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Abonnementskonzerte

Die Musiksammlung der Württembergischen Landesbibliothek verwahrt nahezu vollständig die gesamten Theater- und Konzertzettel des ehemaligen Hoftheaters von 1807 bis zum heutigen Tag (mit einer Unterbrechung vom 26.11.1813 bis einschließlich 1814).

Ein wichtiger Teil dieser umfassenden Sammlung sind nicht allein die Theaterzettel des Musik-, Tanz- und Sprechtheaters, sondern ebenso die Programme der Hofkonzerte, die unter Beteiligung der Hofkapelle und des königlichen Singchors sowie weiterer Mitglieder des Hoftheaters stattfanden. Auch Gastkünstler wirkten mit. Zunächst meist als Benefizkonzerte für heimische oder durchreisende Künstler deklariert, fanden seit 1818 parallel zu diesen nach wie vor veranstalteten Konzertabenden regelmäßige Abonnementskonzerte statt, deren Einnahmen seit Dezember 1830 "zum Besten des Wittwen- und Waisenfonds" der Hoftheatermitglieder bestimmt waren. Diese Konzerte erfüllten nicht nur eine wichtige soziale Funktion. Sie förderten maßgeblich die Entwicklung des Württembergischen Hoforchesters hin zu einem modernen Sinfonieorchester, und sie etablierten eine wichtige außerhöfische Konzertkultur in Stuttgart. Die Abonnementskonzerte, eingeführt von Kapellmeister Johann Nepomuk Hummel im November 1818, fanden seit dieser Zeit regelmäßig in der Wintersaison vom Herbst bis zur Fastenzeit statt. Ort der Veranstaltung war bis 1854 der Königliche Redoutensaal, danach das Hoftheater selbst.
Das Interesse des Königs an diesen Veranstaltungen war gering. Gegenüber Berlioz äußerte sich Kapellmeister Peter Joseph Lindpaintner Anfang der vierziger Jahre: "Seine Majestät geht nie ins Konzert und wird auch zu Ihrem nicht erscheinen, gleichgültig, wo Sie es geben". Da die Aufgabe der Hofkapelle nicht primär die Darbietung von Orchestermusik in künstlerischer Vollendung war, bot ein solch "freiwilliges" Unternehmen der Hofmusiker die Gelegenheit, musikalischen Geschmack zu kultivieren und vor allem das Orchester zu präzisem Zusammenspiel und höherer Leistungsfähigkeit zu erziehen. Der alsbaldige Erfolg versetzte auch prominente Besucher in Erstaunen. Mendelssohn bemerkte nach seinem Aufenthalt in Stuttgart 1832: "Der Lindpaintner ist glaub' ich jetzt der beste Orchesterdirigent in Deutschland, es ist als wenn er mit seinem Taktstöckchen die ganze Musik spielte".

Auch Berlioz zeigte sich bei seinem Besuch in der württembergischen Residenzstadt beeindruckt: "Ein anderer Vorzug des Stuttgarter Orchesters besteht darin, daß seine Mitglieder sicher vom Blatt spielen, sich durch nichts verwirren und aus der Fassung bringen lassen, ... Sie sind außerdem allen Launen des Rhythmus und des Taktes gewachsen ... Mit einem Wort, ihre musikalische Schulung ist in jeder Beziehung vollkommen."

Der Beschränkung der erhobenen Daten in der nachfolgenden Datenbank auf den Zeitraum 1818 bis zur Saison 1858/59 liegen inhaltliche Überlegungen zugrunde. Der Zeitraum umfasst die gesamte Dienstzeit des Hofkapellmeisters Peter Joseph von Lindpaintner, der 1819 sein Amt in Stuttgart antrat und 1856, im Alter von 64 Jahren - immer noch in Diensten stehend - verstarb. Unter Lindpaintner wandelte sich das Orchester von einer Hofkapelle zu einem modernen Opern- und Sinfonieorchester, gerade auch Dank der neu installierten Konzertreihe. Zugleich ist diese Epoche des württembergischen Musiklebens am Hof sowohl durch primäre Quellen als auch in der Forschungsliteratur außergewöhnlich gut dokumentiert. Die Datenbank verzeichnet nur die Abonnementskonzerte, da diese eine Vorbildfunktion im Stuttgarter Konzertleben hatten und ihnen eine bewusste, kulturpolitische Programmplanung zugrunde lag. Nicht verzeichnet sind die zahlreichen Sonder-, Benefiz- und Hofkonzerte durchreisender Künstler - darunter Paganini, Liszt, Clara Schumann - sowie Veranstaltungen, bei denen die Hofkapelle und der Königliche Singchor außerhalb des höfischen Rahmens mitwirkten. Die Programmzettel dieser "Sonder"-Veranstaltungen sind ebenfalls nahezu vollständig in der Landesbibliothek erhalten. 

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Letzte Änderung: 12.07.2016   © 2007 WLB
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