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Vorträge der BfZ zum Ersten Weltkrieg 2018

24.1.2018, 19 Uhr, Stadtbibliothek Stuttgart, Mailänder Platz

Dr. Mark Jones (Dublin): Am Anfang war Gewalt. Die deutsche Revolution 1918/19 und der Beginn der Weimarer Republik (gemeinsame Veranstaltung mit der Stadtbibliothek Stuttgart)

Mark Jones schildert die dramatische Gründungsphase der Weimarer Republik erstmals als eine Geschichte der Gewalt. Er zeigt, wie eine anfangs friedliche Revolution in einer Reihe von Tabubrüchen endet, einschließlich des Mordes an Frauen und Kindern durch Soldaten der sozialdemokratisch geführten Regierung. Diese Erfahrung wurde für das weitere Schicksal Deutschlands prägend - bis hin zur entfesselten Gewalt des NS-Regimes.

Mark Jones ist Research Fellow am University College Dublin. Sein Forschungsschwerpunkt ist der Zusammenhang zwischen Gewalt und politischer Kultur in Deutschland im 20. Jahrhundert.

26.4.2018, 19 Uhr, Institut français Stuttgart, Schloßstraße 51

Alexandre Lafon (Toulouse): De l'histoire à la mémoire; l'ennemi comme camarade. L'expression de la fraternisation à travers les sources combattantes françaises et allemandes de la Grande Guerre. Vortrag in französischer Sprache mit deutscher Übersetzung (in Kooperation mit dem Institut français Stuttgart und den Universitäten Stuttgart und Paris-Sorbonne).

In den französischen Gedenkfeiern an den Ersten Weltkrieg ist das Thema Fraternisierung bis heute sehr präsent. Alexandre Lafon skizziert in seinem Vortrag nicht nur die unterschiedlichen Formen von Soldatenverbrüderung in den Jahren 1914-1918, sondern arbeitet auch heraus, welchen Platz diese in der Erinnerung an die Kämpfe einnimmt. Wie ist es zu erklären, dass die Fraternisierung nach wie vor in Frankreich einen wichtigen Teil der kollektiven Erinnerung bildet?

Dr. Alexandre Lafon arbeitet als wissenschaftlicher Berater an der Mission du Centenaire, die in Frankreich mit der Gestaltung der Gedenkfeiern an den Ersten Weltkrieg betraut ist. An der Université Toulouse forscht er außerdem zu den sozialen Strukturen an der Front und zur Erinnerungspolitik an den Ersten Weltkrieg.

16.5.2018, 19 Uhr, Stadtbibliothek Stuttgart, Mailänder Platz

Prof. Dr. Ulrich Keller (Santa Barbara, Kalifornien): Schuldfragen. Belgischer Untergrundkrieg und deutsche Vergeltung im August 1914. Vortrag und Gespräch mit Dr. Wolfgang Niess, SWR (gemeinsame Veranstaltung mit der Stadtbibliothek Stuttgart)

Hat die deutsche Armee, als sie den Ersten Weltkrieg mit dem Einmarsch ins neutrale Belgien eröffnete, grundlos Massaker an den Einwohnern verübt? Auf der Basis neuer Quellen stellt Ulrich Keller bisher fest etablierte Forschungs­meinungen und weitverbreitete Vorstellungen zu einem der größten Reizthemen des Ersten Weltkriegs in Frage.

Ulrich Keller war bis 2014 Professor für Kunst- und Fotogeschichte an der University of California in Santa Barbara. Sein besonderes Forschungsinteresse gilt den Beziehungen von Bildern zu Geschichte und Ideologie.

 

Öffnungszeiten

Lesesaal Sondersammlungen
Gaisburgstraße 4a:
Mo-Fr 10-17 Uhr
Schließungstage s. Aktuelles

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