Richard Strauss
1.6.1864 zu München, 8.9.1949 zu Garmisch.
Seine Oper "Ariadne auf Naxos" (op. 60, Text: Hugo von Hofmannsthal) kam am 25.10.1912 im kleinen Haus des Stuttgarter Hoftheaters zur Uraufführung. Die WLB ist im Besitz der originalen Partitur zu dieser Aufführung. Ausserdem befindet sich, neben einem autographen Brief von Strauss, ein seltener Druck von dessen "Krämerspiegel" im Besitz der Bibliothek, mit autographem Signet.
Das Werk trägt die Opuszahl 66 und wurde verlegt bei Paul Cassirer, Berlin 1921. Die Ausgabe erschien einmalig in einer Auflage von nur 120 Exemplaren. 30 Exemplare wurden auf Kaiserlich Japan abgezogen und in Leder gebunden, 90 Exemplare auf echtes Zanderbütten gedruckt. Die Zeichnungen radierte Michael Fingesten auf den Stein, E. R. Weiss entwarf die Schrift. Das ganze Werk wurde bei M. W. Lassaly in Berlin auf der Handpresse gedruckt. Sämtliche Exemplare sind von Strauss und Fingesten handschriftlich signiert.
Strauss hatte bei Überlassung der "Sinfonia domestica dem Verlag E.Bote & G.Bock, Berlin, sein nächstes Liederheft zugesagt. Da nun die Firma der "Genossenschaft zur Verwertung musikalischer Aufführungsrechte" (GEMA) angehörte, die zu den Gegenern der von Strauss ins Leben gerufenen "Genossenschaft deutscher Tonsetzer" (GdT) zählte, bat Strauss vergeblich um Lösung der Vereinbarung. Daraufhin komponierte er den "Krämerspiegel", dessen Verlag die Firma ablehnte. Es kam zum Prozeß.
Das Werk verlegte schließlich Paul Cassirer aus Berlin, und dem Druck wurde ein Brief von Strauss an Cassirer vorangestellt, in dem es heißt: "Mit großer Freude erfahre ich, daß Sie sich entschlossen haben, den "Krämerspiegel" in ihren Verlag aufzunehmen. Endlich ein Mann, der den nötigen Humor besitzt, obgleich er selbst Verleger ist, dieses Werk richtig einzuschätzen, als das was es ist, als den Ausfluß einer Künstlerseele".
