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Paul Groß (1898-1985)

Peter Paul Groß, am 3. Februar 1898 in Schwäbisch Gmünd geboren, kam erst verhältnismäßig spät zu einer kompositorischen Ausbildung. Wohl hatte er in seiner Heimatstadt ersten Musikunterricht bei dem damaligen Münsterchordirektor Uhl erhalten, schlug aber, nachdem er im zweiten Weltkrieg noch als Soldat eingezogen worden war, aus Rücksichtnahme auf den väterlichen Willen und entgegen seiner Begabung und Neigung die Laufbahn eines Beamten im württembergischen Justizdienst ein (1922).

Die Begegnung mit Paul Hindemith wurde ihm jedoch zum bestimmenden Erlebnis. Groß nahm Lektionen in Harmonielehre am Stuttgarter Konservatorium bei Oskar Schröter. 1926-1929 erhielt er Kompositionsunterricht bei Hermann Keller und Hugo Holle.

Die "Gesellschaft für Neue Musik" übernahm 1928 die Uraufführung seines Requiems "für Solosopran, Violine, Bratsche und Cello auf lateinische Texte". Daraufhin erteilte ihm die Jury der Donaueschinger Musiktage (Heinrich Burkhard, Joseph Haas und Paul Hindemith) einen Kompositionsauftrag. Es entstand die "Kantate auf Worte von Angelus Silesius", Uraufgeführt bei den Deutschen Kammermusiktagen 1929 in Baden-Baden durch die Hollesche Madrigalvereinigung. In den Jahren bis 1933 gehörte Groß zu den regelmäßig aufgeführten Komponisten der Deutschen Kammermusiktage in Baden-Baden, der Donaueschinger Musiktage und der Tonkünstlerfeste des Allgemeinen Deutschen Musikvereins in München, Königsberg, Dortmund und Weimar.

Die Machtergreifung der Nationalsozialisten unterbrach die beachtlichen Anfangserfolge, die Groß erringen konnte. Seine Kompositionen wurden der "entarteten" Musik zugerechnet. Nach dem Krieg setzte eine neue Schaffensperiode ein. Seine Werke waren im Radio Stuttgart und bei den Donaueschinger Musiktagen zu hören. Er trat 1949 vorzeitig in Pension, aus gesundheitlichen Gründen, und widmete sich fortan ganz dem Komponieren.

Der Süddeutsche Rundfunk berücksichtigte in seinen Sendungen fortlaufend das Schaffen des Komponisten und nahezu alle deutschen Sender, vor allem der Südwestfunk Baden-Baden, der Bayrische und der Hessische Rundfunk übertrugen Werke von ihm. Auch ausländische Rundfunkanstalten nahmen seine Werke in ihr Programm auf, so wurde z.B. das erste Streichtrio in Paris, das Klarinettenkonzert von 1953 im Zagreber und im New Yorker Rundfunk gesendet. Zubin Metha leitete 1971 die Uraufführung des Doppelkonzerts für Violine, Violoncello und Orchester in Los Angeles.

Zum siebzigsten Geburtstag wurde Groß vom Ministerpräsidenten des Landes Baden-Württemberg zum Professor ernannt. Bis kurz vor seinem Tod am 17 Juni 1985 war der Komponist trotz schwerer Erkrankung unermüdlich schöpferisch tätig.

Stefan Walker


Im Sommer 2006 übernahm die Württembergische Landesbibliothek den Nachlass des Komponisten.

Nachlassverzeichnis (pdf-Datei)

 


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