Samuel Friedrich Capricornus

21.12.1628 zu Schertitz (Böhmen), 10.11.1665 zu Stuttgart.
Capricornus (eigentlich Bockshorn), Sohn eines Pfarrers, studierte Theologie in Schlesien, Musik in Wien, wurde Musikdirektor in Preßburg und 1657 Hofkapellmeister in Stuttgart.
Er gilt als einer der bemerkenswertesten deutschen Komponisten des 17. Jahrhunderts für Gesang mit Instrumenten. Er pflegte die Verschmelzung der neuen italienischen Kunstformen mit dem hergebrachten Motettenstil und trug wesentlich zur Entwicklung des geistlichen Konzerts und der frühen Kantate bei. Den verschiedenen Streitschriften, besonders dem großen Memoriale gegen Boeddecker verdanken wir den Einblick in die gründlichen theoretischen Kenntnisse und die überlegene Bildung von Capricornus.
Die WLB ist im Besitz zahlreicher Erstdrucke seiner Werke, teilweise Alleinbesitz in Deutschland, u.a. "Canon perpetuus" (Augsburg 1659), "Jubilus Bernhardi" (Nürnberg 1660), "2 Lieder von dem Leiden und Tode Jesu" (Nürnberg 1660).
