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Geschichte der Sammlung

Carl Eugen von Württemberg (geb. 1728, Regierungszeit 1744-1793) war zur Vorbereitung auf sein Regierungsamt an den Hof Friedrichs II. von Preußen geschickt worden und hatte dort die hohe Berliner Musik- und Theaterkultur kennengelernt. Er nahm Klavierunterricht bei Carl Philipp Emanuel Bach (1741/42). Zurückgekehrt und offiziell ins Amt gesetzt, gründete er 1750 ein ständiges Hoftheater, als Geburtstagsgeschenk an seine junge Frau, Friederike von Brandenburg-Bayreuth. Dieses Datum markiert zugleich den Beginn der Sammlung an Aufführungsmaterialien des Württembergischen Hoftheaters.

Chronologie

1750 Gründung eines ständigen Hoftheaters. Beginn der Sammlung an Opernpartituren.

1765 Gründung der Herzoglich öffentlichen Bibliothek. Den Grundstock der Musiksammlung bilden Musikalien für das Hoftheater, Fest- und Tafelmusiken sowie Teile des Repertoires der Hofkapelle aus dem 16. Jahrhundert.

1783 Das Kloster Neresheim schenkt dem Gründer der Landesbibliothek, Herzog Carl Eugen, die Lorcher Chorbücher.

1803 Liturgische Handschriften aus säkularisierten Klöstern werden dem Bestand der Bibliothek einverleibt, ebenso ein Bestand an französischen Musikalien des 17. und frühen 18. Jahrhunderts aus der ehemaligen Deutschordensbibliothek Altshausen; darunter seltene Erstdrucke und zeitgenössische Kopien von Opern Jean-Baptiste Lullys.

1876 Die Sammlung Ludwig Gantter erweitert den Bestand um 1700 Bände vor allem wertvoller englischer Ausgaben an Musica practica.

1920 Ca. 4000 Bände aus dem Nachlaß des Stuttgarter Lehrers Ernst Wölffing bilden seit den 1920er Jahren den Grundstock für einen wichtigen Sammelschwerpunkt: Klavierauszüge.

1922 Überführung des gesamten Bestandes an historischen Musikalien (bis ca. 1870) aus der Hofbibliothek in die Landesbibliothek.

1969 Der Gesangbuch-Nachlaß des württembergischen Hymnologen Christoph König vermehrt die von Wilhelm von Humboldt bewunderte Gesangbuchsammlung um bedeutende Stücke.

1972 Karl Aichele, Professor an der Musikhochschule in Stuttgart, übergibt seine 600 Liederbücher, vor allem Schulliederbücher, der Bibliothek.

1984 Seit ca. 1984 Erwerbung der Gesangbuchsammlung Gernsheim mit bedeutenden nord- und ostdeutschen Ausgaben.

1990 Teilablieferung des Staatstheaters: ehemaliges Aufführungsmaterial des Hoftheaters (Ende 19. Jahrhundert).

1993-heute: siehe  Jahresberichte


Literatur

Waltraut Linder: Die Musiksammlung, in: Württembergische Landesbibliothek Stuttgart. Stuttgart 1971, S. 66-71 (Volltext).

Jahresbericht "Musiksammlung" 1976 (Volltext).

Waltraut Linder: Die Musiksammlung, in: Württembergische Landesbibliothek Stuttgart. Ein Führer durch ihre Geschichte und ihre Sammlungen, Stuttgart 1990, S. 93-97 (Volltext).


 

 


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Musiklesesaal:
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Sa: 9-13 Uhr

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