group C3) den Streifen am 30.9. nordwärts, dabei wird U 279 von einer Hudson der RAF-Sq. 269 angegriffen. Keine ernsthaften Schäden. (Fortsetzung 1.-5.10.).

General Eisenhower

 
 

Marschall Badoglio

28.9.1943
Südpazifik
Bei einem USAAF Luftangriff östlich von Buka (Salomonen) wird der japan. Minenleger Hoko versenkt.

29.9.1943
Allgemeine Lage / Italien
An Bord des brit. Schlachtschiffs Nelson unterzeichnen General Eisenhower für die Alliierten und Marschall Badoglio die Kapitulation Italiens. Bei einem heftigen Unwetter vor Salerno geht 1 LCT verloren, 12 LCT werden beschädigt and 58 Landungsboote werden an den Strand geworfen.

29.– 30.9.1943
Kanal
Minenunternehmen »Talsohle« wird von der dt. 5. Torpedobootsflottille mit Kondor, Greif, T 19, T 26 und T 27 durchgeführt. Sicherung durch 5. S-Flottille mit 6 Booten.

30.9.1943
Norwegen
Brit. Bomber versenken bei Stad den norweg. Routendampfer St. Svithun (1376 BRT).
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Chronik des Seekrieges

Fortsetzung im Text


Anmerkung:

*) Original postwar assessment changed by the FDS/NHB in October 1992. The attack by Liberator F of 120 Sqn RAF on 20 September 1943 in position 57'40n/29'48w, formerly credited with the destruction of U 338, was actually directed against U 386 inflicting no damage. U 338 reported last on 20 September 1943 from the approximate position 57'20n/30'00w while operating against convoy ON.202/ONS.18. When the boat thereafter failed repeatedly to signal its position, it was posted as missing effective 21 September 1943. There is presently no known explanationfor its loss. (Axel Niestlé)