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Veranstaltungen

Rosen und Disteln: Geburtstagsbriefe an George

Eine Kabinettausstellung in der Württembergischen Landesbibliothek

28. Juni bis 10. August 2018
Württembergische Landesbibliothek
Eintritt: frei

Am 12. Juli 2018 jährt sich Stefan Georges Geburtstag zum 150. Mal. Die Kabinettausstellung gibt nicht dem Dichter das Wort, sondern Verehrern, Freunden, Gratulanten aus den Jahren 1896 bis 1933. Die ausgewählten Geburtstagsbriefe beleuchten die Geschichte einer zwiespältigen Faszination.

1868 geboren, beginnt der sprachbegeisterte Jugendliche schon zu Schulzeiten, Gedichte zu schreiben und aus verschiedenen europäischen Literaturen zu über­setzen. Nach dem Abitur begibt er sich auf Reisen und knüpft in mehreren europäischen Hauptstädten künstlerische Kontakte. "Hymnen", Stefan Georges erstes Gedichtbuch, das literarischen Austausch mit den wichtigsten ästhetischen Strömungen seiner Zeit wagt, erscheint 1890 und spricht der Einsamkeit und homoerotischen Sehnsucht das Wort. Zwei Jahre später begründet der Lyriker die Zeitschrift "Blätter für die Kunst" als Organ eines sich ausweitenden Künstler-netzwerks. Von 1897 an wird George, bald dreißigjährig, einer breiteren literarischen Öffentlichkeit mit "Das Jahr der Seele" bekannt, seinem fünften Gedichtbuch. Aus dieser Zeit sind auch die ersten Geburtstagsbriefe überliefert.

Den Glückwünschen der frühen Künstlerfreunde ist abzulesen, wie sehr sie George zur kulturellen Erneuerungsfigur stilisieren. Die folgenden drei Dekaden sind geprägt von Aufstieg. Um 1900 schon fest im literarischen Markt etabliert, steht George bald für den Willen zu einer ebenso modernekritischen wie esoterischen Lebenserneuerung in Dichtung, Wissenschaft und Kultur. In den 1910er Jahren ist er Zentrum einer als "George-Kreis" wahrgenommenen Gruppe von zumeist jungen Akademikern. Ihrem "Meister" in äußerster Verehrung ergeben, tragen sie seine ins Privatreligiöse gesteigerte kulturelle Erneuerungsemphase an die Universitäten und in die Wissenschaften. Der Autor des "Siebenten Rings", des "Stern des Bundes" und des "Neuen Reichs" wird zur Leitfigur einer elitär-antimodernen Gegenkultur, die eine 'neue deutsche Jugend' prägen will. Während die Abhängigkeiten um George im Dunkeln bleiben, sind es die Linien von Jugendemphase, Zeitkritik, bündischem Elitismus und nationalkulturellem Aufschwung, für die der Dichter in den Jubiläums­jahren 1918 und 1928, zu seinem 50. und 60. Geburtstag, gefeiert wird. Dass die selben Linien ihn schließlich für die Nationalsozialisten anschlussfähig erscheinen lassen, wird um 1933 zur Bewusstseinskrise unter vielen seiner Anhänger. Auf Distanz, aber zugleich ohne nachhaltige Abwehr gegen die versuchte Vereinnahmung, stirbt George ein halbes Jahr nach seinem 65. Geburtstag, am 4.12.1933 in der Schweiz.

 


Öffnungszeiten

Stefan George Archiv:
nach Voranmeldung
Mo-Fr: 10-13 u. 14-17 Uhr

Sonderlesesaal:
Mo-Fr: 10-17 Uhr

Schließungstage s. Aktuelles

Kontakt



Letzte Änderung: 27.07.2018   © 2007 WLB
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