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Vorträge der BfZ zum Ersten Weltkrieg 2018

26.4.2018, 19 Uhr, Institut français Stuttgart, Schloßstraße 51

Dr. Alexandre Lafon (Toulouse): Der Feind als Kamerad. Fraternisierung von Franzosen und Deutschen im Ersten Weltkrieg. Vortrag in französischer Sprache mit deutscher Übersetzung (in Kooperation mit dem Institut français Stuttgart und den Universitäten Stuttgart und Paris-Sorbonne).

In den französischen Gedenkfeiern an den Ersten Weltkrieg ist das Thema Fraternisierung bis heute sehr präsent. Alexandre Lafon skizziert in seinem Vortrag nicht nur die unterschiedlichen Formen von Soldatenverbrüderung in den Jahren 1914-1918, sondern arbeitet auch heraus, welchen Platz diese in der Erinnerung an die Kämpfe einnimmt. Wie ist es zu erklären, dass die Fraternisierung nach wie vor in Frankreich einen wichtigen Teil der kollektiven Erinnerung bildet?

Dr. Alexandre Lafon arbeitet als wissenschaftlicher Berater an der Mission du Centenaire, die in Frankreich mit der Gestaltung der Gedenkfeiern an den Ersten Weltkrieg betraut ist. An der Université Toulouse forscht er außerdem zu den sozialen Strukturen an der Front und zur Erinnerungspolitik an den Ersten Weltkrieg.

16.5.2018, 19 Uhr, Stadtbibliothek Stuttgart, Mailänder Platz

Prof. Dr. Ulrich Keller (Santa Barbara, Kalifornien): Schuldfragen. Belgischer Untergrundkrieg und deutsche Vergeltung im August 1914. Vortrag und Gespräch mit Dr. Wolfgang Niess, SWR (gemeinsame Veranstaltung mit der Stadtbibliothek Stuttgart)

Hat die deutsche Armee, als sie den Ersten Weltkrieg mit dem Einmarsch ins neutrale Belgien eröffnete, grundlos Massaker an den Einwohnern verübt? Auf der Basis neuer Quellen stellt Ulrich Keller bisher fest etablierte Forschungs­meinungen und weitverbreitete Vorstellungen zu einem der größten Reizthemen des Ersten Weltkriegs in Frage.

Ulrich Keller war bis 2014 Professor für Kunst- und Fotogeschichte an der University of California in Santa Barbara. Sein besonderes Forschungsinteresse gilt den Beziehungen von Bildern zu Geschichte und Ideologie.

11.10.2018, 20 Uhr, Württembergische Landesbibliothek, Foyer


Prof. Dr. Gerd Krumeich (Freiburg) und Prof. Dr. Georges-Henri Soutou (Paris): Am Ende des Großen Krieges: Hoffnungen, Illusionen, Realitäten 1918/1919 (in Kooperation mit dem Institut français Stuttgart)

Am 11.11.1918 endete der „Große Krieg“, wie der Erste Weltkrieg heute in vielen Nationen noch genannt wird. Aber wie konnte man nach einem Krieg, der allein in Deutschland und Frankreich fast 4 Millionen tote Soldaten, Verwundete und Vermisste zurückgelassen hatte, und in dem die Zivilisten auf beiden Seiten unendliches Leid hatten tragen müssen, weitermachen bzw. sogar: neu anfangen?

An diesem Abend wird versucht, aus deutscher und französischer Perspektive zu zeigen, wie man sich damals eine Nachkriegswelt vorstellte, und warum die großen  Hoffnungen meist scheiterten oder zu noch größeren Katastrophen führten.

6.11.2018, 18 Uhr, Hauptstaatsarchiv Stuttgart,
Konrad-Adenauer-Str. 4

Dr. Dieter Hartwig (Kiel) / Dr. Sebastian Rojek (Stuttgart): Revolution gegen die Apokalypse. 100 Jahre Matrosenaufstand

Die deutsche Flotte war der ganze Stolz des Kaisers. Bis 1914 verschlang sie nicht nur etliche Millionen Reichsmark, sondern brachte das Reich überdies in Konfrontation zur Seemacht Großbritannien. Während des Ersten Weltkriegs lag sie die meiste Zeit untätig im Hafen. Als der Landkrieg bereits verloren war, wollte die Seekriegsleitung Ende Oktober 1918 dann doch noch in die Schlacht ziehen, um die vermeintliche Ehre der Marine zu retten. Gegen diesen apokalyptischen Plan meuterten in Kiel und Wilhelmshaven die Matrosen. Sie gaben damit den Startschuss für die Novemberrevolution und das Ende der Monarchie.

Während der Aufstand für Marineoffiziere lange eine Schandtat darstellte, werden die Matrosen heute als Geburtshelfer der Demokratie in Deutschland gefeiert. Vor dem Hintergrund dieser wechselvollen Rezeption ist es 100 Jahre später an der Zeit, Ursachen und Folgen des Aufstands noch einmal genau in den Blick zu nehmen

Der Historiker und Fregattenkapitän a.D. Dr. Dieter Hartwig lehrte als Dozent für Marinegeschichte an der Marineoffiziersschule Flensburg und an der Führungsakademie der Bundeswehr.

Dr. Sebastian Rojek ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Historischen Institut der Universität Stuttgart und publizierte jüngst die Studie „Versunkene Hoffnungen: Die Deutsche Marine im Umgang mit Erwartungen und Enttäuschungen 1871–1930“.

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24.1.2018, 19 Uhr, Stadtbibliothek Stuttgart, Mailänder Platz

Dr. Mark Jones (Dublin): Am Anfang war Gewalt. Die deutsche Revolution 1918/19 und der Beginn der Weimarer Republik (gemeinsame Veranstaltung mit der Stadtbibliothek Stuttgart)

Mark Jones schildert die dramatische Gründungsphase der Weimarer Republik erstmals als eine Geschichte der Gewalt. Er zeigt, wie eine anfangs friedliche Revolution in einer Reihe von Tabubrüchen endet, einschließlich des Mordes an Frauen und Kindern durch Soldaten der sozialdemokratisch geführten Regierung. Diese Erfahrung wurde für das weitere Schicksal Deutschlands prägend - bis hin zur entfesselten Gewalt des NS-Regimes.

Mark Jones ist Research Fellow am University College Dublin. Sein Forschungsschwerpunkt ist der Zusammenhang zwischen Gewalt und politischer Kultur in Deutschland im 20. Jahrhundert.

 

Öffnungszeiten

Lesesaal Sondersammlungen
Gaisburgstraße 4a:
Mo-Fr 10-17 Uhr
Schließungstage s. Aktuelles

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Letzte Änderung: 13.04.2018   © 2007 WLB
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