Julius Benedict
27.11.1804 zu Stuttgart, 5.6.1885 zu London; Komponist.
Der in Stuttgart geborene Bankierssohn war unter anderem Schüler von J.N. Hummel und C.M. von Weber. Er gilt zwar als Webers talentiertester Schüler, aber es mangelte ihm zeitlebens an Disziplin. "Wie töricht ist es, zu glauben, daß das ernste Studium der Mittel den Geist lähme" weist ihn Weber in einem Brief zurecht und beklagt, nicht zum ersten Mal, dessen verantwortungsloses "träumerisches Forttaumeln".
Benedict war ein guter Freund F. Mendelssohn-Bartholdys, den er 1821 in Berlin kennenlernte, und dem er sein Leben lang in tiefer Freundschaft verbunden blieb. Er war Kapellmeister in Wien, Neapel und schließlich in London. 1871 wurde er geadelt (Sir).
Unter den zeitgenössischen Kompositionen, die sich im Besitz der WLB befinden, ist auch das Autograph seiner Oper "Die Portugiesen in Goa". Die deutsche Erstaufführung dieses Werkes, das Benedict ursprünglich für Neapel geschrieben hatte, fand am 28. September 1830 in Stuttgart statt.
