1940 Oktober

 

 

 

1.10.1940
Allgemeine Lage / Finnland
Abschluß eines dt.-finn. Abkommens über dt. Waffenlieferungen an Finnland. Dafür räumt Finnland Deutschland das Vorkaufsrecht für alle Erzkonzessionen ein (Nickelgruben bei Petsamo).

1.10.1940
Mittelmeer / Funkaufklärung
Die ital. Marine führt einen neuen streng geheimen Verschlüsselungscode mit neuen Codebüchern und Tabellen ein.

1.– 4.10.1940
Mittelatlantik

Die brit. Force H mit dem Schlachtkreuzer Renown und Zerstörern läuft aus, um das franz. Schlachtschiff Richelieu abzufangen, da befürchtet wird, daß es aus Dakar in einen Biskaya-Hafen verlegt werden soll. Am 1.10. operieren die Schiffe im Seegebiet um die Azoren wegen einer möglichen dt. Invasion auf die Kanaren. Am 4.10. kehrt die Force H zurück nach Gibraltar.

1.– 8.10.1940
Mittelmeer
Einsatz der ital. U-Boote Ametista, Gemma und Tricheco in den Südostzugängen der Ägäis. Am 6.10. versenkt Tricheco (Kptlt. Avogadro di Cerricone) irrtümlich die Gemma. In der Ägäis operiert Zaffiro.

1.– 30.10.1940
Luftkrieg Nordsee / Kanal / Großbritannien
Die 9. Flieger-Div. wirft in zahlreichen Einsätzen vor brit. Häfen und Flussmündungen insgesamt 715 Luftminen, davon allein 317 in der Themsemündung, 81 in der Humbermündung, 45 in der Teesmündung, 40 vor Liverpool und 39 im Firth of Forth. Die übrigen Minen werden u.a. vor Hartlepool, Cardiff, Sunderland, Plymouth und Swansea geworfen. In der Humbermündung sinkt am 9.10. der Minensuchtrawler Sea King.

Bei Sheerness läuft am 11.10. der Zerstörer Jersey auf eine Mine und wird schwer beschädigt, am 12.10. sinken ebenda der Marinetrawler Resolvo und die Motoryacht Astrid, am 14.10. bei Spurn Head (Humber) der Tonnenleger Reculver (683 BRT). Am 16.10. läuft der brit. Minensucher Dundalk auf eine Luftmine vor Harwich (er sinkt am 17.10. bei Abschleppversuchen durch Minensucher Sutton), am 21.10. ebenda der Minensuchtrawler Waveflower. In der Themse-Mündung sinken am 16.10. das Schnellboot MTB 106, am 19.10. der Zerstörer Venetia, am 31.10. das Schnellboot MTB 16 durch Luftminentreffer.

An Handelsschiffen gehen verloren: Vor der Westküste am 26.10. im Bristol-Kanal die norw. Strombus (6549 BRT) und vor Liverpool der brit. Tanker Dosinia (8053 BRT), am 27.10. südlich von Barry die niederl. Margaretha (325 BRT) und am 28.10. die Devonia (98 BRT) und die Wythburn (420 BRT). Im Kanal am 6.10. bei Plymouth die Jersey Queen (910 BRT). Vor der Ostküste am 5.10. bei Hartlepool die niederl. Ottoland (2202 BRT), am 17.10. südlich von Aldeburgh die Frankrig (1361 BRT), am 19.10. bei Harwich der Trawler Velia (290 BRT), am 21.10. in der Themse die Houston City (4935 BRT), die aufgesetzt und im November durch Fliegerbomben zerstört wird, am 22.10. bei Aldeburgh der Trawler Joseph Button (290 BRT), am 25.10. bei Spurn Head die Trawler Carlton (207 BRT) und Windsor (222 BRT), am 27.10. vor Hartlepool die Suavity (634 BRT), am 28.10. bei Spurn Head die Sagacity (490 BRT) und in der Themse-Mündung die Sheaf Field (2719 BRT) und am 29.10. ebenda das Verklappungsschiff G.W. Humphreys (1500 BRT).

 

1. Britischer Kreuzer Devonshire

 

2.10.1940
Mittelmeer
Die brit. Kreuzer Orion und Sydney (RAN) beschießen die Gegend von Maltezana auf Stampalia (Ägäis).

2.– 9.10.1940
Mittelatlantik / Kamerun
Zum Schutz von französisch Kamerun werden 1564 Soldaten einer brit. Brigade am 2.10. an Bord des Transporters Westernland von Freetown nach Duala transportiert. Deckung durch den Kreuzer Devonshire, die Zerstörer Escapade, Faulknor, Foresight, Fury und die frei.-franz. Sloops Savorgnan de Brazza, Commandant Dominé und Commandant Duboc. Die Truppen werden zwischen dem 7. und 9.10. abgesetzt. Am 9.10. geht General de Gaulle vom Minensuchboot Commandant Duboc in Duala an Land und hisst erstmalig die frei-französische Flagge auf dem franz. Gebiet.

2.– 30.10.1940
Nordatlantik

Bei Einsätzen der I./KG.40 gegen Seeziele in den Gewässern westl. Großbritannien (»Western Approaches«) versenkt am 2.10. eine Fw 200 an der Südwestspitze Irlands den Dampfer Latymer (2218 BRT), am 8.10. beschädigt eine Fw 200 das Passagierschiff Oronsay (20.043 BRT), am 26.10. wird die Empress of Britain (42.349 BRT) beschädigt (siehe 20.10.-5.11.1940) und am 30.10. versenkt eine Fw 200 westl. Irland den griech. Dampfer Victoria (4202 BRT).

3.10.– 16.11.1940
Atlantik / Indischer Ozean
Truppentransportkonvoi WS.3, der in eine schnelle (WS.3F mit 18 kn) und in eine langsame Gruppe (WS.3S mit 14 kn) geteilt wird, bringt 17.000 Soldaten als Verstärkung für eine geplante Offensive der Briten gegen die ital. Armee nach Ägypten.

Gruppe WS.3S läuft am 3.10. mit dem Transporter Oropesa (14.118 BRT) und 4 MT-Schiffen unter Sicherung des Kreuzers Sheffield als »Ocean Escort« und 6 Zerstörer als »Western Approaches Escort« (bis 4.10.) von Liverpool aus. Am 9.10. löst der Schwere Kreuzer Cumberland die Sheffield ab. Am 16.-17.10. versorgt der Konvoi in Freetown, dort schließt sich ein 2., bisher allein gefahrener Transporter Highland Brigade (14.134 BRT) dem Konvoi an, der am 24.10. Kapstadt erreicht.

