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Landesgartenschau 2018

„Aus den Gärten komm‘ ich“
Ein Ausflug in die Welt der Gärten mit Friedrich Hölderlin

Eine Ausstellung der Württembergischen Landesbibliothek auf der Landesgartenschau 2018 in Lahr, im Treffpunkt Baden-Württemberg

15. bis 26. August
Vernissage: 15. August, 14 Uhr
Führung: 22. August, 14 Uhr

Abb.: Plakat der Ausstellung
Krieger Objektgestaltung

Die Ausstellung der Württembergischen Landesbibliothek auf der diesjährigen Landesgartenschau in Lahr lädt ein zu einem Ausflug in die Welt der Gärten mit Friedrich Hölderlin. Auszüge aus Gedichten, Briefen und Tagebüchern Hölderlins werden in ihrer handschrift­lichen Ausgabe und im Erstdruck ausgestellt. Neben dem Leben des Dichters und dem Gartenmotiv in seiner Lyrik und Prosa wird auch die Bedeu­tung des englischen Landschafts­­gartens in der bürgerlichen Gartenkultur zu Hölderlins Zeiten beleuchtet. Eine Auswahl  an Kunstbänden und Musikalien zeigt schließlich, wie diese Welt der Gärten Einzug in die Hölderlin-Rezeption gefunden hat. Ein Großteil der präsen­tierten Exponate stammt aus dem Hölderlin-Archiv der Württem­bergischen Landesbibliothek.

Friedrich Hölderlin hat sich wiederholt dem Themenfeld des Gartens gewidmet, vom Reisetagebuch aus dem Jahr 1788 bis hin zur Turmdichtung. In Hölderlins Gedichten wirkt der Garten als Stimmungsraum des lyrischen Ichs und sprachbildlicher Schöpfungsraum. Als Projektionsfläche des kreativen Schaffens an der Natur durch den Menschen steht der Garten für das Eigene, Heimische, Gepflegte, gewährt aber auch einen Blick auf den freien Naturraum und erscheint als wesentlicher Teil des Naturschönen.

In seinen Briefen verarbeitet Hölderlin wiederholt persönliche Erlebnisse und Besuche von Gärten und Gartenlandschaften. Öffentliche und private Begeben­heiten greifen dabei ebenso ineinander wie die Beschreibung von Kunst- und Naturschönheit. Aus den Reiseimpressionen, die Hölderlin vermittelt und in seine Dichtung einbezieht, sind Eindrücke von fürstlichen Gartenanlagen wie die kurpfälzischen Lustgärten von Schwetzingen, der Landschaftsgarten von Wörlitz-Dessau und die Anlagen in Kassel hervorzuheben. Auch private Gärten in Waltershausen, Jena und Frankfurt am Main finden bei Hölderlin Erwähnung.

Friedrich Hölderlin stand unter dem Einfluss eines tiefgreifenden Wandels, der sich im 18. Jahrhundert im Bereich der Gartenkunst vollzogen hat: Die höfische Gartenkunst des französischen Barock, der eine regelmäßige, geometrisch angelegte Architektur bevorzugte, wurde abgelöst von einem neuen Stil englischer Prägung und einer aufgeklärten Philosophie. Die Abkehr vom absolutistischen Denken des Barock hin zu einem liberalen Zeitalter initiierte auch einen Wandel des Geschmacks, der sich nun an Natürlichkeit und Erhabenheit orientierte. Stilbildend wirkten der englische Landschaftsgarten und die Landschaftsmalerei. Die Poetik der Empfindsamkeit wurde auf die Gartenkunst übertragen, Natur und Mensch sollten zu einer neuen Einheit finden. Auch der Aufenthalt Hölderlins im Landschaftspark Kassel-Wilhelmshöhe zeugt in seiner Beschreibung von diesem Stil- und Wertewandel.

Die Dichtkunst und die Persönlichkeit Friedrich Hölderlins inspirieren heute noch zahlreiche Kreative unterschiedlicher ästhetischer Richtungen. Auch die Präsenz der gartenhaften Natur in Hölderlins Dichtung bietet vielfältige Möglichkeiten der künstlerischen und musikalischen Aneignung. Wiederkehrende Garten­motive zeichnen eine metaphorische Welt der Blumen und Bäume, Stimmungs­bilder gehen aus dem Naturerleben in den verschiedenen Jahreszeiten hervor. Die Ausstellung präsentiert auch eine kleine Auswahl der Hölderlin-Rezeption, die durch einen Prozess von Aneignung und Transformation stets Neues hervorbringt.


Öffnungszeiten

Mo-Fr: 8-20 Uhr
Sa: 9-13 Uhr

Schließungstage s. Aktuelles


Kontakt

Ansprechpartnerin:
Dr. Ida Danciu
Tel.: 0711/212-4458


 

 


Letzte Änderung: 03.08.2018   © 2007 WLB
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