Hugo Distler
24.6.1908 zu Nürnberg; 1.11.1942 zu Berlin, Komponist
Distler studierte 1927-30 in Leipzig Orgel bei Ramin, Klavier bei C.A.Martienssen und Komposition bei Grabner. Er war zunächst Organist in Lübeck, in den Jahren 1937-40 leitete er den Chor an der Stuttgarter Musikhochschule und unterrichtete die Fächer Komposition und Orgel. Danach wurde er in gleicher Funktion an die Berliner Hochschule berufen. Dort war er auch Leiter des Staats- und Domchores.
Zwar hatte sich der Komponist in den Kreisen der Kirchenmusik feste Anerkennung errrungen, die offiziellen Lenker des deutschen Musiklebens jedoch verfemten ihn. Zwar landete Distlers Cembalokonzert op. 14 nicht auf der Ausstellung "Entartete Kunst"; ob eine Verbrämung überhaupt erwogen wurde (wie Distler es in einem seiner Briefe anklingen lässt), ist zweifelhaft. Als "entartete Kunst" wurde das Werk in der parteilichen Zeitung "Der Angriff" bezeichnet; eine Stigmatisierung desselben Werkes als "kulturbolschewistisch" im "Völkischen Beobachter" ist indessen nicht nachweisbar. Distler betrachtete seine Situation schließlich als so ausweglos, daß er in den Freitod ging.
Literatur: Grabner, Hermann u.a. (Hrsg): Hugo Distler. Tutzing, 1990. (=Komponisten in Bayern, 20).