Gruppe WS.3F läuft am 7.10. mit den 7 Transportern Capetown Castle (27.002 BRT), Winchester Castle (20.012 BRT), Georgic (27.759 BRT), Oronsay (20.043 BRT) vom Clyde und Orontes (20.097 BRT), Monarch of Bermuda (22.424 BRT) und Duchess of York (20.021 BRT) von Liverpool aus; Sicherung der Clyde-Gruppe durch insgesamt 7, nacheinander heranschließende, Zerstörer. Die zurückfallende Oronsay wird am 8.10. von einer Fw 200 angegriffen und beschädigt und muß im Geleit des Hilfskreuzers Cheshire und zweier Zerstörer nach Glasgow zurücklaufen. Am 9.10. übernimmt Kreuzer Kenya die »Ocean Escort« und die Zerstörer laufen zurück. Die 3 wertvollen Transporter der Liverpool-Gruppe laufen aufgrund von Mängeln in der Koordination der Geleitsicherung bis zum 12.10. ohne (!) Geleitschutz durch die luft- und U-Boots-gefährdeten »Western Approaches« und werden dann in den Konvoi aufgenommen. Am 18.10 erreicht WS.3F Freetown und läuft am 20.10., nun mit dem Schweren Kreuzer Dorsetshire als Geleit, weiter nach Kapstadt, wo er am 28.10. eintrifft. Nach Ausschiffung der Truppen kehren Capetown Castle und Winchester Castle um.

Von Kapstadt laufen die Gruppen wiederum getrennt aus: am 29.10. WS.3S mit Kreuzer Cumberland, der durch Hilfskreuzer Carthage abgelöst wird, am 30.10. WS.3F mit Dorsetshire, am 3.11. treffen beide Gruppen westl. Madagaskar zusammen und laufen allein mit Dorsetshire weiter. Im Golf von Aden wird die Sicherung durch die Leichten Kreuzer Caledon und Carlisle, den Zerstörer Kimberley und 2 Sloops verstärkt. Der Konvoi erreicht nach 44 Tagen schließlich Ägypten.

4.10. – 6.11.1940
Nordsee
Die schwed. Fischkutter Hugin (6.10.), Essie (23.10.) und Elly (6.11.) gehen durch Luftminentreffer im Skagerrak verloren.

4.– 9.10.1940
Mittelmeer
Im Golf von Genua versenkt das brit. U-Boot Triton (LtCdr. Watkins) am 4.10. den ital. Dampfer Franca Fassio mit 1860 BRT und beschießt am 6.10. Savona und Vardo, vor Durazzo versenkt Regent (LtCdr. Browne) am 5.10. den ital. Segler Maria Grazia (188 BRT) und am 9.10. den ital. Dampfer Antonietta Costa (5900 BRT). Das brit. U-Boot Rainbow (LtCdr. Moore) kollidiert am 4.10. in der Adria vor Durazzo mit dem italienischen Handelsschiff Antonietta Costa und sinkt.

5.– 16.10.1940
Nordatlantik
Bei Operationen gegen Einzelfahrer im und dicht vor dem Nordkanal versenken die Typ II-U-Boote: U 58 (Oblt.z.S. Schonder) am 9.10. den brit. Dampfer Confield (4956 BRT), einen Nachzügler des Konvois HX.76, U 59 (Kptlt. Matz) am 7.10. das norweg. Motorschiff Touraine (5811 BRT) und am 12.10. das brit. Motorschiff Pacific Ranger (6865 BRT), U 137 (Oblt.z.S. Wohlfarth) torpediert und beschädigt am 14.10. den Hilfskreuzer Cheshire (10.552 BRT). Den estn. Einzelfahrer Nora (1186 BRT) versenkt am 13.10.das Typ IX-Boot U 103 (KKpt. Schütze).

 

 

2. Begrüßung des BETASOM in Bordeaux. 

23.9.- 5.11.40
5.– 27.10.1940
Mittel- und Nordatlantik

Operationen einer dritten Welle ital. U-Boote im Atlantik (seit 23.9.). Die erste Gruppe mit Da Vinci, Otaria, Glauco, Veniero, Nani und Cappellini operiert im Gebiet der Azoren und von Madeira, die zweite mit Calvi, Tazzoli und Argo vor der span.-portug. Küste. Es versenken: Nani (KKpt. Polizzi) am 5.10. den U-Jagd-Trawler Kingston Sapphire in der Gibraltar-Straße und am 27.10. den schwed. Einzelfahrer Meggie (1583 BRT), Cappellini (KKpt. Todaro) am 15.10. den belg. Dampfer Kabalo (5186 BRT) aus dem schon aufgelösten Konvoi OB.223, Tazzoli (KKpt. Raccanelli) am 12.10. den jugosl. Einzelfahrer Orao (5135 BRT). Ende Oktober / Anfang November stehen mehr italienische als deutsche U-Boote im Operationsgebiet Atlantik.

7.10.1940
Kanal

Operation »Lucid«: ein geplanter, mehrmals verschobener Angriff (Capt. Agar) auf die deutsche Invasionsflotte mit einigen Zerstörern und zahlreichen MGB, MTB, Minensuchern und "Brandern" wird abgebrochen, nachdem das Führungsschiff, der Geleitzerstörer Hambledon (Cdr. Carlill), durch Minentreffer vor South Foreland schwer beschädigt wird.

7.– 10.10.1940
Mittelmeer
Die ital. 14. Zerstörer-Flottille (Kpt.z.S. Galati) mit Vivaldi, Da Noli und Tarigo (Marocello wegen Maschinenschaden ausgefallen) legt in der Nacht vom 7./8.10. ostwärts Cap Bon die Sperre 4.AN mit 176 Minen, in der Nacht vom 9./10.10. südlich Malta die Sperre M.3 mit 174 Minen. Auf der ersten Sperre sinkt am 22.12. der brit. Zerstörer Hyperion, auf der zweiten wird am 11.10. der brit. Zerstörer Imperial beschädigt (siehe 8.-14.10.).

7.– 19.10.1940
Norwegen
Vor Norwegen operieren die niederl. U-Boote O.22, O.23 und das franz. Rubis. Von den brit. U-Booten sind weiterhin Snapper, Seawolf, Sunfish, Triumph, Tetrarch und Cachalot eingesetzt.

7.– 31.10.1940
Australien
Der dt. Hilfskreuzer Schiff 33 / Pinguin (Kpt.z.S. Krüder) kapert am 7.10. den norweg. Tanker Storstad (8998 BRT) mit 12.000 Tonnen Dieselöl an Bord, der Hilfskreuzer kann von diesem betankt werden. Die Prise wird zum Hilfsminenleger Passat (Kptlt.(S) Warning) ausgerüstet. Schiff 33 / Pinguin wirft am 28.10. und 31.10. Minensperren vor Sydney und Hobart, die Passat am 29.10. und 30.10. in der Bank Straße und dem östl. Eingang zur Bass Straße. Auf den Minen gehen verloren: am 7.11. der brit. Dampfer Cambridge (10.846 BRT), am 8.11. das amerik. Motorschiff City of Rayville (5883 BRT), am 5.12. das brit. Motorschiff Nimbin (1052 BRT), am 26.3.1941 der austral. Fischdampfer Millimumul (287 BRT). Am 7.12. wird der brit. Frachter Hertford (10.293 BRT) durch Minnetreffer schwer beschädigt.

