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>Württembergische Landesbibliothek>Die WLB>Nachruf auf Herrn Dr. Hannsjörg Kowark
 

Nachruf

Foto: Ferdinando Iannone


Plötzlich und unerwartet haben wir am 14.6.2018 unseren Direktor, Dr. Hannsjörg Kowark, verloren. Wir werden ihn in seiner menschlichen und freundschaftlichen Art sehr vermissen und ihm ein ehrendes Andenken bewahren.

Der gebürtige Stuttgarter, der hier und in Paris Geschichte und Germanistik studierte, kehrte 1999 als neuer Leiter der Württembergischen Landesbib­liothek (WLB) in die Landeshauptstadt zurück. Davor arbeitete er – nach einem Bibliotheksreferendariat in Tübingen und Köln – in der Universitätsbibliothek Freiburg in verschiedenen Positionen, u.a. war er dort stellvertretender Direktor und verantwortlich für die Erwerbungsabteilung. Diese Erfahrung half ihm, den Etatproblemen zu begegnen, die ihn zu Beginn seiner Stuttgarter Amtszeit begleiteten. So sah er seine neue Stelle in Stuttgart als „Herausforderung und Chance“ gleichermaßen.

Besonders reizvoll war für ihn von Beginn an die kulturpolitische Funktion der Württembergischen Landesbibliothek sowie die Präsentation der bedeutenden Sammlungen im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit. Dank der regen Ausstellungs- und Veranstaltungstätigkeit brachte er die Bibliothek regelmäßig in den Fokus der Öffentlichkeit. Veranstaltungen wie die Lange Nacht der Museen entwi­ckelten sich zu einem Publikumsmagneten. Einen besonderen Stellenwert hatte für ihn die grenzüberschreitende Bibliotheksarbeit, insbesondere die Biblio­theks­­partnerschaft zur Bibliothèque nationale et universitaire de Strasbourg, die er maßgeblich prägte. Die Beziehung zu Frankreich war dem promovierten Historiker, der seine Dissertation über „Die französische Marinepolitik 1919 bis 1924 und die Washingtoner Konferenz“ verfasste, immer ein besonderes Anliegen. Sein Interesse galt zeitlebens der Marine.

Dr. Kowark war in vielen Gremien aktiv. Zu nennen sind u.a. die Mitgliedschaften im wissenschaftlichen Beirat der National- und Universitätsbibliothek Straßburg, in der Kommission für Geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg sowie im Beirat der Stiftung Kulturgut Baden-Württemberg. Als Vorstandsmitglied der Württembergischen Bibliotheksgesellschaft veranlasste er wertvolle Ergän­zun­gen der Historischen Sammlungen und pflegte einen herzlichen Kontakt zu Buchpaten und Mitgliedern.

Bibliothekarische Schwerpunkte waren der kontinuierliche Ausbau der elektro­nischen Dienstleistungen, die Modernisierung der Geschäftsgänge sowie die Digitalisierung. Er lenkte die Bibliothek damit erfolgreich in einer Zeit des digitalen Wandels. Wichtige Projekte waren hier die Digitalisierung der Zettel­kataloge, die Neustrukturierung der Leihstelle, die Katalogkonversion, der Ausbau der Digitalisierungsstelle in Verbindung mit dem Aufbau der Digitalen Sammlungen sowie die Provenienzforschung.

Dr. Kowark legte großen Wert auf die Funktion der WLB als Universitäts­bib­liothek für die geistes- und sozialwissenschaftlichen Fächer. Die Belange der Studierenden, die Hauptnutzergruppe der WLB, waren ihm stets sehr wichtig. Der Ausbau des Schulungsprogramms mit Blick auf die Bedürfnisse der Studierenden und Schüler ist in diesem Zusammenhang zu sehen. Auch die zukünftige Schaffung neuer Nutzerarbeitsplätze im Rahmen des Erwei­terungsbaus spielte bei seinen Planungen eine zentrale Rolle.

Mit der Konzeption der „Neuen Württembergischen Landesbibliothek“ stellte er die Weichen für eine moderne, zukunftsfähige und wandelbare Großbibliothek. Engagiert, beharrlich und entschlossen setzte er sich seit 2005 für die Reali­sie­rung dieses Gesamtkonzepts, bestehend aus Errichtung eines Erwei­terungs­baus und Sanierung des in die Jahre gekommenen Bestandsgebäudes, ein.

Ein weiterer Höhepunkt war 2015 das 250-jährige Bibliotheksjubiläum, das wir gemeinsam mit Herrn Dr. Kowark in festlichem Rahmen feiern konnten. Denn auch der Bibliotheksgeschichte galt sein besonderes Interesse. Für ihn war es wichtig, „die Geschichte, Erinnerungen und bibliothekarischen Erfahrungen zu bewahren und gleichzeitig den Blick in die Zukunft zu öffnen“.
Sein Lebensmittelpunkt blieb auch in der Stuttgarter Zeit Freiburg, wo er mit seiner Familie lebte. Ihr gehört unser besonderes Mitgefühl.


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