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Flugblattpropaganda im 2. Weltkrieg

Flugblatt 2. Weltkrieg

Kriegsflugblätter sind Druckschriften, die während eines Krieges von den jeweiligen Propagandaabteilungen der gegnerischen Mächte herausgegeben werden, um sie im Herrschaftsbereich des Gegners zu verbreiten. Bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts fanden vereinzelte Versuche statt, Propagandazettel mit Hilfe von Kanonen oder Ballonen in das feindliche Lager zu befördern und damit neben der Waffengewalt das Mittel der "geistigen Kriegsführung" einzusetzen.
Seit dem Ersten Weltkrieg ermöglichte es der technische Fortschritt - es konnten nun auch Flugblattgranaten und Flugzeuge eingesetzt werden -, Kriegsflugblätter massenweise den Soldaten und Zivilisten auf der anderen Seite der Front zuverlässig zuzustellen.

Im Zweiten Weltkrieg wurden in Europa schätzungsweise 20 Milliarden Kriegsflugblätter hinter den feindlichen Linien abgeworfen, und es ist anzunehmen, dass die Mehrzahl der Bewohner der am Krieg beteiligten Länder von den Flugblattinhalten erreicht wurden.

Flugblatt 2. Weltkrieg


Kriegsflugblätter sind trotz ihrer teilweisen Millionenauflage seltene und gefährdete Dokumente. Zu ihrer Dezimierung trugen die Art der Verbreitung, die Einwirkungen des Bombenkrieges sowie die Lücken in der Überlieferung der Polizei- und Militärakten bei. Zusätzlich verhinderte die doppelte Geheimhaltung eine ordnungsgemäße Archivierung. Druckschriften, die für den jeweiligen Gegner bestimmt waren, wurden stets vor der eigenen Bevölkerung verheimlicht. Waren sie dann beim Feind verbreitet, erfolgte sogleich die Konfiszierung durch die Polizei und das Verbot des Flugblattbesitzes. In der Presse durften Feindflugblätter nur mit besonderer Genehmigung erörtert oder gegen ihren Inhalt polemisiert werden. Die geschilderten Umstände hatten zur Folge, dass von den etwa 30000 unterschiedlichen Kriegsflugblättern des Zweiten Weltkrieges, bisher in öffentlichen Archiven nur ein sehr geringer Teil ermittelt werden konnte.


Der Bestand der Bibliothek für Zeitgeschichte umfasst 2400 Kriegsflugblätter aus dem Zweiten Weltkrieg, davon sind zahlreiche nur hier erhalten. Die meisten Nationen produzierten ihre Propagandablätter in Serien und versahen diese mit Codezeichen, einem verschlüsselten Hinweis auf die herausgebenden Behörden. Neben diesen zu Haupt- bzw. Nebenserien gehörenden Flugblättern existieren Blätter deren Zuordnung problematisch ist, da die Herausgeber nicht genannt oder sogar absichtlich verschleiert oder getarnt sind.

Flugblatt 2. Weltkrieg

Für die Verzeichnung wurden vier Ordnungselemente festgelegt:
1. Herausgeber
2. Adressat
3. Verbreitungsjahr
4. die Zusammenfassung zu Flugblattserien und die weitere Unterteilung in Flugblätter "mit Codezeichen" und "ohne Codezeichen" Flugblätter mit Codezeichen sind numerisch geordnet, Ausgaben ohne Codezeichen sind in alphabetischer Ordnung abgelegt.

Literatur

  • A complete index of allied airborne leaflets and magazines 1939-1945 (Imperial War Museum, London).
  • Hans Heinrich Düsel: Die sowjetische Flugblattpropaganda gegen Deutschland im Zweiten Weltkrieg,Band 1-5, Ingolstadt 1985-1991.
  • Hans Heinrich Düsel: Die sowjetische Flugblattpropaganda gegen Deutschland im Zweiten Weltkrieg :Frontflugblätter, Leipzig 1998.
  • Hans Heinrich Düsel: Die sowjetische Flugblattpropaganda gegen Deutschland im Zweiten Weltkrieg : die Frontflugblätter der ukrainischen Fronten, Leipzig 2001.
  • Flugblätter des Nationalkomitees Freies Deutschland, Ausstellung Berlin 1989.
  • Klaus Kirchner: Flugblattpropaganda 2. Weltkrieg : Europa, Band 1-21, Erlangen 1978-2009.

Letzte Änderung: 03.02.2012   © 2007 WLB
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