8.10.1940
Biskaya
In der Biskaya verfehlt das brit. U-Boot Trident das dt. U 31 mit einem Torpedo und führt ein Artilleriegefecht mit dem dt. Boot, das dabei leicht beschädigt wird.

8.10.1940
Südatlantik
Dt. Hilfskreuzer Thor (Kpt.z.S. Kähler) versenkt den brit. Dampfer Natia (8715 BRT).

8./9.10.1940
Kanal
Die 5. T-Flottille (KKpt. Henne) stößt mit Greif, Seeadler, Kondor, Falke, Wolf und Jaguar ins Seegebiet der Isle of Wight vor. 

8.– 9.10.1940
Gewässer um England
Deutsche Flugzeuge versenken am 8.10. an der schottischen Ostküste nördlich von Montrose die Bellona II (840 BRT) und am 9.10. im St.-Georgs-Kanal bei Smalls Rock die Alderney Queen (633 BRT).

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3. HMS Ajax vor dem Krieg

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8.– 14.10.1940
Mittelmeer
Operation »MB.6«:
Ein brit. Versorgungskonvoi mit den Transportern Memnon, Lanarkshire, Clan Macauley und Clan Ferguson, gesichert von den Flakkreuzern Calcutta, Coventry und den austral. Zerstörern Stuart, Voyager, Waterhen und Wryneck, läuft von Alexandria nach Malta. Deckung durch die Mittelmeerflotte (Adm. Cunningham) mit den Schlachtschiffen Warspite, Valiant, Malaya, Ramillies, den Trägern Illustrious, Eagle, den Kreuzern York, Gloucester, Liverpool (3. Kreuzergeschwader), Ajax, Orion, Sydney (7. Kreuzergeschwader) und 16 Zerstörer der 2., 10. und 14. Z-Flottille. In Gewitterstürmen erreicht der Konvoi Malta am 11.10. unbemerkt, der Zerstörer Imperial wird auf einer ital. Mine beschädigt. Auf Sichtmeldung eines ital. Zivilflugzeuges über den zurückmarschierenden Verband hin versucht Supermarina im Ionischen Meer einen Hinterhalt zu legen. Die 1. T-Boot-Flottille (KKpt. Banfi) mit Airone, Alcione und Ariel greift in der Nacht zum 12.10. überraschend, aber erfolglos den Kreuzer Ajax (Capt. McCarthy) an. Im Abwehrfeuer sinken Airone und Ariel, Alcione rettet die Besatzung der sinkenden Airone und entkommt. Die auf dem Kampfplatz eintreffende 11. Zerstörer-Flottille (Kpt.z.S. Margottini) mit Artigliere, Aviere, Camicia Nera und Geniere werden im Anlauf ebenfalls vom Abwehrfeuer der Ajax erfast, Artigliere erhält schwere, Aviere leichte Treffer. Camicia Nera nimmt Artigliere in Schlepp, wird am 13.10. morgens von einem Sunderland-Flugboot erfasst, das 3 Swordfish der Illustrious heranführt, die sie jedoch nicht treffen. Bei Annäherung des brit. Kreuzers York (Capt. Portal) wirft Camicia Nera die Schleppleinen los, Artigliere wird nach Aussteigen der Besatzung versenkt. Die zur Unterstützung von Messina ausgelaufene 3. Kreuzerdivision mit Trieste, Trento und Bolzano und 3 Zerstörern der 14. Flottille kommt zu spät. Von dem Lazarettschiff Aquileja werden 225 Überlebende geborgen. Auf dem Rückmarsch am 14.10. abends wird der Kreuzer Liverpool von einem ital. Flugzeug mit einem Torpedo am Vorschiff getroffen (Reparaturarbeiten in den USA bis Januar 1942).

9.– 20.10.1940
Nordatlantik

Während U 124 und U 47 weit im Westen Wetterpositionen besetzen, operieren U 48, U 101, U 93, U 100, U 46, U 99, U 28 zusammen mit den schon länger in See stehenden U 123 und U 38 in wechselnden Aufstellungen im Gebiet um die Rockall Bank und vor dem Nordkanal.

U-Boot-Operationen gegen alliierte Geleitzüge: U 103 (KKpt. Schütze) greift am 9.10. den Konvoi SC.6 (Sicherung durch den Sloop Enchantress) an, versenkt die griech. Dampfer Zannes Gounaris (4407 BRT), Delphin (3816 BRT) und beschädigt den brit. Dampfer Graigwen (3697 BRT). U 123 (Kptlt. Moehle) versenkt am 10.10. die durch U 103 beschädigte Graigwen. U 48 (Kptlt. Bleichrodt) versenkt am 11./12.10. aus dem Konvoi HX.77 die norw. Brandanger (4624 BRT), die brit. Port Gisborne (8390 BRT) sowie den norw. Tanker Davanger (7102 BRT). Am 12.10. versenkt U 101 (Kptlt. Frauenheim) den kanad. Nachzügler Saint Malo (5779 BRT), am 13.10. noch U 37 (Kptlt. Clausen) die brit. Stangrant (5804 BRT). U 93 (Kptlt. Korth) versenkt am 15.10. aus dem OB.227 die brit. Hurunui (9331 BRT), U 103 die Thistlegarth (4747 BRT). Am selben Tag gewinnt U 138 (Oblt.z.S. Lüth) Fühlung am OB.228, versenkt den brit. Dampfer Bonheur (5327 BRT) und beschädigt den brit. Tanker British Glory (6993 BRT). Am 16.10. kommt U 93 heran, verfolgt den Konvoi, der eine weite Ausweichbewegung nach Norden macht, bis zum 20.10. und versenkt am 17.10. die norw Dokka (1168 BRT) und die brit. Uskbridge (2715 BRT), am 18.10. versenkt U 48 noch den Nachzügler Sandsend (3612 BRT), alle anderen Boote stehen zu weit ab.

10.– 11.10.1940
Luftkrieg Frankreich
Schwere brit. Luftangriffe (der 812. Sqn FAA) auf dt. Zerstörer in Brest: Hans Lody, Friedrich Eckoldt und Theodor Riedel haben nur Splitterschäden und einige Personalverluste (3 Tote, 14 Verletzte).

11.10.1940
Luftkrieg England
Bei einem schweren Luftangriff auf Liverpool werden im Hafen die Dampfer Clan Mactaggert (7622 BRT), Clan Cumming (7264 BRT), Virgilia (5723 BRT) sowie das Motorschiff Highland Chieftain (14.135 BRT) schwer beschädigt.

 
 

4. HMS Revenge war an der Beschießung von 
Cherbourg beteiligt

11.– 12.10.1940
Kanal
Operation »Medium«: Das brit. Schlachtschiff Revenge, gesichert durch die 5. Z-Flottille mit Javelin, Jupiter, Kelvin, Kipling, Jackal, Jaguar, Kashmir und die 3. Motorkanonenboot-Flottille mit den MGB 46, MGB 40, MGB 42, MGB 43, MGB 44, beschießen in der Nacht zum 11.10. die Hafeneinrichtungen von Cherbourg. Revenge feuert 120 x 381mm und die Zerstörer 801 x 120mm. Ein Verband mit den Kreuzern Newcastle, Emerald und den Zerstörern HMS Wanderer, Broke sowie OPR Garland und Burza feuert Leuchtgranaten.

In der Nacht zum 12.10. versenken die brit. Schnellboote MTB 22, MTB 31 und MTB 32 vor Calais die »Seelöwe«-Fischdampfer Nordenham und Brandenburg. Beide fuhren als Seenotschiffe für Flieger.

Operation »Willi«: Abends am 11.10. zweiter Vorstoß der 5. T-Flottille (KKpt. Henne) mit Greif, Kondor, Falke, Seeadler und Wolf ins Seegebiet vor der Isle of Wight. Bei Gefechten mit leichten brit. Streitkräften werden die frei-franz. U-Jäger Ch 6 und Ch 7 sowie die Trawler Listrac (778 BRT) und Warwick Deeping (445 BRT) versenkt. Auf dem Rückmarsch kurzes Gefecht mit den brit. Zerstörern Jackal, Jaguar, Jupiter, Kelvin, Kipling.

11.– 26.10.1940
Mittelatlantik
Von Toulon marschiert das vichy-franz. U-Boot Vengeur nach Oran (11.-13.10.) und von dort zusammen mit den U-Booten Monge, Pégase und L’Espoir nach Casablanca (16.-18.10.) und weiter nach Dakar (23.-26.10.).

11.– 26.10.1940
Indischer Ozean / Rotes Meer
Der letzte Truppentransportkonvoi der Serie, AP 3½, besteht aus einem Geleit für 2 Nachzügler des AP.3, Columbia Star und Clan McArthur, von Durban nach Suez. In den ersten 2 Tagen begleitet vom AMC Kanimbla marschieren beide Transporter ohne Eskorte bis zum Roten Meer, wo sie von den Kreuzern Carlysle, Shropshire, Zerstörer Defender und Sloop Paramatta (austr.) in Geleit genommen werden.

11./12.10.1940
Nordsee
Minenoperation der 2. S-Flottille (KKpt Petersen) mit S 30, S 34, S 36, S 55, S 56 östl. Orfordness mit 12 Minen M/08, 4 EMD, 4 Reiß- und 12 Sprengbojen. Die 3. S-Flottille (KKpt. Kemnade) mit S 18, S 24, S 33, S 57 und S 12 sowie die 1. S-Flottille (Kptlt. Birnbacher) mit S 26, S 27, S 28, S 37 und S 54 stehen ohne Feindberührung in See. Auf dem Rückmarsch läuft S 37 (Oblt.z.S. Schultze-Jena †) 40 sm östlich Orfordness auf eine Mine und sinkt.

12.10.1940
Allgemeine Lage / Großbritannien
Hitler verschiebt die Landung auf England auf das Frühjahr 1941. Bis dahin sollen die Vorbereitungen jedoch als militärisches Druckmittel aufrechterhalten werden

12.– 20.10.1940
Mittelmeer
Ostwärts Gibraltar operieren 2 ital. U-Boote und fallen der brit. U-Bootjagd zum Opfer: Durbo wird am 18.10. durch die Zerstörer Firedrake und Wrestler mit Unterstützung durch 2 London-Flugboote der RAF-Sqn. 202 versenkt; die dabei von einem Prisenkommando erbeuteten Chiffretabellen und Operations-Anweisungen führen am 20.10. zur Versenkung der Lafolè durch die Zerstörer Gallant, Hotspur und Griffin.

13.10.1940
Mittelmeer
Auf dem Rückmarsch von Operation »MB.6« greifen 9 Swordfish-Bomber der 815. und 819. Sq. FAA (von den brit. Trägern Illustrious und Eagle, die durch zwei Kreuzer und Zerstörer gesichert werden, den Hafen von Laki auf Leros an. Das brit. Kanonenboot Ladybird beschießt Sidi Barrani.

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5.  Frachter Genua (1949 BRT).
Er wurde 1939 zum Netzleger umgebaut.

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13./14.10.1940
Norwegen
Ein brit. Zerstörerverband (Capt. Vian) mit Cossack, Ashanti, Maori und Sikh greift in der Nähe von Egersund einen für Trondheim bestimmten dt. Geleitzug (Netzverband) mit den Hilfskriegsschiffen Genua, Netze, Triton, Rau VII unter Sicherung von M 1102, M 1105 und M 1106 an. Im Nachtgefecht sinkt Netzleger Genua (I, 1949 BRT) nach Torpedotreffer des Zerstörers Cossack; Luftwaffentransporter Netze (1025 BRT) wird von Ashanti und Maori mit Artillerie beschossen, brennt aus und wird am Nachmittag durch Fangschuß von M 1106 versenkt, Minensuchboot M 1102 / H.A.W. Müller wird in Brand geschossen und beschädigt. Der Versuch, bei Tagesanbuch die ablaufenden Zerstörer mit Kampfflugzeugen zu stellen, bleibt erfolglos (Dieter Jung: Schiffe und Boote der Luftwaffe).

13.– 14.10.1940
Mittelmeer
Bei Minenunternehmungen der ital. U-Boote Foca (KKpt. Giliberto) am 13.10. vor Haifa und Zoea (KKpt. Bernabò) am 14.10. vor Jaffa geht ersteres aus ungeklärter Ursache verloren.

14./15.10.1940
Nordsee
2. S-Flottille führt mit S 33, S 36, S 30, S 34, S 55, S 56, Minenverseuchung mit 16 Minen, 4 EMD, 4 Reiß- und 12 Sprengbojen östl. Orfordness durch. S 56 durch Minen-Detonation leicht beschädigt.

Mitte Oktober 1940
Südwestpazifik
Von Flugplätzen um Hanoi aus greift die japanische Marineluftwaffe den Schiffsverkehr in der Burma-Strasse an.

15.10.1940
Allgemeine Lage / Ostsee
Finnland verpflichtet sich gegenüber der Sowjetunion vertraglich, die Aaland-Inseln nicht zu befestigen.

15.10.1940
Südwestpazifik
Hilfskreuzer Orion (FKpt. Weyher) versenkt auf dem Weg nach Ponape das norw. Motorschiff Ringwood (7203 BRT).

15.– 18.10.1940
Nordsee / Kanal
Bei Operationen brit. U-Boote im Kanal greift das brit. U-Boot L.27 am 15.10. einen dt. Konvoi an. Am 18.10. wird H.49 bei Terschelling durch die dt. U-Jäger UJ 111, UJ 116 und UJ 118 versenkt. Bergungsversuche des Wracks durch die dt. Kriegsmarine Ende Oktober scheitern.

15.– 21.10.1940
Mittelmeer
Zwischen Kreta und Alexandria wird eine ital. U-Boot-Gruppe mit Bandiera, Santarosa, Speri, Ascianghi, Topazio und Anfitrite aufgestellt, hat aber keinen Erfolg. Das wegen einer Panne zurückmarschierende, tauchunklare U-Boot Toti (KKpt. Bandini) trifft am 15.10. vor Calabrien auf das brit. U-Boot Triad (LtCdr Salt), das im Artilleriegefecht versenkt wird (die frühere Annahme, das brit. U-Boot sei Rainbow gewesen, ist falsch).

16.10.1940
Luftkrieg England
Die 9. Fliegerdivision (GenLt. Coeler), die seit dem Frühjahr des Jahres Luftmineneinsätze gegen brit. Häfen geflogen hat, wird in IX. Fliegerkorps umbenannt, ohne daß damit jedoch eine Verstärkung der fliegenden Verbände verbunden ist.

16.10.1940
Norwegen
Operation »DU«: 11 Swordfish- und 3 Skua-Flugzeuge der 816. und 801. Sqn. des brit. Trägers Furious bombardieren Öltanks und einen Wasserflugzeug-Stützpunkt bei Tromsö.

16./17.10.1940
Luftkrieg Deutschland
Das RAF Bomber Command greift (bei Nacht) Bremen, Cuxhaven, Hamburg und Kiel an.

 

6. HMS Leith gehörte zu den Geleitfahrzeugen des 
Konvois SC.7

 

9.- 20.10.40
16.– 19.10.1940
Nordatlantik
Am 17.10. sichtet U 48 (Kptlt Bleichrodt) den Konvoi SC.7 mit 30 Schiffen (4 Nachzügler) kurz nach der Aufnahme durch die Sloops Scarborough und Fowey und die Korvette Bluebell, versenkt den brit. Tanker Languedoc (9512 BRT) und den brit. Dampfer Scoresby (3843 BRT), wird dann aber durch Flugboote abgedrängt, Scarborough bleibt zurück. Auf die Meldung von U 48 bildet der B.d.U. einen Vorpostenstreifen mit U 101, U 46, U 123, U 99, U 100. In der Nacht zum 16.10. versenkt U 124 (Kptlt. Schulz) den kanad. Nachzügler Trevisa (1813 BRT). In der Nacht zum 18.10. greift U 38 (Kptlt. Liebe) den Konvoi zweimal an und torpediert den brit. Dampfer Carsbreck (3670 BRT), nachdem es am Vortag den griech. Nachzügler Aenos (3554 BRT) versenkt hat, wird aber von der gemeinsam mit Sloop Leith hinzustoßenden Korvette Heartsease abgedrängt. Am Abend läuft der Konvoi in den Vorpostenstreifen ein. Die beim Konvoi befindlichen Escorts Leith (Cdr. Allen), Fowey und Bluebell sind mit ihren »Asdics« gegen die bei Nacht in schneller Folge teils mehrfach angreifenden U 101, U 46, U 99, das im Konvoi fahrend schießt, U 123 und U 100 machtlos, der Konvoi wird völlig zersprengt. Erfolge: U 101 versenkt die brit. Dampfer Creekirk (3917 BRT), Assyrian (2962 BRT) und die niederl. Soesterberg (1904 BRT) und beschädigt den brit. Dampfer Blairspey (4155 BRT), U 46 versenkt den brit. Dampfer Beatus (4885 BRT), die schwed. Convallaria (1996 BRT) und Gunborg (1572 BRT), U 99 versenkt die brit. Empire Miniver (6055 BRT), Fiscus (4815 BRT) und Empire Brigade (5154 BRT), die griech. Niritos (3854 BRT) und Thalia (5875 BRT), die norw. Snefjeld (1643 BRT) und torpediert den brit. Dampfer Clintonia (3106 BRT), U 100 beschädigt die brit. Shekatika, die niederl. Boekelo und nochmals die schon von U 101 beschädigte brit. Blairspey (4155 BRT), U 123 versenkt die brit. Sedgepool (5556 BRT) sowie Shekatika, Boekelo und Clintonia – diese wurden zuvor durch U 99, U 100 und U 101 beschädigt. U 99, U 101 und U 123 müssen verschossen einlaufen. Aus dem SC.7 werden (einschl. der 4 Nachzügler) 21 Schiffe mit 79.592 BRT versenkt und 2 weitere Schiffe torpediert,

16.– 24.10.1940
Mittelmeer
Die vichy-franz. U-Boote Achéron und Actéon verlegen unter Sicherung des Netzlegers Le Gladiateur von Beirut nach Toulon.

17./18.10.1940
Nordsee
Vorstoß der dt. 1. S-Flottille (Kptlt. Birnbacher) gegen die brit. Südostküste, dabei Angriff gegen den Geleitzug FS.311: S 18 (Oblt.z.S. Christiansen) versenkt den brit. Frachter Hauxley (1595 BRT), S 24 (Oblt.z.S. Töniges) und S 27 (Oblt.z.S. Büchting) torpedieren die Frachter P.L.M. 14 (3754 BRT) und Gasfire (2972 BRT). Die Boote entziehen sich der Verfolgung durch die Zerstörer Wivern und Verdun. Eine zweite Gruppe mit S 20 und S 28 kommt nicht an den Gegner heran. Die 2. S-Flottille (5 Boote) verseucht das Gebiet zwischen Kentish Knock und Shipwash mit 24 Minen; 3. S-Flottille führt einen erfolglosen Einsatz gegen Smith Knoll.

17.– 18.10.1940
Kanal
Vorstoß des F.d.Z. (KKpt. Bey) mit den Zerstörern Hans Lody, Karl Galster, Friedrich Ihn und Erich Steinbrinck gegen den Westausgang des Bristol-Kanals (Theodor Riedel muss wg. Kesselschadens kurz nach dem Auslaufen umkehren). Die schwach gesicherten Geleitzüge HG.45, SL.50 und OG.44 werden umgeleitet, ein Verband mit den Kreuzern Newcastle und Emerald sowie den Zerstörern Jackal (Capt. Lord Louis Mountbatten), Jupiter, Kashmir, Kelvin und Kipling gegen den dt. Vorstoß angesetzt. In der Nacht sichten sich beide Verbände gegenseitig und eröffnen das Feuer. Erich Steinbrinck (FKpt. Johannesson) meldet einen (unbestätigten) Torpedotreffer auf einem der Kreuzer. Beide Seiten werden von Flugzeugen angegriffen (keine schweren Schäden). Die 5. T-Flottille ist mit Greif, Seeadler, Kondor, Falke, Wolf und Jaguar als Unterstützungsgruppe eingesetzt, hat aber keine Feindberührung.

18.10.1940
Zentralpazifik
Erstes Treffen der deutschen Hilfskreuzer Schiff 45 / Komet (Kpt.z.S. Eyssen), der den sibirischen Seeweg passiert hat, und Schiff 36 / Orion (FKpt. Weyher) im Lamutrek-Atoll (Karolinen). Die aus Japan kommenden Nachschubschiffe Kulmerland (7663 BRT) und Regensburg (8086 BRT) versorgen die Hilfskreuzer.

18.10.– 1.11.1940
Norwegen
Vor Holmengrund (Norwegen) operiert das niederl. U-Boot O.24.

19.10.1940
Australien
Australischer Truppenkonvoi US.6 (Truppentransporter Queen Mary, Aquitania, Mauretania) läuft von Sydney via Indien nach dem Mittleren Osten aus. Sicherung durch den austral. Kreuzer Perth.

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Frank Cass: London 2001

19.10.1940
Sowjetunion / Waffenentwicklung
Die sowjetische Regierung beschließt ihr Schiffsbauprogramm für 1941. Es sollen keine neuen Schlachtschiffe und Schlachtkreuzer auf Kiel gelegt werden; geplant waren bis Ende 1945 nicht weniger als 15 Schlachtschiffe, 16 Schlachtkreuzer, 2 Flugzeugträger mit je 10.000t, 26 neue Kreuzer (Projekt 68), 36 Flottillenführer, 162 Zerstörer, 88 große, 225 mittlere und 120 kleine U-Boote und 166 Patrouillenboote. Von den bereits im Bau befindlichen 59.150 t Schlachtschiffen sollen im Juni 1943 Sovetsky Soyuz in Leningrad und Sovetskaya Ukraina in Nikolaev fertiggestellt werden, Sovetskaya Rossya in Molotovsk soll im 3. Quartal 1943 vom Stapel laufen, Sovetskaya Belorussya, die im November 1940 auf Kiel gelegt werden sollte, wird gestrichen und stattdessen sollen 4 Zerstörer des Typ 30 im Jahr 1941 auf Kiel gelegt werden. Von den 35.240 t Schlachtkreuzern sollen im 3. Quartal 1942 Kronshtadt in Leningrad und Sevastopol in Nikolaev vom Stapel laufen. Die Baupläne werden geändert, um jeweils drei 38cm Geschütztürme aus Deutschland sowie Feuerleiteinrichtungen, Scheinwerfer usw. installieren zu können.

Von den Projekt 26b Kreuzern (8177 t) sollen Kalinin und Kaganovich in Komsomolsk weitergebaut werden. Von den Kreuzern des Projekts 68 (11.300 t) sollen in Leningrad Zheleznyakov, Chapayev, Chkalov (Baupläne geändert auf vier 15cm Geschütztürme aus Deutschland) und in Nikolaev Frunze, Kuibyshev, Ordzhonikidze, Sverdlov weitergebaut werden, und 1941 sollen 3 weitere Kreuzer in Leningrad und 1 Kreuzer in Komsomolsk auf Kiel gelegt werden. Der in Deutschland gebaute Kreuzer Petropavlovsk (ex-Lützow) soll fertiggestellt werden.

Von den Flottillenführern des Projekts 38 (2890 t) sollen Kiev und Erevan im 3. und 4. Quartal 1942 in Nikolaev fertig gestellt werden, Ochakov und Perekop sollen weitergebaut werden. Die Arbeiten auf der Werft Nr. 542 in Leningrad sollen nicht fortgesetzt werden. Nach der Fertigstellung der letzten Zerstörer des Projekt 7 und 7u sollen bis Ende 1941 insgesamt 10 Zerstörer des Projekt 30 (1800 t) vom Stapel laufen; noch im laufenden Jahr sollen 9 in Leningrad, 8 in Molotovsk (inklusive der 4 für das gestrichene Schlachtschiff), 4 in Nikolayev und 2 in Komsomolsk auf Kiel gelegt werden.

Von den Patrouillenschiffen des Projekt 29 (995 t) sollen 13 bis Ende 1940 und weitere 11 im Jahr 1941, 11 im Jahr 1942 und 8 im Jahr 1943 auf Kiel gelegt werden. Zusätzlich zu den 7 Minensuchern mit Dieselantrieb (Projekt 53), die 1941 auf Kiel gelegt werden sollen, und zusätzlich zu den im Bau befindlichen schnellen Turbinen-Minensuchern des Projekt 59 (879 t) sollen 6 weitere im Jahr 1941, 12 im Jahr 1942 und 2 im Jahr 1943 auf Kiel gelegt werden.

An Stelle der geplanten 21 U-Boote des Typ S-IXbis und 2 Eisbrecher-Wachschiffe für den NKWD, fordert der Volkskommissar der Marine ein neues U-Boot-Bauprogramm für 1941: 4 U-Boote vom Typ K-XIV (1487t), 6 Typ L-XIII (1123 t), 11 Typ S-IXbis (837 t), 4 Typ Shch-Xbis (584 t), 12 Typ M-XII (203 t) und 3 Typ M-XV (283 t) zusätzlich zu sich im Bau befindenden Einheiten.

9.- 20.10.40
19.– 20.10.1940
Nordatlantik
Der Konvoi HX.79 (49 Schiffe) wird von dem als Wetterboot weit im Westen positionierten U 47 erfasst. U 100, U 46, U 28 und die weiter nördlich stehenden U 48 und U 38 laufen dem Konvoi entgegen, dessen »Ocean Escort« (Hilfskreuzer Montclare und Alaunia) bereits in der Frühe des 19.10. abgedreht hat, und dessen »Local Escort Group« (Zerstörer Whitehall (LtCdr. Russell), Sturdy, Minensucher Jason, Korvetten Hibiscus, Heliotrope, Coreopsis, Arabis, UJ-Trawler Lady Elsa, Blackfly, Angle, U-Boot O.21) erst am Vormittag nach Entlassung des westgehenden OB.229 herankommen kann. Trotz der ungewöhnlichen Stärke der neuen Geleitsicherung hält U 47 Fühlung und führt die anderen Boote heran. In der Nacht zum 20.10. greifen die Boote nacheinander teils mehrfach an, U 38 (Kptlt. Liebe) versenkt die brit. Dampfer Matheran (7653 BRT) und Uganda (4966 BRT), U 47 (Kptlt. Prien) versenkt, teils im Konvoi mitlaufend, die niederl. Bilderdijk (6856 BRT), die brit. Wandby (4947 BRT), La Estancia (5185 BRT) und Whitford Point (5026 BRT) und beschädigt die brit. Tanker Shirak und Athelmonarch (8995 BRT). U 48 (Kptlt. Lüth) versenkt am 20.10. die von U 47 beschädigte Shirak (6023 BRT), U 46 (Kptlt. Endraß) versenkt die brit. Ruperra (4548 BRT) und den schwed. Tanker Janus (9965 BRT), U 100 (Kptlt. Schepke) versenkt die brit. Tanker Caprella (8230 BRT) und Sitala (6218 BRT) sowie den brit. Dampfer Loch Lomond (5452 BRT). Nur U 28 kommt vor Hellwerden nicht mehr heran. Alle beteiligten Boote haben am Ende verschossen und müssen einlaufen. Aus dem HX.79 werden 12 Schiffe mit 75.069 BRT versenkt und 1 Tanker torpediert.

 

8. Italienischer Zerstörer Pantera

 

Der Konvoi OB.229 (35 Schiffe) im Westen wird inzwischen von U 124 (Kptlt. Schulz) angegriffen; dieses versenkt am 20.10. die norw. Cubano (5810 BRT) und die brit. Sulaco (5389 BRT), kann aber das ital. Boot Malaspina nicht mehr an den Konvoi heranführen.

20.– 21.10.1940
Rotes Meer
Vergeblicher Versuch der ital. Zerstörer Pantera, Leone, Sauro und Nullo im Roten Meer den brit. Konvoi BN.7 (32 Schiffe, gesichert durch Kreuzer Leander (RNzN), Zerstörer Kimberley, Sloops Auckland, Yarra, Indus, Minensucher Derby und Huntley) anzugreifen. Die Angreifer werden von der Sicherung abgedrängt. Nullo (KKpt. Borsini) muß sich nach Gefecht bei Massaua auf Strand setzen. Dabei wird der Zerstörer Kimberley durch Küstenartillerie getroffen und muß nach Port Sudan eingeschleppt werden. Nullo wird am 21.10. durch 3 Blenheim-Bomber der 45. Squadron vernichtet. Die weiter nördlich aufgestellten ital. U-Boote Guglielmotti und Ferraris kommen nicht heran.

20.– 22.10.1940
Kanal
Der dt. Zerstörer Richard Beitzen verlegt von Wilhelmshaven nach Brest.

20.10.– 5.11.1940
20.10.– 5.11.1940
Nordatlantik
Nach den großen Konvoi-Operationen bleiben zunächst nur U 124 und U 28 im Operationsgebiet und einige Tage später stoßen die neu ausgelaufenen U 29, U 31 und U 32 hinzu. Am 26.10. torpediert U 28 (Kptlt. Kuhnke) den brit. Frachter Matina (5389 BRT), dessen Wrack am 29.10. von U 31 (Kptlt. Prellberg) versenkt wird. U 31 wird am 2.11. bei einem Angriff auf Konvoi OB.237 durch den Zerstörer Antelope (LtCdr. White) mit Flugzeugunterstützung versenkt.

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9.  Empress of Britain

Am 26.10. erzielt eine Fw 200 (Oblt. Jope) der 2./KG.40 rund 110 km nordwestlich der Donegal-Bucht (Irland) einen Bombentreffer auf dem brit. Passagierdampfer Empress of Britain (42.348 BRT), der in Brand gerät, jedoch von Sicherungsfahrzeugen in Schlepp genommen wird. Von den angesetzten U-Booten U 28, U 31 und U 32 (Oblt.z.S. Jenisch) kommt letzteres am 28.10. heran und versenkt das von 2 Zerstörern gesicherte Schiff mit 2 Torpedos. Beim Angriff auf einen Konvoi am 30.10. wird U 32 durch die brit. Zerstörer Highlander (Cdr. Dallmeyer) und Harvester (LtCdr. Thornton) versenkt.

U 124 (Kptlt. Schulz) versenkt 2 Nachzügler des Konvois HX.82, am 31.10. den brit. Dampfer Rutland (1437 BRT) und am 1.11. den brit. Dampfer Empire Bison (5612 BRT). Die erste im Nordatlantik westlich der dt. U-Boote eingesetzte Gruppe ital. Boote mit Malaspina, Dandolo, Otaria und Barbarigo sichtet zwar einige Schiffe und Konvois, kommt aber nicht zu Erfolgen. Der brit. Zerstörer Sturdy, der den Konvoi SC.8 sichert, erleidet am 30.10. Schiffbruch in einem Sturm an der Westküste Schottlands.

21.10.1940
Ostsee
Der auf dem Weg von Mantyluoto nach Kronshtadt fahrende finn. Dampfer Astrid (602 BRT) sinkt bei Nacht nach einer Kollision mit dem auf Erprobungsfahrt befindlichen sowj. U-Boot S-102 (Kptlt. Ivanov) bei Suursaari.

21.10.1940
Kanal
Bei einem Vorstoß brit. S-Boote vor Ostende wird das brit. Schnellboot MTB 17 durch dt. Küstenartillerie beschädigt und von dt. Hilfsschiffen eingebracht. Es wird aber von deutscher Seite nicht in Dienst gestellt (Quelle: Fock, Flottenchronik).

21.10.1940
Mittelmeer
Bildung des ital. Kommandos »Maritrafalba« (Kpt.z.S. Polacchini) in Brindisi zur Durchführung und Sicherung der Truppen- und Nachschubtransporte nach Albanien. Unterstellt werden die Zerstörer Mirabello, Riboty, die T-Boote Calatafimi, Castelfidardo, Curtatone, Monzambano, Confienza, Solferino, Prestinari, Cantore, Fabrizi, Medici und Stocco, die Geleitschiffe Ramb III, Capitano Cecchi, Lago Tana, Lago Zuai und die 13. MAS-Flottille mit MAS 534, MAS 535, MAS 538, MAS 539. Als Kampfverband wird ferner die 12. T-Boot-Flottille mit Antares, Altair, Andromeda und Aretusa zugeteilt.

21./22.10.1940
Nordsee
1. S-Flottille (Kptlt. Birnbacher) führt eine Minenoperation im Gebiet nördlich des Ship Wash durch.

22.10.1940
Nordatlantik
Bei der Sicherung des Konvois OL.8 sinkt der kanad. Zerstörer Margaree nach einer Kollision mit dem Frachtschiff Port Fairy.

22.10.1940
Indischer Ozean
Handelskreuzer Schiff 16 / Atlantis (Kpt.z.S. Rogge) bringt den jugoslaw. Dampfer Durmitor (5623 BRT) auf und entlässt ihn als Prise nach Mogadischu.

23.10.1940
Allgemeine Lage / Spanien
Treffen Hitlers mit General Franco in Hendaye an der franz.-span. Grenze. Die Besprechungen über den Kriegseintritt Spaniens und die Eroberung von Gibraltar führen zu keinem Ergebnis, da Hitler die von Franco gestellten Bedingungen über Öl- und Lebensmittellieferungen an Spanien nicht erfüllen kann.

23.10.1940
Norwegen
Der norw. Routendampfer Prinsesse Ragnhild (1590 BRT) sinkt bei Bodö vermutlich durch Minentreffer (die bisher angegebene mögliche Versenkung durch das brit. U-Boot Taku kann ausgeschlossen werden, da Taku in der Biskaya operiert (vgl. 2.-25.11.40); bei einem Minentreffer käme die von der brit. Force WV mit den Zerstörern Express, Esk, Icarus und Impulsive im Rahmen der Operation »Wilfred« im April 1940 gelegte Sperre in Frage), bei der Explosion kommen etwa 80 norw. Besatzungsmitglieder und Passagiere und 80-200 dt. Soldaten ums Leben (Quelle: warsailors.com).

23.– 31.10.1940
Atlantik
Der Schwere Kreuzer Admiral Scheer (Kpt.z.S. Krancke) läuft von Gotenhafen zu Handelskriegsunternehmen im Atlantik aus. Am 27.10. erhält der Kreuzer in Brunsbüttel den Auslaufbefehl und erreicht am 28.10. Stavanger. Vom 31.10. bis 1.11. passiert das Schiff unbemerkt die Dänemarkstraße.

24.10.1940
Nordsee
Das deutsche Wetterbeobachtungsschiff WBS 5 / Adolf Vinnen (391 BRT) geht vor Stadlandet angeblich durch Artillerieangriff eines U-Bootes verloren. Eine Angriffsmeldung liegt aber nicht vor. — Eine He 115 der 1./ Küstengeschwader 506 beschädigt mit Lufttorpedo den brit. Dampfer Cairnvalona (4929 BRT).

24.– 25.10.1940
Mittelmeer
Insgesamt 14 Flugzeuge der 815, 819 und 824 Sqn. FAA der Träger Illustrious und Eagle bombardieren Tobruk und verminen die Hafeneinfahrt. — Am 25.10. beschießt das brit. Kanonenboot Aphis eine ital. Truppenansammlung 15 Meilen östlich Sidi Barrani.

 

10. Die Helgoland schafft den Weg ins  besetzte Frankreich 

 

24.10.– 30.11.1940
Atlantik
Der dt. Frachter Helgoland unternimmt einen Blockadedurchbruch von dem kolumbianischen Hafen Puerto Colombia aus, entgeht der Verfolgung der US-Zerstörer Bainbridge, Overton und Sturtevant, passiert am 3.11. bei St. Thomas die Antillen-Kette und erreicht Ende November St. Nazaire.

25.– 28.10.1940
Mittelmeer
Brit. Vorstoß in die Ägäis zur Sicherung eines Konvois zwischen Alexandria und Griechenland. Das Unternehmen wird durch das 2. Geschwader der Mittelmeerflotte, bestehend aus den Schlachtschiffen Malaya und Ramillies und dem Träger Eagle, bis zur Kaso-Straße gesichert. Trägerflugzeuge greifen den Flugplatz von Maltezana an. Die Kreuzer Orion und Sydney stoßen zusammen mit den Zerstörern Jervis und Juno bis vor die Dardanellen zur Bekämpfung von Konterbande transportierenden Schiffen.

26.10.1940
Frankreich
Nur 1 Monat nach Verlegung von 8 dt. Zerstörern nach Brest sind bereits 4 von ihnen nicht mehr einsatzbereit. Die desolate Lage bei den Antriebsanlagen führt, zusammen mit der Entwicklung der Lage um England (Verschiebung der Operation »Seelöwe«) zu dem Entschluss, fast alle Zerstörer zur Reparatur nach Deutschland zurückzuverlegen. Die Verlegungen finden im November bzw. Dezember statt. (Quelle: Harnack)

26.10.1940
Norwegen
Brit. Torpedoflugzeuge versenken im Sunnfjord den norw. Frachter H. J. Kyvig (763 BRT).

26.10.1940
Mittelatlantik
Der vichy-französische Frachter Albi (4191 BRT) wird auf dem Weg von Dakar nach Libreville von dem englischen Leichten Kreuzer Delhi angehalten und von seiner Besatzung selbstversenkt.

27.– 30.10.1940
Gibraltar
Nach 3 wegen der heftiger Abwehr abgebrochenen Versuchen setzt das ital. U-Boot Scirè (KKpt. Borghese) 3 »Maiali«-Torpedoreiter vor Gibraltar aus, die jedoch ihre Ziele nicht erreichen.

28.10.1940
Allgemeine Lage / Griechenland
Ital. Truppen überschreiten die griech.-alban. Grenze und fallen in Griechenland ein.

28.10.– 6.11.1940
Mittelmeer
In den Südostzugängen der Ägäis operieren die ital. U-Boote Zaffiro, Narvalo und Corridoni (nach einer Transportfahrt von Tarent nach Rhodos und Leros), in der Ägäis Jantina und Delfino. Am 29.10 muß Atropo (KKpt. Manca) eine Minenoperation vor Zante abbrechen. Am 30.10. legt Bragadino (KKpt. Vannutelli) 24 Minen vor Navarino.

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11. Britische Truppen landen auf Kreta..

29.– 30.10.1940
Kanal
Offensive Minenunternehmung »Alfred« der dt. Torpedoboote Jaguar und Iltis vor Dover. Bergung einer ersten dt. Akustikmine durch die Briten.

29.10.– 2.11.1940
Mittelmeer
Landung brit. Heeres- und Luftwaffenstreitkräfte auf Kreta. Am 29.10. landet ein brit. Vorauskommando mit einem Seeflugzeug in der Suda-Bucht vor Kreta. Am gleichen Tag läuft von Alexandria ein Geleitzug mit den Kreuzern Coventry, Calcutta, den Zerstörern Waterhen, Vampire, Voyager, Defender der 10. Z-Flottille, den Armed Boarding Vessels Fiona und Chakla, dem Netzleger Protector sowie den Marinetankern Olna und Brambleleaf aus und setzt am 1.11. brit. Truppen in der Suda-Bucht ab. Am gleichen Tag landet Kreuzer Ajax das 2. Batallion des York and Lancaster Regiments. Vorstoß der brit. Mittelmeerflotte (Adm. Cunningham) mit den Schlachtschiffen Warspite, Valiant, Malaya, Ramillies, den Trägern Illustrious, Eagle, 4 Kreuzern und Zerstörern ins Ionische Meer zur Deckung von Konvois nach Griechenland. Keine ital. Gegenmaßnahmen. Die südlich·Kreta vom 28.10. bis 5.11. operierenden ital. U-Boote Menotti, Settembrini, Dessiè und Tricheco gewinnen keine Fühlung.

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